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Katharina von Medici, Religionskriege im 16. Jhdt. in Frankreich

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Verrat im Namen der Königin
Fernsehfilm, Frankreich 2003, Regie: Gérard Corbiau, ARTE F, Fotos, Synchronfassung, Produktion: Dargaud-Marina, France 3, ARTE F. Sonntag, 29. Juli 2007 um 15.50 Uhr
Die Königin von Frankreich, Katharina von Medici, führt ein blutiges Regiment gegen die mächtiger werdenden Protestanten. Den erfahrenen Baron de Malassise beauftragt sie, die Verhandlungen zu führen. Am 8. August 1570 kommt es auf Schloss St. Germain zu einem Abkommen – wird es den Bürgerkrieg verhindern?Katharina von Medici, Cornelia Wusowski Cover

Frankreich, im Jahr 1570: Unter der Herrschaft von Königin Katharina von Medici und ihrem Sohn Karl IX. führen die Katholiken einen blutigen Kampf gegen die reformierten Christen. Trotz der vorangegangenen Hugenottenkriege sind die Anhänger der reformierten Kirche zahlreich und mächtig genug, lukrativen Handel zu treiben und einige Städte besetzt zu halten. Um ihren Einfluss zu behaupten strebt Katharina von Medici strategisch einen Waffenstillstand an.
Baron de Malassise, der elf Jahre in Italien Botschafter war, wird von der Regentin an den Hof berufen. Er soll im Namen der Königin die Verhandlungen mit dem protestantischen Lager aufnehmen, um den Frieden im Land wieder herzustellen. Sich zur Seite wählt Malassise den Feldherrn Monsieur de Biron, ihnen gegenüber stehen Monsieur de Mélynes und Monsieur d’Ublé – die Vertreter des Oberhaupts der Hugenotten, Admiral de Coligny.
Mit dieser Bürde gilt Malassises nächster Weg seinem Gehöft, um seine privaten Angelegenheiten zu ordnen. Bereits sehnsuchtsvoll von seiner jungen Frau Marie und seinem einzigen Sohn Blaise aus Italien zurück erwartet, muss er erfahren, dass sein Land heruntergewirtschaftet, sein Diener und Milchbruder Gafron wegen protestantischer Ketzerei in den Tod getrieben wurde und sein Sohn von einem Lehrer mit zweifelhaft modernen Ansichten unterrichtet wird. Malassise, der jegliches Mitgefühl – sei es seinen politischen Gegnern, sei es seiner Familie gegenüber – ablehnt, findet keinen Zugang zu seiner Familie. So behände er in seiner Profession des Diplomaten ist, so fremd sind ihm die Geschicke des alltäglichen Lebens.
Die politischen Verhandlungen werden aufgenommen und Malassise, angetrieben von seinem diplomatischen Ehrgeiz, pokert ganz im Sinne der Königin. Er unterbreitet den Protestanten das Angebot, ihnen vier Städte zu überlassen, in denen die reformierten Gläubigen frei agieren und ihren Glauben praktizieren können. Die protestantischen Vertreter sind sich uneinig über die Wahl der Städte. Mit diplomatischem Geschick gelingt Malassise, die vier Städte La Rochelle, Montauban, Charité und Cognac selbst zu bestimmen und außerdem den Zugang zu diesen auf zwei Jahre zu begrenzen, um danach erneut in Verhandlungen zu treten. Malassise glaubt sich auf dem Höhepunkt seiner Diplomaten-Karriere, als es am 8. August 1570 auf Schloss St. Germain zu einer vertraglichen Einigung zwischen den Mittelsmännern der Katholiken und Protestanten kommt.
Doch hat Malassise nicht mit dem kaltblütigen Kalkül Katharina von Medicis gerechnet. Sie nutzt den vorläufig erwirkten Waffenstillstand nur, um zu einem vernichtenden Schlag gegen die Protestanten auszuholen. Nur zwei Jahre später sollten in der Bartholomäusnacht Admiral von Coligny, Monsieur de Mélynes, Monsieur d’Ublé und Tausende von Hugenotten den Tod finden. Als Malassise die wahren Absichten der Königin erkennt, hat er bereits alles verloren: seinen Besitz, seine Familie, seinen Glauben und seinen Stolz.


Regie: Gérard Corbiau, Drehbuch: Alain Moreau, Kamera: Pierre Dupouey, Musik: Christian Rieger, Kostueme: Corinne Bruand, Redaktion: Isabelle Huige, Schnitt: Marie-Dominique Danjou; Ausstattung: Claude Lenoir; Maske: Bernard Floch, Mabi Anzalone; Ton: Henri Morelle, Denis Leuleu, Produktion: Dargaud-Marina
Jean Rochefort (Henri de Malassise), Marie-Christine Barrault (Katharina von Medici), Rufus (Monsieur de Biron), Jean-Paul Farré (Monsieur d’Ublé), Didier Sandre (Monsieur de Mélynes), Caroline Veyt (Marie), Yohan Salmon (Blaise), Jean-Claude Durand (Lehrer), Adrien de Van (Karl IX), Vincent Grass (Chazal), Michel Favory (Admiral de Coligny)

Regisseur Gérard Corbiau, geboren 1941 in Brüssel, inszenierte bereits erfolgreich den Historienfilm “Farinelli” (1994) und “Le Roi danse (Der König tanzt)” (2000), der 2001 im Wettbewerb der Berlinale zu sehen war.
Alain Moreau, als Autor, Verleger und Produzent für Kino, Fernsehen und Theater tätig, adaptierte den Roman “St. Germain ou la Négociation” von Francis Walder.

references:
Bartholomäusnacht vom 24. August 1572
  von anaximander
Der Unterhändler dt. Buchvorlage von Francis Walder und Eva Rechel-Mertens von Zettner zum Film
Katharina von Medici das Buch von Honoré de Balzac
Honore De Balzac: Your Source For Everything Honore De Balzac

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