Raumzeit

et Philolog

Archive for February 2009

Veranstaltungshinweis Berlin: Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft

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Einladung der Amedeu Antonio Stfftung zur Präsentation der Broschüre: “Die Juden sind schuld” – Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus.

Dazu diskutieren am Mo d.  23. Februar 2009, 18.30 – 20.30 Uhr im Festsaal Kreuzberg:

  • Cem Özdemir (Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen),
  • Claudia Dantschke (Zentrum Demokratische Kultur),
  • Aycan Demirel (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus),
  • Susanna Harms (Amira – Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus),
  • Thomas Heppener (Anne-Frank-Zentrum),
  • Hanne Thoma (Task Force Education on Antisemitism) und
  • Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung)

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Die jüngsten Demonstrationen gegen den Krieg in Gaza und die Angriffe auf jüdische und israelische Einrichtungen in ganz Europa haben erneut gezeigt, dass es auch innerhalb arabisch- und türkisch-muslimischer Milieus offene antisemitische, demokratiefeindliche und islamistische Tendenzen gibt. Neben einer Analyse der aktuelle Situation und einer generellen Sensibilisierung für das Thema zeigen in der Broschüre Beispiele aus der Praxis wo und wie sich Antisemitismus in den beschriebenen Milieus zeigt und wie darauf pädagogisch reagiert werden kann. Erfahrungen und Handlungsansätze sollen Anregungen und Unterstützung für die Auseinandersetzung mit dem Thema bieten. Wir möchten mit Ihnen über diese Ansätze diskutieren und laden alle Interessierten herzlich in den Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130, Berlin 10999, U-Bhf. Kottbusser Tor ein.

Um Anmeldung wird gebeten, per Email (sebastian.brux  –  at  –  amadeu-antonio-stiftung.de) oder telefonisch (030 . 240 886 25). Falls Sie Interesse an der Broschüre haben, können Sie diese gerne für 5 Euro bei uns bestellen. Die Veranstaltung bei Facebook.

REFERENCES.
Tagesspiegel v. 24.02.09
Du Opfer!’ – ‘Du Jude!’ Antisemitismus und Jugendarbeit in Kreuzberg”

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February 21, 2009 at 5:57 pm

Musik des Monats

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Robert Plant, der Frontmann von Led Zepplin, hat im letzten Herbst seine neue Platte “Raising Sand” mit Alison Krauss aufgenommen. Es geht minimalistisch und ruhig zu, der Mann ist ja auch schon etwas in die Jahre gekommen.
grammy-win-onEinen Preis hatte dieses Album sicher verdient.
Meinen Glückwunsch zum “Record + Album Of The Year”-Grammy 2009.
Mein Lieblingsstück: Robert Plant – Polly Come Home
Das Video ist mit Bilderschnippseln meist aus den wilden Tagen befüllt, also keine störende Videohandlung, reiner Hörgenuss.

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February 15, 2009 at 12:34 pm

Posted in Egoshice, Music, Personen

kurz notiert

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  1. Iran: Sonntagsreden zum 30. Jahrestag der islamischen Revolte
    Ahmadinejad: Iran welcomes Obama overtures by CNN
    Neue Übersetzungsprobleme im Hause Amirpur
  2. Bore-out-Syndrom und verhaltensbedingte Kündigung
    Fehlverhalten am Arbeitsplatz ‘mal anders betrachtet und wieder etwas Neues für die Arbeitsgerichte.
  3. Berlinale 2009: Ein moderner Protagonist von Hitlers feuchte Träumen (nicht von der NPD) im Forum und eine Protestveranstaltung am Potsdamer Platz.
  4. °Sie° ziehen weiter an den Strippen: Die Stadt, die es garnicht gibt, “Bielefeld-Verschwörung” wird verfilmt. Via frolueb

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February 10, 2009 at 5:11 pm

Plattenkiste

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Musikalische Retro Kultur: Habe  heute meine alten Musikschätze wieder einmal gesichtet,dabei ist mir eine Best of … Platte von Frumpy (ein Bootleg) in die Hände gefallen, die ich der Blogwelt nicht vorenthalten müchte. Wer Bock auf psychedelischen Schrammelrock aus der BRD in seiner Wendezeit von den 60ern zu den 70ern  hat, möge sich das Album ausm Netz herunter zuppeln, hab das virtuelle Album hier entdeckt. (94mb/192kb). Oooohhhps, die Datei ist gelöscht worden, wie schade. Meine Lieblingstracks sind übrigens   Keep on going  und    Indian rope man.

Literarische Retro Kultur: Das 1990 des Günther Grass und die Jugendpflege – ein Reha-Versuch für Walter Kempowski in Göttingen.

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February 8, 2009 at 9:06 pm

Posted in 1968, Bücher, Egoshice, Musik

45. Münchner Sicherheitskonferenz

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Die Entscheider der Welt werden im Februar nach Europa gelockt, vor ein paar Tagen zum Ökonomieschwoof nach Davos, heute ist die EU-Sicherheitsarchitektur in der bayerischen Hauptstadt ein weiterer Anlass.  Horst Teltschik ist Geschichte, nun wird die SiKo von Botschafter a.D. Wolfgang Ischinger geleitet, der den Machtwechsel in Washington nutzen möchte, um die Wertegemeinschaft zwischen EU und USA neu zu begründen.

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Aussenminister Steinmeier hat das aussenpolitische Poesiealbum der Sozialdemokratie um das blumige Zitat “Das Fenster der Geschichte ist geöffnet” bereichert – die vollständige Rede kann hier eingesehen und angehört werden.  Dass damit nicht mehr als die lange Bank für das iranische Atomprogramm gemeint ist, kann jeder aus dem Konferenzbeitrag von Henryk Broder beim Mideast Freedom Forum Berlin im Mai 2008 entnehmen:  “Kapitulation vor dem iranischen Regime?”. Es scheint, als ob old-europe auf Zeit gespielt hat, mit Obama wird das selbe Spiel fortgesetzt und wenn er dabei mitmacht, wäre er ein Vollidiot vom Format des Erdnussfarmers in den 70ern.

Beängstigend ist auch die Begleitmusik, die den Iran neuerdings als  regionalen Hort der Stabilität abfeiert. Die paradiesischen Vorstellungen westlicher Friedensidealisten nach der Wahl von Präsident Obama erhalten von iranischer Seite eine klare Abfuhr:

Iran: Obamas Angebot vorerst ausgeschlagen

Im Anschluss der Eingangsreden von Steinmeier und Kissinger über neue Impulse stand Irans Parlamentspräsident Ali Larijani im Brennpunkt des Konferenzinteresses. Er war bis Oktober 2007 mehr als zwei Jahre Chefunterhändler bei den internationalen Atomgesprächen gewesen. Überschattet ist seine Anwesenheit in München durch den jüngsten Start einer iranischen Weltraumrakete. Die westliche Welt zeigte sich in den letzten Tagen besorgt,  dass der Iran auch in der Entwicklung eines militärisch nutzbaren Atomprogramms weiter sein könnte als angenommen. In einer anschließenden Diskussion mit dem stellvertretenden russischen Ministerpräsident Sergej Iwanow und dem Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed El Baradei, schlug der iranische Parlamentspräsident jedoch das Angebot eines direkten Dialoges durch US-Präsident Barack Obama vorerst aus und äußerte sich zum iranischen Atomprogramm.

Das iranische Mullahregime braucht das Feindbild USA und schickt mit Larijani einen kenntnisreichen aber in die dritte Reihe abkommandierten Politiker zur SiKo. Seine Botschaft beinhaltet keine Neuigkeiten. Neu ist nur die ausgestreckte Hand der neuen US-Administration, die vom Mullahregime brüsk ausgeschlagen wird.  Obama hat  in weiser Voraussicht seinen Stellvertreter nach München entsendet, er kann bei dieser EU-Inszenierung nur verlieren und er hat aktuell wichtigere Dinge zu Hause zu erledigen.

Es bleibt die Diagnose:  Angie vertritt einen harten Kurs gegen das iranische Atomprogramm, ihr Vize träumt mit schlafwandlerischer Sicherheit von offenen Türen (für das atomar aufgerüstete Mullahregime?) und die EU beteiligt sich mehrheitlich – es gibt Ausnahmen –  an diesem Schmierentheater. Ich habe grosse Zweifel, ob diese aussenpolitische Situation mit einem neuen Vize aus der FDP nach der anstehenden Bundestagswahl auch nur ein Jota Veränderung bedeuten würde. Der aussenpolitische Sprecher der FDP Werner Hoyer dazu im Vorfeld zur SiKo:

… Die Erwartungen für eine Verbesserung der transatlantischen Beziehungen sind aufgrund der Äußerungen des US-Präsidenten Barack Obama groß. Konflikte wie im Nahen Osten und in Afghanistan, neue Abrüstungsinitiativen oder der Streit mit dem Iran bedürfen eines Abstimmungsbedarfes unter den Staaten. …

Die FDP macht das bekannte Spiel mit, garniert es aber mit berechtigter  Kritik an der grossen Koalition, es ist ja auch schon Wahlkampf.

references:
Zitat des Tages: “Einer der größten Erfolge der russischen Außenpolitik”. Liebesgrüße aus Moskau an die Münchner Sicherheitskonferenz
Zettels Meckerecke: Der Sender “Phoenix”überträgt eine Konferenz. Und sorgt selbst dafür, daß man kaum ein Wort versteht.

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February 7, 2009 at 3:31 pm

WP Blogging Design Contest

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Mit Blogdesign etwas  Geld  machen.infectious-submissions-for-contest-i
Show off your creative talent and express why you love blogging (and WordPress) through an original design, to be printed and sold on laptop and iPhone skins to adoring bloggers everywhere.Winning designs will be sold in the Infectious store and shown off on the backs of laptops and iPhones the world over. Winners are chosen by community vote on Infectious, with the final say made by an all-star judging panel: Matt Mullenweg, Matt Thomas, Derek Powazek, and Team Infectious.
Check out the awesome prizes in store for the winners (that could be you!).

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February 6, 2009 at 5:42 pm

Man darf doch wohl noch den Papst kritisieren

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Vorab eine Verschwörungshypothese, um der Langeweile der Winterzeit zu entgehen: Das xenophobe Blognetzwerk PI (Political Incorrect) ist ein ideologischer Vorposten des säkularen PR-Flügels der Piusbruderschaft. Nachdem PI jahrelang in seinem Verständnis von Islamkritik darauf hingewiesen hat, dass der Prophet Mohammed ein Kinderschänder gewesen sei (Heirat einer Neunjährigen), trauen sich jetzt auch die Pius-Ultras aus der einzig wahren Christenkirche, diese Injurie öffentlichkeitswirksam zu platzieren. Herre, du bist enttarnt. — schnipp —-

Angie hat den Heiligen Vater aufgefordert, für eine ideologische Ordnung in seinem Laden zu sorgen, am Dienstag sagte sie:

Ich glaube, es ist schon eine Grundsatzfrage, wenn durch eine Entscheidung des Vatikans der Eindruck entsteht, dass es die Leugnung des Holocaust geben könnte, dass es um grundsätzliche Fragen des Umgangs mit dem Judentum insgesamt geht. Deshalb darf das nicht ohne Folgen im Raum stehen bleiben.

In der Frage der Holcaustleugnung durch die bekannten Piusbrüder sieht sich Angie aber grundsätzlich zur Meldung aufgefordert. Dafür bekommt die Bundeskanzlerin gehörigen Wind aus den katholischen Rackets in ihrer Partei (CDU/CSU-Fraktion)  in’s Gesicht geblasen. Herr Geis von der CSU und Bischof Mixa mögen diese Form der Einmischung in die Politik des heiligen Stuhls in Rom überhaupt nicht.
Heute hat Angie sich wiederum zufrieden über die Schritte der Kurie bezüglich der Holocaustleugnungen aus der Piusbruderschaft gezeigt:

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Widerrufsaufforderung des Vatikans gegenüber Bischof Richard Williamson begrüßt.

Woher sie diese Zufriedenheit bezieht,ist mir allerdings schleierhaft, denn der Vatikan fordert Williamson aufin unmissverständlicher Weise” öffentlich von seinen Erklärungen zur Shoah Abstand zu nehmen”, um seine “vollständige Rehabilitierung” zu erreichen. Wie würde denn bitte eine “unvollständige Reha” ausschauen?

Stefan Blankertz betrachtet die Papst-Causa als das Ausleben einer Machtfrage der Mehrheit (Vatikan) über eine Minderheit (Piusbrüder). Stefan Blankertz versucht zu verstehen,was ich mit der vorangegangen Feststellung gemeint habe und deckt einige Missstände in der Argumentation auf.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass sich die Politik aus kirchlichen Fragen heraushalten muss – wie umgekehrt die Kirchen die Politik in Ruhe lassen sollten, ausser man fragt sie zu bestimmten Sachverhalten ausdrücklich nach ihrer Meinung, das soll ja auch vorkommen.

Eine Merkwürdigkeit im Umgang mit Holocaustleugnung,-relativierung und dem Aufruf zum Judenmord hat die politische Mitte in Deutschland aber auch aufzuweisen. Es geht um die ungeheuerlichen Demos zum letzten Gazakrieg in Deutschland, die von pro-Hamas-Vereinen mit eben diesen gruseligen Forderungen und der Israelfahnenkonfiszierung durch die Polizei in Duisburg fragwürdige Blüten austreibt. Warum migrantische Meinungsführer auf der islamistischen Strasse in Deutschland anders behandelt werden, als ein britischer Würdenträger einer katholischen Sekte – oder sollte es besser “Würdenträger einer katholischen Minderheit” heissen? Malte Lehming hat folgende Hypothese aufgestellt:

Muslime werden im Westen nicht ganz ernst genommen. Ihr Antisemitismus gilt als eine Art Folklore, der wegen der besonderen kulturellen Rückständigkeit mildernde Umstände verdient hat – ein ideologischer Import aus Europa, der den Lehren Mohammeds nur übergestülpt wurde, ein Kunstprodukt, nichts Organisches. Darum dürfen bei Anti-Israel-Demos wegen des Gazakrieges selbst in Deutschland die übelsten Slogans skandiert werden. Würden Ethnodeutsche dieselben Hassparolen brüllen, wäre längst der Staatsanwalt tätig. Wer aber derart mit zweierlei Maß misst, ist entweder Ignorant oder Rassist.

Es geht also offensichtlich darum, wer etwas sagt und nicht darum, was inhaltlich vetreten wird. Zur Unterscheidung katholischer –  vs. islamistischer Antisemitismus hat Daniel das Überlegungsdickicht weiter durchdrungen: Warun Holocaustleugnung nicht gleich Holocaustleugnung ist.

Der Antisemitismus kommt alle Jahre in einem anderen Gewand daher – gegenwärtig  werden aus den Opfern der Nazis (Die Juden/ Die Israelis) die Täter am “palästinensischen Völkermord” konstruiert, d.h. dann “Opfer-der Opfer-Diskurs” – der origininäre Antizionismus erfindet immer neue Kampagnen.

Die Piusbrüder sind noch auf dem propgandistischen Wissenstand des “Historikers”  David Irving vor 10 Jahren – der sich wohl mittlerweile von den gröbsten Fehleinschätzungen seiner Holcaustleugnungen distanziert hat.

Es geht den Holocaustleugnern nicht um Meinungsfreiheit, sondern um die Öffnung immer neuer Türchen, um den Judenmord doch noch erfolgreich in die Tat umsetzen zu können – von daher erklärt sich auch die grosse Fangemeinde für Hitlers NS-Regime und seine mörderische “Endlösung der Judenfrage”. Momentan ist auf dem internationalen Parkett das iranische Mullahregime der tatkräftigste Unterstützer, ganz im Sinne des Ayatollah Khomeini, der Jerusalem von den Ungläubigen ( und das sind neben den Juden alle sonstigen Nichtmuslime ) befreien wollte. Dieses Ziel vertritt aktuell Ahmadinedjad und die islamistische Strasse haut diese Ideologie den westlichen Demolratien auf Demos lautstark um die Ohren. Das sollte man politisch Ernst nehmen und nicht unterschätzen.

PS: Ein Freund hat mir heute berichtet, er habe für Benedetto mehrere Rosenkränze gebetet, damit er die richtigen Worte in diesem Piusbrüder-Debakel finden möge.

references:
Der Weg zur Aufhebung der Exkommunikation Ein Gastbeitrag von Gorgasal bei Zettel
Widerstand ist farbenblind
Komische katholische Kirche
“Christusmörder”

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February 6, 2009 at 12:10 am

Die “Totengräber des Kapitalismus” …

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vom globalisierungskritischen Netzwerk attac teffen sich zu einem Kapitalismuskongress unter dem Motto “Kapitalismus am Ende? Analysen und Alternativen” vom 06.-08.03.09 in der TU-Berlin. Die Kapitalismusgegner (oder -kritiker)  nehmen noch einen grossen Schluck aus der Pulle: Finanzkapitalismus, Demokratie, Kultur, soziale Rechte, Krieg+ Frieden, Ökologie und Alternativen werden kritischen Überlegungen unterzogen. Zum Abschluss reden dann Heiner Geißler, Frigga Haug und Hans-Jürgen Urban über die Perspektiven der Globalisierungskritik und ihre andere mögliche Welt. Bei meinem letzten Besuch dieser Veranstaltung vor 2 Jahren trafen sich so um die 2500 Leute hier in der Frontstadt.  Etwas forscher tritt der amerikanische Politikwissenschaftler Immanuel Wallerstein auf, er prognostizierte jüngst in Madrid das Ende des Kapitalismus in 30 Jahren.

In diesem Zusammenhang ist die Analyse von Zettel hilfreich: Warum steigt in Zeiten der Krise in 2009 die Zustimmung für liberale Lösungskonzepte, die Sozialrevolutionäre von links können aber kaum nennenswerte Zustimmungszuwächse verbuchen – und die Nazis sind parlamentarisch bundesweit sowieso tot :  Was die Wirtschaftskrise so alles mit sich bringt. Steht jetzt der Sozialismus vor der Tür? Ganz anders ist die Situation in Frankreich, dort stürmt ein junger Trotzkist gegenwärtig alle politischen Beliebtheitsumfragen und macht schon Sarko Konkurrenz.

references:
Impressionen und Audiomitschnitte vom ATTAC-Kongress + aktuelle ATTAC-Literatur

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February 5, 2009 at 10:46 pm

Berlin: Party von Querfront-Info in der Scharni 29

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Berlin: Party in der Scharni29 am Fr.,06.02.09 ab 21.30 Uhr

“5 Jahre Querfront-Info” founded by Info-S

dissi-dj-scharni

Hintergrund: Das neue Jahrtausend war noch keine zwei Jahre alt, die Antworten auf die Anschläge auf das Worldtradecenter in 2001 (selbst gemacht,  Pech für die Amis,  Freudenfeste, selbst schuld, mal sehen wer das wirklich verantwortet)  brachten mich über die linksradikale Ideologie ins Nachdenken. Der zweite Anlass waren die Pro-Palästina Demos, wo ich mit der aggressiven Frage “bist Du Jude” konfrontiert wurde, weil ich Arafat  und Djihadisten  nicht cool fand – noch blöder fand  ich seinerzeitig, dass die Linken sich davon nicht abgrenzen konnten. Es reihten sich eine gruselige Erfahrung an die Nächste in der Linken. Ab 2002 fiel mir auch die Querfrontideologie links- wie rechtsextremer Strömungen auf:  Antiwestlich, antizionistisch, pro völkische Befreiungsbewegungen,  PLO-Tuch, Emanzipation als rein kulturrelativistischer Begriff , etc.. Und, o.k., um den Individualismus war es  in der Linken noch nie gut bestellt.
In 2003 wurde dann zum “Ratschlag zu “Querfront”-Phänomenen, Renegatentum & “Die Linke” eingeladen, Ich sass mit ca. 25 Leuten im Keller der K9 in Berlin Friedrichshain und es wurde allerhand zu meinen persönlichen Beobachtungen hinzu  berichtet. Ein Ergebnis dieses Ratschlages war die Eröffnung des Yahoo-group  “Querfront-Info-Verteilers“, ein thematisch einschlägiger Emailverteiler, der sich mit so gut wie allen Gruseligkeiten antiimperialistischer Ideologie befasst – er wurde 2003 von Info-S und Schrippe, der am 03.02.09 seinen 28.  Geburtstag gefeiert hätte,  gegründet.  Natürlich konnte mich dieser kleine Lichtpunkt interner linker Kritik nicht mehr halten, aber zum Besuch der  5. Geburtstagsparty möchte ich doch wertschätzend aufrufen, siehe oben. Und wer sich für das Thema Querfront interessiert, ist mit der Yahoo-group in gut informierter Gesellschaft.

Wer sich auch am Mittwoch Abend  in Berlin  kulturell weiter entwickeln möchte, kann sich am Rande der unsäglichen  Berlinale in der Filmbühne am Steinplatz in Charlottenburg über den neuesten Coup aus der westlichen Werbeabteilung für das Mullahregime  informieren Es geht um einen Doku-Film mit Präsident Ahmadinedjad, der auf der heurigen Berlinale präsentiert wird. Im Gegensatz zu Hitlers privaten Berghof-Blondie hüpft um Eva Braun herum – Super8- Stummfilmrollen in Farbe geht es 2009 natürlich vertont zu.

references:
(ungeliebte) Internetseiten anonymisieren

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February 4, 2009 at 4:23 pm

Barmherzigkeiten aus Rom

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Mit der Rehabilitierung der Piusbruderschaft hat sich  Benedikt XVI einen grossen Batzen Arbeit zugeschanzt. Die abtrünnigen Brüder sollen nämlich ihren Gründungsgrundsätzen – der Ablehnung der Modernisierungen nach dem 2. Vatikankonzil – abschwören und in den Schoss der Mutterkirche zurückkehren. Radio Vatikan vermeldet folgendes vom Heiligen Vater:

„Ich habe vor einigen Tagen den Nachlass der Exkommunikation für die vier Bischöfe entschieden, die 1988 von Erzbischof Lefebvre ohne päpstlichen Auftrag geweiht worden waren. Ich habe diesen Akt der väterlichen Barmherzigkeit gesetzt, weil diese Prälaten mir wiederholt ihr tiefes Leiden an der Situation bekundeten, in der sie sich befanden. Ich wünsche, dass auf diese meine Geste das umgehende Bemühen von ihrer Seite folgt, die weiteren notwendigen Schritte zu setzen, um die volle Einheit mit der Kirche zu realisieren. Auf diese Art sollen sie echte Treue und echtes Anerkennen des Lehramtes und der Autorität des Papstes und des II. Vatikanischen Konzils bezeugen.“

Die Piusbrüder üben sich derweil in Provokation der Öffentlichkeit und Ablenkung vom eigentlichen Thema, der Anerkennung eines modernen Katholizismus. Stattdessen wird mit ungeheuerlicher Holocaustleugnung in der Rhetorik des Mullahregimes in Iran (versteckt hinter der bischöflichen Chiffre “ich glaube nicht an 6 Millionen vergaste Juden” ) auf die Juden eingedroschen. Der Vatikan wird so  blamiert und international unmöglich gemacht – erwartungsgemäss gibt es aus Teheran Beifall.  Ein rhetorischer Kunstgriff aus der Mottenkiste der Scholastik könnte den Piusbrüdern zur Hilfe gereichen, denn die Ermordungstechniken der Nazis waren tatsächlich nicht nur auf die tötungseffektiven Gaskammern in Auschwitz beschränkt. Es gab noch die Tötungstechniken Erschiessung, Arbeit, Verhungern und die Todesmärsche sollen auch nicht unter den Tisch fallen. In einer theologischen Disputation über ihren Antisemitismus sind die Piusbrüder also mit einigen Rechenkunststückchen über den Judenmord  gewappnet.  Der italienischen Piusbruder Don Floriano Abrahamowicz legt noch etwas drauf, er sagte,

“er wisse nur von Desinfektion in Gaskammern. Überhaupt habe das Thema Holocaust eine nicht angemessene “Übermacht” bekommen.

Gegen Ignoranz historischer Tatsachen ist wirklich kein Kraut gewachsen, ein Pope gibt seine Dummheit als Weihe des Nichtwissens zu, da war der englische Pius-Kollege geradezu vorsichtig in seiner Wortwahl.  Das Einzige, was der Papst von seinen abtrünnigen Glaubensbrüdern  erwartet, ist aber, dass  sie die Grundsätze ihrer Bruderschaft verlassen und die Ergebnisse des 2. Vatikankonzils annehmen. Ich kann mir übrigens beim besten Willen nicht vorstellen, dass Ratzinger als langjähriger  Leiter der Heiligen Inquisition  nicht wusste, welche krude Sekte er sich da in sein Haus holt. Er war für deren Exkommunikation führend vor seinem Papstjob zuständig. Ein wahrhaft katholischer Disput, der auf dem Rücken der Holocaustopfer ausgetragen wird.

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February 2, 2009 at 2:41 pm

Sonntag

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Das Mullahregime in Iran feiert nun sein 30 jähriges Bestehen – bei Erich wurden es ja bekanntlich 40 Jahre – und Ramon hat einige interessante Details zum denkwürdigen Datum auf seinem Blog bereit gestellt. Ob der 32. Jahrestag noch als Mullahstaat mit Atomraketen befeiert werden wird, ergibt der Weltenlauf. Obamas ausgestreckte Hand nach Teheran wird ja wohl von den Mullahs – als Zeichen der Schwäche –  nicht angenommen, der Ruf des Mahdi ist wohl zu verlockend.

Pünktlich zum Geburtstag des Mullahregimes wollen natürlich die Kulturschranzen von der Berlinale 2009 nicht hinten anstehen – sie stehen bei Lobhudeleien auf den schiitischen Gottesstaat seit Jahren nicht hinten an sondern sie sind ganz vorne bei den Jubelpersern auf Khomeinis Erbe dabei. Es wird ein filmisches Portrait des Präsidenten Ahmadinedjad gezeigt. Das dies in Berlin nicht ohne Einspruch geschieht, ist auch erfreulich.  Mehr Infos gibt es  bei dissi.

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February 1, 2009 at 7:29 pm