Raumzeit

et Philolog

Mauertote stören, hüben wie drüben

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Die Erinnerung an die Realitäten der beiden dt. Staaten verblasst zunehmend, dem Schrecken oder der Freude ist die Ignoranz gefolgt – wie vor dem Mauerfall auch. Die Büttel des ehemaligen SED-Regimes sind hüben wie drüben z.B. durch die historischen Arbeiten von Hubertus Knabe benannt, Gauck/Birthler tun ihr mögliches dazu. Der ethische Preis, den die Realpolitik der BRD dafür bereit war zu zahlen – die Mauertoten 1961 bis 1989 – ist noch nicht benannt, geschweige denn gesühnt worden. Dieser Problematik ist auch nicht über den politologischen Vergleich der ehemaligen Demagogien der CDU- oder SPD-Ostpolitik und DDR-Politik beizukommen, sie haben sich bis in die 80iger verwechselbar angeglichen. Es sind über hundert Menschen an der dt.-dt.-Grenze ermordet worden, viele Tausend wegen Republikflucht in den Knast gewandert. Die juristische Bearbeitung via Mauerschützen-Prozesse war kläglich, weil die Systematik “DDR-Staat+Vereingungsvertrag” so gut wie keine Verantwortlichen hinterliess – die restlichen Zweifelsfälle konnte RA Diestel für seine Jungs von der NVA vor den Gerichten durchklagen. Im selben Masse sind aber die politischen, bundesrepublikanischen Verhandler der Misere zwischen 1961-89 noch garnicht in einen Verantwortungsdiskurs gezwungen worden. Diese Doku kann dem Mangel mit abhelfen, bevor diese Politikerkaste klammheimlich wegstirbt oder in demenzieller Verblödung ihr Restaltenteil in gepflegter Athmosphäre absitzt.

Gueffroy CrossTV-Tip von Zettel , nicht nur für DDR-Ostalgiker: Tote an der Mauer
Die Sendung heißt “Wenn Tote stören” und wird heute von der ARD ab 22.45, also nach den “Tagesthemen” ausgestrahlt.

“Am Nachmittag des 12. Februar 1987 verabschiedet sich der junge Ost-Berliner Lutz Schmidt von seiner Frau, um im Kombinat “Autotrans” seine Nachtschicht anzutreten. Was Karin Schmidt nicht weiß: Heute ist der Tag X, an dem ihr Mann über die Mauer nach Ost-Berlin fliehen will. Zusammen mit einem Kollegen überwindet er die tiefgestaffelten Sperranlagen bei Treptow mit einer simplen Leiter. Sein Freund schafft den Sprung in den Westen, Lutz Schmidt wird an der letzten Grenzmauer von der Leiter geschossen – Tod durch Herzschuss. Seine Familie wird anschließend jahrelang von der Stasi observiert und drangsaliert. Er ist einer der letzten Mauertoten.
Mehr als 120 Mauer-Tote
Mehr als 120 Menschen sind bis dahin an der Berliner Mauer gestorben. Frauen, Männer, Kinder, deren Verbrechen darin bestand, der Mauer zu nahe zu kommen. Seit dem Mauerbau 1961 war die deutsch-deutsche Grenze in Berlin die bestbewachte und meistgehasste der Welt. Die Mauer sollte Ostdeutsche von Westdeutschen trennen, für immer, ohne Ausnahme und ohne Gnade. Auf beiden Seiten arrangierten sich die Politiker – billigend oder missbilligend – mit dem mörderischen Grenzregime. 28 Jahre lang.
Tragische Beispiele
Der Film zeigt drei tragische Beispiele von Mauertoten, deren Fälle vollständig auf Grundlage offizieller Dokumente rekonstruiert wurden. Dazu berichten Politiker beider Seiten, warum bis zur Wende 1989 kein Mittel zur Beendigung des Sterbens gefunden wurde.”

references:
Das vermutlich letzte Maueropfer:Ulrich Mühe
  von Euckens Erbe
Maueropfer wiki

Written by admin

August 1, 2007 at 7:08 pm

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