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Überraschung zum 46. Jahrestag des Mauerbaus: Es gab ihn doch, den Schiessbefehl

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update: 1. Die Birthler-Behörde habe schlampig Informationen in die aktuelle Debatte gebracht. Es ist der Umstand kritisiert worden, die Birthlerbehörde kenne ihre eigenen Veröffentlichungen nicht,so sei die aktuelle Schiessbefehlmeldung schon vor 10 Jahren in dem von Mathias Judt herausgebenen SammelbandDDR-Geschichte in Dokumenten” veröffentlicht worden. 2. Zettel vermeldet: Das MfS und seine Opfer. Eine WebSite, deren Besuch sich lohnt: “Informationen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur” , ausserdem gibt er seine Zusammenfassung des gesamtdeutschen Debattenstandes hier bekannt. 3. Die Stasiunterlagengehörde hat bereits 1993 Dokumente über einen Schießbefehl an die Berliner Staatsanwaltschaft übergeben +++ Irischer Investor will die beiden freien Grundstücke am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie kaufen. Abendschau vom 14.08.2007

DIE MELDUNGEN:

Die RBB-Abendschau vom 11.08.2007 meldet: Empörung über Schießbefehl. Jüngst aufgetauchte Stasi-Unterlagen lassen ganz neue Schlüsse auf den Schusswaffengebrauch an der innerdeutschen Grenze zu. Eine entsprechende Dienstanweisung wurde jetzt in den Unterlagen eines Unterfeldwebels gefunden, der in den 70er Jahren bei den Grenztruppen war.
Darin steht die Aufforderung zu schießen, “auch wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen”. Die DDR-Führung hatte einen Schießbefehl stets geleugnet. So hat es zu DDR-Zeiten offenbar doch einen bedingungslosen Schießbefehl gegeben.

„Es ist ein Stück Papier, das über Leben und Tod entschieden hat: Das Fundstück der Birthler Behörde Magdeburg beweist erstmals die Existenz eines Schießbefehls. Die siebenseitige Dienstanweisung wurde ausgestellt für eine spezielle Stasi-Grenz-Kompanie im Jahr 1973. Darin heißt es: „Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zu nutze gemacht haben.»

Die Moral der Grenztruppen war offensichtlich schlechter als die DDR-Führung es zulassen wollte. Wegen der Flucht vieler Grenzsoldaten hat das Ministerium für Staastssicherheit 1968 eine spezielle Einsatzkompanie gebildet. Die Mitarbeiter der Spitzeltruppe waren als normale Grenzer getarnt, um Fahnenflüchtige an ihrem Vorhaben zu hindern. Ab 1973 waren sie mit einer Dienstanweisung ausgestattet, die die DDR-Führung bisher immer bestritten hat.

Das ergibt eine neue Aktenlage, die für den Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen klare Konsequenzen haben muss. Welches juristische Nachspiel dieser Fund jetzt haben wird ist bisher unklar. Doch die Existenz eines Schießbefehls – wenngleich in diesem Fall nur für eine spezielle Stasikompanie – gilt damit als erwiesen.“

Beitrag von Christian Titze

Newsticker.Welt vom 11.08.2007 um 14:30 Uhr: Birthler-Behörde: Erster bedingungsloser Grenz-Schießbefehl gefunden

Erstmals ist in den Stasi-Unterlagen ein bedingungsloser Schießbefehl gegen DDR-Flüchtlinge entdeckt worden GroßansichtGroßansicht

Magdeburg/Berlin (dpa) – Erstmals ist in den Stasi-Unterlagen ein bedingungsloser Schießbefehl gegen DDR-Flüchtlinge entdeckt worden. «Der Befehl fordert zum rücksichtslosen Gebrauch der Schusswaffe ohne Vorwarnung an der Grenze auf – auch gegen Frauen und Kinder», sagte Behördensprecher Andreas Schulze am Samstag der Deutschen Presse- Agentur dpa. Damit wurde ein Bericht der «Magdeburger Volksstimme» bestätigt. Die Aufarbeitung der Vorfälle an der DDR-Regimegrenze erhalte damit eine neue Qualität. Bislang galt laut Sprecher der Schusswaffengebrauch als letztes Mittel, um Flüchtlinge zu stoppen. Das Dokument wurde in Magedburg entdeckt.

references:
Worin sich die Stasi der DDR und die Bundesrepublik unterscheiden

Written by admin

August 12, 2007 at 5:07 pm

One Response

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  1. Einen bedingungslosen Schiessbefehl,auch gegen Frauen und Kinder,noch dazu ohne Anruf und Warnschuss,gab es
    für Wehrpflichtige nicht.

    Gunter Granz

    November 1, 2007 at 11:40 am


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