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Archive for the ‘Religion’ Category

Solidarität mit der iranischen Opposition

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Vordergründig tobt im Iran ein Machtkampf innerhalb der iranischen Mullahelite – Achmadimjed gegen Mussavi, Anerkennung des amtlichen Wahlergebnis gegen die Forderung nach Neuwahlen, Chamenei gegen Rafsanjani. Das kann man auch als Oppositionsbewegung bezeichnen, aber mein Begriff von Opposition geht weiter, er umfasst auch diejenigen Kräfte, deren Köpfe seit Jahren in den Gefängnissen sitzen, die exekutiert wurden, die notorisch von den Wahllisten gestrichen werden oder in’s Ausland fliehen mussten. Die Säuberung der Opposition im Iran läuft nun schon 30 Jahre, viele junge Iraner kennen diese Personen und Gruppierungen schon nicht mehr. Das Gift der Theokratie hat den Blick auf demokratische, liberale Denkarten verstellt. Der Hass auf den Westen und dessen Freiheit sitzt nun tief.

Ich habe weiterhin grossen Respekt vor den vielen Menschen, die in dieser Zeit  ihre Gesundheit und ihr Leben auf’s Spiel setzen, um für ihre Freiheit offen einzustehen. Von Märtyrertum und religiöser Eiferei halte ich allerdings wenig, sie hat in der Politik nichts verloren.  Es wäre schade, wenn die Iraner dem nächsten Rattenfänger auf den Leim gehen würden und einem Weggefährten von Ayatollah Chomeini traue ich schon garnicht über den Weg. Wäre es nicht viel reizvoller, demnächst an einer Loveparade auf den Strassen Teherans teilnehmen zu können, ein Rave bei guter Laune. Nur in den Seitenstrassen sitzen noch verbitterte, entmachtete Büttel des Mullahregimes, aber deren hasserfüllter Ideologie hört kein Mensch mehr zu.

references:
FREE IRAN NOW!
Iran: Cyber War Guide
Nachrichtensperre im Iran. Wird der Machtkampf heute entschieden?

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June 20, 2009 at 11:57 pm

Scholastik und WiWi °

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Die Katholische Theologie des Mittelaters ist die Mutter der Geisteswissenschaften, das wird nicht gerne gehört,aber es ist so. Stefan Blankertz hat mich in der letzten Zeit  immer wieder mit der Nase auf den Kern dieser Tatsache gestossen. Letztes Jahr im August ist mir die Errettung der Scholastik des Institut für Wertewirtschaft aufgefallen, Gregor Hochleiter kümmerte sich um die Wertlehre der Spätscholastik. Um was geht es bei der Scholastik allgemein methodisch betrachtet?

Scholastik, abgeleitet vom lateinischen Adjektiv scholasticus („schulisch“, „zum Studium gehörig“), ist die wissenschaftliche Denkweise und Methode der Beweisführung, die in der lateinischsprachigen Gelehrtenwelt des Mittelalters entwickelt wurde.

Bei dieser Methode handelt es sich um ein von den logischen Schriften des Aristoteles ausgehendes Verfahren zur Klärung wissenschaftlicher Fragen mittels theoretischer Erwägungen. Dabei wird eine Behauptung untersucht, indem zuerst die für und die gegen sie sprechenden Argumente nacheinander dargelegt werden und dann eine Entscheidung über ihre Richtigkeit getroffen und begründet wird. Behauptungen werden widerlegt, indem sie entweder als unlogisch oder als Ergebnis einer begrifflichen Unklarheit erwiesen werden oder indem gezeigt wird, dass sie mit evidenten oder bereits bewiesenen Tatsachen unvereinbar sind.

Der heute bekannteste Teil der scholastischen Literatur handelt von theologischen Fragen. Die Scholastik war jedoch keineswegs auf theologische Themen und Ziele begrenzt, sondern umfasste die Gesamtheit des Wissenschaftsbetriebs. Die scholastische Methode wurde als die wissenschaftliche Vorgehensweise schlechthin betrachtet.

Als wirtschaftsliberale Urgesteine gelten gemeinhin die Theoretiker Smith,Ricardo, Say etc..  und einer ihrer geharnischten Kritiker war Karl Marx. Die wirtschaftsliberalen Urgesteine oder Klassiker konnten ihrerseits auf ökonomische Vorarbeiten der Spätscholastik zurückgreifen. Thomas E. Woods Jr  eröffnet in seinem ef-Artikel “Kirche und Wirtschaft: Der freie Markt und der katholische Glaube” im Rahmen der Papstdebatte diesen scholastischen Denkraum ökonomischer Überlegungen der Magister des Mittelalters, das forthin nicht mehr so dunkel scheinen möge, wie allgemein angenommen – sein Buch „Sternstunden statt dunkles Mittelalter“ hat nun einen Platz auf meine Leseliste. So wird die retrospektive Kette auch des ökonomischen Denkens immer länger und ich komme dem liberalen Denken wissenschaftsgeschichtlich eine beachtliche Wegstrecke näher.

PS: Wer grundsätzlich Lust zum philosohieren verspürt,kann sich aktuell bei Zettel zum lesen und disputieren einfinden.

° = Wirtschaftswissenschaft

references:

Leben im Mittelalter
Wurzeln des Liberalismus

Veranstaltungshinweis Berlin: Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft

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Einladung der Amedeu Antonio Stfftung zur Präsentation der Broschüre: “Die Juden sind schuld” – Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus.

Dazu diskutieren am Mo d.  23. Februar 2009, 18.30 – 20.30 Uhr im Festsaal Kreuzberg:

  • Cem Özdemir (Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen),
  • Claudia Dantschke (Zentrum Demokratische Kultur),
  • Aycan Demirel (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus),
  • Susanna Harms (Amira – Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus),
  • Thomas Heppener (Anne-Frank-Zentrum),
  • Hanne Thoma (Task Force Education on Antisemitism) und
  • Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung)

antonio-amadeo-stiftung-logo

Die jüngsten Demonstrationen gegen den Krieg in Gaza und die Angriffe auf jüdische und israelische Einrichtungen in ganz Europa haben erneut gezeigt, dass es auch innerhalb arabisch- und türkisch-muslimischer Milieus offene antisemitische, demokratiefeindliche und islamistische Tendenzen gibt. Neben einer Analyse der aktuelle Situation und einer generellen Sensibilisierung für das Thema zeigen in der Broschüre Beispiele aus der Praxis wo und wie sich Antisemitismus in den beschriebenen Milieus zeigt und wie darauf pädagogisch reagiert werden kann. Erfahrungen und Handlungsansätze sollen Anregungen und Unterstützung für die Auseinandersetzung mit dem Thema bieten. Wir möchten mit Ihnen über diese Ansätze diskutieren und laden alle Interessierten herzlich in den Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130, Berlin 10999, U-Bhf. Kottbusser Tor ein.

Um Anmeldung wird gebeten, per Email (sebastian.brux  –  at  –  amadeu-antonio-stiftung.de) oder telefonisch (030 . 240 886 25). Falls Sie Interesse an der Broschüre haben, können Sie diese gerne für 5 Euro bei uns bestellen. Die Veranstaltung bei Facebook.

REFERENCES.
Tagesspiegel v. 24.02.09
Du Opfer!’ – ‘Du Jude!’ Antisemitismus und Jugendarbeit in Kreuzberg”

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February 21, 2009 at 5:57 pm

kurz notiert

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  1. Iran: Sonntagsreden zum 30. Jahrestag der islamischen Revolte
    Ahmadinejad: Iran welcomes Obama overtures by CNN
    Neue Übersetzungsprobleme im Hause Amirpur
  2. Bore-out-Syndrom und verhaltensbedingte Kündigung
    Fehlverhalten am Arbeitsplatz ‘mal anders betrachtet und wieder etwas Neues für die Arbeitsgerichte.
  3. Berlinale 2009: Ein moderner Protagonist von Hitlers feuchte Träumen (nicht von der NPD) im Forum und eine Protestveranstaltung am Potsdamer Platz.
  4. °Sie° ziehen weiter an den Strippen: Die Stadt, die es garnicht gibt, “Bielefeld-Verschwörung” wird verfilmt. Via frolueb

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February 10, 2009 at 5:11 pm

Man darf doch wohl noch den Papst kritisieren

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Vorab eine Verschwörungshypothese, um der Langeweile der Winterzeit zu entgehen: Das xenophobe Blognetzwerk PI (Political Incorrect) ist ein ideologischer Vorposten des säkularen PR-Flügels der Piusbruderschaft. Nachdem PI jahrelang in seinem Verständnis von Islamkritik darauf hingewiesen hat, dass der Prophet Mohammed ein Kinderschänder gewesen sei (Heirat einer Neunjährigen), trauen sich jetzt auch die Pius-Ultras aus der einzig wahren Christenkirche, diese Injurie öffentlichkeitswirksam zu platzieren. Herre, du bist enttarnt. — schnipp —-

Angie hat den Heiligen Vater aufgefordert, für eine ideologische Ordnung in seinem Laden zu sorgen, am Dienstag sagte sie:

Ich glaube, es ist schon eine Grundsatzfrage, wenn durch eine Entscheidung des Vatikans der Eindruck entsteht, dass es die Leugnung des Holocaust geben könnte, dass es um grundsätzliche Fragen des Umgangs mit dem Judentum insgesamt geht. Deshalb darf das nicht ohne Folgen im Raum stehen bleiben.

In der Frage der Holcaustleugnung durch die bekannten Piusbrüder sieht sich Angie aber grundsätzlich zur Meldung aufgefordert. Dafür bekommt die Bundeskanzlerin gehörigen Wind aus den katholischen Rackets in ihrer Partei (CDU/CSU-Fraktion)  in’s Gesicht geblasen. Herr Geis von der CSU und Bischof Mixa mögen diese Form der Einmischung in die Politik des heiligen Stuhls in Rom überhaupt nicht.
Heute hat Angie sich wiederum zufrieden über die Schritte der Kurie bezüglich der Holocaustleugnungen aus der Piusbruderschaft gezeigt:

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Widerrufsaufforderung des Vatikans gegenüber Bischof Richard Williamson begrüßt.

Woher sie diese Zufriedenheit bezieht,ist mir allerdings schleierhaft, denn der Vatikan fordert Williamson aufin unmissverständlicher Weise” öffentlich von seinen Erklärungen zur Shoah Abstand zu nehmen”, um seine “vollständige Rehabilitierung” zu erreichen. Wie würde denn bitte eine “unvollständige Reha” ausschauen?

Stefan Blankertz betrachtet die Papst-Causa als das Ausleben einer Machtfrage der Mehrheit (Vatikan) über eine Minderheit (Piusbrüder). Stefan Blankertz versucht zu verstehen,was ich mit der vorangegangen Feststellung gemeint habe und deckt einige Missstände in der Argumentation auf.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass sich die Politik aus kirchlichen Fragen heraushalten muss – wie umgekehrt die Kirchen die Politik in Ruhe lassen sollten, ausser man fragt sie zu bestimmten Sachverhalten ausdrücklich nach ihrer Meinung, das soll ja auch vorkommen.

Eine Merkwürdigkeit im Umgang mit Holocaustleugnung,-relativierung und dem Aufruf zum Judenmord hat die politische Mitte in Deutschland aber auch aufzuweisen. Es geht um die ungeheuerlichen Demos zum letzten Gazakrieg in Deutschland, die von pro-Hamas-Vereinen mit eben diesen gruseligen Forderungen und der Israelfahnenkonfiszierung durch die Polizei in Duisburg fragwürdige Blüten austreibt. Warum migrantische Meinungsführer auf der islamistischen Strasse in Deutschland anders behandelt werden, als ein britischer Würdenträger einer katholischen Sekte – oder sollte es besser “Würdenträger einer katholischen Minderheit” heissen? Malte Lehming hat folgende Hypothese aufgestellt:

Muslime werden im Westen nicht ganz ernst genommen. Ihr Antisemitismus gilt als eine Art Folklore, der wegen der besonderen kulturellen Rückständigkeit mildernde Umstände verdient hat – ein ideologischer Import aus Europa, der den Lehren Mohammeds nur übergestülpt wurde, ein Kunstprodukt, nichts Organisches. Darum dürfen bei Anti-Israel-Demos wegen des Gazakrieges selbst in Deutschland die übelsten Slogans skandiert werden. Würden Ethnodeutsche dieselben Hassparolen brüllen, wäre längst der Staatsanwalt tätig. Wer aber derart mit zweierlei Maß misst, ist entweder Ignorant oder Rassist.

Es geht also offensichtlich darum, wer etwas sagt und nicht darum, was inhaltlich vetreten wird. Zur Unterscheidung katholischer –  vs. islamistischer Antisemitismus hat Daniel das Überlegungsdickicht weiter durchdrungen: Warun Holocaustleugnung nicht gleich Holocaustleugnung ist.

Der Antisemitismus kommt alle Jahre in einem anderen Gewand daher – gegenwärtig  werden aus den Opfern der Nazis (Die Juden/ Die Israelis) die Täter am “palästinensischen Völkermord” konstruiert, d.h. dann “Opfer-der Opfer-Diskurs” – der origininäre Antizionismus erfindet immer neue Kampagnen.

Die Piusbrüder sind noch auf dem propgandistischen Wissenstand des “Historikers”  David Irving vor 10 Jahren – der sich wohl mittlerweile von den gröbsten Fehleinschätzungen seiner Holcaustleugnungen distanziert hat.

Es geht den Holocaustleugnern nicht um Meinungsfreiheit, sondern um die Öffnung immer neuer Türchen, um den Judenmord doch noch erfolgreich in die Tat umsetzen zu können – von daher erklärt sich auch die grosse Fangemeinde für Hitlers NS-Regime und seine mörderische “Endlösung der Judenfrage”. Momentan ist auf dem internationalen Parkett das iranische Mullahregime der tatkräftigste Unterstützer, ganz im Sinne des Ayatollah Khomeini, der Jerusalem von den Ungläubigen ( und das sind neben den Juden alle sonstigen Nichtmuslime ) befreien wollte. Dieses Ziel vertritt aktuell Ahmadinedjad und die islamistische Strasse haut diese Ideologie den westlichen Demolratien auf Demos lautstark um die Ohren. Das sollte man politisch Ernst nehmen und nicht unterschätzen.

PS: Ein Freund hat mir heute berichtet, er habe für Benedetto mehrere Rosenkränze gebetet, damit er die richtigen Worte in diesem Piusbrüder-Debakel finden möge.

references:
Der Weg zur Aufhebung der Exkommunikation Ein Gastbeitrag von Gorgasal bei Zettel
Widerstand ist farbenblind
Komische katholische Kirche
“Christusmörder”

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February 6, 2009 at 12:10 am

Barmherzigkeiten aus Rom

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Mit der Rehabilitierung der Piusbruderschaft hat sich  Benedikt XVI einen grossen Batzen Arbeit zugeschanzt. Die abtrünnigen Brüder sollen nämlich ihren Gründungsgrundsätzen – der Ablehnung der Modernisierungen nach dem 2. Vatikankonzil – abschwören und in den Schoss der Mutterkirche zurückkehren. Radio Vatikan vermeldet folgendes vom Heiligen Vater:

„Ich habe vor einigen Tagen den Nachlass der Exkommunikation für die vier Bischöfe entschieden, die 1988 von Erzbischof Lefebvre ohne päpstlichen Auftrag geweiht worden waren. Ich habe diesen Akt der väterlichen Barmherzigkeit gesetzt, weil diese Prälaten mir wiederholt ihr tiefes Leiden an der Situation bekundeten, in der sie sich befanden. Ich wünsche, dass auf diese meine Geste das umgehende Bemühen von ihrer Seite folgt, die weiteren notwendigen Schritte zu setzen, um die volle Einheit mit der Kirche zu realisieren. Auf diese Art sollen sie echte Treue und echtes Anerkennen des Lehramtes und der Autorität des Papstes und des II. Vatikanischen Konzils bezeugen.“

Die Piusbrüder üben sich derweil in Provokation der Öffentlichkeit und Ablenkung vom eigentlichen Thema, der Anerkennung eines modernen Katholizismus. Stattdessen wird mit ungeheuerlicher Holocaustleugnung in der Rhetorik des Mullahregimes in Iran (versteckt hinter der bischöflichen Chiffre “ich glaube nicht an 6 Millionen vergaste Juden” ) auf die Juden eingedroschen. Der Vatikan wird so  blamiert und international unmöglich gemacht – erwartungsgemäss gibt es aus Teheran Beifall.  Ein rhetorischer Kunstgriff aus der Mottenkiste der Scholastik könnte den Piusbrüdern zur Hilfe gereichen, denn die Ermordungstechniken der Nazis waren tatsächlich nicht nur auf die tötungseffektiven Gaskammern in Auschwitz beschränkt. Es gab noch die Tötungstechniken Erschiessung, Arbeit, Verhungern und die Todesmärsche sollen auch nicht unter den Tisch fallen. In einer theologischen Disputation über ihren Antisemitismus sind die Piusbrüder also mit einigen Rechenkunststückchen über den Judenmord  gewappnet.  Der italienischen Piusbruder Don Floriano Abrahamowicz legt noch etwas drauf, er sagte,

“er wisse nur von Desinfektion in Gaskammern. Überhaupt habe das Thema Holocaust eine nicht angemessene “Übermacht” bekommen.

Gegen Ignoranz historischer Tatsachen ist wirklich kein Kraut gewachsen, ein Pope gibt seine Dummheit als Weihe des Nichtwissens zu, da war der englische Pius-Kollege geradezu vorsichtig in seiner Wortwahl.  Das Einzige, was der Papst von seinen abtrünnigen Glaubensbrüdern  erwartet, ist aber, dass  sie die Grundsätze ihrer Bruderschaft verlassen und die Ergebnisse des 2. Vatikankonzils annehmen. Ich kann mir übrigens beim besten Willen nicht vorstellen, dass Ratzinger als langjähriger  Leiter der Heiligen Inquisition  nicht wusste, welche krude Sekte er sich da in sein Haus holt. Er war für deren Exkommunikation führend vor seinem Papstjob zuständig. Ein wahrhaft katholischer Disput, der auf dem Rücken der Holocaustopfer ausgetragen wird.

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February 2, 2009 at 2:41 pm

Sonntag

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Das Mullahregime in Iran feiert nun sein 30 jähriges Bestehen – bei Erich wurden es ja bekanntlich 40 Jahre – und Ramon hat einige interessante Details zum denkwürdigen Datum auf seinem Blog bereit gestellt. Ob der 32. Jahrestag noch als Mullahstaat mit Atomraketen befeiert werden wird, ergibt der Weltenlauf. Obamas ausgestreckte Hand nach Teheran wird ja wohl von den Mullahs – als Zeichen der Schwäche –  nicht angenommen, der Ruf des Mahdi ist wohl zu verlockend.

Pünktlich zum Geburtstag des Mullahregimes wollen natürlich die Kulturschranzen von der Berlinale 2009 nicht hinten anstehen – sie stehen bei Lobhudeleien auf den schiitischen Gottesstaat seit Jahren nicht hinten an sondern sie sind ganz vorne bei den Jubelpersern auf Khomeinis Erbe dabei. Es wird ein filmisches Portrait des Präsidenten Ahmadinedjad gezeigt. Das dies in Berlin nicht ohne Einspruch geschieht, ist auch erfreulich.  Mehr Infos gibt es  bei dissi.

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February 1, 2009 at 7:29 pm

Gedanken zum Wochenende: WEF und der Papst

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  1. Das WEF ist ja für verschiedenste Zwecke nützlich: Die Elite der Welt kann sich informell in ansprechender Athmosphäre treffen, das Ambiente des Bergortes kann jeder in Thomas Manns Zauberberg trefflich nachlesen. In Zeiten der Krise ist der Austausch sehr wichtig. Nun hat sich die Schweiz seit je her als Hort der Freiheit und des Freigeistes inszeniert. Mit dieser Prahlerei war es aber dieses Jahr zum WEF vorbei. Um den chinesischen Staatschef nicht zu verärgern, wurden jegliche symbolische Anspielungen auf den Tibetkonflikt aus dem Strassenbild von Davos verbannt, von Protesten ebenfalls keine Spur. Vor 10 Jahren sorgte die Tibetsoli in der Schweiz für grosse Irritationen zwischen China und der Schweiz. In 2009 verneigt sich die schweizer Politik vor den Staatsführern totalitärer Regime und macht selber auf totalitär.  Meinungsfreiheit Adieu. HATTIP: WEF-Blog des Schweizer Fernsehens.  In England ging  es darauf  zu wie in Bagdad zur Zeiten von GW Bush junior;  der chinesiscbe  Präsident wurde an der Uni-Cambridge mit einen Schuh beworfen.
  2. Was ist aus der Rehabilitierung der Piusbruderschaft und dem antisemtischen Bischof aus England durch Benedikt XVI abzuleiten? Die Popen sollten sich aus politischen Fragestellungen heraushalten und sich nur um ihre Glaubensangelegenheiten kümmern. Und für die Piusbrüder gibt es bestimmt interessante Konferenzen, um sich über die Holocaustindustrie auszutauschen, der iranische Ministerpräsident lädt ja gerne auch die westliche Welt ein. Wenn der Katholizismus im 21. Jahrhhundert ein offenes Herz für Holocaustleugner und Antisemiten hat, müssen das die Katholiken unter sich ausfechten – einige kritische Wortmeldungen aus den Bischofsrängen gibt es ja bereits und es wird nun auch publizistisch von einem “Rechtsruck” durch Ratzinger  im Vatikan gemunkelt. Dieses ganze Harmonie- und  “wir haben uns alle so lieb” – Trallalla ist doch nur für die Tonne. Ich halte von dem ganzen Verein sowieso nichts.

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January 31, 2009 at 7:29 pm

WEF in Davos

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Mein letzter Besuch in dem wunderschönen Ort ist acht Jahre her. Ich war dort auf Einladung einer schweizer Umweltorganisation,die sich mehr Gehör bei der Hochfinanz und der  etablierten Politik versprach. Ich sollte die ganze Aktion am WEF dann  filmisch einfangen  – es kamen 45 Minuten Rohmaterial, eine kaputte Kamera und meine jaucheverseuchte Wintersportmontur dabei heraus. Die Sicherheitskräfte  identifizierten uns als  feindliche Alliens und der Wasserwerfer mit Kuhpissefüllung verjagte die publicitygeile Meute.

In 2009 geht es hochkarätig zu. Am Donnerstag Abend kam es beim WEF gegen Ende  einer Nahostdebatte mit Shimon Peres  zu einem Eklat, Erdogan verliess wütend das Podium. Der Moderator David Ignatius  habe ihn  in der Redezeit benachteiligt, so der indignierte  Erdogan. Der WEF Gründer Klaus  Schwab konnte die Situation auch nicht mehr retten, Wie es scheint, hat Erdogan mit diesem Auftritt in der Türkei offene Türen eingerannt:  Erdogan “Eroberer von Davos”, der Wortlaut der Streitdebatte zwischen Erdogan und Peres ist hier bei WELT-Obline abgelegt. Offensichtlich benutzen nicht nur durchgeknallte Mullahs aus dem Iran oder ewig gestrige Antiimperialisten den Nahostkonflikt, um sich international in Szene zu setzen. Die Türkei als Beitrittskandidat zur EU inszeniert sich unter Führung der AKP  als eurasischer Vermittlungsstern am Firmament einer islamistischen Front, die von der EU befördert wird, die USA sind da schon realistischer. Und dazu ist der AKP jedes Forum das Richtige. Ob vor gut einem Jahr in der Köln-Arena vor türkischen Migranten oder beim heurigen schweizer WEF. Welche Natter die EU mit der AKP an ihrerm Busen nährt, das darf nicht gedacht werden. Immerhin vertritt die EU als Agenda des Fortschritts in der Türkei die Schwächung des Militärs s , da wird der Islamismus  und  die zunehmende  Zurückdrängung des Säkularismus bereitwillig mit einberechnet. Erdogan mutiert immer mehr zur Figur eines Hugo Chavez in Europa. Öl hat er nicht als Verhandlungsmasse anzubieten, aber Herr über die Energiepipelines für Europa ist er schon.

references:
Erdogan, Ahmadinedschad…und Eko Fresh
Die Frage, Herr Erdogan

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January 30, 2009 at 1:04 am

have a nice weekend

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Am Freitag haben mich die Bazillen endgültig erlegt, ich hüte das Krankenbett und bekomme mal wieder viel zu viel Fernsehen mit: Der ehemalige Kofferträger des Gasmanns aus dem Bundeskanzleramt bemüht sich im mittleren Osten um Frieden – und meint nur die Aufrechterhaltung eines Status Quo, der die jahrelangen Raketenbeschüsse der Hamas auf Israel in seinem zynischen, sozialdemokratischen Friedenshirn als diplomatisches Ziel unbeirrt mit auf seiner Agenda behält. Ein Grund mehr, der Sozialdemokratie die Regierungsverantwortung im September aus der Hand zu nehmen.

Die “deutsche Strasse” gibt sich wie immer mehrheitlich friedensbesoffen, ihre antiwestlichen Gemeinsamkeiten mit der “islamistischen Strasse” treffen sich punktgenau im Feindbild auf Israel – dem Mullahregime in Teheran muss darüber das Herz im Busen hüpfen, islamistischer Terror lohnt sich also nicht nur in Gaza oder Südlibanon.

In Berlin haben sich heute Nachmittag einige Tausend Freunde Israels zusammengefunden, um für Israels Recht auf Selbstverteidigung zu demonstrieren (Fotos) – in Frankfurt am Main waren es weit über Eintausend. In einigen Städten werden israelfahnentragende Bürger von Islamisten, Linken und Polizei gleichermassen als Provokation eingestuft. Eine fragwürdige Übung, die sich seit Jahren zum Ritual der Exekutive bei antisemitischen Aufmärschen verdichtet: Sind wir nicht alle ein bischen Chomeini?

Die Verantwortung der Mullahs aus Teheran für die beklagenswerte Lage der Bewohner des Gazastreifens kann nicht oft genug herausgestellt werden. Hamas hat mit ihrer Agenda der Vernichtung Israels ganz Gaza in Geiselhaft genommen. Es scheint mir  höchst unvernünftig, dass sich die Araber über Jahrzehnte von ideologischen Extremisten am Nasenring durch die Zeitgeschichte ziehen lassen, zunächst von den panarabischen Nationalsozialisten (Muslimbrüder, PLO , PFLP) und nun von den Islamisten der Hamas. Äquidistanz ist dabei die falsche politische Strategie, sie spielt nur dem Kalkül der Mullahs zur Vorherrschaft auf der islamistischen Strasse in die Hände, die mit der A-Bombe eine ganz neue Wucht gegen die Demokratien und den Westen aufbauen. Wer sich gegen dieses Ansinnen nicht verwahrt, hat doch nicht mehr alle Tassen im Schränkchen.

references:
Die islamistische Strasse in Duisburg (Video)
Lila: Leseproben
A-Team: Solidarnosc
A-Team: Bestimmen Islamisten polizeiliches Handeln?
anaximander: Europa hat den Judenhass reimportiert
dissi: frieden durch kalifat
Zettel: Der alte Nahost-Konflikt ist Geschichte. Der Gaza-Krieg macht die neuen Fronten deutlich. Bericht über drei aktuelle Analysen

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January 11, 2009 at 8:03 pm

“Ich halte mich da heraus”

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Wie Zuppi dem Weihnachtsgedöns entkam – und dann doch wieder nicht

Mir war und ist dieses Jahr überhaupt nicht weihnachtlich zu Mute. Das hat nichts depressives oder misanthropisches, sondern ich verspüre nichts Aussergewöhnliches in dieser Saison: Kein Beschenkungswahn, habe auch nichts gut zu machen und alte Kontakte mag ich auch nicht reaktivieren. Dienstlich habe ich mit allerlei individualpsychologischen Referenzen zum Weihnachtsfest zu tun – ich arbeite seit 1992 immer in dieser Zeit. Wenn saisonale Probleme auftauchen, werden Lösungsstrategien erarbeitet, wer keine Probleme damit hat, mag sich an dieser Zeit uneingeschränkt erfreuen. (Ich knobel übrigens noch an einer Retro auf die Weihnachtlichkeiten in meinen erlebten siebziger Jahren, mal sehen,ob das etwas wird)

Heute habe ich mich nach meinem Dienst und den Lindgren-Filmchen ( ein Pippi Langstrumpf- oder Michel-Film kommt ja immer in dieser Zeit)  erst einmal hingelegt und geschlafen. Es sollte ein chilliger Abend werden, ohne viel Mache und Tue.  Nach dem Abendbrot klingelt ein Nachbar aus dem Nebenaufgang und schildert sein krisenhaftes Geschehen: Der georderte Weihnachtsmann  habe ihn hängen lassen, die  Lütten warten schon seit Stunden auf den Gesichtspelzträger in Rot-Weiss. Die aus Aachen angereisten Grosseltern beklagten die Dienstleistungswüste Ostdeutschland, die Gattin bezweifelt keifig das Organisationstalent ihres Angetrauten. Kurzum, der Mann wirkte geradezu panisch, weil der Haussegen mächtig zu wackeln begann. In früheren Zeiten hätte ich dem Mann ein “selbst Schuld,wenn Du auf diesen ganzen wir-haben-uns-ja-alle-so-lieb-Scheiss abfährst” entgegen gerotzt und die Korridortüre zuknallen lassen. Wieder ein Mitmensch, der mir niemals mehr mit absurden Anliegen auf die Nerven gehen wird.

Mir gingen dieses Mal ganz andere Gedanken durch den Kopf: Der ältere Bub bringt regelmässig den Müll ‘runter – er missachtet aber genau wie ich immer die Regeln der Mülltrennung. Die Kleine Tochter rennt immer mit einem völlig zerfetzten Teddybären durch die Gegend, den sie nie aus der Hand gibt. Die Gattin ist eine toughe Berliner Grossstadtblondine mit Durchsetzungsvermögen und der Mann betreibt mit dem Charme eines Rheinländers eine Imbissstube in der City, ich esse etwa einmal im Monat eine Currywurst oder einen Schaschlickspiess bei ihm und ich lebe immer noch.

Mmmhhh, ach ja, ich habe eine Ausrüstung in Rot-Weiss, meine schwarzen Botten liegen im Keller. Einen Sack für die Geschenke kann der Vater beisteuern, auf eine Rute wird nach kurzer aber heftiger ideologischer Debatte auch verzichtet – ich hassse dieses Unterdrückungsmittel seit frühester Kindheit –  und ich trage neben einem weissen Bart, Zipfelmütze und Anti-SARS-Mundschutz natürlich meine Sonnenbrille. Im Kopfhörer wird ein Album der Backyard Babies etwas lauter abgespielt.

Ich brülle einen in etwa vereinbarten Text zu den ungeduldigen Kids, übergebe die Präsente. Der Grossvater ist schon besoffen, stört sich aber sichtlich an meinem unkonventionellen Auftritt, Oma schaut nur verdutzt mit grossen Augen auf die Erscheinung, die als Weihnachtsmann in das zerklüftete Familienidyll eingebrochen ist. Die wasserstoffblondierte Gattin ist weiterhin nicht vom Organisationstalent ihres Ehemannes überzeugt. Die Kinder freuen sich über die nun endlich ausgepackten Präsente. Die Weihnachtsbaumspitze hängt irgendwie schief.

Frohes Fest.

references:
Eine Frage der “Zeit”. Ein paar Happen Philosophie
Merry Christmas your arse, I pray God it’s our last
Weihnachten in Franken….
Die Weihnachtsfeiertage…

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December 24, 2008 at 11:12 pm

Die Bibel

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Während sich in Deutschland neurasthenische, drogensüchtige Laienschauspieler mit der grossen Christenschwarte ein Zubrot verdient haben, gibt es in der britischen Comedy die ultimative Vorstellung der bedeutenden Geschichtensammlung des Abendlandes: Ricky Gervais – der ein wenig von Dave Allens Humor abbekommen hat – wird von Michael Kastner vorgestellt. Ganz grosses Kino 😉

PS: mmmatze public hearing train experience

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November 23, 2008 at 10:23 am

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Ideologische Grenzgänge

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Damien widmet sich in einer neuen Serie dem linken Dekonstruktivismus: “Freundschaft als Lebensweise”. Wie Schwule, die nicht schwul sein wollen, ihr Heil im Islam suchen (Teil 1). Wer sich für intellektuelle Schleichwege (aus dem Judith Butler Phantasialand) totalitär verwirrter Hochschulabsolventen interessiert,wird Erkenntnisgewinne aus der Lektüre mit nehmen.Möglicherweise ist der Prozess einer Konversion vom Linksradikalismus zum Islamismus virtuell und  in vivo zu begleiten. UPDATE: Teil 2

PS: Der praktische Bezug ist antischwule Gewalt.

Written by admin

October 30, 2008 at 11:39 pm