Raumzeit

et Philolog

Archive for June 2008

Au Backe

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CROSS Statler stellt das Bloggen ein.

Wenn das mal gut geht!

Zuppi ist sorgenvoll überrascht.

Aber: Mal sehen,wann der Atavismus auch mich mürbe macht.

Trotzdem sehr schade,das …..

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June 30, 2008 at 8:19 pm

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Spanien ist Fussball Europameister 2008

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Nun findet das Fussballfieber auch wirklich ein Ende.
Das Endspiel Spanien vs. Deutschland ist mit einem klaren 1:0 zu Ende gegangen,nette Fotos gibt es hier auf der UEFA-Homepage anzuschauen – bis auf den von DF dort gesichteten Franconationallappen natürlich .
Morgen um 14:00 noch das Brandenburger Tor,dann ist ersteinmal für 2 Jahre etwas Ruhe und genug Zeit für Löws Nationalelf,vom vorbildlichen Spiel der spanischen Equipe sich den einen oder anderen Trick abzuschauen.

references:

Doktor Drostes Sprachstunde
Nachklatsch zur Europameisterschaft
Schwarz&schwärzer

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June 30, 2008 at 12:41 am

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Ein ganz normaler Arbeitstag von Angie

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Die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel hat viel zu tun.

Gestern musste sie als Gastgeberin dem Middle East Quartett in Berlin eine konstruktive Verhandlungsathmosphäre erzeugen,um bei der Bildung des Palästinenserstaates hilfreich zu sein – seit 1948 war der ja möglich,aber den arabischen Staaten ging das Schicksal der dort lebenden Araber schlicht am Allerwertesten vorbei,sie überzogen lieber den neu gegründeten Judenstaat Israel mit Krieg und sorgten für Flüchtlinge und nicht für selbstestimmte Bürger.Die aktuellen Ereignisse sind aber auch wenig hoffnungsvoller,denn die Araber/Palästinenser sind Geiseln des Mullahregimes in Iran und der Muslimbruderschaft,die ebenfalls kein Interesse an einer dauerhaften Zweistaatenlösung haben.

Eine bedauerliche, chronifizierte Situation,die allzu gerne alleine den Israelis in die Schuhe geschoben wird.

angela merkel comic Heute hat Angie auch ein interessantes Programm zu absolvieren,

ich zitiere einmal aus ihrem Terminkalender

vom 25. Juni 2008,

der die Überschrift Gedenkveranstaltung “Prager Frühling” trägt:

Am Morgen leitet Angela Merkel, wie üblich, die Sitzung des Bundeskabinetts. Gegen Mittag empfängt die Bundeskanzlerin den Präsidenten Georgiens, Micheil Saakaschwili, zu einem Gespräch im Bundeskanzleramt. Nachmittags empfängt sie den Premierminister der Tschechischen Republik, Mirek Topolánek, und den Premierminister der Slowakischen Republik, Róbert Fico. Anschließend hält die Bundeskanzlerin im Berliner Konzerthaus die Festrede bei der Gedenkveranstaltung “40 Jahre Prager Frühling”.Abends besucht Angela Merkel in Basel das EM-Halbfinalspiel Deutschland-Türkei.

Gestern noch ganz live der Nahostkonflikt,heute das Gedenken an den “Prager Frühling” von vor 40 Jahren.Die Frau erlebt ja die Zeitgeschichte in dichtester Ballung.Langweilig scheint der Job wirklich nicht zu sein und wie Angie vor vier Jahrzehnten über den “Prager Frühling” so dachte,wäre ja auch ‘mal spannend zu wissen.Immerhin gab der SED-Schabowski kürzlich seine damaligen Motive zum Einmarsch der SU in die Tschechoslowakei als 19 jähriger Kommunist recht offen vor der Kamera bekannt.

praha 1968 Wie sie heute über diese Ereignisse spricht,

und wohl auch denkt,

kann der wissbegierige Leser über ihren Podcast erfahren:

Die Ereignisse des “Prager Frühlings” 1968 dürfen nicht in Vergessenheit geraten, … “Damals wurden nicht nur ökonomische Reformen eingeleitet, sondern es gab auch ein Stück mehr Freiheit für die Menschen. Und das hatte eine hohe Attraktivität für alle Nachbarstaaten – so auch für die DDR.” Leider wurde der Versuch der Freiheit mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen am 21. August in die Tschechoslowakei “von der Sowjetunion brutal unterbunden.”

Die vorangeschickten Statements wirken doch sehr allgemein gehalten,in ihrem drei minütigen Videobeitrag (Text als pdf) erwähnt Angie aber alle wichtigen historischen Ereignisse.

Eine besondere Freude ist ihr die heutige Verbindung der Erinnerung an das wiederkehrende Aufkeimen der Freiheitsbewegungen innerhalb des Ostblocks gemeinsam mit den derzeitigen Staatschefs aus Tschechien und der Slowakei in Berlin.

Unterstützt wird das parlamentarische Gedenken durch die Fotoausstellung “Freiheit ist unteilbar – Gesichter des Prager Frühling“”. Vom 26. Juni bis 30. August 2008 im Deutschen Bundestag – Westfoyer des Paul-Löbe-Hauses.

PS:
Veranstaltungshinweis in Berlin
: Florian Havemann liest Lawrence Sterne

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June 25, 2008 at 7:36 pm

Middle East Quartett in Berlin

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Die Staatenbildung Palästinas ist ja Angie’s Vize eine besondere Herzensangelegenheit.Heute war die Politprominenz von Washington bis London,von der Westbank bis Jerusalem in Berlin versammelt. Steini konnte der internationalen Öffentlichkeit ein Paket von 170 Mio € (oder waren es doch US-$ ?) vorstellen.

Mit den international zusammen gestellten Mitteln soll die Polizei und staatliche Infrastruktur für einen palästinensischen Staat unterstützt werden- die EU hat schon seinerzeit dem Friedensnobelpreisträger Arafat Milliardenbeträge gewidmet und seine Witwe kauft sich heute noch gute Schuhe in Paris von dem Geld.Damit die aktuelle Initiative einleuchtender wirkt,schiebt der Bundeskanzler in spe “Steine” noch ein theologisches Rechtfertigungsbonmot hinterher,denn die Milliönchen sollen eine “Dividende” in das Staatssäckel der BRD zurückfliessen lassen. Und ich dachte schon,mit Möllemanns Fallschirmsprung sei solches Denken auch begraben worden.Aber wahrscheinlich war das mit der Dividende wieder nur idealistisch von Schröders ex-Kofferträger gemeint.Auf der nächsten “Aktionärsversammlung” werde ich ‘mal nachfragen,wie die Dividende denn komkret beschaffen sei.Die Mullahs in Iran kennen ihre Dividendenerwartung aus dem Unterstützungsprogramm der Hamas übrigens sehr genau: Israel soll von der Landkarte verschwinden,ein islamistischer,palästinenischer Staat soll dort entstehen,unter dem Protektorat der Atommacht Iran.

Aus Gaza regnet es zwar schon wieder Granaten auf Israel,aber das sind ja bestimmt wieder islamistische Einzeltäter,die den zeitweiligen Waffenstillstand (Link-Tipp) nit Israel nicht rechtzeitig mitgekriegt haben – d.h. konkret,sie sind nicht direkt von der Hamas beauftragt, sondern aus einem anderen iranischen Geldsäckel finanziert,da sind die Mullahs aus Teheran und Ghom ja immer kreativ. Mehr Infos zu Arafats Traum gibt es hier beim Aussenministerium zu lesen.

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June 24, 2008 at 9:24 pm

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Iran (part 2)

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… und der neue Sophismus

… und was treibt Ahmadinejad an?

… und eine antisemitische Performance in Berlin

… durch die Augen einer Göre

… hat das Bömbli in einem Jahr fertig

… oder GB,das ist für Homos eine Suelze

… ,sein Atomprogramm und die journailistischen Appeaser-Hofschranzen

… Israel und der zerbombte Atomreaktor in Syrien

… und die IAEO: part 1 , part 2

… und die Übersetzungsfehler von damals und heute

references:
Iran (part 1)
TA-Forum:Iran

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June 24, 2008 at 6:15 pm

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Berliner Luftbrücke

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Vor 60 jahren wurden die Strassen- und Schiffahrtsversorgungswege nach West-Berlin – damals die Trizone genannt – durch die KPD/SED + SU gekappt.Stalins letzter Coup,um Berlin doch noch vollständig in seine Gewalt zu bekommen.Wir wissen,das ist dem Massenmörder aus Moskau und seinen KPD/SED-Getreuen nicht gelungen,denn die Berliner aus Trizonesien wurden über die Flughäfen Tempelhof (USA), Gatow (GB) und im Verlaufe der Blockade auch über den neu gebauten Flughafen-Tegel (France) von den alliierten Streitkräften mit allen notwendigen Gütern versorgt,die man so zum Leben brauchte – eine Zeit noch grösserer Versorgungsengpässe in der Nachkriegszeit.Das ging fast ein Jahr so,bis die Bolschewisten diesen miesen Plan fallen liessen. Hardy hat seine Zusammenfassung der Ereignisse in englischer Sprache auf seinem Blog veröffentlicht: 60 YEARS AGO- The Berlin Blockade.

Gail S. Halvorsen 1948

In Berlin wurden zum Jubiläum einige Piloten der Rosinenbomber zum Festakt des Alliiertenmuseums im Flughafen Tempelhof eingeladen und Oberbürgermeister Wowereit hat sie auch im Roten Rathaus empfangen. Bizarr ist die Vorstellung,dass Wowi mit der SED-Nachfolgepartei – die parteipolitisch die Berlin-Blockade von 1948 mit verantworten muss – in der Koalition sitzt. Aber die SED hat ihre neuen Sprachregelungen und den ehemaligen Ostteil Berlins immer noch mehrheitlich hinter sich versammelt,was kürzlich bei der Flughafen-Abstimmung historisch aufgeladen deutlich wurde:Die Erinnerung an die Luftbrücke war den Abstimmenden mehrheitlich eine wertvolle Erinnerung,durch die miserable Wahlbeteiligung konnte der Flughafen aber nicht erhalten bleiben.Den heutigen Berlinern ist Tempelhof somit überwiegend einfach schnuppe.

–> Zuppis Muskikempfehlung,etwas Swing von Cole Porter: Let’s Misbehave.
Das Grammophon funktionierte ja auch zu den Zeiten,wenn der Strom abgeschaltet war 😉

references:
“Das vergessene Wunder der Luftbrücke”
Berlin Blockade im RBB

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June 23, 2008 at 9:59 pm

Neues Headerbild

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Das Motiv wurde der Photografie “The simple pleasures of old traditions” von Nikolas Lambrou entnommen.Meine “Beutekunst” aus  Zypern.

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June 22, 2008 at 9:27 am

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Iran

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… und seine Vernichtungsplanung Israels als Übersetzungsfehler

… und die Verbindungen zur FAZ

… und eine Analayse des Atomprogramms

… und die antiisraelische Internationale

… und die Wortschöpfung Islamophobie

… und der Mullahschutz beim “Neuen Deutschland”

references:
Iran (part 2)

PS:
Die Nachrichten zum Iran erreichen in den letzten Monaten eine unfassbare Dichte.Meine Sammlung möchte die Entwicklungen eine Weile mit begleiten.Ich hoffe auf einen baldigen Sturz des Mullahregimes,nach 29 Jahren wird es Zeit für eine demokratische Gesellschaft in Iran.Auf das die Mullahs und ihre Schergen das 30 jährige Staatsjubiläum im Knast bei Wasser und Brot feiern.

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June 22, 2008 at 12:26 am

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Republikanische Wurzeln

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Schwarz-Rot-Gold erfährt ja seit einiger Zeit eine Renaissance,nicht zuletzt aus sportiven Anlässen.Es wird in diesem Zusammenhang sogar vom freundlichen Nationalismus der Deutschen unter der Bundesfahne gesprochen.
Wenn in der deutschen Geschichte Revolutionsrufe ausgemacht werden,ist der Antisemitismus nicht weit.Diese goldene Regel vermiest nun auch die Erinnerungskultur an die zarten repubikanischen Selbstverständnisse der deutschen Geschichtswahrnehmung und die Feierlichkeiten zum Jubiläum von 1848 – Hambacher Fest,Paulskirchenverfassung.
Während landauf,landab eher unkritisch angenommen wird,wie schade es doch sei,dass der Versuch zur bürgerlichen Revolutuion leider misslang,wird in der aktuellen kritischen Theorie eine unübersehbare Analogie frei gelegt. Die Neonazis wollen ja heute die Städte vom Lande aus erobern (Lit-Tip) und was den Antisemitismus anbetrifft,können sie auf historische Wurzeln vertrauen,die im Rahmen von 1848 gelegt worden sind.Das arbeitet Phillipp Graf – er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Akademieprojekt am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig – in seinem Aufsatz “Antijüdische Ausschreitungen und die deutsche Revolution von 1848/49” in der aktuellen PHASE2 jedenfalls heraus. Die vorurteilsbeladene Haltung vor allem auch linker Historiker, die in jedem sozialen Protest etwas positives sehen wollen,wird auf ihr emanzipatorisches Potential abgeklopft und auf ihre antisemitischen Betsandteile hin überprüft.
Für 1848 kommt eine bizarre Schieflage zwischen Stadt- und Landrevolution heraus.In den Städten wurden eher die Symbole der Monarchie bekämpft und liberale Bürgerfreiheiten eingefordert,auf dem flachen Lande in Südwestdeutschland wurden gleichzeitig vermehrt Synagogen und Judenhäuser geplündert.Eine Beobachtung,die bisher weder von linken noch bürgerlichen Köpfen der Theorie der historischen,sozialen Bewegungen gewürdigt wurde.Das geschieht nun immerhin in Leipzig.Es wird genauer hingeschaut

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June 20, 2008 at 10:34 pm

unileben in iran

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an der uni zandjan geht wieder die post ab.wenn profs grabschen,lassen die studentInnen auch nicht locker.und überhaupt,die studis sind weiterhin recht aufmüpfig im mullahstaat,mehr dazu im transatlantik-forum.

ps: bush hat nicht gelogen zum irak

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June 19, 2008 at 5:52 am

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BAK Shalom in der Linkspartei schockgefrostet

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Entgegen der vielen Unkenrufe von Liberal bis Linksradikal habe ich mit Interesse den Kampf der Israelfreunde vom Bundes Arbeitskreis Shalom bei [solid] mitverfolgt und die Israel-Geburtstagsrede von Gysi hat mich zumindest in der Hoffnung bekräftigt,dasz dem gröbsten Antisemitismus bei den Sozialisten der Gar ausgemacht werden könnte.Eigentlich ist das eine politethische Selbstverständlichkeit in jeder sich demokratisch wähnenden Partei und es ist mir höchst peinlich,darauf extra hinweisen zu müssen.

Edward E. Nigma hielt dieses Anliegen wohl von Anfang an für zum Scheitern verurteilt,weil in der LINKEN haufenweise unbelehrbare Spinner herumlaufen,die weder Marx noch irgend einen anderen emanzipatorischen Ansatz im Keim erfassen können und wollen.Seine geharnischte,hämische Replik auf den Rauswurf ist hier einzusehen.

In der Tat,der Anspruch der Israelfreunde in der SED, dort ein Mindestmass an Empathie mit den Israelis erzeugen zu wollen, ist minimalistisch.Die inneren wie äusseren Verrenkungen,die dazu erforderlich erscheinen, sind schwerlich schmerzfrei von aussen warhzunehmen.Trotzdem halte ich den Ansatz für unterstützenswert. Nicht um der Partei einen Dienst zu erweisen – nichts läge mir ferner,sondern um es den Antisemiten dort nicht zu bequem zu machen – dieses Verdikt würde ich für jede demokratische Partei aufstellen wollen.

Über die psychologischen Motive der BAK-Shalommies möchte ich nicht spekulieren,sie sind deren Privatsache,sie gehen mich nichts an.Wichtig ist,was hinten heraus kommt.Und die kürzliche,wahrscheinlich geschäftsordnungskonforme Kaltstellung des BAK-Shalom durch den Bundessprecher_innenrat von [solid] ist noch nicht das letzte Wort in dieser ideologisch höchst interessanten Charade des nationalsozialistischen Spektrums von links,davon bin ich überzeugt.

Wenn sich Lafos Jugend mit der JN der NPD die ideologischen Hände gegen Israel und “die Judenlobby” innerhalb unserer Demokratie reichen wollen,sollte das nicht unwidersprochen bleiben. Auch von innen her sollte diese Antisemitismuskritik geschehen können.Ich wünsche den BAK-und LAK-Shalommies dabei einen langen Atem und viel Erfolg gegen die mächtige Front der antizionistischen Antiimperialisten.

PS:
Die Bundespräsidentenwahl könnte noch um eine liberale Figur bereichert werden.Ich möchte hiermit “Schnarre” von der FDP-Bayern vorschlagen.Ihre Verkümmerung in Stoiberland bedeutet objektiv, Perlen vor die Säue zu werfen.

references:
Stimmen zum BAK-Shalom
die partei hat immer recht
A.Posener:Zoff in der Linkspartei

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June 18, 2008 at 7:28 pm

Parteijugend immer forscher

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Ist Euch das auch schon passiert ? Am Flughafen ist der check-in Schalter bereits geschlossen,das boarding läuft schon in den letzten Zügen.Ziemlich ärgerlich,so etwas.

Was tun?Ein Funktionär der JU-Bayern hat sich wohl an die Wirksamkeit von Bombendrohungen erinnert,es war ja oft genug darüber zu lesen in der letzten Zeit:Alles steht still,die Bombe wird gesucht,usw,usf.Der kreative Recke hat auf dem Flughafen Verona so versucht,doch noch seinen Flieger zu erreichen.Mehr hier …

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June 17, 2008 at 7:35 pm

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Kurzurlaub beendet

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Am Tag des 17.Juni einen Eintrag über Urlaub zu machen,kommt mir anachronistisch vor.Der Arbeiteraufstand 1953 in der DDR war das Omen,das nicht nur über 50 Tote und eine Verfolgungswelle dissidenter Bürger erbrachte, sondern auch die weiteren Freiheitsbestrebungen im Ostblock kennzeichnen sollte.Von Ungarn bis Prag fletschte der Sowjetkommunismus seine Zähne und überlebte bis Anfang der neunziger Jahre,seinem endgültigen Bankrott zielsicher entgegen.

Nun bin ich zurück von Zypern,von Frontstadt zu Frontstadt war ich gereist.Die Hauptstadt Nicosia ist eine geteilte Stadt,der Nordteil ist seit der Besetzung durch die türkische Armee 1975 quasi ein Ostberlin im Mittelmeer,mit Grenzübergängen und gelenkter Migration – die gilt für den gesamten Nordteil, das ist etwa ein Drittel der Insel.O.K.,der Vergleich mit O-Berlin hinkt etwas,der türkische Nationalismus mit seinem Zugriff auf zypriotisches Terretorium ist etwas anderes als die verflossene Hegemonie des Realsozialismus,aber das Leid der Teilung ist vergleichbar,und darauf kommt es mir vor allen Dingen an.

Georges TCW KondolenzbildAm Wochende meiner Ankunft auf Zypern kam gleich die erste Schreckensnachricht,Georges Karnig Der Parthogh – 1923 bis 2008 – Fotograf, Mitgründer und Mitherausgeber der Cyprus Weekly – war gerade in Nicosia zu Grabe getragen worden,mehr als nachträgliches kondolieren war nicht mehr machbar.

Ich lernte Georges im Rahmen der Erdbebenhilfe für Armenien im Jahre 1988 kennen,danach haben wir uns aus den Augen verloren,mein Versuch zur erneuten Kontaktaufnahme kam leider zu spät.Er kämpfte schon einige Zeit mit einer schweren Erkrankung.

Georges Der Parthogh hat aber bis zuletzt bei klarem Verstand seinem Umfeld das Gefühl von Teilnahme,Unterstützung und Respekt vermittelt.Vor allem der unabhängige,cypriotische Journalismus verliert einen Pionier in der Meinungsbildung auf dem Eiland des Mittelmeeres,die armenische Gemeinde beklagt den Verlust eines ihrer populären,streitbaren Mitglieder.

Georges Foto Review
Georges leben,eine kleine Foto-Review (Bildklick zum vergrössern)

Mein erstes Urlaubsbrainstorming:
Abhängen am Meer,in Fischbuden beim Tee sitzend,
in endlosen Gesprächen mit allen Generationen,den Popen,dem auskunftsfreudigen Buchhändler,
den herrlich unterhaltsamen und mittlerweile resident gewordenen Pensionärinnen aus London und Birmingham,
Kontakte mit der Hochfinanz aus Kiew und Sankt Petersburg,
völlig besoffen von den Sichtungen der Ikonewallfahrtsstätten der griechisch orthodoxen Kirche,
magisch angezogen von Orten mit Air Condition,
mit meiner chronischen Flugangst bepackt,
bin ich wieder zurück,im Kühlschrank,in Mitteleuropa.

PS:
Von Lesbos aus erklang eine bizarre Forderung über den Äther: Lesben sollen sich nicht mehr Lesben nennen dürfen,weil damit der Ruf der griechischen Insel Lesbos – die antike Dichterin Sapho besang dort die Liebe von Frau zu Frau – verunglimpft würde.Ich hörte diese Neuigkeit im Radio,ich sass gerade mit den alten Männern beim Tee und musste laut lachen.Die Herren schauten mich verdutzt an.Ich meinte,das sei wohl der neueste Schachzug des konservativen,hellenistischen Dekonstruktivismus.Die Herren fanden das überhaupt nicht witzig,diese homophobe Mischpoke.

references:
Taylorbob zum 17.Juni
Zettels Meckerecke: Nationalfeiertag

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June 17, 2008 at 12:27 pm

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