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Extremismus und Freiheit – Abdelwahab Meddeb

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Europa und Islam Abdelwahab MeddebM. Abdelwahab Meddeb (* 1946 in Tunis) , ist ein französischer Autor, Literaturwissenschaftler (Europe/Islam, Francophonies) und muslimischer Islamkritiker tunesischer Herkunft.

Er lebt und forscht in Paris-Nanterre. Sein 2006 in Frankreich veröffentlichtes Buch “Contre-prêches. Chroniques” eröffnete in Frankreich eine Streitdebatte über den Islam, nun ist es innerhalb kurzer Zeit in 2007 beim deutschen Wunderhorn-Verlag unter demTitel “Zwischen Europa und Islam – 115 Gegenpredigten” erschienen.

Der Verlag bewirbt das Buch wie folgt:

»Wir legen in diesem Buch Wert auf Ausdrucksformen des Islams, die nicht die Norm, sondern die Abweichung darstellen« so beginnt Meddeb sein Buch. Seine Gegenpredigten, die alles andere sein wollen als »Predigten«, entwickelte er aus Rundfunkbeiträgen, die der streitbare Romancier und Philosoph zwischen 2003 und 2006 für Radio Méditerranée in Tanger verfasste. Meddeb sieht das Religiöse im Alltag, er entschleiert Mythen, geht die Tabus an. Fasziniert folgt der Leser diesen ebenso aufschlußreichen wie spannenden Stücken, die Kultur, Lebenskunst und Politik vereinen zu dem Mosaik einer Weltreligion, die ihre befreienden Potenzen noch nicht wirklich entdeckt zu haben scheint. Exzellent übersetzt von dem Paul-Celan-Preisträger Rainer G. Schmidt.

Meddeb wird in den deutschsprachigen Zeitungen als Protagonist eines offenen, humanistischen und selbstkritschen Islam zitiert. Arno Widmann hat das neue Buch kürzlich in der FR rezensiert und er zitiert Meddeb am Beispiel des Exzess, das ist der Begriff – “ghulw” im Arabischen, mit folgenden politischen Erkenntnissen:

(…) – “ghulw” -, mit dem die Saudis den islamistischen Extremismus kritisieren. Es sind drei Seiten, auf denen Meddeb klarmacht, dass es falsch ist, den Extremisten ihren Extremismus zum Vorwurf zu machen. “Der Krieg findet nicht zwischen Übermaß und Klugheit statt. Er findet zwischen der wortwörtlichen Auslegung auf der einen Seite statt und der Freiheit auf der anderen Seite, welche die Bedeutung schwanken lässt. In der Anstrengung der Interpretation können der Exzess, die Maßlosigkeit, das Wort sogar von dem Sinn befreien, der es einschränkt. Um die Radikalen besiegen zu können, muss man die vorderste Linie der Freiheit neu beleben.” Dazu sind die Saudis nicht nur nicht bereit. Dazu sind sie nicht in der Lage. (…)

Den Islamismus schätzt Meddeb als psychopathologisches Phänomen ein,wenn er schreibt:

… “Bei den Islamisten erleben wir eine obszöne Regression: der Mensch tritt wieder an die Stelle des Tiers. Das Symbolische und das Imaginäre werden im Wirklichen verwirklicht, nicht als solche, sondern indem sie selbst im Wirklichen aufgehen. Dieses Vorgehen entspricht der Definition des Wahnsinns im klinischen Sinne.” …

Es handelt sich also um einen jener Muslime, der westliche Denkweisen mit einer muslimischen Verbinden will und kann. Und solche Autoren gibt es wahrlich zu wenige. An M. Abdelwahab Meddebs Literatur sollten interessierte Zeitgenossen nicht achtlos vorbeigehen, er ist ein Mensch des Dialogs.

references:
Extremismus und Freiheit

Maître de Conférences habilité en Littérature comparée (Europe/Islam, Francophonies)
Département de lettres modernes,
Université Paris X Nanterre.

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