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Archive for the ‘Rechstextremismus’ Category

Zuppis ultimative Haider-Poll

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Letzte Gedanken zum Ableben des “Königs von Kärnten” – mit virtueller Beteiligungsmöglichkeit:


Diese Poll wird nach dem Staatsbegräbnis des Landeshauptmanns ausgewertet.
Es gibt neue Erkenntisse zur genaueren Todesursache, die Titanic hat eine Ausländerbande der Täterschaft überführt. Über die Perspektiven von Haiders Fanclub BZÖ schiessen die Spekulationen ins Kraut,bevor der Grundgute richtig kalt und unter der Erde ist, wird seine Witwe Claudia sehr hoch als Nachfolgerin zu den Wahlen in 2009 gehandelt.

UPDATE 10.11.2008: Alles Quatsch, Haider lebt!!!

references:
Jörg Haider: Ein schwuler Tennisspieler?

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October 16, 2008 at 11:25 pm

Der Haider iss tot

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Diese Nachricht habe ich gerade beim Lindwurm gelesen,ein Autounfall beendete das Leben des umstrittenen Politikers. Falco wurde in den Achtzigern ‘mal gefragt,was wohl die Österreicher an Haider gut finden würden und er antwortete: “Er iss ganz rechts aussen und er iss halt fesch”.  Na ja,ein Janker-Fascho weniger in der EU.

UPDATE: Der Lindwurm ist nicht nur vor Ort in Kärnten unterwegs, er hält den Rest der weiten Welt auch auf dem Laufenden: Sehr lesenswerte Einschätzungen aus Haiders kleinem Königreich: Der Haider-Mythos bröckelt bereitsHaiders letzte große Show.

Zettel setzt gegen wie auch immer gearteten antifaschistischen Geifer die Würde des Toten und seines Amtes:  Zitate des Tages: “Europaweit unbeliebt”. Wahrscheinlich kategorisiert er den Haider auch in die politische Ecke so vieler rechtskonservativer Politiker,die optimistisch am rechten Rand operieren.

Natürlich ist das rechtskonservative  Spektrum noch weitestgehend unter dem Schirm der Meinungsfreiheit anzusiedeln. Trotz allem empfand ich bei vielen Kampagnen Haiders mehr als Würgereize: Wer auf schwache Bevölkerungsteile mit rassistischen Parolen einschlagert und diese dann zum gesellschaftlichen Abschuss frei gibt,darf immer mit meiner entschlossenen Gegnerschaft rechnen. Da lege ich natürlich nicht auch noch Blumen auf die Grabesstelle und ein r.i.p. verkneife ich mir selbstverständlich auch. Solchen Leuten wünsche ich im höchsten Falle die Dämonen,die sie zu Lebzeiten mit entfesselt haben. Das ist doch wohl sowas von klar.

References:
184 Km/h
Jörg Haider = Lady Di Kärntens?
Jörg Haider:1950-2008

PS: Dahrendord meldet sich zurück

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October 11, 2008 at 11:39 am

Köln stellt sich quer,versteht aber nur die Hälfte des Problems

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Dieses Wochenende ist breite Staatsantifa am Rhein gefragt, vom Roncalliplatz am Dom bis zum Gürzenich können sich Antifaschisten über die am Heumarkt anberaumte Antiislamisierungs-Konferenz der Rechtsextremisten von pro Köln informieren – wer proKöln noch nicht kannte,kennt sie spätestens heute –  Update: Die proKöln Demo ist von der Polizei abgesagt worden. Das nicht einmal 100 Aktivisten zählende Häufchen der Bürgerbewegung proKöln hat zum grossen Stelldichein der europäischen Rechtsextremen an den Rhein geladen, vorgeblich 1500 Konferenzteilnehmer werden erwartet: FPÖ/BPÖ, Vlaams Belang, Lega Nord, BNP bis hin zu Le Pen (der kommt aber nicht)  sind zu einer Konferenz gegen die Islamisierung Europas eingeladen worden, das rechtsextreme Lager bis zu den Stiefelnazis ist nach Köln aufgebrochen- den Konferenzort werden sie aber nur schwer erreichen, ein breites Bündnis heisst die Rechten eben nicht gerade willkommen in der Domstadt. Ob der kleine rechtspopulistische Kölner Haufen in der Lage ist, die europäischen Rechtsextremisten mit dem Moscheethema in seiner Masse nach Köln zu mobiliseren,ist allerdings fraglich – dafür erscheint proKöln als zu unbedeutende Kraft und in anderen europäischen Ländern ist die xenophobe Moscheekarte politisch auch schon ausgespielt. Die “Köln bleibt bunt” Szene scheuchen sie aber schon auf und die Kölner Innenstadt befindet sich dieses Wochenende im Ausnahmezustand, proKöln (mit 4,3 % im Stadtparlament) kann sich wieder als Opfer des Systems bei seinen Anhängern verkaufen.

Aufhänger für pro Köln war der längst beschlossene Moscheebau in Köln Ehrenfeld – ein Grossbauprojekt der DITIB, die dem türkische Staat seinen Zugriff auf die in Deutschland lebenden Türken auf religiöser Basis sichert. In Deutschland sind ca 150 Moscheebauten abgeschlossen, getragen werden diese über diverse Moscheebauvereine, die zum Teil äusserst bedenkliche politische Hintergründe haben. Z.B. die MHP, die mit den Grauen Wölfen einen rechtsextremen Schlägerhaufen auch in Deutschland betreibt, der dissidente Türken bedroht und auch mit der NPD beste Kontakte pflegt. Gleichzeitig ruft die MHP ihre Mitglieder und Sympathisanten auf,sich mit ihren islamistischen und nationalistischen Positionen in der hiesigen politischen Zivilgesellschaft  einzubringen. Eine ähnliche Strategie verfolgt Tariq Ramadan,der auch gerne in den linken Zusammenhängen als Platzhalter islamischer Integration in Europa abgefeiert wird. Protagonisten dieser schleichenden Islamisierungsstrategie gilt es zu erkennen und zu bekämpfen. Keine relevante gesellschaftliche Gruppe sollte solche Schariah-U-Boote auch noch mit aufbauen.

Den Aspekt der politischen Einflussnahme von zur Zeit Regep Erdogans Islampartei über die DITIB blenden Antirassisten oder Multikultiprotagonisten gerne aus. Sie tun so, als ginge es bei den Protesten gegen die Moscheebauprojekte nur um Ausländerhass und Antiislamismus. Hier verpennt auch die ausländerfreundliche Mitte bewusst einen Konflikt, der den Rechtsextremen immer mehr Köpfe in die Hände spielen wird. Die Kölner CDU-Fraktion hat sich auch vor diesem Hintergrund gegen das Ehrenfelder Moscheebauprojekt ausgesprochen – die Statdverwaltung war aber in ihrem Genehmigungsverfahren schneller als die regionalen Parteigrössen.

Es ist aber auch unverkennbar, dass die nicht vorhandene Integrationspolitk der Parteien und gesellschaftlichen Gruppen seit den 60er Jahren erst den Boden für die heute vordergründig religiös aufgeladenen Debatten bereitet haben – ich bezweifel stark,dass die Religionsausübung das Hauptproblem der Migranten ist. Sie trifft die hohe Arbeitslosigkeit mindestens genauso stark wie die Eingeborenen und strukturelle Benachteiligungen im Zugang zu Bildungseinrichtungen und Jobs lassen sich nicht mit Koranlesungen oder Gebeten lösen. Schäubles Islamkonferenz ist nur die Spitze der Peinlichkeit deutscher Integrationspolitk.

In einem säkularen,aufgeklärten Staat die Integration von Migranten über die Religion anzupacken, zementiert religiöse Rackets, die nicht in die Zukunft sondern rückwärts gewendet sind, die Opium für’s Volk in einer sonst kalten Welt bereit halten. Anstatt die Migranten an den Segnungen einer modernen Gesellschaft teilhaben zu lassen,werden sie religiösen Ideologen überantwortet. Das ist reaktionär und leider nicht nur die Domäne der Konservativen.

Wer die Migranten erst einmal auf Gottes befohlene Ränge verwiesen hat,wird längerfristig den Eingeborenen dieses Projekt auch nicht verwehren wollen. Ob sich das in Form von Betschwester Glorias Katholizismusphantasien oder im Zwangsdienst zum Sobotnik der Sozialisten ausformt, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Freiheit oder Emanzipation haben beide ethische Wellen jedenfalls nicht im Angebot, zu allerletzt natürlich die Kartoffelnasen von proKöln.

PS:

Political Streetlife:In Köln waren heute um die 40 000 Leute unterwegs, in Berlin ist die Friedensbewegung mit 2500 (Link) angetreten (Link) und in Hamburg kamen 100 zur Kundgebung zum Hungerstreik im Iran .

references:

  1. Islamkritik und »antimuslimischer Rassismus«
  2. Köln in Bewegung – Grüne in Bewegung
  3. Islam und deutscher Antifaschismus
  4. Debatte bei Spin.de
  5. Gut, daß wir verglichen haben
  6. Broder, Alter.
  7. „Köln war überschattet von zügelloser Gewalt“
  8. Volksfrontspektakel am Rhein
  9. Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!
  10. … ein Verbrechen?
  11. Von gelb zu braun
  12. Anti-Antis
  13. Daniel Leon Schickora
  14. Liegt Köln in Weimar?
  15. Kölner Verhältnisse
  16. Religion pervetiert den Verstand
  17. Der Rechtsstaat begibt sich in Geiselhaft
  18. “Freiheit die ich meine!”/Anmerkungen zu den Ereignissen in Köln
  19. YouTube-Eindrücke von Islamgegnern und deren Gegnern
  20. Tollerantes Kölle
  21. GEGEN DEN BAU EINES 2. TELL-STÜBCHENS IN KÖLN!
  22. Nach Köln: Was ist der Unterschied zwischen Rechts- und Linksextremen?
  23. Soldatenglück auf linker Friedensdemo in Berlin
  24. Bye bye Demonstrationsfreiheit?
  25. Pro Trottel + “Ein Sieg der Stadt Köln” + Forumsdisko
  26. Antiislamisierungskongress — Demolog- und beurteilung
  27. [Köln] Mehrere Tausend auf Antifa Demo
  28. Rassistischer Kongress in Köln – wer ist alles dabei?
  29. Antinazi-Blog
  30. PHÖNIX: Der Streit um die Kölner Moschee

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September 20, 2008 at 1:42 pm

Vera Lengsfeld regt sich auf

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Und zwar über die CDU: Linksradikale bekämpfen Rechtsextremismus mit Bundesmitteln. Und Dissi regt sich auch auf,nämlich über Vera Lengsfeld und ihre Anti-Antifa: achnö.de.

references:
Demagogie statt Debatte mit Bodo Ramelow

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February 18, 2008 at 10:11 pm

Mathias Kuentzel

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Als ich in 2002 die Broschüre “Djihad und Judenhaß – Über den neuen antisemitischen Krieg” aus dem ca-ira-Verlag das erste Mal las, war ich beschämt über meine politischen Fehlschlüsse, die mich jahrelang die Welt in Unterdrücker und Unterdrückte aufteilen liessen. Kurzum, ein antiimperiales Weltbild leitete meine Einschätzungen über globale Konflikte. Erste grobe Zweifel an diesen Einschätzungen überkamen mich im Herbst 2001 nach den Attentaten auf das WTC, etc. .. und die Reaktionen der “avantgardistischen”, linken Publizistik, die den antiimperialistischen modus vivendi an 9/11 in aller Konsequenz bis hin zur Verschwörungstheorie durchexerziert und die diesen Ungeist bis heute beibehalten hat. Ein Blick in irgendeine Ausgabe der jungen-welt illustriert diese Tendenz tagtäglich aufs Neue. Die Adepten der “Kritischen Theorie”, die sog. Adorniten, grenzten sich von dieser ideologischen Linie der revolutionären-radikalen Linken eindeutig ab.

küntzel djihad dt.Geradezu wohltuend ist der Text des Politologen und Publizisten Mathias Küntzel, der anhand historischer Linien des 20. Jahrhunderts den Djihadismus und den Judenhass aufrollt, ein Blick in das Inhaltsverzeichnis verdeutlicht die thematische Argumentationlinie des Autors:

  • I. Die Muslimbrüder und der Palästinakonflikt
    • Islamistische Avantgarde
    • Von der “Kunst des Todes”
    • Antideutscher Boykott
    • Antijüdischer Djihad
    • Die Muslimbrüder, der Mufti und der NS
    • Nashashibis gegen Husseinis
    • Die Heimstätte des NS
    • Krieg gegen Israel
  • II. Ägyptischer Islamismus von Nasser bis zur Gegenwart
    • Die Demütigung
    • Genosse Bruder Nasser
    • Islamismus unter Sadat
    • Einheit und Unterwerfung
    • Sayyid Qutb
    • Djihad gegen die Muslime
    • Islamisierung unter Mubarak
  • III. Der Djihad der Hamas
    • Islamistischer Terror im Gaza-Streifen
    • Die Charta der Hamas
    • El-Husseini und Arafat
    • Massenmord als Strategie
  • IV. Der 11. September und Israel
    • Bin Laden und die Muslimbrüder
    • Haß auf Amerika
    • Das antisemitische Fanal
  • Epilog: Der Mufti und die Deutschen

Insbesondere die Schnittmengen des islamischen Nationalismus (Muslimbrotherhood Egypt, Nasser), des palästinensischen Nationalismus unter Arafat und der Hamas mit der NS-Ideologie werden herausgearbeitet und so wird die ambivalente Haltung heutiger Nationalsozialisten zum Islamismus und Djihad als antiamerikanische und antisemitische Identifikationsfigur gegen die USA und Israel deutlicher. Aber auch die ideologische Querfrontstrategie von links nach rechts, die im Antiimperialismus zusammen findet, erhellt sich über diese historische Verbrüderungslinie in ihrem völkischen, militant antisemitschen Denken.

kuentzel jihad englishNun hat der US-Amerikanische TELOS-Verlag den in die englische Sprache übertragenen Text von Küntzel in sein Programm mit aufgenommen und die publizistische Aufmerksamkeit der Verleger wurde auf den Londoner Buchtagen in diesem Jahr belohnt, der Titel “Jihad and Jew-Hatred: Islamism, Nazism and the Roots of 9/11 (hardcover)” wurde mit einem Preis ausgezeichnet:

2007 LONDON BOOK FESTIVAL WINNERS The 2007 London Book Festival has named Matthias Kuntzel’s “Jihad and Jew-Hatred: Islamism, Nazism and the Roots of 9/11” as the grand prize winner of its annual competition honoring books worthy of greater attention from the international publishing community. Kuntzel’s work, released through New York-based Telos Press Publishing, traces the alleged impact of European fascism on the Arab and Islamic world, drawing parallels between ancient prejudice and modern radicalism. Now translated to English and updated from its German publication in 2002, Kuntzel’s examination of the roots of the current strife between cultures and religions and its impact on world affairs has earned him the festival’s grand prize of $1500 and a flight to London or Los Angeles.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis der englischen Edition ergibt eine weitestgehende thematische Identität mit der dt. Ausgabe:

Table of Contents
Foreword, by Prof. Jeffrey Herf
Preface
Introduction

1. The Muslim Brotherhood and Palestine

The Islamist Vanguard
On the “Art of Death”
Anti-German Boycott
Anti-Jewish Jihad
The Muslim Brothers, the Mufti and the Nazis
The Mufti’s Antisemitism
Nashashibis versus Husseinis
The Sanctuary of National Socialism
War against Israel

2. Egyptian Islamism from Nasser to the present day

The Humiliation
Comrade Brother Nasser
Islamism under Sadat
Unity and Submission
Sayyid Qutb
Jihad against the Muslims
Islamization under Mubarak

3. The Jihad of Hamas

Islamist terror in Gaza
The Hamas Charter
El-Husseini and Arafat
Mass Murder as Strategy

4. September 11 and Israel

Bin Laden and the Muslim Brothers
Hatred of America
The Antisemitic Signal
New Alliances

Epilogue: “…the Beginning of Complicity.”

Mathias Küntzel, herzliche Glückwunsche nun auch zur internationalen Anerkennung 😉

references:
Herzlichen Glückwunsch, Matthias Küntzel!

Schlussfolgerungen aus dem Horst Mahler Interview

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Wenn Michel Friedman mit dem braunen Horst beim Interview sitzt und dabei ein 14-seitiger Gesprächstext herauskommt, kann das ganz unterschiedlich verhandelt werden: Es wird der Dammbruch in die mittige Publizistik beklagt, Arno Lustiger zeigt die Zeitungsververantwortlichen wegen Volksverhetzung an, andere hoffen wiederum auf die Möglichkeit einer realistischeren Einschätzung der NPD-Strömung durch nationalverliebte, NPD sympatisierende Rechtskonservative.

Zettel ist ein ideologiegeschichtliches Detail im Denken des braunen Horst aufgefallen:

Daß einer Hegel und Hitler so miteinander verknotet, wie Marx das mit Hegel und Feuerbach gemacht hat.Der das tut, ist Horst Mahler, einst Chef- Ideologe der sogenannten RAF, heute ein Neonazi. Mitgeteilt hat er die Weltanschauung, die er sich aus Hegel und Hitler zusammengezimmert hat, in einem Interview mit Michel Friedman für “Vanity Fair”, das im Netz nachzulesen ist.

Diesen höchst interessanten Fragen wird Zettel in seiner Reihe “Horst Mahler – ein deutscher Denker, ein deutscher Täter (1): Ein Rückblick auf Hegel und Marx” in loser Folge nachgehen. Der Leser sollte Wissen, Mahler hat sich im Rahmen des “Deutschen Kolleg” intensiv mit dieser Verknotung seiner völkischen, nationalsozialistischen und antisemitischen Ideologie mit Hegel befasst und so eine nationalsozialistische Metatheorie entwickelt – eine braune Rekapitulation der 68iger-Pflichtlektüre, hier klingelt also der Nazi-Weltgeist philosophisch auf hohem Niveau.

references:
Wenn Michel Friedman mit dem braunen Horst …

… dem Infotainment verbale Watschen verpassen.

Written by admin

November 11, 2007 at 10:57 am