Raumzeit

et Philolog

Archive for July 2007

Ludwig Quidde, Biographie eines Pazifisten

leave a comment »

Ludwig Quidde (* 23. März 1858 in Bremen; † 4. März 1941 in Genf), war ein deutscher Historiker, Publizist, Pazifist und linksliberaler Politiker in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Er war ein prominenter Kritiker von Kaiser Wilhelm II. und erhielt 1927 den Friedensnobelpreis für seine Leistungen als treibende Kraft und Organisator verschiedener internationaler Friedenskonferenzen.

Literaturangaben: HOLL, KARL: Ludwig Quidde (1858-1941). Eine Biographie. Droste Verlag. Düsseldorf 2007. 648 (?) S., 49 €. Droste Verlag : Holl, Karl - Ludwig Quidde (1858-1941) - Eine Biographie - Band 67, 472 (?) Seiten Leinen, gebunden mit Schutzumschlag

Ein fast vergessener Friedensnobelpreisträger
Seine Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Frieden hat Ludwig Quidde nicht vor dem Vergessenwerden bewahrt. Doch sein Wirken verdient Interesse. Im Leben des Großbürgersohns und Historikers spiegeln sich Glanz und Elend des deutschen Bürgertums zwischen Kaiserreich und „Drittem Reich“ wider. Er verband seine demokratischen mit pazifistischen Überzeugungen und war lange Zeit unbestrittener Führer der deutschen Friedensbewegung. Die NS-Herrschaft zwang Quidde zum Exil in die Schweiz nach Genf.

Holl Quidde
Karl Holls Sachbuch „Ludwig Quidde“ . Ein ambivalenter Friedensbote
© Die Berliner Literaturkritik, 26.06.07

FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Einen Friedensnobelpreisträger hat der Historiker Karl Holl in seinem Buch „Ludwig Quidde“ porträtiert, meldet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“).

Eine umfängliche Biografie sei Karl Holl gelungen. Das liege daran, dass er sich als „renommierter Historiker“ gut dafür eigne und zudem jahrelange Forschung betrieben habe. Die Darstellung sei sehr ausholend und beginne bereits bei Ludwig Quiddes Wurzeln in Bremen. Holl erzähle von Quiddes Funktion für den „deutschen und internationalen Pazifismus“. Aber auch dessen Privatleben werde durchleuchtet. Zum Beispiel wie der Friedensnobelpreisträger zwischen zwei Frauen gestanden oder die eigene Tochter jahrelang verleugnet habe. Holl beschreibe sehr ausführlich die „innerpazifistischen Auseinandersetzungen“ in Deutschland und auch die „,Exszesse egomanischen Schmierentheaters von Star-Pazifisten’“.

Es sei Holl gelungen, die „Ambivalenzen“ Ludwig Quiddes aufzuzeigen. Er habe seine Figur nicht auf ein Podest gestellt. Das zeichnet Holl in seiner Funktion als Historiker aus, lobt der Rezensent.(bet/ben)

references:
Rezensionen bei Perlentaucher

Written by admin

July 6, 2007 at 11:46 am

Queer Filmographie und schwule Nazis

leave a comment »

Der Beitrag zur Dokumentation im WDR-TV liegt hier .

Bild zur Sendung

“Schau mir in die Augen, Kleiner” Dokumentation Deutschland 2007

Donnerstag, 05.07.2007 23.20 – 00.50 (90 min.) WDR Köln Stereo 9

Ikone des amerikanischen Trash-Kinos – Regisseur John Waters

“Gay is not enough anymore”, sagt der amerikanische Filmemacher John Waters und grinst unter einer Brücke im New Yorker Meetpacking District: “It’s a good start!”

Früher, erzählt der Regisseur Joseph Lovett in seinem Dokumentarfilm “Gay Sex in the Seventies”, fand genau hier, in den nach Fleisch riechenden LKW der Schlachthöfe, die unbeschwert-anonyme Begegnung schwuler Männer in New York statt. (…)

Regie und Drehbuch: André Schäfer , Kamera: Bernd Meiners, Musik: Ritchie Staringer,Produktionsfirma: Florianfilm (Köln), Produzent: Marianne Schäfer; Ingmar Trost; Heike Lettar, Producer:Sebastian Lemke


Bild zur SendungMänner, Helden, schwule Nazis
Ein Film von Rosa von Praunheim
Heute, 06.07.2007 00.50 – 02.10 (80 min.) WDR Köln Stereo

Schwule Uniform-Fetischisten auf Manöver.

Im Dritten Reich wurde ihre Homosexualität dem SA-Führer Ernst Röhm und anderen schwulen Größen des Nationalsozialismus zum Verhängnis.

Auch gänzlich unbescholtene Männer und Frauen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung eingekerkert, gequält, getötet. Dennoch sind für viele Rechtsradikale deutsche Gesinnung und Schwulsein kein Widerspruch. Neonazi Michael Kühnen meint sogar, dass schwule Männer die besseren Kämpfer seien. Ex-Neonazi Bernd Ewald Althans saß wegen Leugnung des Holocausts im Knast und organisiert heute Schwulen-Partys in Berlin.

Written by admin

July 5, 2007 at 11:40 am

Weltwunder versus Weltkulturerbe

leave a comment »

The Statue of Liberty (1886) New York City, U.S.A.Der Internetuser darf wieder bei einer Abstimmung mitmachen: Election of the New 7 Wonders of the World. Es wird aber nichts Neues zur Wahl gestellt, fast ausschliesslich antike Bauwerke längst verfallener Kulturen stehen zur Wahl – einmal abgesehen von nebenstehender Miss Liberty oder dem Eiffelturm.

Zettel fasst das hinter so einer Abstimmung verborgene kulturelle Selbstbild wie folgt zusammen:

Es ist schon bezeichnend für unsere Epoche, speziell für unsere westliche Kultur, daß uns zum Thema “Weltwunder” nicht unsere eigenen technischen Leistungen einfallen, wie das in der Antike selbstverständlich gewesen war. Sondern Antikes.

Heute habe ich mein neues UTMS-fähiges Handy ausprobiert, kein Weltwunder aber eine grossartige Technikleistung. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich schätze die Errungenschaften der Antike sehr, ob griechischer – , römischer- , hethitischer-, asiatischer- oder arabischer Provinienz. Aber das sind historische Betrachtungen. Aber dann sollte die Abstimmung wohl anders heissen, z.B. welche antiken/historischen Monumente oder Leistungen fallen dir am ehesten ein ? Oder so ähnlich. Aber möglicherweise handelt sich bei der Angelegenheit auch nur um einen sprachlichen Atavismus ?

references:
Sie sind da, die sieben neuen Weltwunder
von anaximander
Neuschwanstein! Ist es zu fassen? von Zettel

Written by admin

July 1, 2007 at 10:31 am