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Archive for the ‘Israel’ Category

Iran und der europäische Westen

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Ich weiss, dieser Wahnsinn mit den Mullahs wird schon fast langweilig:

  1. Ende September begeht die weltweite Fangemeinde des iranischen Mullahregimes seit 1979 den Jerusalemtag – in iranfreundlichen Kreisen auch ganz autochthon  als Al-Quds-Tag bekannt. Hauptforderung der Chomeinifreunde ist die Befreiung Jerusalems/des Nahen Osten von Juden und Christen. Auch Berlin bleibt von diesem “Feiertag” nicht verschont, am 27. September marschiert die antisemitische Internationale wieder durch Berlin-Charlottenburg. Das bleibt natürlich nicht ohne Widerspruch, eine Gegenkundgebung ist auf dem Breitscheidtplatz anberaumt.  Ein Bündnis mit  – man höre und staune – der Abgeordneten Evrim Baba von DIE LINKE im Abgeordnetenhaus Berlins.:In dieser Partei scheint es einige Menchen zu geben,die doch noch alle Tassen im Schrank haben.  Aber keine Angst, zu einem massenhaften Ausstand wie in Köln letztes Wochenende wird es in Berlin nicht kommen, der hiesige Antifaschismus hat enge Grenzen. Hier wie im Rest der Republik gedenkt man lieber der schon getöteten 6 Millionen Juden, der nächste Holocaust an Israelis wird dann sicherlich auch irgendwie von den Aufarbeitungsweltmeistern national bearbeitet. Bis dahin kriecht man den Mullahs gerne ganz tief in deren Rektum, wie es der Rest der EU halt auch gerne tut, das gehört zur doppelbödigen Staatsräson wohl dazu: Man ist verantwortlich solidarisch mit Israel und pflegt den kritischen Dialog mit seinen zukünftigen Vernichtern in Teheran. Gaaanz toll!
    27. September 2008 ab 13.00 Uhr auf dem Berliner Breitscheidplatz – AUFRUF

    Am gleichen Tag findet in Greiz eine Nazikundgebung statt. Unter dem Motto “
    Mehr Förderung für unsere Deutschen Kinder“ wird eine Mahnwache der NPD gegenüber der Greizer Asylbewerber -unterkunft  am Fußgängertunnel abgehalten.  Ein Schelm,der etwas böses dabei denkt. Die AFA-Greiz ruft zu Gegenaktivitäten auf.
  2. Bei seiner Rede an der New Yorker Columbia Uni hat der iranische Ministerpräsident kürzlich das Vorhandensein von Homosexuellen im Iran kategorisch abgestritten – und die dekonstruktivistische Gender- und Cultural Studies-Fraktion pflichtet ihm schon seit Jahren in dieser Leugnung bei,weil Homosexualität angeblich ein rein westlicher Export in den angeblich homofreien Rest der Welt darstellt. Ein Quäntchen Wahrheit steckt schon in Achmadinedschads Behauptung: Homos, die sich im Iran als solche outen oder geoutet werden, leben tatsächlich nicht lange, denn sie müssen mit der Todesstrafe am Galgen rechnen. Da muten die Emanzipationsforderungen der westlichen Homos schon fast luxuriös an. Nun hat sich Farhang –  ein homosexueller Blogger aus dem vorgeblich homofreien Teheran gemeldet. Er beschreibt die aktuelle Lage in der islamischen Republik: “We don’t exist!” – An Interview with Farhang, Gay Blogger and Activist from Tehran. (LINKTIPP)
    Warum erinnern mich diese Darstellungen nur immer an die 50/60ger Jahre im piefigen Westen des vorigen Jahrhunderts – kurz nach Rosa Winkel,Totschuften und Gaskammer?  Bis auf Auspeitschen und Hängen von Staatswegen –  in Familien war man damals auch im Westen  nicht so zimperlich mit den abtrünnig orientierten Familienteilen – waren das damals ähnliche gesellschaftliche Wellen der Ignoranz und Feindseligkeit.
    Den ganzen aktuellen Rest könnt ihr dann bei den Kollegen von GayWest nachlesen. Sie haben immer wieder Einwände gegen allzu optimistische Abwiegler, die den Westen – bei zugegegeben Fortschritten –  heute schon als von Homophobie und Diskriminierung freien Raum mit Absolution belegen wollen.
    Darauf ein beherztes “Stößchen” 😉

references:
1973:Als Chomeini den heiligen Krieg gegen Israel ausrief
Matthias Küntzel: Adolf Ahmadinejad vor den UN
Denounce Iran UN Speech
Neue Übersetzungsprobleme ?
Achmadinedschad vor der UNO-Vollversammlung

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September 25, 2008 at 12:08 am

Personalkarussell in Israel + Historiker Moritz

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In der Kadima-Partei tut sich etwas. Nachdem Ehud Olmert endlich seinen Hut nehmen wird,ist der Kampf um den Spitzenjob in der Partei ausgebrochen.  Zippi Livni, die gegenwärtige Aussenminsterin Israels, hat knapp den Parteivorsitz errungen – die Kadima-Parteibasis hat so abgestimmt. Ihr Parteikonkurrent Schaul Mofas möchte das Abstimmungsergebnis so noch nicht stehen lassen – ihn trennen etwas über 400 Stimmen vom Parteivorsitz. Wenn das formale Geplänkel bei der Kadima beendet sein wird, kommt die eigentlich schwierige Aufgabe auf die Partei zu, das ist die Regierungsbildung mit den anderen Knessetparteien. Nach Golda Meir könnte wieder eine Frau an der Spitze Israels stehen, die Zeiten für Israel waren in Goldas Ära schwieirg und sie bleiben es auch heute.

Während in Israel grosse Politik gemacht wird, kommt die BRD wieder historisch ganz zu sich selbst. Eichingers RAF-Film hatte gestern in Berlin Premiere. Der Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu (Andreas Baader)  hat nichts besseres zu tun, als der RAF die richtigen Ideale zu attestieren, aber die Mittel (Gewalt) seien halt falsch gewählt worden. Bei so unreflektierter RAF-Reprise für die wieder vereinigten Massen bleibt doch noch viel Feld für Politologen, Historiker und Psychiater zu bestellen. Wie Eichingers Verarbeitung der Mordbrenner-Phase von links so gelingen soll, ist mehr als fraglich – oder war es etwa genau diese knappe Zusammenfassung von Moritz?

references:
„Ein Arschloch, dieser Baader!“…
WELT via Constantin

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September 18, 2008 at 6:29 am

Posted in Berlin, Cinema, Geschichte, Ideologie, Israel

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Der Erdnussfarmer …

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schätzt um die 150 A-Waffen in der Verfügung Israels.
Ich hoffe,sie haben mehr.

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May 28, 2008 at 5:49 pm

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1968 Retrospektiven

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Während der linkssozialistische Mob sich von SED und West-Kommies alten Wein in alten Schläuchen anbieten lässt,tüfteln die Kuratoren diverser Ausstellungsprojekte jeweils an ihren Referenzen zu 1968. Vielschichtig und differenziert soll es zugehen,wenn 40 Jahre altes Gerümpel zusammen gestellt wird.Man muss wohl hingehen,um das bewerten zu können.In loser Folge werden an dieser Stelle die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Jahresfetisch bekannt gemacht.

1. Frankfurt am Main

68er FFMDie Ausstellung wird als groß angelegtes Erinnerungspanorama multimedial aufgebaut. Präsentiert werden auf 700 qm ca. 700 Originaldokumente (Flugblätter, Zeitschriften, Transparente, Wandzeitungen etc.), Fotografien, Alltagsobjekte, Ton- und Videoaufnahmen, Musikbeispiele sowie Interviews mit Protagonisten.

Ein Ausstellungsprojekt des Historischen Museums Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Ausstellungsbüro Palma3, Bern. Konzeption:
Ausstellungsbüro Palma3 (Andreas Schwab, Beate Schappach) Manuel Gogos.

Inspiriert durch DIE 68ER vom Blog subergwest.

2. Berlin

Ausstellung der Bundeszentrale f. polit. Bildung “68 – Brennpunkt Berlin
Ort: Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin (Bahnhof Zoo)
Öffnungszeiten täglich 10:00 bis 20:00, der Eintritt ist frei
Dauer der Ausstellung: 1. Februar 2008 bis 31. Mai 2008

amrikahaus 1968

Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur besuchten die Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung “’68 – Brennpunkt Berlin” der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb im Amerika Haus Berlin. Bis zum 31. Mai 2008 sind hier eine Werkschau des Fotografen und Zeitzeugen Günter Zint, historische Exponate sowie viele Ton- und Bilddokumente zu sehen. Die Ausstellung regt zur Diskussion an: “Die Ereignisse der Zeit sind umstritten”, so der Präsident der bpb, Thomas Krüger, auf der gestrigen Eröffnungsfeier. “40 Jahre nach der Studentenrevolte fragen wir deshalb nach ihren Folgen.” Eine umfangreiche Veranstaltungsreihe, u.a. mit Podien und Zeitzeugengesprächen, begleitet die Ausstellung ’68 – Brennpunkt Berlin. Zentralen Diskussionsstoff bietet die Frage nach den Langzeitfolgen der 68er-Revolte.

3. Berlin

In der Akademie der Künste werden seit dem 16.04.2008 Fotgrafien von Michael Ruetz unter dem Titel “ Kunst und Revolte. Das künstlerische Erbe von ’68” ausgestellt.

Mit einer einzigartigen Präsentation der fotografischen Ikonen von Michael Ruetz aus der Zeit von 1968, mit einer künstlerisch-gesellschaftspolitischen Materialsammlung aus der Sammlung Staeck, mit einem Gastspiel des Living Theatre, zwei Akademie-Gesprächen und einer Filmreihe startet die Akademie den Schwerpunkt “Kunst und Revolte”. Umfangreiche Programme zum Prager Frühling, zur Literatur, zur zeitgenössischen Musik und zum Tanztheater folgen in den Monaten Mai und Juni. Ausgangspunkt für die Projektreihen ist die Frage nach der Kunstproduktion. Wie haben die Künste an den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen partizipiert, und wie hat die Wirklichkeit auf der Straße die Künste verändert? Viele der künstlerischen Protagonisten der 60er und beginnenden 70er Jahre sind Mitglieder der Akademie der Künste oder mit ihrem Werk in deren Archiven vertreten. Sie stehen für einen Aufbruch in den Künsten, für die Emanzipation aus autoritären Strukturen, sie stehen für eine gesellschaftliche und kulturelle Aufklärung und für eine politische Verantwortung in der Kunst. Die Programmreihe “Kunst und Revolte” fragt nach der Gegenwart dieser Auf- und Umbrüche und nach ihrer Bedeutung heute.
Klaus Staeck, Präsident, Johannes Odenthal, Programmbeauftragter

Ausstellungen
Pariser Platz
dienstags bis sonntags 11-20 Uhr

17.4. – 27.7., Säle 2-4
1968. Die unbequeme Zeit
Fotografien von Michael Ruetz
Eintritt € 5/3
am 1. Sonntag im Monat Eintritt frei

17.4. – 27.7., Max-Liebermann-Saal
Dokumente zur Zeit
17.4. – 21.5. Aus der Sammlung Staeck
27.5. – 22.6. Aus den Archiven der Akademie
27.6.– 27.7. Zum Festival “intermedia ’69”
Eintritt mit Ausstellungsticket zu Ruetz

17.4. – 27.7., Saal 1
Filme zur Zeit
Eintritt mit Ausstellungsticket zu Ruetz …. weitere Veranstaltungen ….

references:
1968 als Erinnerungsort – Tagung im DVPW Mai 2006
68er Sprüche aus Paris gemoppst bei Zettel

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March 25, 2008 at 5:46 pm

Zionismus

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March 21, 2008 at 11:09 pm

Mathias Kuentzel

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Als ich in 2002 die Broschüre “Djihad und Judenhaß – Über den neuen antisemitischen Krieg” aus dem ca-ira-Verlag das erste Mal las, war ich beschämt über meine politischen Fehlschlüsse, die mich jahrelang die Welt in Unterdrücker und Unterdrückte aufteilen liessen. Kurzum, ein antiimperiales Weltbild leitete meine Einschätzungen über globale Konflikte. Erste grobe Zweifel an diesen Einschätzungen überkamen mich im Herbst 2001 nach den Attentaten auf das WTC, etc. .. und die Reaktionen der “avantgardistischen”, linken Publizistik, die den antiimperialistischen modus vivendi an 9/11 in aller Konsequenz bis hin zur Verschwörungstheorie durchexerziert und die diesen Ungeist bis heute beibehalten hat. Ein Blick in irgendeine Ausgabe der jungen-welt illustriert diese Tendenz tagtäglich aufs Neue. Die Adepten der “Kritischen Theorie”, die sog. Adorniten, grenzten sich von dieser ideologischen Linie der revolutionären-radikalen Linken eindeutig ab.

küntzel djihad dt.Geradezu wohltuend ist der Text des Politologen und Publizisten Mathias Küntzel, der anhand historischer Linien des 20. Jahrhunderts den Djihadismus und den Judenhass aufrollt, ein Blick in das Inhaltsverzeichnis verdeutlicht die thematische Argumentationlinie des Autors:

  • I. Die Muslimbrüder und der Palästinakonflikt
    • Islamistische Avantgarde
    • Von der “Kunst des Todes”
    • Antideutscher Boykott
    • Antijüdischer Djihad
    • Die Muslimbrüder, der Mufti und der NS
    • Nashashibis gegen Husseinis
    • Die Heimstätte des NS
    • Krieg gegen Israel
  • II. Ägyptischer Islamismus von Nasser bis zur Gegenwart
    • Die Demütigung
    • Genosse Bruder Nasser
    • Islamismus unter Sadat
    • Einheit und Unterwerfung
    • Sayyid Qutb
    • Djihad gegen die Muslime
    • Islamisierung unter Mubarak
  • III. Der Djihad der Hamas
    • Islamistischer Terror im Gaza-Streifen
    • Die Charta der Hamas
    • El-Husseini und Arafat
    • Massenmord als Strategie
  • IV. Der 11. September und Israel
    • Bin Laden und die Muslimbrüder
    • Haß auf Amerika
    • Das antisemitische Fanal
  • Epilog: Der Mufti und die Deutschen

Insbesondere die Schnittmengen des islamischen Nationalismus (Muslimbrotherhood Egypt, Nasser), des palästinensischen Nationalismus unter Arafat und der Hamas mit der NS-Ideologie werden herausgearbeitet und so wird die ambivalente Haltung heutiger Nationalsozialisten zum Islamismus und Djihad als antiamerikanische und antisemitische Identifikationsfigur gegen die USA und Israel deutlicher. Aber auch die ideologische Querfrontstrategie von links nach rechts, die im Antiimperialismus zusammen findet, erhellt sich über diese historische Verbrüderungslinie in ihrem völkischen, militant antisemitschen Denken.

kuentzel jihad englishNun hat der US-Amerikanische TELOS-Verlag den in die englische Sprache übertragenen Text von Küntzel in sein Programm mit aufgenommen und die publizistische Aufmerksamkeit der Verleger wurde auf den Londoner Buchtagen in diesem Jahr belohnt, der Titel “Jihad and Jew-Hatred: Islamism, Nazism and the Roots of 9/11 (hardcover)” wurde mit einem Preis ausgezeichnet:

2007 LONDON BOOK FESTIVAL WINNERS The 2007 London Book Festival has named Matthias Kuntzel’s “Jihad and Jew-Hatred: Islamism, Nazism and the Roots of 9/11” as the grand prize winner of its annual competition honoring books worthy of greater attention from the international publishing community. Kuntzel’s work, released through New York-based Telos Press Publishing, traces the alleged impact of European fascism on the Arab and Islamic world, drawing parallels between ancient prejudice and modern radicalism. Now translated to English and updated from its German publication in 2002, Kuntzel’s examination of the roots of the current strife between cultures and religions and its impact on world affairs has earned him the festival’s grand prize of $1500 and a flight to London or Los Angeles.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis der englischen Edition ergibt eine weitestgehende thematische Identität mit der dt. Ausgabe:

Table of Contents
Foreword, by Prof. Jeffrey Herf
Preface
Introduction

1. The Muslim Brotherhood and Palestine

The Islamist Vanguard
On the “Art of Death”
Anti-German Boycott
Anti-Jewish Jihad
The Muslim Brothers, the Mufti and the Nazis
The Mufti’s Antisemitism
Nashashibis versus Husseinis
The Sanctuary of National Socialism
War against Israel

2. Egyptian Islamism from Nasser to the present day

The Humiliation
Comrade Brother Nasser
Islamism under Sadat
Unity and Submission
Sayyid Qutb
Jihad against the Muslims
Islamization under Mubarak

3. The Jihad of Hamas

Islamist terror in Gaza
The Hamas Charter
El-Husseini and Arafat
Mass Murder as Strategy

4. September 11 and Israel

Bin Laden and the Muslim Brothers
Hatred of America
The Antisemitic Signal
New Alliances

Epilogue: “…the Beginning of Complicity.”

Mathias Küntzel, herzliche Glückwunsche nun auch zur internationalen Anerkennung 😉

references:
Herzlichen Glückwunsch, Matthias Küntzel!

Live-Music @ Pacotek & Freunde

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Written by admin

October 4, 2007 at 4:59 pm