Raumzeit

et Philolog

Archive for September 2007

Rekapitulation einer abgelegten Lektüre

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karwan-baschi ist durch justus noch einmal auf der fährte von hardt/negris “empire”. ziel ist die spezifizierung des kompakten begriffs der multitude u.a. als gesindel.

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September 28, 2007 at 1:30 pm

Intellektuelle Seilschaften: E. Said

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Edward Said (1935-2003) , zuletzt Prof. für Literaturwissenschaft an der Columbia Uni NYC, hat mit seinem Buch “Orientalism” dem antiimperialistischen Kampf der Palästinenser bereits in den 80iger Jahren ein theoretisches Vermächtnis hinterlassen: Die postkolonialen Studien (postcolonial studies) versuchten, den kulturellen und gesellschaftlichen Anteil der kolonialen Hinterlassenschaften zu benennen, dann dessen Herauspreparierung aus dem Wertekanon der ehemals kolonialisierten Gesellschaften vorzubereiten um dann eine eigene, vom Westen befreite Werte- und Kulturskalierung vornehmen zu können um diese dem westlichen Diskurs entgegen zu halten. Diese Denkschule macht nun heuer den Islamismus stark, und zwar nicht nur im Orient – dort wird sie mehr als Alibi benötigt – sondern vornehmlich an westlichen Unis.

Joseph Massad

Einen personalen Ausfluss dieser Said-Tradition haben sich Gay-West in ihrem Beitrag “Der böse schwule Westen” vorgenommen. Im Jahr 2002 veröffentlichte Joseph Massad seinen kontrovers diskutiertes Text mit dem Titel “Re-Orienting Desire: The Gay International and the Arab World” – der später in seinem Buch “Desiring Arabs” ausgearbeitet wurde. Adrian nimmt sich der Geisteswelt des Herrn Massad im Detail an. Ob in Massads Gedankengebäuden der aktuelle Weltgeist bezüglich Homosexualität klingelt oder nur eine überkommene Ideologie in neuem Textkleid daherkommt, wird weiter zu untersuchen bleiben.

By the way: Die These, Sexualitäten seien doch nur Konstruktionen, führen in die irrige Gedankenwelt der dekonstruierenden Judith Butler Gemeinde, die mit ihren “gender-studies” auch kein anderes intellektuelles Geschäft als Prof. Said und seine Epigonen betreiben kann. Langsam aber sicher beginne ich meine seinerzeitgen Befassungen mit Foucault und den Postmodernisten/-strukturalisten an den Unis zu hassen, wenn ich heute mitbekomme, was für eine ideologische Gülle damit unterfüttert wird.

PS: Die Columbia-University gibt sich 2007 weltoffen, der iranische Präsident kann dort die kruden Sichtweisen des djihadistischen Mullahregimes gegen die USA, Israel und die westliche Welt am 24.September unter die Elite streuen, nachdem er der UN-Vollversammlung ein halbstündiges “briefing” seiner Pläne unterbreitet hat und fast alle Staatsvertreter werden dem Schurken behende lauschen: ” SIPA Announcement and President Bollinger’s Statement on Forum with President of Iran” More …

references:
Cartoon by Patrick O’Connor, the Los Angeles Daily News

iran no homs
Evangelikale, Poststrukturalisten und Islam von Damien
Wird Homosexualität von “Kolonialisten” und Zionisten produziert?
Gigi erklärt Massad und seine Kritiker
Bollinger versus Ahmadinedschad
Ahmadinedschad an der New Yorker Uni von anaximander
Neues aus dem Gottesstaat
+ passend: Fight back von cliff cosmos
mahmud superstar von dissidenz
Nachruf auf E. Said

Religion und Wahnsinn

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Die Zeiten unvoreingenommener Plauderei über Religion sind ja sowas von vorbei. Ökumene und Dialoge unter den Religionen sind zu Ausnahmetatbeständen mit hohem Fremdschamfaktor reduziert – einen ernsthaften Versuch stellen aus meiner Sicht eh nur die Projekte der christlich-jüdischen Gesellschaften dar – und seit dem die islamischen Kreise kaum ihren Anschluss an die zugegebenermassen vielschichtigen und pluralistischen Entscheidungsprozesse moderner Gesellschaften finden, ist die Sense des biologistischen Schlussstrichs unter die Religionsdebatte hoffentlich nicht mehr fern.

Dawkins Gotteswah 2007Einen solchen Versuch unternimmt nun der Biologe Richard Dawkins in seinem Buch Der Gotteswahn” mit den nicht unbekannten Thesen: »Religion ist irrational, fortschrittsfeindlich und zerstörerisch.« . Die lange Zeit vorherrschende, pragmatische Einschätzung auch agnostischer Kreise, für irgend etwas könnten die religiösen Rackets doch gut sein, sonst wären sie ja nicht über so lange Zeiträume existent, ist somit in arge Bedrängnis geraten. Noch blöder stehen nach der Buchlektüre allerdings diejenigen Rackets da, die aus der Massivität der fundamentalistischen islamischen Strömungen eine Stärkung der Wertentwicklung des sog. christlichen Abendlandes als Sekundärgewinn aus der Angst vor dem Terror einstreichen wollen, beinhaltet deren Aufstellung der Armeen der Gläubigen doch nur eine Verzögerung in der Umsetzung diverser, kruder religiöser Heilspläne. Und die wenig begrüssenswerten Konsequenzen religiöser Aufladung von politischen Prozessen sind mit den bekannten Glaubenskriegen der letzten Jahrhunderte doch hinlänglich desavouiert. Ein sehr lesenswerte Text, dieser neue Dawkins. So werden demnächst die Berufsstände der Psychiater, Psychologen, Sozialarbeiter und das Pflegepersonal einigen Fortbildungsbedarf für ein neues Klientel haben. Sektologen dürften ein gutes Zubrot erwarten dürfen. Ausser in den konfessionellen Häusern, dort begegnen sich dann Profis und Patienten auf gleicher Augenhöhe.

references:
Die höchste Steigerungsstufe von Pfuibäh!
  via antibürokratieteam.net
Religion ist eine Geisteskrankheit von anaximander

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September 19, 2007 at 5:24 pm

Gerhard Richter

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Ich gebe zu, die Popart ist meine Domäne und zu meinen absoluten Ausstellungs-Highlights gehörte die Warhol-Retrospektive in der Sammlung Ludwig anfang der 90iger Jahre an der Kölner Domplatte. Auch Gerhard Richter hat viele Blder gemacht, die mir sehr gefallen, z.B. Tante Marianne. Nun ist auch der Düsenjäger unter den Hammer gekommen. Ob das Bild jemals wieder in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird?

richhter düsenjäger

Gerhard Richter, Düsenjager, 1963

Öl auf Leinwand
127 x 198 cm
Taxe: 10 Mio. USD

bei: Christie’s New York

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September 18, 2007 at 4:44 am

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