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Archive for the ‘Rechstextremismus’ Category

EU,Europa und die Hoffnung

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Im 60. Jahr der EG/EU wird gefeiert und minimalistisch deklariert. Die Römischen Veträge waren bekannter Weise ein staatspolitisch notwendiges Projekt vor allen Dingen für Frankreich und Deutschland im Kalten Krieg. Es wurde ein gemeinsamer politischer Bund gegen die UdSSR geschlossen. Ökonomisch wurde die Verteilung von Montanindustrie und Nukleartechnologie zuverlässig geregelt. Und für ein Frankreich unter De Gaulle war die junge BRD nicht solitär an die USA angebunden.
Nach dem Zerfall des Warschauer Pakts und dem Zusammneschluss der beiden deutschen Staaten rückten juristische und ökonomische Fragen in den Fokus der EU. In einer multipolaren,globalisierten Welt wollten die nördlichen, reichen Staaten die EU als Globalplayer am Weltmarkt platzieren. Die gemeinsame Währung war dafür ein vordringliches Ziel. Die Maastricht-Kriterien wurden als nationale Hausaufgabe zur Pflicht – weithin bekannt ist das Staatsverschuldungslimit bei 3% des BIP. Inwieweit hier Segnungen für breite Bevölkerungsschichten möglich sein können,wurde den gewählten Nationalführungen überlassen – eine getrübte Tendenz der Wohlstandsverteilung von oben nach unten war allerdings zu verzeichnen.
Seit den letzten Jahren gibt es vielerlei Verunsicherung für die Freunde der EU. Die Austrittsposse Großbritanniens ist nur die Spitze des Eisbergs. Rechtspopulisten versuchen mit EU-Feindlichkeit und Hetze gegen Flüchtlinge das EU-Projekt zu annulieren. Die nationalistischen Bewegungen bekommen Zulauf, in Polen und Ungarn sind sie an der Macht.

Es wird versucht, die EU als Wertegemeinschaft zur  Garantierung von Liberalität, Freizügigkeit und  Menschenrechten zu fassen. Andere monieren völlig zu Recht die Abschottung der Festung Europa vor den systematisch Benachteiligten aus Afrika, dem Mittleren Osten und Asien.
Grundlegend ist für mich die Überlegung,ob und wie eine republikanische Föderation der EU-Staaten möglich werden kann. Wenn man die Handlungen der EU vor diesem Hintergrund anschaut, ist der Umgang mit der EU-Aussengrenze in den letzte Jahren immer mehr diskussionswürdig und selbst Angela Merkel musste sich zu mehr maritimen Engangement ihrer Flotte im Mittelmeer durchringen. Wer das EU-Projekt nur als Imperialismus begreift, nimmt dem Projekt die Nebenchancen. Nicht nur Erasmusstudenten oder Schüleraustauschfreunde können die ideellen Vorteile einer offenen EU bestens beschreiben. Bei der Wohlstandsverteilung wäre noch viel zu tun. Man muss nicht beim Nord-Süd-Gefälle anfangen,in der BRD sind immer noch zu viele Menschen ökonomisch, sozial und kulturell abgehängt – Stichwort Hartz IV.

Wenn heute institutionelle Föderalisten und EU-Idealisten auf die Strassen Europas gehen, um den Miesepetern etwas entgegen zu setzen, dann ist das eine erfreuliche Entwicklung. Nicht mehr und auch nicht weniger.

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March 26, 2017 at 3:41 pm

kurz notiert

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March 25, 2009 at 11:57 pm

Berlin: Party von Querfront-Info in der Scharni 29

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Berlin: Party in der Scharni29 am Fr.,06.02.09 ab 21.30 Uhr

“5 Jahre Querfront-Info” founded by Info-S

dissi-dj-scharni

Hintergrund: Das neue Jahrtausend war noch keine zwei Jahre alt, die Antworten auf die Anschläge auf das Worldtradecenter in 2001 (selbst gemacht,  Pech für die Amis,  Freudenfeste, selbst schuld, mal sehen wer das wirklich verantwortet)  brachten mich über die linksradikale Ideologie ins Nachdenken. Der zweite Anlass waren die Pro-Palästina Demos, wo ich mit der aggressiven Frage “bist Du Jude” konfrontiert wurde, weil ich Arafat  und Djihadisten  nicht cool fand – noch blöder fand  ich seinerzeitig, dass die Linken sich davon nicht abgrenzen konnten. Es reihten sich eine gruselige Erfahrung an die Nächste in der Linken. Ab 2002 fiel mir auch die Querfrontideologie links- wie rechtsextremer Strömungen auf:  Antiwestlich, antizionistisch, pro völkische Befreiungsbewegungen,  PLO-Tuch, Emanzipation als rein kulturrelativistischer Begriff , etc.. Und, o.k., um den Individualismus war es  in der Linken noch nie gut bestellt.
In 2003 wurde dann zum “Ratschlag zu “Querfront”-Phänomenen, Renegatentum & “Die Linke” eingeladen, Ich sass mit ca. 25 Leuten im Keller der K9 in Berlin Friedrichshain und es wurde allerhand zu meinen persönlichen Beobachtungen hinzu  berichtet. Ein Ergebnis dieses Ratschlages war die Eröffnung des Yahoo-group  “Querfront-Info-Verteilers“, ein thematisch einschlägiger Emailverteiler, der sich mit so gut wie allen Gruseligkeiten antiimperialistischer Ideologie befasst – er wurde 2003 von Info-S und Schrippe, der am 03.02.09 seinen 28.  Geburtstag gefeiert hätte,  gegründet.  Natürlich konnte mich dieser kleine Lichtpunkt interner linker Kritik nicht mehr halten, aber zum Besuch der  5. Geburtstagsparty möchte ich doch wertschätzend aufrufen, siehe oben. Und wer sich für das Thema Querfront interessiert, ist mit der Yahoo-group in gut informierter Gesellschaft.

Wer sich auch am Mittwoch Abend  in Berlin  kulturell weiter entwickeln möchte, kann sich am Rande der unsäglichen  Berlinale in der Filmbühne am Steinplatz in Charlottenburg über den neuesten Coup aus der westlichen Werbeabteilung für das Mullahregime  informieren Es geht um einen Doku-Film mit Präsident Ahmadinedjad, der auf der heurigen Berlinale präsentiert wird. Im Gegensatz zu Hitlers privaten Berghof-Blondie hüpft um Eva Braun herum – Super8- Stummfilmrollen in Farbe geht es 2009 natürlich vertont zu.

references:
(ungeliebte) Internetseiten anonymisieren

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February 4, 2009 at 4:23 pm

Barmherzigkeiten aus Rom

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Mit der Rehabilitierung der Piusbruderschaft hat sich  Benedikt XVI einen grossen Batzen Arbeit zugeschanzt. Die abtrünnigen Brüder sollen nämlich ihren Gründungsgrundsätzen – der Ablehnung der Modernisierungen nach dem 2. Vatikankonzil – abschwören und in den Schoss der Mutterkirche zurückkehren. Radio Vatikan vermeldet folgendes vom Heiligen Vater:

„Ich habe vor einigen Tagen den Nachlass der Exkommunikation für die vier Bischöfe entschieden, die 1988 von Erzbischof Lefebvre ohne päpstlichen Auftrag geweiht worden waren. Ich habe diesen Akt der väterlichen Barmherzigkeit gesetzt, weil diese Prälaten mir wiederholt ihr tiefes Leiden an der Situation bekundeten, in der sie sich befanden. Ich wünsche, dass auf diese meine Geste das umgehende Bemühen von ihrer Seite folgt, die weiteren notwendigen Schritte zu setzen, um die volle Einheit mit der Kirche zu realisieren. Auf diese Art sollen sie echte Treue und echtes Anerkennen des Lehramtes und der Autorität des Papstes und des II. Vatikanischen Konzils bezeugen.“

Die Piusbrüder üben sich derweil in Provokation der Öffentlichkeit und Ablenkung vom eigentlichen Thema, der Anerkennung eines modernen Katholizismus. Stattdessen wird mit ungeheuerlicher Holocaustleugnung in der Rhetorik des Mullahregimes in Iran (versteckt hinter der bischöflichen Chiffre “ich glaube nicht an 6 Millionen vergaste Juden” ) auf die Juden eingedroschen. Der Vatikan wird so  blamiert und international unmöglich gemacht – erwartungsgemäss gibt es aus Teheran Beifall.  Ein rhetorischer Kunstgriff aus der Mottenkiste der Scholastik könnte den Piusbrüdern zur Hilfe gereichen, denn die Ermordungstechniken der Nazis waren tatsächlich nicht nur auf die tötungseffektiven Gaskammern in Auschwitz beschränkt. Es gab noch die Tötungstechniken Erschiessung, Arbeit, Verhungern und die Todesmärsche sollen auch nicht unter den Tisch fallen. In einer theologischen Disputation über ihren Antisemitismus sind die Piusbrüder also mit einigen Rechenkunststückchen über den Judenmord  gewappnet.  Der italienischen Piusbruder Don Floriano Abrahamowicz legt noch etwas drauf, er sagte,

“er wisse nur von Desinfektion in Gaskammern. Überhaupt habe das Thema Holocaust eine nicht angemessene “Übermacht” bekommen.

Gegen Ignoranz historischer Tatsachen ist wirklich kein Kraut gewachsen, ein Pope gibt seine Dummheit als Weihe des Nichtwissens zu, da war der englische Pius-Kollege geradezu vorsichtig in seiner Wortwahl.  Das Einzige, was der Papst von seinen abtrünnigen Glaubensbrüdern  erwartet, ist aber, dass  sie die Grundsätze ihrer Bruderschaft verlassen und die Ergebnisse des 2. Vatikankonzils annehmen. Ich kann mir übrigens beim besten Willen nicht vorstellen, dass Ratzinger als langjähriger  Leiter der Heiligen Inquisition  nicht wusste, welche krude Sekte er sich da in sein Haus holt. Er war für deren Exkommunikation führend vor seinem Papstjob zuständig. Ein wahrhaft katholischer Disput, der auf dem Rücken der Holocaustopfer ausgetragen wird.

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February 2, 2009 at 2:41 pm

Ist Ihnen langweilig?

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Fliegt mich diese Gemütsregung an,befasse ich mich z.B. mit der Linken. Ich könnte auch den Hund ausführen – wenn ich den noch hätte. Oder mit der Katze zum Tierarzt gehen,wegen der Impfungen. Oder meine Oma auf’m Friehof besuchen – o.k. , sie liegt eine unwirtliche Strecke enfernt von mir in der Erde.

Die Linke also. In den letzten zwei Jahren – Schrippe war noch feste dabei, das Verhältnis der Linken zur Nation freizulegen – war kein Anderer als Jürgen Elsässer ein lohnenswertes Untersuchungsobjekt. Sogar André von der eifrei kümmert sich um das Exempel der linken Selbstvergewisserung, das an Elsässer bzw. an seinen rechtsextremen Zuhörern jüngst statuiert wurde. Ich möchte die Reihe inhaltlich etwas erweitern,dazu ist dieser aufgefundene Text eine hilfreiche Innenansicht linker Ideologiebildung: Was ist in 2009 noch links? Grundsätzlich gehe ich davon aus, die Linke ist für ihre Ideologiebildung auch selbst verantwortlich. Den Faustkampf würde ich aber erst bei der Stellung einer  tatsächlichen Machtfrage erwarten,wenn eine gefestigte Ideologie politisch-praktisch umsetzbar geworden ist. Als symbolische Handlung, wenn sich die Fusstruppen rechts und links des Rubicon selbstfinderisch zu organisieren versuchen,ist die Gewaltfrage defintiv zu früh aufgemacht, eine kriminelle und sinnentleerte Tat. Das müsste doch linken- oder rechten (National-) Revolutionären auch  einleuchten.

references:
Querfront von Rechts nach Links

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January 22, 2009 at 7:36 pm

Rechtsextremismus im Advent

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Oder: Wie man mit einem neonazistischen (Ehren-) Mordversuch umgeht

Politischer Antifaschismus war das letzte Überbleibsel, das mich bis vor einiger Zeit  noch lose mit der Linken verband. In der liberal-libertären Strömung empfand ich die neutrale Äquidistanz zu den extremen Rändern oft sonderbar und die teilweise kumpelhaften Toleranzen zu rechtsextremer bis neonazistischer Ideologie (+ Praxis)  teilweise ekelerregend.

Es ist sicherlich eine richtige Einschätzung, Meinungsäusserungen in der politischen Diskussion freien Lauf zu lassen. In der aktuellen Debatte über den Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef scheinen mir aber Reflexe aufzutreten, die den Gefahren, die von rechtextremen Strukturen und Subkulturen auf eine offene Gesellschaft ausgehen, nicht gerecht werden können und die das vielleicht auch nicht wollen – je nachdem, wie stark das Feindbild auf den Staat als ursächlicher Grund für ausbleibende und beschränkte Liberalität  ausgeprägt ist. Dann werden die Staatsbüttel folgerichtig kaum oder gar nicht in Schutz genommen.

Ich halte es auch für äusserst Zweifelhaft, ob ein NPD-Verbot den Spuk der Neonazis beenden kann – es könnte allerdings der Ausbreitung und Verankerung des kaum diskutablen Ungeistes eine pekuniäre und parlamentarische Grenze aufzeigen. Für mich bleibt es weiterhin unerträglich, dass die  ideologischen Nachfolger des 3. Reiches mit Staatsknete ihr politisches Unwesen aufbauen können – für die SED-Nachfolgeorganisationen gilt das übrigens  ebenfalls. Die SED ist allerdings nicht substanziell auf die Staatsknete angewiesen, in der Wendezeit wurde ein Milliardenbetrag vor den “imperialistischen Kräften des Westens” in Sicherheit gebracht. Die Herren Bisky, Gysi, et al hüllen sich aber über ihre Sonderform “sozialistischer Kapitalflucht”  beharrlich in Schweigen.

weihnachten9 Wenn sich aber heute liberal dünkende Blogger über das Opfer des mutmasslich neonazistischen Mordanschlages in Passau lustig machen, komme auch ich in eine tiefe Überschattung. Der Lindwurm hat seine Konsequenzen aus der Passaudebatte z.B. über seine Blogrolle ausgedrückt. Ich übe mich noch etwas in Geduld. Spontane Hitzigkeit kann hilfreich sein, muss sie aber nicht.
Einen schönen vierten Advent 😉

PS: Ich halte mich aus dieser “spooky-debate” in klein Bloggersdorf  lieber heraus, meine Zeiten als Sektenbeauftragter sind nämlich unwiederbringlich vorbei.

Im Anhang habe ich einige interessante und aktuelle Artikel zum Thema zusammengestellt, Quelle ist der Newsletter von  respectabel vom 19.12.08:

Feilschen um die Zahl der Opfer
Rechtsextreme Gewalt. Frankfurter Rundschau 12.12.2008

«Viele Grüße vom nationalen Widerstand»
Der Polizeichef der bayrischen Stadt ist offenbar Opfer eines Racheakt eines Skinheads geworden: Der Angreifer erwähnte vor der Tat einen Zwischenfall bei der Beerdigung eines Rechtsextremen. Netzeitung 14.12.2008

Neues NPD-Verbotsverfahren im Gespräch
Politiker fordern hartes Durchgreifen. tagesschau.de 15.12.2008

“Noch nie eine so brutale Attacke”
Gespräch mit Richard Stöss, Rechtsextremismus-Experte der Freien Universität Berlin
Berliner Zeitung 16.12.2008

Schlummernder Feind
Das Passauer Attentat zeigt, dass der Rechtsextremismus nicht nur Minderheiten bedroht, sondern den Staat. Ein NPD-Verbot würde die rechte Szene deutlich schwächen. Süddeutsche Zeitung 16.12.2008

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December 21, 2008 at 12:32 am

Knockin’ on heaven’s door

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Hier nun die angekündigte Joerg Haider Poll Auswertung:Joerg Haider:Todesfahrt auf Kärntens Landstrassen, für diese Auswertung wurden die Ergebnisse vom 20.10.2008 um 11:08:49 MEZ ausgewählt.

Der Landeshauptmann Kärntens wurde ja am Sonnabend der Klagenfurter  Erde übergeben,selbst Gusenbauer fand moderate Worte für den verunfallten Landesfürsten,die Lobhudeleien mag sich jeder selbst zusammen googeln,eine kritische Berichterstattung der Vorgänge um das Trauergeschehen  ist beim Lindwurm in aller Ausführlichkeit einsehbar – nicht alle Ureinwohner Kärntens haben den kolportierten Lady-Di Projektionen freien Lauf gelassen.

Für mich vereinte Haider alle Widerlichkeiten des Rechtskonservatismus der Krauts,die mich schon in meinen jungen Jahren in die Arme der Westlinken getrieben haben: :Relativierung des NS-Regimes, völkisches Gesummse und das Einschlagen auf alle Minderheiten in einer modernen Gesellschaft mit weit offenen Anschlussflanken zum Rechtsextremismus,in Deutschland ist das bisher z.B. dem SS-Burschen Schönhuber gelungen.

Ich habe ein paar Tage die Diskussionen in der Blog- und Medienwelt verfolgt und dann meine Haider-Poll zusammen gerotzt

– die WP-Designer haben mit PollDaddy punktgenau ein ansprechendes Poll-Tool zur Verfügung gestellt – ,

die gängigsten Haider-Klischees wurden zusammen gestellt und meine hartgesottenen Leser haben fleissig mit abgestimmt, danke dafür 😉

Die Auswertung

Mit Abstand am häufigsten wurde der Aussage ” Wer zu Lebzeiten auf die Rassismuskarte gesetzt hat,soll sich auch nach dem Ableben nicht über geharnischte Kritik des Lebenswerks beschweren” mit 26% zugestimmt. My personal fave.

An zweiter Stelle kam die vielleicht provokante Aussage “Who the fuck is Joerg Haider?” mit 15% bei den Lesern an,ob hier taktisch Unwissenheit vorgetäuscht oder tatsächlich vorhanden war,entzieht sich meiner Kenntnis.Iss aber irgendwie sympathisch,diese Ignoranz.

Gleichauf lagen die egalitär-humanitär wirkenden Statements  “Populisten polarisieren halt,das ist auch noch Meinungsfreiheit in der Demokratie” und “Man sollte zwischen Privat- und Politikerperson differenzieren” mit 13% der abgegeben Stimmen – hier wird populistischen Politikern eine nützliche demokratische Funktion zugeschrieben,der Slogan “Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen” zieht bei diesen Abstimmern sicherlich nicht.Im Zweifelsfall wird eben noch hinzu gemenschelt,bis dass der Dachstein wackelt. Ob dieser Populistenbonus auch für die linken Genossen von der populistischen Heilsfront  verteilt wird,wage ich zu bezweifeln. Ich lasse mich aber von der Generosität dieser Abstimmungsrackets gerne auch vom Gegenteil überzeugen. We will see.

Mit 8% wurde die christlich versöhnliche Haltung  “Man muss die Toten ruhen lassen” propagiert, die Zäsur des Todes soll auch das Kriegsbeil begraben – der einst lebendigen  Person des Bedenkens und des Einwandes – sollen auf dem Weg zum “absoluten Wesen,das soviele Menschen verehren” posthum keine  Steine in den Weg gelegt werden. Für diejenigen, die an solche Bestimmungen glauben mögen, ist das ein nicht von der Hand zu weisender Versöhnungsauftrag. Atheisten und Agnostiker gehen aber dabei eher leer aus. Aber,man kann eben nicht alles haben.

Gleichauf mit dem christlichen Versöhnungsgedanken lagen die Abgrenzer mit dem Statement “Haider war doch kein Faschist sondern ein Rechtskonservativer”. Ein Versuch,den britischen und nordamerikanischen Konservatismusbegriff frei ins deutsche Feld zu übertragen. Ein Unterschied zur angelsächsischen Variante ist aber,dass die dortigen Konservativen sich nicht notorisch auf Hitlers Autobahn, den Reichsarbeitsdienst, das Mutterkreuz und die tolle Kameradschaft in Opis Waffen-SS und Wehrmacht beziehen müssen. Aber wen kümmern heute noch solche Kleinigkeiten? 8% fanden das Unterscheidungsargument bemerkenswert.

5% haben sich für die äusserst gemeine Verknüpfung entschieden “Natürlich war Haider ein Faschist,aber er war auch ein fescher Bursche”, Rechtsextremismus kann auch heimatverbunden-sexy daherkommen. Falcos Überlegung spielte dabei sicherlich eine grössere Rolle als das späte Outing des Landeshauptmanns als verklemmte Alpen-Schwuppe.

Gleichauf mit den Eingefangenen des gemeinen Kärntener Scharms liegen die dekonstruktivistischen, antikapitalistischen Schrammeln. Sie haben mit “Diese ganzen pathologisierenden Zuschreibungen – Alki, Raser, Homo – sind doch nur Konstruktionen,die das herrschende kapitalistische System stützen” den Bogen zum Grossen und Ganzen (kurz gesagt: zur Gesamtscheisse) entdecken können. Dieser ultimativen Systemfrage haben 5% einen Stellenwert einräumen wollen. Aber auch dem verschwörungstheoretischen Gedanken haben 5% mit “Insider der rechtsextremen Szene wissen: Der Mossad war’s” als nicht ganz unbedeutend eingestuft. israel als Feind des Friedens in der noch so kleinen Berghütte darf natürlich in dieser Kollektion nicht fehlen. Ach ja: Vergesst die 23!

Abgeschlagen mit 3%  kamen die Anhänger der Lehre vom industriellen-medialen Komplex “Es war bestimmt alles ganz anders,die Medien belügen uns sowieso” als Schlusslicht zu ihrem Recht.

Tja, Jörg.Du hast es also unfreiwillig geschafft und ich lasse mal die Wahl offen,mit welchem Interpreten des angemessenen Songs das Vorsprechen an der Himmelspforte begleitet wird.

Viel Diskussionsbedarf wird es ja bestimmt geben.

Bob Dylan – Knockin’ on heaven’s door Klick in der linken Seitenleiste ! Es werden ganze songs aus seinen Alben abgespielt,Zeit für eine kostenlose Überdosis BD?

Guns N’ Roses – Knockin on heaven’s door

Hier der Liedtext zum mitsingen

Knockin’ On Heaven’s Door

Mama, take this badge off of me
I can’t use it anymore.
It’s gettin’ dark, too dark for me to see
I feel like I’m knockin’ on heaven’s door.

Knock, knock, knockin’ on heaven’s door (4x)

Mama, put my guns in the ground
I can’t shoot them anymore.
That long black cloud is comin’ down
I feel like I’m knockin’ on heaven’s door.

Knock, knock, knockin’ on heaven’s door (4x)

Copyright ©1973 Ram’s Horn Music

references:
Jörg Haider: Mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen
Warum Schwule an ihrer Diskriminierung selbst schuld sind
Lady Jörg

Written by admin

October 21, 2008 at 7:40 am