Raumzeit

et Philolog

Iran 2009,ein Trauerspiel seit 30 Jahren

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In diesem Jahr feiert die Diktatur der Mullahs 30 Jahre schiitische Revolution in Persien. Es ist auch kein Zufall,dass gerade in dieser Zeit ein Politiker die Geschäfte des Iran führt,der in den siebziger- und achtziger Jahren für die groben Arbeiten des damals noch neuen Mullahregimes unter Führung Ayatollah Khomeinis zuständig war. Achmadinedjad war für die Beseitigung störender Oppositioneller (das sind so ziemlich Alle,die der Shiah nicht umstandslos folgen wollen)  zuständig, auch vor Mord hat dieser Mann nie zurück geschreckt.

Iran Elections Riot Police

Nun soll dieser Mann mit 2/3 der iranischen Wählerstimmen zum zweiten Mal bestätigt worden sein. Von Wahlbetrug wird öfters gesprochen – das Regime soll vielen Wählern die Wahl z.B.  durch fehlende Stimmzittel in den Wahllokalen verunmöglicht haben. In Iran tobt auf den Strassen aktuell eine Welle des Protests gegen das Wahlergebnis, regimetragende Sicherheitskräfte versuchen den Unmut der betrogenen Wähler im Keim zu ersticken. Es wird geprügelt,verhaftet und mittlerweile auch scharf geschossen. Aktuell twittert auf mideastyouth und bei Shahrzad eine illustre Gemeinde über die unübersichtliche Lage in den grossen Städten.

Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht,das Mullahregime muss weg – es ist schlimmer als das Schahregime je war. Leider rührt weder die Bundesregierung noch die EU einen Finger für die iranische Opposition, sie steht alleine im Regen – und damit ist nicht nur der unterlegene Wahlkonkurrent von A. gemeint. Obama schleimt sich bei der aktuellen Machtelite des Mullahstaates (und der arabischen Welt) ein, so dass mir nur noch übel wird. Er gleicht sich der Politik von EU und BRD an – kritischer Dialog oder Appeasementpolitik sind die Begriffe dafür.

free-iran

Im Iran herrscht keine Demokratie,die Mullahs mit ihrer antiwestlichen, antisemitischen und antiisraelischen Ideologie eleminieren schon im Vorfeld jeder Wahl die  Opposition. Wer dann noch antreten darf,stellt kaum noch eine Gefahr für das Regime dar,er ist Teil des Regimes und es wird nur noch über Farben von Schleierstoffen,Erhängung statt Steinigung,  o.ä. gestritten. Unterstützt die iranische Opposition,wo immer ihr sie trefft. Macht Druck auf hiesige politische- und wirtschaftliche Entscheider. Bei der SED, (Ein-Mann-Sekte) Steinmeier, der roten Heidi oder den Grünen Trittin und Müller  braucht ihr garnicht anfangen,die stützen das Mullahregime.

references:
Hardliner und hardliner
Szenarien bei Zettel
VCC@netvibes
Unruhen im Iran
Wunschland Iran
wahlen im iran

Written by admin

June 14, 2009 at 8:43 am

9 Responses

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  1. Was nicht ganz aus deinen Ausführungen hervorgeht: Wie bewertest du die aktuellen Unruhen? Unterstützenswert oder ablehneswert, da wohl vorrangig von Mussavi-Anhängern durchgeführt?

    Mr. Moe

    June 14, 2009 at 11:06 am

    • meine persischkenntnisse sind noch mieser als die des ivrit.
      ich bin also auf übersetzte quellen angewiesen,twitterer aus der region sind dabei auch hilfreich. die deutsche debatte im vorfeld der iranwahl war wenig erkenntnisbefördernd.
      grundsätzlich halte ich jede entwicklung für erfreulich, die mahmuds hackfresse aus der weltöffentlichkeit verbannt – schlimmm genug,wenn die iraner ihn weiter ertragen müssen.
      die mussavi anhänger fühlen sich höchst wahrscheinlich zu recht um ihren erhofften sieg betrogen. ich persönlich setze wenig hoffnung auf die sogenannten reformer im iranischen politspiel – sie könnten allenfalls ein wenig mehr spielraum im öffentlichen leben irans bewirken – da spielt die gattin mussavis eine nicht unwesentliche rolle. ich begleite die unruhen mit sympathie,obwohl aktuell nichts darauf hinweist,was das mullahregime wirksam ankratzen könnte. und es droht ja noch die a-bombe gegen israel – mit mahmud oder ohne ihn.

      zuppi

      June 14, 2009 at 11:22 am

      • Sehe ich im Großen und Ganzen genauso.

        Mr. Moe

        June 14, 2009 at 5:58 pm

  2. ich bin genauso wie alle anderen entsetzt über die ereignisse in iram (ich bin iraner und lebte auch dort, und reise jedes jahr dort hin)

    aber man sollte jetzt nicht den fehler machen und nicht bei den fakten bleiben bzw bestimmte sachen miteinander vermischen

    zunächst wurde beauptet dass das regime schlimmer ist als das shah regime war, das wage ich doch zu bezweifeln
    aus persönlicher erfahrung weiß wich wie brutal das appart damals war
    und vergessen wir nicht wieviele hunderte bei demonstrationen umgekommen sind

    Und auch wenn ich selber regimekritisch bin , muss ich eines klar stellen, das regime kann man nicht antisemitsch nennen
    denn es gibt zwei jüdische parlamentsabgeordnete und eine jüdische gemeine
    Einer von denen unterstützt Ahmadinejad
    Ich würde den Staat als antizionistisch bezeichnen
    und diese Haltung kann man nicht nur in irasn finden sondern auch auf der gesamten welt
    und auch von juden und israelis selber (Norman Finkelstein und Illan Pappe)
    Illan Pappe selber hat ein Buch verfasst (” Die ethnische Säuberung Palästinas”)
    weswegen er in israel and der uni haifa terrorisiert wurde und das Land verlassen musste
    so viel zur westlichen Demokratie
    Aber das hört man hier nicht
    Israel freut sich darüber dass ahmadinejad “gewähl wurde”
    Freie bahn für einen Krieg
    Deswegen solltest du die iraner unterstützen, in dem du die Opposition mousavi und co unterstütz
    aber nicht in dem du israel bekräftigst

    Genauso ist mit der Poliziegewalt in anderen Ländern
    SO eine Massendemonstration gab es auf der welt kaum (mehr als eine Million)
    In den letzten tagen verlief sie friedlich
    Allerdings kam es wieder zu schüssen (von den basijis, eine paramiltärische einheit )
    Ich wetter mit dir dass wenn in anderen Ländern es zu gewaölt kommt es nicht zu sehr hevorgehooben wird wir in iran

    Wie auch immer ich gebe zu die demokratie und freiheit wurde mit Füßen getreten aber man sollte trotzdem ohne jeglicher Kenntnis irgendwas darüber verfasse

    Hamid

    June 20, 2009 at 3:39 pm

    • Hallo Hamid,
      merci für deine einlassungen.

      “das regime schlimmer ist als das shah regime”
      darüber kann man streiten,wenn der erfahrungshorizont bis in die 60er jahre zurückreicht. mit bahman nirumand war ich bis in die 80er darüber in der debatte – die debatte verlief damals auf der basis linker, antiimperialistischer theorie und praxis.
      was die unterdrückung der politischen opposition anbetrifft,kannst du richtig liegen. was die unterdrückung der gesamtbevölkerung durch die shariahauslegung der ayatollahs angeht, liegst du leider falsch.da hat das mullaregime einen so hohen grad an unterdrückung im alltag aufgebaut,der von shah reza palehwi nicht geleistet wurde.

      “das regime kann man nicht antisemitsch nennen”
      diese denkfigur ist weit verbeitet.meine these aber ist,hinter dem antizionismus verbirgt sich unverhohlen der antisemitismus mit dem ziel des judenmords – der an israel als staatsziel der mullahs aus dem iran seit staatsgründung im programm steht, al-quds lässt gruessen. daran ändert sich auch nichts,wenn es (israelische) juden gibt,die ihrerseits antizionisten sind und sich am spiel beteiligen.

      sollte sich die opposition in iran als weiterer träger dieser ideologie erweisen,werde ich ihr sofort jegliche unterstützung entziehen. ich hoffe aber. das wird nicht der fall sein. die iraner glücklich zu machen dürfte auch ohne antisemitismus und die befreiung jerusalems von den “ungläubigen” christen und juden gelingen. die öl- und gas-milliarden können auch für sinnvollere ziele aussgegeben werden😉

      “Ich wetter mit dir dass wenn in anderen Ländern es zu gewaölt kommt es nicht zu sehr hevorgehooben wird wir in iran”
      mein eindruck: mussavi + co haben vielen iranern mut gemacht,dem regime öffentlich zu widersprechen. das ist in der tat eine neuigkeit für die weltöffentlichkeit. in 1988 haben sich das nur die studenten der teheraner universität getraut. du weisst ja,was mit denen damals passiert ist.

      grundsätzlich halte ich mussavi nicht für die lösung der probleme in iran,er ist teil des problems. wenn sich der aufstand als blutige begleitmusik des machtkampfes zwischen rafsanjani und chamenei erweisen sollte,wäre nicht einnal die hälfte der wegstrecke zur befreiung der iraner vom mullahterror geschafft. wieviele menschen sollen denn noch für den mahdi über die klinge springen ????

      “Wie auch immer ich gebe zu die demokratie und freiheit wurde mit Füßen getreten aber man sollte trotzdem ohne jeglicher Kenntnis irgendwas darüber verfasse”

      nach diesem satz habe ich überlegt,ob ich dir überhaupt antworten kann,er birgt ein gewisses mass an unverschämtheit in sich. mir unkenntnis zu unterstellen, macht den start einer debatte nicht gerade einfach.

      peace ,)

      zuppi

      June 20, 2009 at 8:31 pm

  3. die revoltuion war angesichts der lage vor 1979 notwenidg : es herrschte Armut , Korruption, Unterdrückung , Analphabetismus, eine Dikatur

    Natürlich wurde in allen Bereichen erhebliche Fortschritte erreicht, zum beispiel wurde eine Alphabestisierungsrate von 80 Prozent erreicht

    Aber die revolution nahm eine falsche eine richtung an (vorallem mit khameini)
    und es führte in die genau umgekehrte richtung , wieder in ein anderes extremum

    Hamid

    June 20, 2009 at 3:53 pm

    • ja,es musste sich etwas ändern,das ist richtig. damals waren ja noch viele unterschiedliche positionen im streit,die mullahs haben sich durchgesetzt und die oppositionellen unter shah reza pahlewi mussten auch vor den mullahs wieder flüchten. ich wünsche den iranern eine säkulare, liberale demokratie – aber die wünsche ich übrigens den deutschen ja auch😉

      zuppi

      June 20, 2009 at 8:37 pm

  4. Was ich vorallem an deinem Text problematisch finde ist die zu weit gehende Generalisierung “der Mullahs”. Das iranische Machtgefüge ist viel zu komplex, um mit solchen Termini irgendetwas konstruktives zu der Debatte beizutragen, viel mehr muss man die Machtstrukturen durchleuchten, und sehen welche Möglichkeiten es dort gibt.
    Schau dir doch z.B. mal die Position der Großayatollahs an im Iran an. Die letzte Zahl, die ich gehört habe war, dass 13 von 14 aller Großayatollahs das derzeitige Regime ablehnen…solche Meinungsdivergenzen innerhalb der obersten Führungsebene darf man nicht übersehen.

    raphaelth

    June 21, 2009 at 2:54 pm

    • Mir ist schon klar,dass es einen Machtkampf innerhalb der iranischen Machteliten gibt – deren Analysen überlasse ich aber gerne denen,die sich das im einzelnen reinziehen möchten. Ich habe kein Problem mit dem Mullahregime,ich will es lediglich abgeschafft sehen.

      zuppi

      June 21, 2009 at 3:14 pm


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