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Archive for the ‘Cinema’ Category

Die Hacienda in Manchester

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war Tony Wilsons letzter Coup, den ich mitgekriegt habe, das war Ende der 80iger meine “HouseZeit” – ich war aber in dieser Zeit eher mit der Londoner Szenerie hekannt. subwave schreibt: “er hat factory records gegründet und somit der welt die musik solch großartiger bands wie joy division, new order oder happy mondays beschert. auch der hacienda club in manchester , einer der britischen clubs der 80er, wurde von ihm gegründet. gestern ist tony wilson im alter von 57 jahren viel zu früh infolge eines krebsleidens gestorben. (via.)” Michael Winterbottoms Film von 2002 24 Hour Party People erzählt die Geschichte des Clubs.

R.I.P. Tony

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August 12, 2007 at 7:48 am

Katharina von Medici, Religionskriege im 16. Jhdt. in Frankreich

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Verrat im Namen der Königin
Fernsehfilm, Frankreich 2003, Regie: Gérard Corbiau, ARTE F, Fotos, Synchronfassung, Produktion: Dargaud-Marina, France 3, ARTE F. Sonntag, 29. Juli 2007 um 15.50 Uhr
Die Königin von Frankreich, Katharina von Medici, führt ein blutiges Regiment gegen die mächtiger werdenden Protestanten. Den erfahrenen Baron de Malassise beauftragt sie, die Verhandlungen zu führen. Am 8. August 1570 kommt es auf Schloss St. Germain zu einem Abkommen – wird es den Bürgerkrieg verhindern?Katharina von Medici, Cornelia Wusowski Cover

Frankreich, im Jahr 1570: Unter der Herrschaft von Königin Katharina von Medici und ihrem Sohn Karl IX. führen die Katholiken einen blutigen Kampf gegen die reformierten Christen. Trotz der vorangegangenen Hugenottenkriege sind die Anhänger der reformierten Kirche zahlreich und mächtig genug, lukrativen Handel zu treiben und einige Städte besetzt zu halten. Um ihren Einfluss zu behaupten strebt Katharina von Medici strategisch einen Waffenstillstand an.
Baron de Malassise, der elf Jahre in Italien Botschafter war, wird von der Regentin an den Hof berufen. Er soll im Namen der Königin die Verhandlungen mit dem protestantischen Lager aufnehmen, um den Frieden im Land wieder herzustellen. Sich zur Seite wählt Malassise den Feldherrn Monsieur de Biron, ihnen gegenüber stehen Monsieur de Mélynes und Monsieur d’Ublé – die Vertreter des Oberhaupts der Hugenotten, Admiral de Coligny.
Mit dieser Bürde gilt Malassises nächster Weg seinem Gehöft, um seine privaten Angelegenheiten zu ordnen. Bereits sehnsuchtsvoll von seiner jungen Frau Marie und seinem einzigen Sohn Blaise aus Italien zurück erwartet, muss er erfahren, dass sein Land heruntergewirtschaftet, sein Diener und Milchbruder Gafron wegen protestantischer Ketzerei in den Tod getrieben wurde und sein Sohn von einem Lehrer mit zweifelhaft modernen Ansichten unterrichtet wird. Malassise, der jegliches Mitgefühl – sei es seinen politischen Gegnern, sei es seiner Familie gegenüber – ablehnt, findet keinen Zugang zu seiner Familie. So behände er in seiner Profession des Diplomaten ist, so fremd sind ihm die Geschicke des alltäglichen Lebens.
Die politischen Verhandlungen werden aufgenommen und Malassise, angetrieben von seinem diplomatischen Ehrgeiz, pokert ganz im Sinne der Königin. Er unterbreitet den Protestanten das Angebot, ihnen vier Städte zu überlassen, in denen die reformierten Gläubigen frei agieren und ihren Glauben praktizieren können. Die protestantischen Vertreter sind sich uneinig über die Wahl der Städte. Mit diplomatischem Geschick gelingt Malassise, die vier Städte La Rochelle, Montauban, Charité und Cognac selbst zu bestimmen und außerdem den Zugang zu diesen auf zwei Jahre zu begrenzen, um danach erneut in Verhandlungen zu treten. Malassise glaubt sich auf dem Höhepunkt seiner Diplomaten-Karriere, als es am 8. August 1570 auf Schloss St. Germain zu einer vertraglichen Einigung zwischen den Mittelsmännern der Katholiken und Protestanten kommt.
Doch hat Malassise nicht mit dem kaltblütigen Kalkül Katharina von Medicis gerechnet. Sie nutzt den vorläufig erwirkten Waffenstillstand nur, um zu einem vernichtenden Schlag gegen die Protestanten auszuholen. Nur zwei Jahre später sollten in der Bartholomäusnacht Admiral von Coligny, Monsieur de Mélynes, Monsieur d’Ublé und Tausende von Hugenotten den Tod finden. Als Malassise die wahren Absichten der Königin erkennt, hat er bereits alles verloren: seinen Besitz, seine Familie, seinen Glauben und seinen Stolz.


Regie: Gérard Corbiau, Drehbuch: Alain Moreau, Kamera: Pierre Dupouey, Musik: Christian Rieger, Kostueme: Corinne Bruand, Redaktion: Isabelle Huige, Schnitt: Marie-Dominique Danjou; Ausstattung: Claude Lenoir; Maske: Bernard Floch, Mabi Anzalone; Ton: Henri Morelle, Denis Leuleu, Produktion: Dargaud-Marina
Jean Rochefort (Henri de Malassise), Marie-Christine Barrault (Katharina von Medici), Rufus (Monsieur de Biron), Jean-Paul Farré (Monsieur d’Ublé), Didier Sandre (Monsieur de Mélynes), Caroline Veyt (Marie), Yohan Salmon (Blaise), Jean-Claude Durand (Lehrer), Adrien de Van (Karl IX), Vincent Grass (Chazal), Michel Favory (Admiral de Coligny)

Regisseur Gérard Corbiau, geboren 1941 in Brüssel, inszenierte bereits erfolgreich den Historienfilm “Farinelli” (1994) und “Le Roi danse (Der König tanzt)” (2000), der 2001 im Wettbewerb der Berlinale zu sehen war.
Alain Moreau, als Autor, Verleger und Produzent für Kino, Fernsehen und Theater tätig, adaptierte den Roman “St. Germain ou la Négociation” von Francis Walder.

references:
Bartholomäusnacht vom 24. August 1572
  von anaximander
Der Unterhändler dt. Buchvorlage von Francis Walder und Eva Rechel-Mertens von Zettner zum Film
Katharina von Medici das Buch von Honoré de Balzac
Honore De Balzac: Your Source For Everything Honore De Balzac

Doku: Hans-Joachim Klein

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Hajo Klein Mountains Ein deutscher Terrorist.Die Geschichte des Hans-Joachim Klein. Tip von Zettel.

Problemlage: Klein ist über die Kronzeugenregelung glimpflich davon gekommen, er hat sich in Frankreich als Bauer niedergelassen. In der Doku geht er an die Frankfurter (und Pariser) Plätze seiner aktiven politischen Vergangenheit zurück, Namedropping, krude Kriterien der legetimen Gewaltausübung und biografische Marken werden zusammen getragen. Interessant ist vor Allem die Ausstiegsmotivation: Ich bin doch kein Killer, der Auftragsmorde begeht. Den Rest hat Zettel in seinen Überlegungen über die Zelle bereits zusammen getragen – Ergaenzungen zu Klein finden sich auch im Forumsthreat. Es bleibt für mich immer noch die Beatwortung der Frage offen, ob der Terror von RAF und 2. Juni wirklich nur als kriminelle Handlung zu fassen ist, oder ob die soziale + politische Motivik der noch zur Verfügung stehenden Protagonisten ein vollständigeres Bild als die spärlichen Fragmente der Alphatiere Baader+ Meinhof erlauben – auf diese Fragestellung habe ich immer noch das Drehschwindel erzeugende Gekeife “Mythologie, alles linke Mythologie” von Bettina R. im Ohr.

Klein führt das Beispiel zur Gründung der Putztruppen in Frankfurt an – ich paraphrasiere aus meiner trüben Erinnerung, ich habe die Doku vor rund 18 Monaten gesehen: Die Bullen schossen über das gewohnte Mass mit ihrer Gewaltausübung gegen die Bewegung sehr hinaus, da haben wir etwas entgegen setzen müssen, sonst werden die zu frech – ein Gleichgewicht der Mittel sollte damit im Ansatz wieder hergestellt werden. Oder die Beschreibung der Ausstiegsmotivation nach dem OPEC-Attentat in Wien: Dass Linke jüdische Flugzeugpassagiere auf Befehl von der PLO oder Ghadaffi abknallen (Entebbe) geht für Klein überhaupt nicht klar. Grundsätzlich besteht natürlich bei Selbstinszenierungen immer die Gefahr der nachträglichen Glättung, die solche Leute wie Mohnhaupt oder Klar aber überhaupt nicht nötig zu haben scheinen. Klein wirkt über weite Strecken glaubwürdig in seinen Distanzierungen von den Mordbrennern der 70iger Jahre. Aber wer möchte sich schon im Nachhinein eingestehen, von der StaSi, dem Hetzer Claus Croissant und den internationalen Terrorfirmen nur instrumentalisiert worden zu sein, um qua Terror z.B. den Ölpreis künstlich nach oben zu pushen, damit die Einnahmen des libyschen Terrorfürsten stimmen. Das war nicht die Revolution von Joachim Klein.

phoenix Sa, 28.07.07, 23.15 Uhr

references:
RAF – Stammheim-Tonbänder wieder entdeckt
von anaximander
Hans Joachim Klein, Ex-Terrorist
So macht Kommunismus Spaß (5): Terrorismus der RAF, Terrorismus der Dschihadisten.

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July 28, 2007 at 8:17 pm

The Blue Lagoon: Filmgedanken von Martin Marheinecke

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July 12, 2007 at 9:39 pm

Queer Filmographie und schwule Nazis

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Der Beitrag zur Dokumentation im WDR-TV liegt hier .

Bild zur Sendung

“Schau mir in die Augen, Kleiner” Dokumentation Deutschland 2007

Donnerstag, 05.07.2007 23.20 – 00.50 (90 min.) WDR Köln Stereo 9

Ikone des amerikanischen Trash-Kinos – Regisseur John Waters

“Gay is not enough anymore”, sagt der amerikanische Filmemacher John Waters und grinst unter einer Brücke im New Yorker Meetpacking District: “It’s a good start!”

Früher, erzählt der Regisseur Joseph Lovett in seinem Dokumentarfilm “Gay Sex in the Seventies”, fand genau hier, in den nach Fleisch riechenden LKW der Schlachthöfe, die unbeschwert-anonyme Begegnung schwuler Männer in New York statt. (…)

Regie und Drehbuch: André Schäfer , Kamera: Bernd Meiners, Musik: Ritchie Staringer,Produktionsfirma: Florianfilm (Köln), Produzent: Marianne Schäfer; Ingmar Trost; Heike Lettar, Producer:Sebastian Lemke


Bild zur SendungMänner, Helden, schwule Nazis
Ein Film von Rosa von Praunheim
Heute, 06.07.2007 00.50 – 02.10 (80 min.) WDR Köln Stereo

Schwule Uniform-Fetischisten auf Manöver.

Im Dritten Reich wurde ihre Homosexualität dem SA-Führer Ernst Röhm und anderen schwulen Größen des Nationalsozialismus zum Verhängnis.

Auch gänzlich unbescholtene Männer und Frauen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung eingekerkert, gequält, getötet. Dennoch sind für viele Rechtsradikale deutsche Gesinnung und Schwulsein kein Widerspruch. Neonazi Michael Kühnen meint sogar, dass schwule Männer die besseren Kämpfer seien. Ex-Neonazi Bernd Ewald Althans saß wegen Leugnung des Holocausts im Knast und organisiert heute Schwulen-Partys in Berlin.

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July 5, 2007 at 11:40 am

Wilfried Huismann “Rendezvous mit dem Tod”

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Zettels Medien-Tip:

Empfehlung: “Rendezvous mit dem Tod” (heute im SWR)

Heute um 23.40 wiederholt der SWR die Sendung von Wilfried Huismann “Rendezvous mit dem Tod”. Sie befaßt sich mit den Hintergründen des Mords an John F. Kennedy.

Ich empfehle diese Sendung sehr.

Als ich sie zum ersten Mal sah, hatte ich nicht viel erwartet – halt wieder eine der vielen Verschwörungstheorien, dachte ich. So plausibel oder unplausibel wie alle; denn alle picken sie ja einzelne Fakten heraus und hängen daran ihre Spekulationen auf. Wie immer bei Verschwörungstheorien fehlt, so erwartete ich es, die empirische Bodenhaftung.

Aber das ist bei dieser Sendung nicht so. Wilfried Huismann, ein renommierter Dokumentarfilmer, hat drei Jahre an diesem Film gearbeitet. Was er behauptet, erscheint mir ausnehmend gut durch Interviews und Dokumente belegt. Einen Hintergrund- Artikel brachte damals, als der Film erstmals vom WDR ausgestrahlt wurde, die “London Times”.

Wenn ich die Sendung heute aufgezeichnet und noch einmal genau angesehen habe, gibt es voraussichtlich noch einen ausführlicheren Beitrag dazu; auch zu der Kritik, die ausgerechnet aus dem WDR auf Huismann niederging.

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May 24, 2007 at 8:35 pm

Filmtip: Schule in den 60igern in Europa

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update: Habe bei Maybrit Illner Herrn Bueb reden gehört und ein Vergleich mit dem 3. Reich verbietet sich schon, er will den Lehrern das Hinterfragen ihrer Autorität ersparen. Aber wer hinterfragt das heute eigentlich noch und die Gewaltexzesse an Lehrern und den Schülern inter se haben andere Urschen als die Hinterfragungswellen in den 70igern.

An alle Ahnungslosen, Alzheimerpatienten und autoritären Charaktere, die heute wieder über Disziplin, Autoritätsdenken und Respekt an den Bildungsanstalten lamentieren: Den Scheiss hatten wir schon mal hinter uns. Hier eine Filmempfehlung aus dem Vorzeigeland Dänemark – im Rest Europas ging es in den 60-/70igern an vielen Schulen genauso beschissen zu und im Gegensatz zu den Eltern im Film fanden das die meisten KinderproduzentInnen seinerzeit garnicht kritikwürdig, sondern das genaue Gegenteil war der Fall :

ArsenalDer Traum
Im Sommer 1969 leidet der 13-jährige Frits unter der Tyrannei seines prügelnden Direktors. Als seine Mutter sich einen Fernseher zulegt, erfährt Frits alles über den ermordeten Martin Luther King. Frits wird schwer misshandelt – doch sein liberaler Lehrer Freddie Svale hilft ihm, den Direktor vor Gericht zu bringen.Der Fernseher ist der neue Mitbewohner bei Familie Johansen und über den lernt der kleine Frits die Welt kennen. 1969 – irgendwo auf dem Lande in Dänemark. Frits erfährt von Martin Luther King – und seinem Traum. Doch in Frits’ Umfeld herrscht dagegen noch Strenge und Autorität.
Ganz anders ist Freddie, ein junger Lehrer mit unkonventionellen Methoden. Mit ihm erreicht die Revolte der späten 60er Jahre das Leben des kleinen Dorfes.
Es ist ein Dummejungenstreich, der der Auslöser wird für Ereignisse, die das Leben von Frits erschüttern. Die konservative Strukturen und den Wunsch später nach Veränderung aufeinanderprallen lassen.
Unterstützung findet Frits bei seiner Familie – doch Frits Vater war psychisch krank. Und sich gegen die dörfliche Hierarchie zu stellen erfordert Mut. “Der Traum” von der Freiheit wird in Gefahr geraten in dem kleinen Dorf im heißen Sommer 1969. Alle Register zieht der intrigante Schulleiter, um seinen Posten zu wahren.
Immer wieder zeigt “Der Traum” das Gegenüber von Aufbegehren und Unfreiheit, Rebellion und Repression und ist damit für Kinder und Erwachsene gleichermaßen interessant.
Wieder ein beeindruckender Film aus Dänemark.

Der Traum
Dänemark 2005 , Regie: Niels Arden Oplev
Darsteller: Janus Dissing Rathke, Bent Mejding, Jens Jorn Spottag, Anne-Grethe Bjarup Riis
109 Minuten. Filmstart: 24.05.2007

Quelle: Filmvorführer vom 22.5.2007

Written by admin

May 22, 2007 at 10:42 pm