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Archive for February 2007

Dave Allen

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Am 10. März jährt sich der Todestag von Dave Allen, seit den 70igern mein Lieblings-Comedian aus good old Britain.

UPDATE: Hommage auf Dave Allen von Taylorbob im Januar 2009. DVD kaufen.

Comedian Dave Allen dies aged 68

BBC-NEWS Friday, 11 March, 2005, 16:07 GMT

Dave Allen

Allen was famed for his dry routines

Irish comedian Dave Allen, famed for his TV routines as he perched on a stool with drink and cigarette in hand, has died in his sleep aged 68. He was most famous for his TV shows Tonight With Dave Allen and Dave Allen at Large, which featured his satires on topics including religion.

Allen got his first break on a BBC talent show in 1959, and toured with the Beatles in the UK and France.

He died in his sleep on Thursday night at his west London home.

He leaves a wife, Karin, and three children.

Dave Allen

He was the original grumpy old man – he had so much anger and that was where he got his energy from

Writer Ian Davidson

Comics including Eddie Izzard, Barry Cryer and Dylan Moran were among those who paid tribute to Allen’s comedic talents and originality.

The BBC’s head of comedy Jon Plowman called Allen a “wonderful comedian” who would be sadly missed.

“That extraordinary relaxed style with a cigarette in one hand and a glass of whiskey in the other as he buttonholed us with wonderful jokes and stories is the image that we shall remember,” he told the BBC News website.

“He was a groundbreaker in many ways, particularly in the jokes and sketches that had a go at religion – something that certainly came from his growing up in Ireland that was sometimes quite tough for its day.”

Mr Plowman added that Allen “tried to show the hypocrisies of the world as well as its funny side”.

‘Sense of absurd’

And writer Ian Davidson, who worked for 10 years with Allen, told the BBC News website: “He had so much anger, especially against the priesthood, and that was where he got his energy. He also had such a keen sense of the absurd.”

“He was terrific to work with – whenever we visited him the first thing on his mind was making us lunch.”

Mr Davidson paid tribute to Allen’s ability to spin out stories on stage.

“I always enjoyed the tales about how he lost part of his finger – he never told them the same way,” he said, adding: “I could always tell they were lies.”

Dave Allen

Allen retired from performing in 1999

Allen’s first UK TV series was ITV’s Tonight With Dave Allen, although he had become well-known through his guest spots on BBC One’s The Val Doonican Show.

It was followed by Dave Allen At Large for the BBC, in which he developed his familiar themes of debunking religious rituals – inspired by his strict Catholic upbringing.

During the 1980s he moved onto an eponymous show simply featuring Allen with his trademark stool and glass of whiskey. One of his routines led to questions being asked in the House of Commons about his strong language.

It led to a 1991 stage show, An Evening With Dave Allen, and a series for ITV in 1993. His last performance came in 1999, when he recorded a rare interview for BBC Radio 4.

He remained protective of his material, refusing to allow it to be rebroadcast while he was alive.

Offers of work had continued to come in, and he was considering a project scheduled for later this year when he died.

DAVE ALLEN: 1936 – 2005


Dave Allen Comic and satirist
Dave Allen launched his satire against the absurdities of life and of religion

Comic Dave Allen dies aged 68

Tributes flood in for comic

‘I remember working with Allen’

Dave Allen’s comic quotes


HAVE YOUR SAY

Dave Allen: Your tributes




RELATED BBC LINKS:

Comedy Guide: Dave Allen

Comedy Guide: Dave Allen At Large

h2g2: Dave Allen


RELATED INTERNET LINKS:

BFI Dave Allen biography

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February 26, 2007 at 6:07 pm

Bakteriologie und Moderne

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stw

Studien zur Biopolitik des Unsichtbaren 1870–1920
Herausgegeben von Philipp Sarasin (ETH-ZH, Wissenschaftsgeschichte), Silvia Berger, Marianne Hänseler und Myriam Spörri. Mit Abbildungen

suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1807
529 Seiten, Broschur, Euro 17,00 [D] / Euro 17,50 [A] / sFr 30.90
(ISBN 978-3-518-29407-9)

Inhalt

Was erfährt man über die Geschichte und Kultur der Moderne, wenn man sie aus der scheinbar marginalen Perspektive der Bakteriologie betrachtet? Und wie wird diese Wissenschaft selbst kulturgeschichtlich »lesbar«, wenn der enge Horizont traditioneller Wissenschaftsgeschichte zugunsten einer Geschichte des Wissens überschritten wird? Die in diesem Band versammelten Texte zeigen, wie die Bakteriologie als Wissenschaft nur unter ganz spezifisch modernen Verhältnissen – Diskursen, Institutionen und Techniken – entstehen konnte, und sie untersuchen, wie die Bakteriologie mit ihren Konzepten und Analyseverfahren das moderne Bild von Körper und Krankheit, aber auch von Grenzen und Migrationsbewegungen, von Nationen und Kriegen tiefgreifend geprägt hat. Dabei wird deutlich, daß die von den Bakteriologen wissenschaftlich fundierte Rede vom »unsichtbaren Feind« im 20. Jahrhundert zu einem zentralen Topos der Biopolitik wurde.

Die Herausgeber arbeiten an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich. Von Philipp Sarasin erschienen zuletzt im Suhrkamp Verlag: Anthrax. Bioterror als Phantasma (es 2368), Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse (stw 1639) und Reizbare Maschinen. Eine Geschichte des Körpers 1765–1914 (stw 1524)

references:

Von Bakterien und Ideologien – Wie die Wissenschaft vom Denken einer Gesellschaft bestimmt wird. kulturzeit

Uwe Justus Wenzel: PDF Unsichtbare Feinde, Ein Züricher Kongress zur “politischen Logik” der Infektion, NZZ 25.09. 2005

Bio-Wiki 

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February 25, 2007 at 12:48 am

Antideutsche Kommunisten durch die Brille der FAZ

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Aus der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ Nr 8 R vom 25. Februar 2007,

bei nada gemopst.

LINKER SPALTPILZ
Für Marx – aber auch für Amerika, den Irak-Krieg, Israel – „Die Antideutschen“ passen in keine Schublade. Und ihr Einfluss wächst

(Markus Wehner)

Sie nennen sich Kommunisten. Sie hassen Deutschland. George Bush ist ihnen ein Mann des Friedens. Der Feind ist der „Islam-Faschismus“. Über alles andere aber geht: die uneingeschränkte Solidarität mit Israel. Seit Jahren mischen die „Anti-Deutschen“ die linksradikale Szene auf. Denn sie sprengen alle Klischees, die es über Linke gibt. In kleinen Zirkeln diskutieren sie über schwierige Texte. Sie mischen sich aber auch in antifaschistische Demos, ziehen plötzlich die israelische Fahne hervor und die „Stars and Stripes“ der Vereinigten Staaten. Da gibt es schon mal Prügel von der Traditionslinken.
Doch die „Anti-Deutschen“ haben Zulauf. Mehrere tausend junge Leute, in der Mehrzahl zwischen 16 und 30 Jahre alt, zählen sich zu der lose vernetzten Bewegung. Es sind Kinder des Bildungsbürgertums, Schüler und Studenten, die im Netz kommunizieren.
Tobias ist einer von ihnen. Der 23 Jahre alte Schüler, der gerade sein Abitur nachmacht, stammt aus Leipzig, wo es eine große linksradikale Szene gibt. Mit 17 schloss er sich einer Antifagruppe gegen Rechtsradikale an, damals verteidigte man ein alternatives Kulturzentrum mit Steinen gegen „die Rechten“. Dann wurde er Mitglied in einer „Antinationalen Gruppe“, die sich später „Antideutsche kommunistische Gruppe“ nannte.
In Leipzig dominieren die Anti- Deutschen schon seit Jahren die linksradikale Szenerie – Hunderte Anhänger zählen sie. Im Kulturzentrum Conne Island in Leipzig-Connewitz ist das Tragen eines Palästinensertuches verboten. Denn der schwarz-weiße PLO-Schal ist das Zeichen einer Kampforganisation, die Israel vernichten will – und damit ein Symbol der Feinde.
Der Kampf gegen den angeblich allgegenwärtigen Antisemitismus ist das ideologische Herzstück der „Anti-Deutschen“. „Wir müssen alles tun, damit Auschwitz nie wieder passiert“, sagt Tobias, der eigentlich anders heißt. Ist denn Auschwitz wieder möglich? „Klar“, sagt der junge Mann, „das sehen wir doch an den ständigen Angriffen auf Israel.“ Im Nationalsozialismus seien die Juden für alles Böse verantwortlich gemacht worden, heute seien es Israel und Amerika. Der Irak-Krieg sei der einzige Weg gewesen, das menschenverachtende Regime von Saddam Hussein zu stürzen.
Einer, der seit Jahren die theoretische Kost für Tobias und seine Gesinnungsgenossen liefert, ist Justus Wertmüller. Der 43 Jahre alte Mann aus dem Berliner Bezirk Kreuzberg ist ein Veteran der antideutschen Denkschule, einer von acht Redakteuren der Zeitschrift „Bahamas“, dem wichtigsten Impulsgeber der Szene. Einst war Wertmüller Mitglied im Kommunistischen Bund. Eine Minderheit der Organisation legte sich 1990 auf eine antideutsche Linie fest. Die Mehrheit bescheinigte den Abtrünnigen, sie sollten ihr Programm doch auf den Bahamas verwirklichen – das sei der „hinreichend entfernte und klimatisch bekömmliche Ort“. So entstand der Name der Zeitschrift, heute Leitorgan der härtesten Anti-Deutschen-Fraktion.
Entstanden sind die Anti-Deutschen aus der Wiedervereinigung, dem Schockerlebnis der Linksradikalen. Als der ostdeutsche „Pöbel“ geschrieen habe: „Wir sind das Volk!“, sei es ihm kalt den Rücken heruntergelaufen, erinnert sich Wertmüller. Hier habe sich gezeigt, wie bedingungslos sich die Deutschen dem Staatszweck unterwürfen. Als rechtsradikale Jugendliche in Ostdeutschland Ausländer angriffen, sahen viele „Anti-Deutsche“ ein Viertes Reich heraufziehen. „Deutschland von der Karte streichen, Polen muss bis Frankreich reichen“ oder „Stalingrad war wunderbar, Nazi-Opa blieb gleich da“ – solche Slogans bestimmten damals ihre Auftritte.
Der Kampf gegen die „Rechten“ ist heute in den Hintergrund getreten. Gerade die Ökologie- und die Friedensbewegung geißeln die Anti-Deutschen als deutschtümelnd und undemokratisch. Wie 1991 hunderttausend Leute „mit primitiven Mitteln“ in Berlin dazu gebracht worden seien, gegen den ersten Golfkrieg zu demonstrieren, sei erschreckend gewesen, sagt Wertmüller. Wieder einmal hätten die Deutschen nicht begriffen, wie viele Menschen sei einem leidvollen Schicksal auslieferten. Damals fanden Linke es zum ersten Mal richtig, Bomben auf den Irak zu werfen – zur Verteidigung Israels. Die Solidarität der Anti-Deutschen mit Amerika ergibt sich fast zwangsläufig – als dem angeblich einzig wahren Freund Israels. Der 11. September 2001 ist den Anti-Deutschen der bisher größte antisemitische Anschlag nach dem Holocaust, ein faschistisches Massaker. „Es gibt kein deutsches Menschenrecht, Israel zu kritisieren“, sagt Wertmüller, der nicht ohne Stolz berichtet, dass seine Redaktion im vergangenen Jahr eine große Solidaritätsdemo für Israel in Berlin angeschoben habe.
Zum Hauptgegner der Anti-Deutschen ist in den vergangenen Jahren der Islam geworden. „Fanta statt Fatwa, Sherry statt Scharia“ lautet die Pop-Formel. Doch auch Theoretiker Wertmüller sieht hier „noch eine echte Front“. Bisher fehle der Beweis für die Behauptung, dass es einen friedlichen Islam gebe. Vielmehr sei die „Welteroberungsreligion“ auf Unterdrückung, Knechtung und einen hanebüchenen Antiintellektualismus gegründet. Gleichsam als Kronzeuge für die eigene Sicht ist auf der Titelseite der jüngsten Nummer von „Bahamas“ Papst Benedikt XVI. zu sehen. In seinen Händen hält er Bücher von Kant und Adorno.
Ist das alles nur versponnen?
Der Einfluss der antideutschen Denkschule wächst jedenfalls, an Unis, bei linken Gruppen. Auch bei der PDS/Linkspartei gibt es eine große proisraelische Minderheit. Der Verfassungsschutz hält die antideutsche Szene für ideologisch verfestigt und beobachtet wachsenden Einfluss. So sind die „Anti-Deutschen“ gerade als Spaltpilz der linksradikalen Bewegung erfolgreich. Ihr Erfolgsrezept ist dabei so einfach wie zuverlässig: Brandmarkte die Linke früher ihre Gegner als „Faschisten“, so nutzen die Anti-Deutschen den Totschlagbegriff des „Antisemiten“. Das zieht in Deutschland fast immer.

references: Was heißt antideutsch?  &  Sehenswert

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February 24, 2007 at 6:04 pm

Studentenleben an der FU-Berlin 2007 …

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am OSI zwischen bachelor-degree und linker Debattenkultur.

Wie kürzlich schon berichtet, hat die OSI-Zeitungs-Redaktion kurz vor dem Ende der Vorlesungszeit die dritte Ausgabe der OSI Zeitung rausgebracht. Zeit, sie sich mal genauer anzusehen. Zur Besprechung bitte hier entlang.

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February 21, 2007 at 4:21 am

Malte Ludin

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60 Jahre nach Kriegsende begibt sich Filmemacher Malte Ludin auf Spurensuche nach der Geschichte seines Vaters Hanns Ludin, eines überzeugten Nationalsozialisten, der 1947 als verurteilter Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Verdrängung, Schuld und Tabuisierung innerhalb einer Familie zeigen, wie wenig vergangen die Vergangenheit ist. via Empfehlung von kristi*

HR © HR/svarcfilm
 

Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt. Jahrzehnte nach der Hinrichtung des verurteilten Kriegsverbrechers Hanns Ludin zeigt der Dokumentarfilm des Sohnes Malte Ludin die verzweifelte eigene Suche nach der Wahrheit und die Schwierigkeit, mit ihr zu leben. Er geht der Frage nach, wie viel Schuld der Vater auf sich geladen hat und er will wissen, was seine älteren Schwestern wussten oder hätten wissen müssen.
Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den “Schutzstaat” Slowakei. Als “Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches” soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen, vor allem die “Endlösung”. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Diese Fakten nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher? Auf einmal sind Schwestern, Schwager, Nichten und Neffen bereit zu reden.

ZUSATZINFORMATION
Der Dokumentarfilm “2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß” ist ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument – ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie, der nach seiner Uraufführung auf der Berlinale 2005 mit großem Erfolg im Kino lief und für aufgewühlte Debatten sorgte. Ein deutsches Sittengemälde, das schmerzlich deutlich macht, wie wenig vergangen die Vergangenheit ist.Wiederholungen :
22.02.2007 um 15:15

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February 20, 2007 at 2:45 am

Die populärsten Rechtsirrtümer

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Dem juristischem Irrglauben auf der Spur: Dr. Ralf Höcker (RA) bei stern-tv

“Neues Lexikon der Rechtsirrtümer”,Ullstein; 2005
ISBN 3548367720

Ralf Höcker: “Lexikon der Rechtsirrtümer”.Ullstein; 2004
ISBN: 3548366597

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February 15, 2007 at 4:15 am

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Doku: Il Duce und seine Faschisten

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Dokumentation, Großbritannien 2006, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: Chris Oxley

Il Duce und seine Faschisten, in Farbe (1/2)

Die Dokumentation schildert das Erstarken der faschistischen Bewegung in Italien, nachdem das Land durch den Ersten Weltkrieg in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten war. Die Bereitschaft zu Gewalt und Terror der faschistischen Partei unter Benito Mussolini, die Schwäche des italienischen Parlaments und die Teilnahmslosigkeit des italienischen Königs und des Vatikans führten zur Vorherrschaft der Faschisten in Italien zu Beginn der 20er Jahre.

ARTE F

(1): Die Machtergreifung

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges waren die italienischen Truppen geschlagen, und der Traum der italienischen Eliten von einer großen Nation war ausgeträumt. Die allgemeine Frustration wurde zum Nährboden für neues Ruhmstreben. Es kam zu einer ideologischen Spaltung zwischen dem Sozialismus und dem aufkommenden Faschismus.
Trotz der militärischen Niederlage zählte Italien 1918 an der Seite der Alliierten zu den Gewinnern des Krieges. Doch das Land erhielt nicht die begehrten Gebiete in Afrika. Es stand vor großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und fühlte sich durch den Bolschewismus bedroht.
Benito Mussolini arbeitete zunächst als Grundschullehrer und entdeckte dann den Journalismus. Aufgrund seiner Kriegserfahrungen wandte er sich vom Sozialismus ab und wurde Nationalist. 1919 gründete er gemeinsam mit Roberto Farinacci in Mailand eine nationalistische Bewegung, die Gewalt verherrlichte und die freiheitliche Demokratie ablehnte. Die militanten Anhänger der Bewegung trugen als Erkennungszeichen die “camisa nera”, ein schwarzes Hemd.
1920 waren in Norditalien 500.000 Arbeiter an Fabrikbesetzungen beteiligt. Doch die Führer der sozialistischen Partei waren der Meinung, die Zeit sei noch nicht reif für eine Revolution. Gestärkt durch ihren jüngsten Wahlsieg, erklärten sich die Sozialisten zu Verhandlungen mit den Arbeitgebern bereit. In den ländlichen Gebieten schlugen sich derweil die Grundbesitzer auf die Seite der Faschisten. Angehörige der Mittelschicht organisierten Patrouillen von “Schwarzhemden”. Die Faschisten waren fest entschlossen, sich mit Gewalt zu nehmen, was sie durch Wahlen nicht erreichen konnten, und verbreiteten Terror. Das Parlament griff nicht ein, und bereits nach kurzer Zeit hatte die faschistische Partei Nord- und Mittelitalien unter Kontrolle und gründete eigene Gewerkschaften. 1921 zählte sie 200.000 Mitglieder.
Benito Mussolini organisierte einen “Marsch auf Rom”, an dem 25.000 “Schwarzhemden” teilnahmen. Der italienische König Vittorio Emanuele verweigerte seine Zustimmung zum Einsatz des Militärs gegen die Faschisten und ernannte Mussolini zum Ministerpräsidenten einer Koalitionsregierung. Damit legalisierte er die Partei. Bei den Wahlen 1924 erhielt Mussolini 66 Prozent der Stimmen. Kurz danach wurden alle anderen Parteien verboten und die Gewerkschaften aufgelöst. Italien wurde zum Polizeistaat, und sowohl das italienische Königshaus als auch der Vatikan sahen schweigend zu.
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(2): An der Macht

Als Mussolini erst einmal die Macht in Händen hielt, träumte er davon, den Ruhm des Römischen Reichs wieder aufleben zu lassen. Er unternahm alle Anstrengungen, um der Jugend schon im Vorschulalter die Liebe zum Vaterland einzuimpfen und bediente sich dazu der Massenpropaganda. 1929 wurde der Vatikan ein souveräner Staat, aber Mussolini befürchtete in erster Linie ein Erstarken des Kommunismus. In diesen Jahren bekannten sich viele wohlhabende jüdische Familien zum Faschismus, ohne zu ahnen, welch tragisches Schicksal sie ereilen sollte. Mussolini wollte das Land und die Wirtschaft modernisieren; Sumpfgebiete wurden zur landwirtschaftlichen Nutzung trocken gelegt, die Infrastruktur ausgebaut.
In der Außenpolitik machte Mussolini von sich reden. Er beobachtete Hitlers Aufstieg – und bewunderte ihn dafür. Mit dem Ziel Gebiete in Afrika zu erobern, schickte Italien beachtliche Truppenstärken nach Libyen und Äthiopien: Gegen den dortigen Widerstand setzte Mussolini 600.000 Mann und moderne Vernichtungswaffen ein. Zur Verwirklichung seiner ehrgeizigen Pläne schreckte er vor Grausamkeit nicht zurück. Auch in Europa war Italien präsent: Um Franco zu unterstützen, entsandten Hitler und Mussolini 80.000 Mann nach Spanien und die Italiener bombardierten Barcelona.
Mussolinis Schwiegersohn Galeazzo Ciano war zunächst Propagandaminister und wurde schon in jungen Jahren zum Außenminister ernannt. Sein Tagebuch belegt seine Sorgen um die Zukunft Italiens. Früh schon wurde ihm bewusst, dass die Nationalsozialisten ihre italienischen Verbündeten nur zur Verfolgung eigener Interessen benutzen.
1938 annektierte Hitler Österreich und Teile der Tschechoslowakei, 1939 besetzten die Italiener Albanien, ohne jedoch auf den Krieg vorbereitet zu sein. Zehn Monate nach Kriegsbeginn erklärte Mussolini Großbritannien, im Sommer 1940 auch Frankreich den Krieg. Er träumte davon, die Führung im Mittelmeer zu übernehmen, aber seine militärischen Unternehmungen in Ägypten und Libyen endeten mit Niederlagen; auch sein spontaner Überfall auf Griechenland scheiterte kläglich.
Nachdem Hitler auf dem Balkan einmarschiert war, geriet Mussolini vollständig in die Abhängigkeit Deutschlands. Italien war nicht vorab über die deutsche Offensive gegen die Sowjetunion 1941 unterrichtet worden, entsandte jedoch 230.000 schlecht ausgerüstete Soldaten – ein Desaster. Als die Alliierten auf Sizilien landeten, hatten drei Jahre der Niederlagen und Verluste an allen Fronten den faschistischen Träumen von Großitalien ein Ende gesetzt. Der Duce war ein gebrochener Mann. König Viktor Emanuel III. ernannte einen Befehlshaber der Streitkräfte zum neuen Ministerpräsidenten, das Land war gespalten: Ein Teil kämpfte mit den Alliierten, ein anderer mit den Deutschen im Norden. Hitler stand Mussolini zur Seite, die Rettung sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein. 1944 war offenkundig, dass die Achse Rom-Berlin den Krieg verloren hatte. Der italienische Widerstand kämpfte sowohl gegen die deutschen Besatzer, als auch gegen die immer noch zahlreichen Faschisten im eigenen Land. Am 27. April 1945 wurden Mussolini und seine Geliebte Clara Petrucci von Partisanen entführt. Das Paar wurde hingerichtet und ihre Leichen in Mailand öffentlich zur Schau gestellt. Obwohl Mussolini eine schwere Mitschuld am Zweiten Weltkrieg trägt, trat der Faschismus als politische Kraft nicht mit dem Tod des Duce ab.
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Wiederholung am Sonntag 18. Februar um 18.05 Uhr

arte-tv, GESCHICHTE AM MITTWOCH

Written by admin

February 15, 2007 at 3:09 am