Raumzeit

et Philolog

Archive for September 7th, 2008

body count

leave a comment »

Dicke müssen auch abtreten:

  1. Der Star-Tenor Luciano Pavarotti wurde vor einem Jahr in Montale Rangone  bei Modena beigesetzt. Keiner hat das Ave Maria so gesungen wie er.  R.I.P.
  2. Der Problembär der SPD ist dann doch noch abgeknallt worden – die Titanic hat also seinerzeit die Wahrheit veröffentlicht. Die tatkräftigen Erbprinzen sind Steini und Münte, Schröders Rache wirkt nicht nur im Gasgeschäft. In der SPD wird nun der fünfte grosse Vorsitzende innerhalb von 5 Jahren verheizt. Damit ist der linke Parteiflügel für die nächsten Jahre am Arsch.
Advertisements

Written by admin

September 7, 2008 at 8:55 pm

Posted in Musik, Personen, Zeitgeschichte

Tagged with

Kunstkritik

leave a comment »

Im Guggenheim in New York hing eine gerahmte weisse Leinwand und in einem anderen Raum stand eine Tonne Fett herum, das war der Olymp der Gegegenwartskunst in 1994. Der Kunstbetrieb hat etwas von der Realität enthobenes, gleichzeitig reüssiert aber auch Alltagskunst am Markt, Graffiti und Street-Art sind bekannte Beispiele. Anno 2008 regt sich Jörg Sundermeier in der taz über dumme Künstler mit Aussage auf, er will dem bizarren Treiben einen Endpunkt setzen. Er weiss, das geht nicht, aber ein blosses HALT! reicht heute nicht mehr aus, Jörg macht Vorschläge:

Es geht noch absurder

Und stoppen kann man diesen ganzen Mist nur, indem man ihn offensichtlich seinerseits übertrifft. Ich verkünde also hiermit: nachdem ich zunächst den gesamten Eifelturm mit Diamanten besetzen und verpacken lasse (Protest gegen den Konsum), werden auf mein Geheiß hin 2.000 Aktivisten von der Weidendammer Brücke aus in die Spree scheißen (Protest gegen die Umweltverschmutzung), anschließend werde ich 40 nackte Nonnen aus den Türmen des Kölner Doms in den Tod springen lassen (Protest gegen Christenverfolgung im Nahen Osten), daraufhin werde ich zeigen, wie sich 200 Tibeter gegenseitig köpfen (Protest gegen die Globalisierung), um schließlich und letztlich ganz Rom zu bombardieren (Protest gegen den Verlauf der Geschichte).  Vielleicht hätten die blöden Kunstspektakel endlich ein Ende, wenn jemand das alles machen würde. Denn etwas Dümmeres kann wohl niemandem mehr einfallen. Oder?

Ich habe ja Zweifel darüber, ob Dummheit kritisierbar sein kann, ob sich eine Auseinadersetzung wirklich lohnt, denn der Begriff an sich ist ja schon recht flexibel anwendbar. Aus dem Sartre-Verdikt der engagierten Literatur nach WKII  – das Analogon zur Kunst mit Aussage – scheint die Kunstwelt aber nicht viel schlauer geworden zu sein. Ein mit Diamanten besetzter Eiffelturm wäre etwas hübsches, ich wäre wohl einer der ersten Eiffelturm-Spechte.

(HATTIPP: Senor Daffy)

references:
b-arbeiter-Video: Das Subjekt im Kunstmarkt
Zur Überschätzung von Künstlern: Gideon Böss

Written by admin

September 7, 2008 at 9:17 am