Raumzeit

et Philolog

Solidarität mit der iranischen Opposition

with 5 comments

Vordergründig tobt im Iran ein Machtkampf innerhalb der iranischen Mullahelite – Achmadimjed gegen Mussavi, Anerkennung des amtlichen Wahlergebnis gegen die Forderung nach Neuwahlen, Chamenei gegen Rafsanjani. Das kann man auch als Oppositionsbewegung bezeichnen, aber mein Begriff von Opposition geht weiter, er umfasst auch diejenigen Kräfte, deren Köpfe seit Jahren in den Gefängnissen sitzen, die exekutiert wurden, die notorisch von den Wahllisten gestrichen werden oder in’s Ausland fliehen mussten. Die Säuberung der Opposition im Iran läuft nun schon 30 Jahre, viele junge Iraner kennen diese Personen und Gruppierungen schon nicht mehr. Das Gift der Theokratie hat den Blick auf demokratische, liberale Denkarten verstellt. Der Hass auf den Westen und dessen Freiheit sitzt nun tief.

Ich habe weiterhin grossen Respekt vor den vielen Menschen, die in dieser Zeit  ihre Gesundheit und ihr Leben auf’s Spiel setzen, um für ihre Freiheit offen einzustehen. Von Märtyrertum und religiöser Eiferei halte ich allerdings wenig, sie hat in der Politik nichts verloren.  Es wäre schade, wenn die Iraner dem nächsten Rattenfänger auf den Leim gehen würden und einem Weggefährten von Ayatollah Chomeini traue ich schon garnicht über den Weg. Wäre es nicht viel reizvoller, demnächst an einer Loveparade auf den Strassen Teherans teilnehmen zu können, ein Rave bei guter Laune. Nur in den Seitenstrassen sitzen noch verbitterte, entmachtete Büttel des Mullahregimes, aber deren hasserfüllter Ideologie hört kein Mensch mehr zu.

references:
FREE IRAN NOW!
Iran: Cyber War Guide
Nachrichtensperre im Iran. Wird der Machtkampf heute entschieden?

Written by admin

June 20, 2009 at 11:57 pm

5 Responses

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  1. Dazu auch: FREE IRAN NOW!

    Mr. Moe

    June 21, 2009 at 8:17 am

  2. Angesichts der erstarrten Strukturen im Iran ist so etwas leider schwerlich vorzustellen.
    Doch auch die Revolution von 1979 war ursprünglich nicht als solche gedacht, auch sie entwickelte sich von einer Forderung nach einem Politikwechsel hin zu einem Systemwechsel.
    Selbstverständlich sitzt das derzeitige Regime wesentlich fester im Sattel, andererseits war die Opposition noch nie so gut vernetzt und auch das Durchhaltevermögen der Opposition scheint unter den gewaltsamen Aktionen des Regimes nicht kleiner zu werden…in einer solchen Situation großer Eigendynamik kann fast alles passieren…

    raphaelth

    June 21, 2009 at 2:45 pm

    • 1979 war es breiter Konsens,dass der Shah weg muss. Heute sind Neuwahlen der kleisnte gemeinsame Nenner. Und nichts scheint zukünftig unmöglich😉

      zuppi

      June 21, 2009 at 3:10 pm

      • 1979 war der Auslöser der Demonstrationen nicht die Überzeugung, dass der Shah weg muss, diese ultimative Forderung wurde erst gestellt, nach dem der Shah mehrfach friedliche Demonstrationen mit äusserster Gewalt hat niederschlagen lassen. So weit ich weiss, begannen die damaligen Demonstrationen mit einer simplen Forderung: Der gerechteren Verteilung der Öleinkünfte.

        raphaelth

        June 21, 2009 at 3:17 pm

  3. Morgen Demo gegen den Gottesstaat und die
    Diktatur der Mullahs. Weg mit Ahmadinedschad!
    Ort: Köln, Kölner Dom, Domplatte, Römerbogen
    Zeit: 17.00

    Redner:
    Ralph Giordano
    Mina Ahadi
    Basir Nasibi (Basier Nasiebi)

    http://hpd.de/node/7328

    Jacques Auvergne

    July 2, 2009 at 4:32 pm


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