Raumzeit

et Philolog

Archive for September 2008

Vermischtes

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  • Wen vertritt eigentlich der “Koordinierungsrat der Muslime” (KRM)? Genau weiss das niemand,es wird geschätzt,etwa 5% der hier lebenden Muslime könnten sich durch den KRM vertreten fühlen. Aber er macht Politik am Tisch mit Schäuble und bedroht säkulare Wissenschaftler: Wer droht, bekommt Recht.
  • Personenkultiges rund um’s Internet hat gmx zu bieten, 10 nette Fotos mit einem erklärenden Satz zur Person: Die Macher des Internets – ein knappes “who is who” des Internetzeitalters.
  • Nach der letzten grundsätzlichen libertätren Bildungsdebatte gegen den staatlichen Schulzwang wird nun die Hauptschule von Jan auf den Prüfstand gestellt. Eine liberale Bildungsdebatte ist nötig, auch in Berlin läuft die Diskussion von ProReli – hier soll nach den Initiatoren des Volksbegehrens den Schülern flächendeckend christliche Ethik verpflichtend in der Schule übergeholfen werden – bis zur praktisch werdenden Einheitsschule.Dabei laufen der staatlichen Grundschule haufenweise die Eltern davon – wer es irgendwie möglich machen kann,schickt sein Kleini auf eine private Grundschule.

references:
Bildung privatisieren

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September 30, 2008 at 3:54 pm

Übernachten auf dem Flughafen

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Wer kennt das nicht,lange Wartezeiten auf die Maschine,der Airport macht gar dicht und der nächste Flug  geht erst in 11 Stunden weiter,ein Hotelzimmer im HolidayInn gibt es auch nicht immer für 29€ one way und schon garnicht in den Pampas.Und nicht jeder Wald- und Wiesen-Airport lädt zum Verweilen oder Sightseeing ein – man ist froh,heile weiter zu kommen, ohne ausgeraubt zu werden oder sonstwie Schaden genommen zu haben. Aber es gibt Abhilfe:  Personal Tent For Airports

The MiniMotel is a tent built for camping out in an airport. I think the manufacturers should hire Mehran Karimi Nasseri as the spokesman. Joel has more on this brilliantly impractical product over at BB Gadgets. MiniMotel makes airport campouts possible, still awkward

Gefunden bei BoingBoing.

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September 30, 2008 at 1:57 am

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Wahlen

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In Zentraleuropa gab es am letzten Wochenende einige Wahlen. In Österreich war die Nationalratswahl 2008, hier  verlroren SPÖ und ÖVP Stimmen,aber die Sozialdemokraten werden als stärkste Fraktion eine Regierung zusammenstellen dürfen, Besorgnis erregend ist der Zuwachs der Rechtspopulisten. Eine Wahleinschätzung gibt es beim Lindwurm.
In Bayern wurden einige Rekorde gebrochen: Die CSU hat mit 43% überdeutlich ihre absolute Mehrheit im Freistaat eingebüsst,sie muss nun einen Koalitionspartner suchen – als chronsche Alleinregierer wird das bestimmt ein buddhistische Übung für die Christsozialen. Die Liberalen sind  freistaatlich parlamentarisch vertreten und die Sozialdemokratie stabilisiert sich in ihrem Negativwachstum um die 18 % . Die LINKE ist an der 5%-Hürde gescheitert und nicht ins Parlament eingezogen – das war dann wohl nix mit dem Linksruck im Bayernland, die Sozialisten müsen ihren Rotkäppchensekt auch diesmal wieder in piefigen Wahllokalen trinken. Vera Lengsfeld verortet das Bayerndebakel in der hohen Anzahl der Nichtwähler: Ein Vorbeben für die Demokratie? Richard Wagner sieht den sportiven Wähler in der Verantwortung: Des Wählers Maß.
Bei den Kommunalwahlen in Brandenburg hat die CDU ein Drittel ihrer Wähler verloren, die SPD ist mit DER LINKEN etwa auf gleicher Augenhöhe, die Liberalen halten sich durchschnittlich bei 7% und die Nazis haben sich mit einzelnen Mandaten in den Kreistagen behauptet, in Cottbus – eine der vier kreisfreien Städte –  ziehen sie mit 3% in die Stadtverordnetenversammlung ein.
In Berlin-Mitte wurde am Sonntag zum Bürgerentscheid aufgerufen. Der stimmberechtigte Bürger konnte die Ausweitug der Parkraumbewirtschaftung in Mitte ( noch mehr Abzocken der parkraumsuchenden Autofahrer durch Parkgebühren) noch kippen – in Charlottenburg-Wilmersdorf hat das vor ein paar Monaten auch schon geklappt. Nicht einmal das Quorum von 15 Prozent wurde erreicht, es gingen nur 11,7 Prozent an die Wahlurnen. Schade.

PS: Die Wiedervereinigungsgespräche auf  Zypern kommen wieder langsamer voran – der Teufel ist leider in den Kleinigkeiten versteckt. Nun bietet sich ausgerechnet  ein abgehalfteter Bischof aus Südafrika als Vermittler an. Ich hoffe, die Zyprioten ersparen sich diesen Vermittlungsversuch.
PPS: Sowohl bei der Bayern- als auch der Brandenburgwahl ist ein massiver Stimmenanstieg der Freien Wählergemeinschaften (FWG) zu beobachten gewesen, die in Bayern der CSU überdeutlich das Wasser abgegraben haben – in den FWG’s sammeln sich eher konservative Positionen.Es gehört schon viel Phantasie dazu,wenn der Abfall der CSU weit unter 50% als Ruck nach links gewertet wird,wie das z.B. die taz tut.

references:

  1. Michael Miersch:Fehlt in Deutschland eine bürgerliche Protestpartei?
  2. Gedanken von Zettel zu den Wahlen in Brandenburg
  3. Rückkehr und Erdrutsch
  4. Die Demokratie dämmert dahin
  5. Kommunalwahlen gabs ja auch noch

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September 29, 2008 at 10:16 am

Berliner Al Quds Tag

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Ayatollah Chomeinis “Jerusalem-Tag” wurde heute in Berlin von mehreren Hundert Islamisten begangen.

Foto by Goy's World

Aufgerufen hat ein Bündnis der islamischen Gemeinden der Schiiten in Deutschland. Vom Adenauerplatz zum Wittenbergplatz marschierte ein hauptsächlich männlich durchwirkter Aufzug über Kurfürstendamm und Tauentzienstrasse. Der Aufzug ging vorbei an einer pro Israel Gegenkundgebung am Breitscheidtplatz / Gedächtniskirche, die demnächst  frühzeitiger mehr Mobilisierungsarbeit investieren sollte. Der perfide Versuch der Demonstranten, den Antizionismus vom Antisemitismus zu trennen und dafür auch noch ein Bündnis der christlichen, jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaften einzufordern, ist in Berlin an die Stelle grenzüberschreitender Hetzparolen getreten – was da aber ausser “Allah ist mächtig” noch so gerufen wurde, konnte ich nicht genau verstehen.

Foto by Goy's World

Wie bei islamistischen Organisationen üblich, liefen am Ende der Demo die Frauen und kleine Kinder in einem eigenen Block mit. Das Al Quds Bündnis in Berlin hat in den letzten Jahren einige Spielregeln des Versammlungsgesetzes gelernt, denn es wurden auf Transparenten oder Schildern keine kriminellen Parolen oder Terrororganisationen beworben – die grossformatigen Fotos von Chomeini, Chatami, Nasrallah und eine Palästinensertuchdichte wie bei einer Demo der Hamas in Gaza  machten aber deutlich, wessen Geistes Kind diese Al Quds Demonstranten sind.

Eine seltsame iranische Interpretation des Wortes Frieden scheint den Demo-Organisatoren ebenfalls eigen zu sein. Jassir Arafat scheint beim Berliner Al Quds Bündnis völlig out zu sein, kein einziges Konterfei wurde auf der Demo mitgegeführt, was aber nicht wirklich wunderlich ist, da die Demo ohnehin von den Mullahs aus Teheran gesteuert ist, die haben nämlich ihre eigenen Terrorläden Hamas und Hizbollah.

Daniel hat die zentralen Parolen des unheimlichen Aufzugs in einem kurzen Video zusammengefasst und auch der Organisatorin der Gegenkundgebung seine kritische Aufmerksamkeit geschenkt.

Es ist schon sonderbar, was für Freaks so alle unter dem Schirm der Meinungsfreiheit – Jahr aus,Jahr ein –  durch Berlin latschen. Warum die Islamisten seit Jahren immer wieder durch Charlottenburg laufen, ist mir auch ein Rätsel.

references:

  1. Nachtrag von Taylorbob:Der Lügenbär
  2. “Friedensplan” der Berliner Quds-AG: Part I , II
  3. Al-Quds Tag: Nachlese
  4. Al-Quds-Tag mit Kind und Kegel
  5. “Gemeinsam gegen Zionismus und Antisemitismus”
  6. La demostración del «Al-Quds-Tag» en Berlin y la taquía
  7. Der Ayatollah meint es nicht so. Er will nur feiern.
  8. Judenhassertag ist nächste woche
  9. Iran und der europäische Westen

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September 27, 2008 at 10:33 pm

in eigener Sache

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Zum letzten Jahresquartal 2008 habe ich das Bloglayout versachlicht: Kein Headerbild-Gedöns mehr,kein farbiger Hintergrund. Alles wird übersichtlicher und der Focus liegt auf den Beiträgen. Die Linklisten habe ich hier auf der Startseite etwa halbiert und auf eine Extraseite abgelegt. Ansonsten ändert sich dann aber nicht viel.

Merci für die Aufmerksamkeit ,)

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September 25, 2008 at 6:03 pm

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Iran und der europäische Westen

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Ich weiss, dieser Wahnsinn mit den Mullahs wird schon fast langweilig:

  1. Ende September begeht die weltweite Fangemeinde des iranischen Mullahregimes seit 1979 den Jerusalemtag – in iranfreundlichen Kreisen auch ganz autochthon  als Al-Quds-Tag bekannt. Hauptforderung der Chomeinifreunde ist die Befreiung Jerusalems/des Nahen Osten von Juden und Christen. Auch Berlin bleibt von diesem “Feiertag” nicht verschont, am 27. September marschiert die antisemitische Internationale wieder durch Berlin-Charlottenburg. Das bleibt natürlich nicht ohne Widerspruch, eine Gegenkundgebung ist auf dem Breitscheidtplatz anberaumt.  Ein Bündnis mit  – man höre und staune – der Abgeordneten Evrim Baba von DIE LINKE im Abgeordnetenhaus Berlins.:In dieser Partei scheint es einige Menchen zu geben,die doch noch alle Tassen im Schrank haben.  Aber keine Angst, zu einem massenhaften Ausstand wie in Köln letztes Wochenende wird es in Berlin nicht kommen, der hiesige Antifaschismus hat enge Grenzen. Hier wie im Rest der Republik gedenkt man lieber der schon getöteten 6 Millionen Juden, der nächste Holocaust an Israelis wird dann sicherlich auch irgendwie von den Aufarbeitungsweltmeistern national bearbeitet. Bis dahin kriecht man den Mullahs gerne ganz tief in deren Rektum, wie es der Rest der EU halt auch gerne tut, das gehört zur doppelbödigen Staatsräson wohl dazu: Man ist verantwortlich solidarisch mit Israel und pflegt den kritischen Dialog mit seinen zukünftigen Vernichtern in Teheran. Gaaanz toll!
    27. September 2008 ab 13.00 Uhr auf dem Berliner Breitscheidplatz – AUFRUF

    Am gleichen Tag findet in Greiz eine Nazikundgebung statt. Unter dem Motto “
    Mehr Förderung für unsere Deutschen Kinder“ wird eine Mahnwache der NPD gegenüber der Greizer Asylbewerber -unterkunft  am Fußgängertunnel abgehalten.  Ein Schelm,der etwas böses dabei denkt. Die AFA-Greiz ruft zu Gegenaktivitäten auf.
  2. Bei seiner Rede an der New Yorker Columbia Uni hat der iranische Ministerpräsident kürzlich das Vorhandensein von Homosexuellen im Iran kategorisch abgestritten – und die dekonstruktivistische Gender- und Cultural Studies-Fraktion pflichtet ihm schon seit Jahren in dieser Leugnung bei,weil Homosexualität angeblich ein rein westlicher Export in den angeblich homofreien Rest der Welt darstellt. Ein Quäntchen Wahrheit steckt schon in Achmadinedschads Behauptung: Homos, die sich im Iran als solche outen oder geoutet werden, leben tatsächlich nicht lange, denn sie müssen mit der Todesstrafe am Galgen rechnen. Da muten die Emanzipationsforderungen der westlichen Homos schon fast luxuriös an. Nun hat sich Farhang –  ein homosexueller Blogger aus dem vorgeblich homofreien Teheran gemeldet. Er beschreibt die aktuelle Lage in der islamischen Republik: “We don’t exist!” – An Interview with Farhang, Gay Blogger and Activist from Tehran. (LINKTIPP)
    Warum erinnern mich diese Darstellungen nur immer an die 50/60ger Jahre im piefigen Westen des vorigen Jahrhunderts – kurz nach Rosa Winkel,Totschuften und Gaskammer?  Bis auf Auspeitschen und Hängen von Staatswegen –  in Familien war man damals auch im Westen  nicht so zimperlich mit den abtrünnig orientierten Familienteilen – waren das damals ähnliche gesellschaftliche Wellen der Ignoranz und Feindseligkeit.
    Den ganzen aktuellen Rest könnt ihr dann bei den Kollegen von GayWest nachlesen. Sie haben immer wieder Einwände gegen allzu optimistische Abwiegler, die den Westen – bei zugegegeben Fortschritten –  heute schon als von Homophobie und Diskriminierung freien Raum mit Absolution belegen wollen.
    Darauf ein beherztes “Stößchen” 😉

references:
1973:Als Chomeini den heiligen Krieg gegen Israel ausrief
Matthias Küntzel: Adolf Ahmadinejad vor den UN
Denounce Iran UN Speech
Neue Übersetzungsprobleme ?
Achmadinedschad vor der UNO-Vollversammlung

Written by admin

September 25, 2008 at 12:08 am

Personalikonen

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Personenkult ist mir fremd. Es gibt aber Personen, an deren Vita bestimmte zeitgeschichtliche Phänomene nachvollziehbarer werden. Und wenn Dokumente erhalten gebleiben sind,ergibt sich vielleicht auch ein aussagekräftiges personales Bild über eine künstlerische Ikonographie hinaus.

Richard Wagner möchte dem deutschen Reigen über die Avantgardistin Romy Schneider nicht folgen,leider hat er auch nur Magda Schneiders PR-Konzept von der Sissi als Alternative zur Projektion anzubieten: Sissi in Paris. Im Mai letzten Jahres war ihr 25. Todestag, dazu meine Jubiläumsgedanken. Ich gebe gerne meine Sensitivtät für das Tragische in der Welt zu.

Wolf Biermann öffnet sich nun auch endlich dem WWW, er hat seine Homepage ins Netz gestellt – oder sein Verlag hat ihn dazu genötigt / überredet. Der virtuelle  Streitraum wird so um einen wackeren Streitaxtträger erweitert. Zum 70. Jahrestag im November 2006 gab es meine Hommage für den wandelbaren Künstler “Wolf Biermann ist 70″ , gut ein Jahr später kam das unseelige Havemann-Buch von Robert Havemanns Sohn ( und Radaubruder für die DDR-Dissidentenszene ) Flori Have auf den Markt – und entschwand auch sogleich wieder vom eben solchen. Übrig blieben aber einige unbeantwortete Fragen an Wolf Biermann. An den Stellen des Schweigens entzündet sich ja oft so mancher Zweifel und Zwist – das späte Gift des MfS ?

Written by admin

September 23, 2008 at 11:21 am