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Archive for the ‘Gender Studies’ Category

Ideologische Grenzgänge

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Damien widmet sich in einer neuen Serie dem linken Dekonstruktivismus: “Freundschaft als Lebensweise”. Wie Schwule, die nicht schwul sein wollen, ihr Heil im Islam suchen (Teil 1). Wer sich für intellektuelle Schleichwege (aus dem Judith Butler Phantasialand) totalitär verwirrter Hochschulabsolventen interessiert,wird Erkenntnisgewinne aus der Lektüre mit nehmen.Möglicherweise ist der Prozess einer Konversion vom Linksradikalismus zum Islamismus virtuell und  in vivo zu begleiten. UPDATE: Teil 2

PS: Der praktische Bezug ist antischwule Gewalt.

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October 30, 2008 at 11:39 pm

Iran und der europäische Westen

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Ich weiss, dieser Wahnsinn mit den Mullahs wird schon fast langweilig:

  1. Ende September begeht die weltweite Fangemeinde des iranischen Mullahregimes seit 1979 den Jerusalemtag – in iranfreundlichen Kreisen auch ganz autochthon  als Al-Quds-Tag bekannt. Hauptforderung der Chomeinifreunde ist die Befreiung Jerusalems/des Nahen Osten von Juden und Christen. Auch Berlin bleibt von diesem “Feiertag” nicht verschont, am 27. September marschiert die antisemitische Internationale wieder durch Berlin-Charlottenburg. Das bleibt natürlich nicht ohne Widerspruch, eine Gegenkundgebung ist auf dem Breitscheidtplatz anberaumt.  Ein Bündnis mit  – man höre und staune – der Abgeordneten Evrim Baba von DIE LINKE im Abgeordnetenhaus Berlins.:In dieser Partei scheint es einige Menchen zu geben,die doch noch alle Tassen im Schrank haben.  Aber keine Angst, zu einem massenhaften Ausstand wie in Köln letztes Wochenende wird es in Berlin nicht kommen, der hiesige Antifaschismus hat enge Grenzen. Hier wie im Rest der Republik gedenkt man lieber der schon getöteten 6 Millionen Juden, der nächste Holocaust an Israelis wird dann sicherlich auch irgendwie von den Aufarbeitungsweltmeistern national bearbeitet. Bis dahin kriecht man den Mullahs gerne ganz tief in deren Rektum, wie es der Rest der EU halt auch gerne tut, das gehört zur doppelbödigen Staatsräson wohl dazu: Man ist verantwortlich solidarisch mit Israel und pflegt den kritischen Dialog mit seinen zukünftigen Vernichtern in Teheran. Gaaanz toll!
    27. September 2008 ab 13.00 Uhr auf dem Berliner Breitscheidplatz – AUFRUF

    Am gleichen Tag findet in Greiz eine Nazikundgebung statt. Unter dem Motto “
    Mehr Förderung für unsere Deutschen Kinder“ wird eine Mahnwache der NPD gegenüber der Greizer Asylbewerber -unterkunft  am Fußgängertunnel abgehalten.  Ein Schelm,der etwas böses dabei denkt. Die AFA-Greiz ruft zu Gegenaktivitäten auf.
  2. Bei seiner Rede an der New Yorker Columbia Uni hat der iranische Ministerpräsident kürzlich das Vorhandensein von Homosexuellen im Iran kategorisch abgestritten – und die dekonstruktivistische Gender- und Cultural Studies-Fraktion pflichtet ihm schon seit Jahren in dieser Leugnung bei,weil Homosexualität angeblich ein rein westlicher Export in den angeblich homofreien Rest der Welt darstellt. Ein Quäntchen Wahrheit steckt schon in Achmadinedschads Behauptung: Homos, die sich im Iran als solche outen oder geoutet werden, leben tatsächlich nicht lange, denn sie müssen mit der Todesstrafe am Galgen rechnen. Da muten die Emanzipationsforderungen der westlichen Homos schon fast luxuriös an. Nun hat sich Farhang –  ein homosexueller Blogger aus dem vorgeblich homofreien Teheran gemeldet. Er beschreibt die aktuelle Lage in der islamischen Republik: “We don’t exist!” – An Interview with Farhang, Gay Blogger and Activist from Tehran. (LINKTIPP)
    Warum erinnern mich diese Darstellungen nur immer an die 50/60ger Jahre im piefigen Westen des vorigen Jahrhunderts – kurz nach Rosa Winkel,Totschuften und Gaskammer?  Bis auf Auspeitschen und Hängen von Staatswegen –  in Familien war man damals auch im Westen  nicht so zimperlich mit den abtrünnig orientierten Familienteilen – waren das damals ähnliche gesellschaftliche Wellen der Ignoranz und Feindseligkeit.
    Den ganzen aktuellen Rest könnt ihr dann bei den Kollegen von GayWest nachlesen. Sie haben immer wieder Einwände gegen allzu optimistische Abwiegler, die den Westen – bei zugegegeben Fortschritten –  heute schon als von Homophobie und Diskriminierung freien Raum mit Absolution belegen wollen.
    Darauf ein beherztes “Stößchen” 😉

references:
1973:Als Chomeini den heiligen Krieg gegen Israel ausrief
Matthias Küntzel: Adolf Ahmadinejad vor den UN
Denounce Iran UN Speech
Neue Übersetzungsprobleme ?
Achmadinedschad vor der UNO-Vollversammlung

Written by admin

September 25, 2008 at 12:08 am

Günther

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Rohrmoser ist tot. Zum Glück ist das Leben endlich, sonst würden solch homophobe Mumien ja ewig leben und ihrer geistigen Nachgeburt nie Platz machen. Das Verschwinden des Herr R. vom Erdball ist bis heute nicht einmal P.I. eine Note wert und Adrian zieht sich auch nicht gerade einen Trauerflor an. Möglicherweise weinen aber die Weikersheimer, das Mullahregime im Iran, Putins Russland, Peter Glotz im Himmel oder die NPD dem konservativen Intellektuellen eine Träne nach – bin da jetzt zu eilig, um das zu recherchieren.
Apropos Homophobie:
In Berlin wird am Sonnabend in aller Herrgottsfrühe speziell die psychiatrische- resp. die psychoanalytische  Variante in der Charité (PDF-Flyer) durchgekaut  (INFO) .

references:
Mitscherlich zum 100.Alexander Mitscherlich und die Moral … “Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft” Radiostream 1969

Christival in Bremen oder wenn Piet-Kongs zu sehr lieben

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Was sind denn Piet-Kongs?
So nannten wir in den goldenen Achtzigern die Theologiestudenten,die sich aus dem Dunstkreis der pietistischen, freikirchlichen, evangelikalen Gemeinden an den Uni-Fachbereich verirrten. In den Seminaren fielen die Piet-Kongs öfters über solche geistreichen Statements auf: “Die wissenschaftliche Erkenntnis XY bedroht meinen Glauben an Gott oder Jesus Christus …”,ein Bibelzitat wurde gechantet und die mehrheitliche Reaktion bei den Kommilitonen waren mitleidige Blicke. In den Pausen waren die Piet-Kongs mit Propagandamaterial und Gitarre bewaffnet,sie verteilten Zettel mit so erbauenden Botschaften wie “GOTT liebt auch Dich!”, “Diskussionen” wurden oft mit christlichen Liedgut aus Eigenkomposition vorbereitet und es ging bibelfest zur Sache. Ein sehr minderheitliches aber nicht zu vergessendes Erinnerungsteil über einen wissenschaftsresistenten Haufen während meiner Unizeit.

Da geistige Armut und fehlgeleitete Identitätssuche leider nie ausstirbt,hat diese Strömung im Protestantismus immer wieder Zulauf. Damien von GayWest hat sich das diesjährige Jugendtreffen der Piet-Kongs in Bremen unter dem Gesichtspunkt der Homosexualtität vorgenommen. Für die Evangelikalen ist die gleichgeschlechtliche Liebe nämlich eine gotteslästerliche Sünde – da ist man mit den Päpsten einig. Da man aber ganz modern dazugelernt hat,wird der Umweg über die quasi pschologische Pathologisierung beschritten: Homosexualität ist demnach nämlich heilbar,wenn Mann nur will.So treiben einige Winkelpsychologen die evangelikal bekehrten Homos in ihre Praxen zur Gehirnwäsche.Diesen “Therapieansätzen” versuchen die Evangelikalen immer wieder einen wissenschaftlichen und gesellschaftlich akzeptierten Anstrich zu verpassen. Das hat Volker Beck und Damien auf die Palme gebracht.Sie kritisieren dezidiert die Veranstaltung,die den Homos Krankheitswert qua ihrer sexuellen Ausrichtung attestieren wollen. Bundespolitisch wird die ganze Sache erst durch Albrechts Tochter interessant.

Die Christival-Veranstalter haben sich so sehr über die Schirmherrschaft der Bundesministerin Frau von der Leyen gefreut,aber selbst der Ordensträgerin der Goldenen Plazenta war die Homophobie der Piet-Kongs in Bremen zuviel,sie liess über ihr Ministerium die Abänderung des Programms in diesem Punkt verlangen,was wiederum Zettel aus der liberalkonservativen Ecke aufschreckte,da er die Meinungsfreiheit und die Neutralität des Staates gefährdet sieht,Damien entgegnet ihm:Ein weiteres Lamento über die bedrohliche Macht der Schwulenlobby?

Den Organisatoren des Christivals schwirrt mittlerweile der Kopf und der Rechtsstaat wird bei ausbleibenden Argumenten notorisch bemüht,soviel kritische Öffentlichkeit sind die Piet-Kongs nämlich garnicht gewöhnt. Angefangen hat das Ganze mit dem Anliegen der Bibeltreuen,dem Bremer Strassenbahnfahrgast das christliche Liedgut mit Gitarre und Chor über die Christivaltage von morgens bis abends in die Köpfe zu hämmern. Dem wurde von den Bremer Transportunternehmen ein begrenzender Riegel vorgeschoben – in Berlin hat vor ein paar Jahren eine ähnliche christliche Musizierpraxis immerhin einen Nazimarsch durch Kreuzberg mit vereitelt. Die homophobe Veranstaltung wurde im Laufe des öffentlichen Disputs tatsächlich aus dem offiziellen Programmteil des Christivals zurückgezogen. So haben die Piet-Kongs ihr Scherflein zur Religionsfreiheit doch noch beigetragen und die Heilige Ursula ist nicht brüskiert geblieben: Die Übernahme von Schirmherrschaften ist eben kein lapidares Unterfangen. Was bleibt? Es wird weiterhin mit dem Legendendbuch des Abendlandes Schindluder betrieben, in diesem Fall auf dem Rücken der Homos.

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May 2, 2008 at 8:54 am

Beachtung von Sexismus

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Ganz dolle wird der Sexismus von studentischen Stellvertretern an den Unis wahrgenommen, Adrian berichtete unlängst auf seinem Blog über die Erstie-Kampagnen an der Potsdamer Uni.

Weniger Beachtung findet das sexistische Treiben der Istanbuler Staatsanwälte/Polizei gegen die Mitglieder des Homoverbandes LAMBDA in der Türkei. Also,an einem fehlendem Informationsfluss kann diese Wahrnehmungsdifferenz ja nicht wirklich fest gemacht werden. Möglicherweise habe ich auch die studentischen Sexismuskategorien einfach nicht so richtig verstanden und das, was mit LAMBDA momentan wieder geschieht, ist nur schnöde Staatsrepression oder eine folkloristische Besonderheit am Bosporus. Demnach wäre halt ein anderes AStA-Referat zuständig: Das für InterNat oder Kultur?

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April 21, 2008 at 5:38 pm

Intellektuelle Seilschaften: E. Said

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Edward Said (1935-2003) , zuletzt Prof. für Literaturwissenschaft an der Columbia Uni NYC, hat mit seinem Buch “Orientalism” dem antiimperialistischen Kampf der Palästinenser bereits in den 80iger Jahren ein theoretisches Vermächtnis hinterlassen: Die postkolonialen Studien (postcolonial studies) versuchten, den kulturellen und gesellschaftlichen Anteil der kolonialen Hinterlassenschaften zu benennen, dann dessen Herauspreparierung aus dem Wertekanon der ehemals kolonialisierten Gesellschaften vorzubereiten um dann eine eigene, vom Westen befreite Werte- und Kulturskalierung vornehmen zu können um diese dem westlichen Diskurs entgegen zu halten. Diese Denkschule macht nun heuer den Islamismus stark, und zwar nicht nur im Orient – dort wird sie mehr als Alibi benötigt – sondern vornehmlich an westlichen Unis.

Joseph Massad

Einen personalen Ausfluss dieser Said-Tradition haben sich Gay-West in ihrem Beitrag “Der böse schwule Westen” vorgenommen. Im Jahr 2002 veröffentlichte Joseph Massad seinen kontrovers diskutiertes Text mit dem Titel “Re-Orienting Desire: The Gay International and the Arab World” – der später in seinem Buch “Desiring Arabs” ausgearbeitet wurde. Adrian nimmt sich der Geisteswelt des Herrn Massad im Detail an. Ob in Massads Gedankengebäuden der aktuelle Weltgeist bezüglich Homosexualität klingelt oder nur eine überkommene Ideologie in neuem Textkleid daherkommt, wird weiter zu untersuchen bleiben.

By the way: Die These, Sexualitäten seien doch nur Konstruktionen, führen in die irrige Gedankenwelt der dekonstruierenden Judith Butler Gemeinde, die mit ihren “gender-studies” auch kein anderes intellektuelles Geschäft als Prof. Said und seine Epigonen betreiben kann. Langsam aber sicher beginne ich meine seinerzeitgen Befassungen mit Foucault und den Postmodernisten/-strukturalisten an den Unis zu hassen, wenn ich heute mitbekomme, was für eine ideologische Gülle damit unterfüttert wird.

PS: Die Columbia-University gibt sich 2007 weltoffen, der iranische Präsident kann dort die kruden Sichtweisen des djihadistischen Mullahregimes gegen die USA, Israel und die westliche Welt am 24.September unter die Elite streuen, nachdem er der UN-Vollversammlung ein halbstündiges “briefing” seiner Pläne unterbreitet hat und fast alle Staatsvertreter werden dem Schurken behende lauschen: ” SIPA Announcement and President Bollinger’s Statement on Forum with President of Iran” More …

references:
Cartoon by Patrick O’Connor, the Los Angeles Daily News

iran no homs
Evangelikale, Poststrukturalisten und Islam von Damien
Wird Homosexualität von “Kolonialisten” und Zionisten produziert?
Gigi erklärt Massad und seine Kritiker
Bollinger versus Ahmadinedschad
Ahmadinedschad an der New Yorker Uni von anaximander
Neues aus dem Gottesstaat
+ passend: Fight back von cliff cosmos
mahmud superstar von dissidenz
Nachruf auf E. Said

Rede gegen den Dekonstruktivismus J. Butlers

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Die Butler-Bibel (= “Das Unbehagen der Geschlechter”) wird von nichtidentisches hier vortrefflich im Sinne des semantischen Hedonismus auseinander genommen – die Dekonstruktion der Geschlechter durch Tante Judith und ihre epigonenhaften RachegöttInen hat nichts zur Befreiung des Individuums beigetragen. In katechetischer Geduld sollen textuelle Schutthaufen hin und her bewegt werden, bis auch noch das Kopftuch, der Djihadismus und das suicide-bombing als Befreiungssymbolik plausibel erscheinen – der LINKSRUCK schafft diese Gedankeleistung übrigens ganz ohne Philosophiererei mit plumpen Freund-Feind-Denken im Rahmen der sog. Klassenanalyse nach Trotzky. Sollte nichtidentisches ein Poesiealbum führen, mein Dankestext: Hab so lange an den Texten von Judith B. gedarbt, ihre BauchrednerInnen haben mir manch mentalen Gram erzeugt. Dabei ist das alles Religion, Glaubenssache, sektiererischen Chanten wie bei Hare-Krishna . merci vielmals : 😉

references:
Evangelikale, Poststrukturalisten und Islam von Damien

 


Written by admin

August 27, 2007 at 6:16 pm