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Braune Schwestern – Buchbesprechungen

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“Braune Schwestern?” – Buch zur neue Frauenbewegung der Nazis

Michael Klarmann, OX:

Seit geraumer Zeit gibt es in der rechtsextremen Szene vermehrt Frauen und Mädchen, die nicht nur als Freundinnen oder Mitläuferinnen auftreten oder akzeptiert werden wollen. Die “braunen Schwestern” legen Wert darauf, “Kameradinnen” zu sein. Auch zeichnet sich verstärkt eine Zunahme von Mädchen und Frauen ab, die (Führungs-)Positionen in rechten Parteien und Organisationen bekleiden sowie eigene Frauen- und “Mädelgruppen” gründen. Das Buch »Braune Schwestern? – Feministische Analysen zu Frauen in der extremen Rechten« (Unrast-Verlag, Münster) widmet sich als Textsammlung Protagonistinnen, Organisationen, “Bücherfrauen und Labelmädel” in der Bundesrepublik sowie in der französischen “Front National”. Auch enthält das Buch vertiefende theoretische Beiträge – etwa zu Fallstudien und Feminismus – für Menschen aus Frauenbewegung, Jugendarbeit und Wissenschaft.
www.triggerfish.de/ox/

3sat-kulturzeit vom 05.02.2007:

“Wir brauchen Frauen in der Bewegung, damit wir noch authentischer werden und bleiben! Nicht Volksgemeinschaft quatschen, sondern auch leben!” – betonte der Anführer der rechten “Kameradschaft München”, Norman Bordin, im Internet. Nach dem Motto “Recht ist, was dem Volke nützt”, werden besonders Frauen im Sinne von Gehorsam und Gefolgschaft auf ihre Rolle als Gefährtin und Mutter getrimmt. Die rechtsradikalen Frauen bezeichnen sich selbst als “Braune Schwestern” und übernehmen mehr und mehr Aufgaben in der rechten Szene. Die Pädagogin Renate Feldmann hat die Strukturen erforscht und stellt fest: Die rechten Frauen sorgen für reibungslose Organisation. Weil sie unauffälliger sind, mieten sie Räume für Versammlungen und Konzerte, eröffnen Konten und Postfachadressen oder melden Aufmärsche an. Nicht selten provozieren sie ihre Männer zu Straftaten, indem sie zum Beispiel behaupten, ein Ausländern habe sie belästigt. Zusammen mit sechs weiteren Autorinnen des Antifaschistischen Frauen-Netzwerkes hat die Pädagogin und Referentin für Jugend- und Erwachsenenbildung im Unrast-Verlag das Buch “Braune Schwestern” heraus gegeben. Darin zeigen die Autorinnen unter anderem eine neue Entwicklung im Bereich “Frauen im Rechtsextremismus”: Frauen und Mädchen der Neonazi- und rechten Skinhead-Szene interpretieren ihre Emanzipation in Radikalität.

Braune Schwestern? Feministische Analysen zu Frauen in der extremen Rechten.

Antifaschistisches Frauennetzwerk, Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus (Hg.) Unrast-Verlag

braun

Die Autorinnen zeigen die neuesten Entwicklungen im Bereich ›Frauen im Rechtsextremimsus‹ auf: Aktivitäten von rechtsextremen Mädchen und Frauen, Organisationsstrukturen, Kontinuitäten, Strategien und die Palette rechter Frauen(selbst)bilder. Ziel ist es, verschiedene Aspekte einfließen zu lassen und mögliche Handlungsspielräume gegen rechte Ideologien aufzuzeigen, unter anderem in der kritischen Beleuchtung bisheriger feministischer und antifaschistischer Debatten.

“Für Feministinnen ist es immer wieder wichtig, Gefahren der Vereinnahmung frühzeitig zu erkennen. Die Autorinnen haben die Detektivarbeit und Detailrecherche aufgenommen, die dafür nötig ist. Sie untersuchen, in welchen Bereichen Frauen die rechte Szene mitbestimmen, legen aber auch Analysen und Synthesen vor, die einen Überblick über Strategien der Anknüpfung von rechts an einen emanzipatorischen Feminismus bieten. Solche muss feministische Politik unbedingt in den blick nehmen, um sich abgrenzen zu können.
Durch die Zusammenarbeit der beiden Netzwerke, die die Publikation herausgegeben haben, ist die Verknüpfung von politischer und wissenschaftlicher Arbeit gewährleistet, die jeden Beitrag auszeichnet. Im gemeinsamen Nachwort plädieren die Autorinnen für einen selbstkritischen Blick sich emanzipatorisch verstehender Feministinnen auf eigene Ausschlussmechanismen und eine spezifischere Bestimmung des “Feminismus”- und “Emanzipations”-Begriffes um sich effektiv gegen Vereinnahmung von rechts abgrenzen zu können. Insgesamt vermittelt die Sammlung einen umfassenden Einblick in ein gern gemiedenes Thema und sei allen empfohlen, die sich für feministische Politik interessieren, besonders aber den in Schule, Gemeinde oder ‘autonomer’ Bildungsarbeit Tätigen. Katja Strobel, Schlangenbrut Nr. 92 – 24. Jg. 2005
Presse
SPIEGEL ONLINE Interview mit der Autorin Renate Feldmann
Besprechung des Buches bei Telepolis
alle Bücher der:
reihe antifaschistischer texte
Informationen des IDGR

Written by admin

February 5, 2007 at 8:18 pm

Posted in Bücher, Ideologie, NS

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