Raumzeit

et Philolog

Archive for the ‘TV’ Category

Karl Malden,RIP

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Die gewohnten Schauspieler aus meiner Jugendzeit sterben weg, heute nun hat es Karl Malden (Mladen Sekulović,) im biblischen Alter von 97 Jahren erwischt. Ich schätzte ihn sehr  für die Rolle des Detective Lt. Mike Stone  in den Strassen von San Franzisko, gemeinsam mit Michael Douglas, der hoffentlich noch viele Jahre auf dem Paneten weilen wird.

malden douglas

Im “Wer ist dir lieber Blog” könnt ihr mit abstimmen …. KLICK

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July 1, 2009 at 10:57 pm

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Wolfsrudel im ZDF

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Nun ist der neueste Coup im  Erinnerungsdiskurs auch wieder bei Kreti und Pleti angekommen. Im ZDF kommt heute nach dem Bergdoktor der erste Teil des Dreiteilers “Die Wölfe”.  Eine Telenovela, historisch angesiedelt zwischen dem Ableben von Blondie und dem  Mauerfall. Von der Trümmerjugend zum vereinigten Vaterland in 1990.

references:
Karin war vom 1. Teil schon begeistert

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January 29, 2009 at 9:07 pm

Der Zettelkasten

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Wissenserschliessung in einer digitalen Welt.

Kompagnon A5

Kompagnon A5

In der analogen Zeit habe ich mir Sachverhalte aus Bibliotheken und Archiven mit Hilfe von DIN-A-5  Notizbüchern (ähnlich diesem Kompangon), meiner Praktica-Kamera und Karteikästen aus Holz erschlossen – heute übernimmt das ein Subnotebook oder der Palm. Texte wurden handschriftlich vorbereitet, mit der Kugelkopf- oder später einer Typenrad-Schreibmaschine in die letzte Form gegossen, dafür gab es kompetente Schreibdienste – ich frage mich bis heute, wie die Leute  dort mein Gekrakel so fehlerfrei entziffern konnten. Kopierdienste oder -studios haben dann den Verfielfältigungrest erledigt. So war sie, die gute alte Zeit.

Mit Helga vom Tellstübchen (dort wird eben nicht nur hochprozentig konsumiert sondern auch gelegentlich vielversprechend nachgedacht oder zuletzt auch dem  Kabarettsternchen Wolfgang Neuss aus Charlottenburg  zum 85. gedacht)  hatte ich in den letzten Monaten öfters die Systemtheorie und Olle Niklas Luhmann – “die Welt ist über die Analyse von Kommunikation erschliessbar” –  in der Mache. Wir nahmen uns dazu  die eine oder andere Hermeneutik z.B. von Siggi Freud vor. Etwa zu gleicher Zeit hat Marco vom nerone-Blog eine schmale Anwendung – den  Zettelkasten (800kb) von Daniel Lüdecke aufgetan. Daniel hat Luhmanns Zettelkasten zur Anwendung  programmiert und freundlicherweise kostenlos  im Netz abgelegt.

Ich habe nun beschlossen, den Versuch systemtheoretischer, digitaler  Felderschliessung  mit Hilfe des Zettelkastens aufzunehmen. Premiere wird aller Voraussicht nach das Buffy-Thema werden. Ob aus mir – hermeneutisch verdorben bis zum jüngsten Tag – wohl auch noch ein Systemtheoretiker werden kann? Im Zweifelsfall wird es  eine Selbstbedienung im methodisch-technischen Steinbruch des Hildesheimers.

Luhmanns Zettelkasten

PS: (offtopic)  Nun meuchelt der Klima- und CO2-Wahn der EU auch noch das Andenken an Edison einfach dahin, das Siechtum der Glühbirne ist beschlossene Sache – sachliches zu Staatsraub und EU-Warentotalitarismus gibt’s bei Zettel. Ich aber sage: Der Krug geht solange zum Brunen, bis er bricht. Nimmst Du mir Glühbirne weg, mach’  ich Athen-Exarchia!

references:
Herr Paule zum Arbeitstechnikfetisch:Wissen unter Kontrolle

Schlager

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Daliah Lavi gehört für mich defintiv nicht in die Kategorie “Musik aus dem Giftschrank” – diesbezüglich hat der dt. Schlager wirklich unendlich viel Material im Archiv. Ich mochte ihre Lieder und Auftritte eigentlich immer.
Jerusalem

Willst Du mit mir gehn ?

… und der gleiche Titel ca. 30 Jahre später :

references: 
MATISYAHU – Jerusalem  (wiki)

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December 8, 2007 at 8:47 am

Doku von Malte Ludin in der ARD

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2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß. Raumzeit berichtete bereits im Februar 2007 über diese Doku, sie wurde auf arte-tv ausgestrahlt.

ARD, Di 07.08.2007, 22.45 , 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

Deutschland 2004 – Regie: Malte Ludin – Prädikat: besonders wertvoll – FSK: ab 12 – Länge: 85 min. – Start: 7.4.2005
2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß Hanns Elard Ludin

Beschreibung

Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt – mit all der Leidenschaft, zu der nur Familienbande fähig sind.

Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den “Schutzstaat” Slowakei. Als “Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches” soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die “Endlösung”. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Diese Tatsachen nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher? Auf einmal sind alle bereit zu reden: Die Schwestern, Schwager, Nichten und Neffen …

Es entsteht ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument – ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend kontroverse Rolle.
Text & Foto: Plan 7

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August 5, 2007 at 5:03 pm

Mauertote stören, hüben wie drüben

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Die Erinnerung an die Realitäten der beiden dt. Staaten verblasst zunehmend, dem Schrecken oder der Freude ist die Ignoranz gefolgt – wie vor dem Mauerfall auch. Die Büttel des ehemaligen SED-Regimes sind hüben wie drüben z.B. durch die historischen Arbeiten von Hubertus Knabe benannt, Gauck/Birthler tun ihr mögliches dazu. Der ethische Preis, den die Realpolitik der BRD dafür bereit war zu zahlen – die Mauertoten 1961 bis 1989 – ist noch nicht benannt, geschweige denn gesühnt worden. Dieser Problematik ist auch nicht über den politologischen Vergleich der ehemaligen Demagogien der CDU- oder SPD-Ostpolitik und DDR-Politik beizukommen, sie haben sich bis in die 80iger verwechselbar angeglichen. Es sind über hundert Menschen an der dt.-dt.-Grenze ermordet worden, viele Tausend wegen Republikflucht in den Knast gewandert. Die juristische Bearbeitung via Mauerschützen-Prozesse war kläglich, weil die Systematik “DDR-Staat+Vereingungsvertrag” so gut wie keine Verantwortlichen hinterliess – die restlichen Zweifelsfälle konnte RA Diestel für seine Jungs von der NVA vor den Gerichten durchklagen. Im selben Masse sind aber die politischen, bundesrepublikanischen Verhandler der Misere zwischen 1961-89 noch garnicht in einen Verantwortungsdiskurs gezwungen worden. Diese Doku kann dem Mangel mit abhelfen, bevor diese Politikerkaste klammheimlich wegstirbt oder in demenzieller Verblödung ihr Restaltenteil in gepflegter Athmosphäre absitzt.

Gueffroy CrossTV-Tip von Zettel , nicht nur für DDR-Ostalgiker: Tote an der Mauer
Die Sendung heißt “Wenn Tote stören” und wird heute von der ARD ab 22.45, also nach den “Tagesthemen” ausgestrahlt.

“Am Nachmittag des 12. Februar 1987 verabschiedet sich der junge Ost-Berliner Lutz Schmidt von seiner Frau, um im Kombinat “Autotrans” seine Nachtschicht anzutreten. Was Karin Schmidt nicht weiß: Heute ist der Tag X, an dem ihr Mann über die Mauer nach Ost-Berlin fliehen will. Zusammen mit einem Kollegen überwindet er die tiefgestaffelten Sperranlagen bei Treptow mit einer simplen Leiter. Sein Freund schafft den Sprung in den Westen, Lutz Schmidt wird an der letzten Grenzmauer von der Leiter geschossen – Tod durch Herzschuss. Seine Familie wird anschließend jahrelang von der Stasi observiert und drangsaliert. Er ist einer der letzten Mauertoten.
Mehr als 120 Mauer-Tote
Mehr als 120 Menschen sind bis dahin an der Berliner Mauer gestorben. Frauen, Männer, Kinder, deren Verbrechen darin bestand, der Mauer zu nahe zu kommen. Seit dem Mauerbau 1961 war die deutsch-deutsche Grenze in Berlin die bestbewachte und meistgehasste der Welt. Die Mauer sollte Ostdeutsche von Westdeutschen trennen, für immer, ohne Ausnahme und ohne Gnade. Auf beiden Seiten arrangierten sich die Politiker – billigend oder missbilligend – mit dem mörderischen Grenzregime. 28 Jahre lang.
Tragische Beispiele
Der Film zeigt drei tragische Beispiele von Mauertoten, deren Fälle vollständig auf Grundlage offizieller Dokumente rekonstruiert wurden. Dazu berichten Politiker beider Seiten, warum bis zur Wende 1989 kein Mittel zur Beendigung des Sterbens gefunden wurde.”

references:
Das vermutlich letzte Maueropfer:Ulrich Mühe
  von Euckens Erbe
Maueropfer wiki

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August 1, 2007 at 7:08 pm

Doku: Hans-Joachim Klein

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Hajo Klein Mountains Ein deutscher Terrorist.Die Geschichte des Hans-Joachim Klein. Tip von Zettel.

Problemlage: Klein ist über die Kronzeugenregelung glimpflich davon gekommen, er hat sich in Frankreich als Bauer niedergelassen. In der Doku geht er an die Frankfurter (und Pariser) Plätze seiner aktiven politischen Vergangenheit zurück, Namedropping, krude Kriterien der legetimen Gewaltausübung und biografische Marken werden zusammen getragen. Interessant ist vor Allem die Ausstiegsmotivation: Ich bin doch kein Killer, der Auftragsmorde begeht. Den Rest hat Zettel in seinen Überlegungen über die Zelle bereits zusammen getragen – Ergaenzungen zu Klein finden sich auch im Forumsthreat. Es bleibt für mich immer noch die Beatwortung der Frage offen, ob der Terror von RAF und 2. Juni wirklich nur als kriminelle Handlung zu fassen ist, oder ob die soziale + politische Motivik der noch zur Verfügung stehenden Protagonisten ein vollständigeres Bild als die spärlichen Fragmente der Alphatiere Baader+ Meinhof erlauben – auf diese Fragestellung habe ich immer noch das Drehschwindel erzeugende Gekeife “Mythologie, alles linke Mythologie” von Bettina R. im Ohr.

Klein führt das Beispiel zur Gründung der Putztruppen in Frankfurt an – ich paraphrasiere aus meiner trüben Erinnerung, ich habe die Doku vor rund 18 Monaten gesehen: Die Bullen schossen über das gewohnte Mass mit ihrer Gewaltausübung gegen die Bewegung sehr hinaus, da haben wir etwas entgegen setzen müssen, sonst werden die zu frech – ein Gleichgewicht der Mittel sollte damit im Ansatz wieder hergestellt werden. Oder die Beschreibung der Ausstiegsmotivation nach dem OPEC-Attentat in Wien: Dass Linke jüdische Flugzeugpassagiere auf Befehl von der PLO oder Ghadaffi abknallen (Entebbe) geht für Klein überhaupt nicht klar. Grundsätzlich besteht natürlich bei Selbstinszenierungen immer die Gefahr der nachträglichen Glättung, die solche Leute wie Mohnhaupt oder Klar aber überhaupt nicht nötig zu haben scheinen. Klein wirkt über weite Strecken glaubwürdig in seinen Distanzierungen von den Mordbrennern der 70iger Jahre. Aber wer möchte sich schon im Nachhinein eingestehen, von der StaSi, dem Hetzer Claus Croissant und den internationalen Terrorfirmen nur instrumentalisiert worden zu sein, um qua Terror z.B. den Ölpreis künstlich nach oben zu pushen, damit die Einnahmen des libyschen Terrorfürsten stimmen. Das war nicht die Revolution von Joachim Klein.

phoenix Sa, 28.07.07, 23.15 Uhr

references:
RAF – Stammheim-Tonbänder wieder entdeckt
von anaximander
Hans Joachim Klein, Ex-Terrorist
So macht Kommunismus Spaß (5): Terrorismus der RAF, Terrorismus der Dschihadisten.

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July 28, 2007 at 8:17 pm

The Blue Lagoon: Filmgedanken von Martin Marheinecke

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July 12, 2007 at 9:39 pm

Queer Filmographie und schwule Nazis

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Der Beitrag zur Dokumentation im WDR-TV liegt hier .

Bild zur Sendung

“Schau mir in die Augen, Kleiner” Dokumentation Deutschland 2007

Donnerstag, 05.07.2007 23.20 – 00.50 (90 min.) WDR Köln Stereo 9

Ikone des amerikanischen Trash-Kinos – Regisseur John Waters

“Gay is not enough anymore”, sagt der amerikanische Filmemacher John Waters und grinst unter einer Brücke im New Yorker Meetpacking District: “It’s a good start!”

Früher, erzählt der Regisseur Joseph Lovett in seinem Dokumentarfilm “Gay Sex in the Seventies”, fand genau hier, in den nach Fleisch riechenden LKW der Schlachthöfe, die unbeschwert-anonyme Begegnung schwuler Männer in New York statt. (…)

Regie und Drehbuch: André Schäfer , Kamera: Bernd Meiners, Musik: Ritchie Staringer,Produktionsfirma: Florianfilm (Köln), Produzent: Marianne Schäfer; Ingmar Trost; Heike Lettar, Producer:Sebastian Lemke


Bild zur SendungMänner, Helden, schwule Nazis
Ein Film von Rosa von Praunheim
Heute, 06.07.2007 00.50 – 02.10 (80 min.) WDR Köln Stereo

Schwule Uniform-Fetischisten auf Manöver.

Im Dritten Reich wurde ihre Homosexualität dem SA-Führer Ernst Röhm und anderen schwulen Größen des Nationalsozialismus zum Verhängnis.

Auch gänzlich unbescholtene Männer und Frauen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung eingekerkert, gequält, getötet. Dennoch sind für viele Rechtsradikale deutsche Gesinnung und Schwulsein kein Widerspruch. Neonazi Michael Kühnen meint sogar, dass schwule Männer die besseren Kämpfer seien. Ex-Neonazi Bernd Ewald Althans saß wegen Leugnung des Holocausts im Knast und organisiert heute Schwulen-Partys in Berlin.

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July 5, 2007 at 11:40 am

Oettingers Rede im Wortlaut

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Mit folgender Rede sorgte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger beim Staatsakts zum Tod seines Vorgängers Hans Filbinger für Aufsehen.

SZ vom 12.04.2007

“Verehrte liebe Frau Filbinger, liebe Familie Filbinger, ich grüße die fünf Kinder, 14 Enkelkinder, zwei Urenkel, und alle Angehörige, Herr Landtagspräsident, Herr Bundesminister, lieber Lothar Späth, lieber Erwin Teufel, verehrte Vertreter der Regierung und von Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen, verehrte aktive und ehemalige Mitglieder der Landesregierung Baden-Württembergs, des Deutschen Bundestages und des Landtags von Baden-Württemberg, Herr Oberbürgermeister, Herr Weihbischof Klug, verehrte Vertreter der Kirchen, liebe Freunde und Weggefährten von Hans Filbinger, verehrte Trauergemeinde,

Tief bewegt nehmen wir Abschied von Hans Karl Filbinger.
In Trauer, aber auch voller Respekt und Hochachtung verneigen wir uns vor einer großen Persönlichkeit, einem herausragenden Politiker und vor seinem Lebenswerk. Unser Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme gilt Ihnen, liebe Frau Filbinger und gilt den Kindern, den Enkeln und den Angehörigen. In christlicher Verbundenheit teilen wir Ihre Trauer, auch wenn wir wissen, dass Worte und Gesten über den schweren Verlust nicht hinweghelfen können. Die Nachricht vom Tode Hans Filbingers hat uns alle tief bewegt.

Viele sind heute hier, die Hans Filbinger nahestanden: Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Weggefährten, Mitarbeiter von einst und Freunde.
Aus Günterstal, aus Freiburg, aus Südbaden, aus Baden-Württemberg und weit darüber hinaus.

Auch viele Bürger im Land denken in diesen Tagen an Hans Filbinger.
Die Reaktionen zeigen, welcher Respekt, welche Bewunderung, ja Zuneigung ihm zuteil geworden ist. Nichts macht augenfälliger, was er für unser Land war:
ein großer und verdienter Demokrat. Eine öffentliche Autorität, erwachsen aus einem Lebenswerk, das für die hervorragende Entwicklung unseres Landes steht. Mit Hans Filbinger geht einer der Letzten, der den Aufbau unseres Landes nicht nur miterlebt, sondern auch entscheidend mitgestaltet hat.


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Bildstrecke Der umstrittene Hans Filbinger Rahmen
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Hans Filbinger wurde – gegen seinen Willen – zum Ende des Krieges als Marinerichter nach Norwegen abkommandiert. Er musste sich wegen seiner Beteiligung an Verfahren der Militärjustiz immer wieder gegen Anschuldigungen erwehren. Es bleibt festzuhalten: Es gibt kein Urteil von Hans Filbinger, durch das ein Mensch sein Leben verloren hätte. Und bei den Urteilen, die ihm angelastet werden, hatte er entweder nicht die Entscheidungsmacht oder aber nicht die Entscheidungsfreiheit, die viele ihm unterstellen.

Hans Filbinger hat mindestens zwei Soldaten das Leben gerettet: Einer von ihnen, Guido Forstmeier, weilt noch heute unter uns und kann bezeugen, dass sich Filbinger dabei großer Gefahr ausgesetzt hat.

Manfred Rommel hat dieser Tage bekräftigt, dass er Filbingers Rücktritt vom Amt des Regierungschefs nach wie vor nicht für erforderlich gehalten hat. Wie viele andere Menschen, die das Dritte Reich erlebt haben, sei er schicksalhaft in Situationen hineingeraten, die den Menschen heute zum Glück erspart bleiben.

Hans Filbinger hat also die schreckliche erste Hälfte des letzten Jahrhunderts nicht nur erlebt, er hat sie auch erlitten. Jahrzehnte später wurde ihm seine Mit-wirkung während der letzten Kriegswochen vorgehalten. Viele waren befremdet. Er war betroffen und gekränkt. Mit seinem Rücktritt zog er eine weitreichende Konsequenz.


 
 

Für mich und meine Generation ist es leicht, die Kriegszeit zu beurteilen. Vielleicht aber in Wahrheit schwer oder auch unmöglich, weil wir sie nicht erleben mussten. Und wir nicht ermessen können, wie brutal und diktatorisch die Umstände damals gewesen sind.

Hans Filbinger hat vor allem viel dazu beigetragen, dass die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts in unserem Land einen ganz anderen, einen guten Verlauf genommen hat. Er war ein Mann der ersten Stunde. Es gibt nur wenige, die von Beginn an und bis heute um das Wohl unseres Landes so besorgt und so erfolgreich tätig waren wie er. Unser Land, Baden-Württemberg, stünde heute nicht so gut da, wenn er nicht seine ganze Kraft, seine Ideen und Ideale, seine geschichtliche Erfahrung und sein Können eingebracht hätte.

Hans Filbinger war bereits in jungen Jahren von jenem Denken getragen, das später den Aufbau Baden-Württembergs, aber auch Deutschland im Ganzen ermöglicht hat.

Welches Denken meine ich dabei?

Er kam bereits in den Jahren der Weimarer Zeit zu der Überzeugung, dass der Totalitarismus von rechts und auch von links nur verhindert oder überwunden werden kann, wenn sich die Deutschen wieder auf die Traditionen der christlich-bürgerlichen Kultur besinnen. Er hat aus der Erfahrung von Weimar gelernt, dass eine Demokratie nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Bürger zu rechtsstaatlichem Bewusstsein und zu humanen Werten erzogen, und wenn sie mit einer freiheitlichen Wirtschafts- und Sozialordnung vertraut gemacht werden.

Filbinger hat deshalb den Nationalsozialismus immer verachtet. Die Weltan-schauung war für jemanden wie ihn, der aus einem katholischen Elternhaus stammte und der sich als gläubiger Christ verstand, schlichtweg unerträglich. Hans Filbinger hat aus diesem Glauben heraus gehandelt und in der Zeit des Nationalsozialismus großen Mut bewiesen:

– er hat im katholischen Schülerbund „Neudeutschland“ mitgewirkt;

– er hat als Leiter des Bezirks Nordbaden die Gleichschaltung mit der Hitlerjugend bekämpft;

– er hat seine Kommilitonen zur Standhaftigkeit gegen die NS-Vertreter aufgerufen;

– er wurde dafür von den Nazis auf die schwarze Liste der Regimegegner gesetzt.

– Der Jugendbund, dem er angehörte, wurde schließlich im Jahre 1939 durch die Gestapo verboten und die Begegnungsstätte als „staatsfeindliches Vermögen“ beschlagnahmt.

Schon zwei Jahre vor dem Krieg ging Hans Filbinger in den Kreis um den berühmten katholischen Publizisten Karl Färber und den Dichter Reinhold Schnei-der, die sich in erklärter Gegnerschaft zum Regime befanden. Freunden und Verwandten hat er oft erzählt, wie prägend dieser Freiburger Kreis für ihn gewesen ist und wie viel er ihm verdanke.

Er wirkte darüber hinaus in einem weiteren Kreis mit, der für die Entwicklung der freiheitlichen Bundesrepublik von größter Bedeutung gewesen ist. Ich meine den Kreis um Walter Eucken und Franz Böhm, jenen Begründern der „Freiburger Schule“, die bereits während des Krieges das Konzept des Ordoliberalismus entwickelt hat, woraus später die Soziale Marktwirtschaft entstand.

All dies zeigt: Hans Filbinger war bereits in jungen Jahren von einem christlich-freiheitlichen Geist geprägt. Und er ist diesem Geist, dem Geist von Freiburg, sein Leben lang treu geblieben! Hans Filbinger hat später in allen Funktionen – als Wirtschaftsanwalt, als Stadtrat, als Staatsrat, als Abgeordneter, als Innenminister und auch als Regierungschef – vor allem als Regierungschef – wesentlich daran mitgewirkt, dass diese Ordnung der Freiheit nicht Theorie blieb, sondern Wirklichkeit geworden ist.

Viele werden es nicht wissen: Aber Hans Filbinger hat nicht als Politiker, sondern als Wissenschaftler begonnen. Es war kein Geringerer als Walter Eucken, der den Studenten Filbinger an der hiesigen Hochschule im Jahre 1934 an das Seminar für „Recht der Wirtschaftsordnung“ berufen hat.

Seine wissenschaftliche Arbeit in Euckens Seminar war von der Absicht getragen, die Macht der großen Wirtschaftskonglomerate, die sich in Weimar so unheilvoll auswirkte, zu brechen und den Aufbau einer mittelständisch geprägten Wirtschaft zu befördern. Auch war es sein Ziel, dass der Grundsatz von Treu und Glauben in der Wirtschaft wieder Einzug hält und das Verhalten der Unternehmer durch ein E-thos getragen wird.

Nach dem Krieg war Hans Filbinger gerade dabei, sich als Wissenschaftler und als Wirtschaftsanwalt einen Namen zu machen, als seine berufliche Entwicklung eine Wendung nahm. 1952 bot ihm der Freiburger Abgeordnete der CDU, Dr. Kopf, an, ein Mandat als Stadtrat von Freiburg anzustreben. Hans Filbinger musste sich entscheiden. Und er hat sich entschieden. Herausforderungen ist er niemals ausgewichen. Er hat sich ihnen gestellt. Ja, er hat sie sogar gesucht.

Und Herausforderungen gab es damals mehr als genug. Das Land war zerstört. Viele Städte, so auch Freiburg, waren dem Erdboden gleichgemacht. Es fehlte schlichtweg an allem. Straßen waren zerstört, Krankenhäuser zerbombt, Schulen geschlossen. Die Not war unbeschreiblich. Man musste anpacken. Und Hans Filbinger hat angepackt. Er hat es sich als Stadtrat von Freiburg zur Aufgabe gemacht, die schreiende Wohnungsnot zu überwinden. Und die Darlehen des Marshallplans machten es möglich, die großen Pläne auch in die Tat umzusetzen. Filbingers Wohnungsbauprogramm war ein voller Erfolg. Es war daher kaum verwunderlich, dass er sich für höhere Aufgaben ins Gespräch brachte. Und so nahm seine Karriere ihren Lauf.


Am Anfang stand das Amt des Staatsrats von Südbaden. Es war ein schwieriges, ein heikles Amt. Hans Filbinger sollte die besonderen Interessen Südbadens gegenüber der Landesregierung in Stuttgart geltend machen.

Er fühlte sich als Badener, sogar als Altbadener. Aber sein Verstand sagte ihm, dass die Zukunft Badens – auch wenn es viele noch nicht wahrhaben wollten – in einem vereinten Südweststaat liegen würde. So war er ein Mann, der früh die Chancen eines vereinten Baden-Württemberg erkannte. Er wollte die Einheit des Landes, denn er war überzeugt, dass Kleinstaaterei in der modernen Zeit keine Berechtigung und keine Perspektive mehr bieten kann.

Rückblickend können wir sagen: Hans Filbinger hat sich – vielleicht mehr als jeder andere – um das Zusammenwachsen, die Einheit in Vielfalt, die Integration unseres Landes Baden-Württemberg verdient gemacht. In seiner Zeit als Regierungschef wurde die Badenfrage endgültig entschieden. Der Volksentscheid von 1970 mit über 80 Prozent der Stimmen für das Land Baden-Württemberg wurde zum ersten Höhepunkt seiner politischen Laufbahn.

Hans Filbinger hat sich damit nicht begnügt. Sein Anliegen zielte auf den staatli-chen Charakter der Länder. Er wollte ein baden-württembergisches Staatsbe-wusstsein schaffen.

Von Walter Eucken hatte er gelernt, was einen modernen Staat ausmacht:

– starke Kommunen als Fundament,

– eine einheitliche, klar strukturierte, leistungsfähige Verwaltung,

– immer das übergeordnete Wohl der ganzen Bürgerschaft im Auge behaltend, Führung durch eine Regierung, der er zwanzig Jahre lang angehörte.

Ausgestattet mit dieser Idee eines schlanken, aber handlungsfähigen Staates, hat sich Hans Filbinger ans Werk gemacht. Er hat die Verwaltung reformiert, er hat Dienstleistung in den Behörden angestrebt, er hat wenige effiziente Strukturen verschlankt. Die Krankenhäuser im Lande sind als Beispiel genannt.

Und er war von großem Mut und von großem Fleiß. Hans Filbinger hat später immer wieder erzählt, dass er als Staatsrat früh morgens um 4 Uhr aufbrechen musste, um nach mühseliger, fünfstündiger Fahrt auf maroden Straßen und nach langen Wartezeiten vor passierenden Güterzügen pünktlich zum Kabinett zu kommen.

Erfahrungen dieser Art haben dazu beigetragen, dass er zum Vater des Landesentwicklungsplans geworden ist: damit wurde die Verkehrsinfrastruktur des Landes gründlich gestärkt. Es wurden Förderprogramme für die ländlichen, benachteiligten Regionen aufgelegt Es wurde ein Mittelstandsförderprogramm zur Gründung und zum Erhalt von kleinen Unternehmen ermöglicht.

Und mit Hilfe dieser Strukturpolitik ist es gelungen, dass die damals besorgniser-regende Abwanderung aus den ländlichen Gebieten Baden-Württembergs gestoppt, ja umgekehrt worden ist. Wenn es heute in Baden-Württemberg – im ei-gentlichen Sinne – keine Provinzen und keine strukturschwachen Räume mehr haben, dann verdanken wir das nicht zuletzt der Politik unter Hans Filbinger und seiner Generation.

Die wirtschaftliche Prosperität, das Wachstum unseres Landes, unser guter Arbeitsmarkt, der soziale Wohlstand der Menschen, alle haben ihr Fundament in den Jahren dieser Gründergeneration, deren Grundlage bis heute für uns erfolgreich und wichtig sind.

Der Entwicklungsplan war damals nur ein Anfang. Er bildete den Auftakt für das wichtigste Reformwerk der Ära Filbinger: die große Gemeindegebiets- und Kreisgebietsreform.

Es gab damals viele kleine Gemeinden, die gerade einmal den Bürgermeister und wenige Mitarbeiter bezahlen konnten; die kein Geld für Straßen, für Schulen und Kindergärten zur Verfügung hatten. Ganz zu schweigen von den fehlenden Hilfen für Industrieansiedlung und Arbeitsplätze.

Die Gebietsreform war also überfällig. Aber es bedurfte eines Kämpfers, eines mutigen Mannes, eines Ordnungspolitikers, wie Hans Filbinger einer war, damit sie auch konkret in Angriff genommen und in die Tat umgesetzt worden ist. Hans Filbinger hat, gemeinsam mit dem großen Sozialdemokraten Walter Krause mit der Gemeinde- und Kreisreform ein Riesenwerk für Baden-Württemberg vollbracht. Ein Werk, das noch heute unseren Respekt verdient. Respekt auch vor den Leistungen der Großen Koalition unter seiner Führung, die Strukturen halten bis heute leistungsfähig an.

Es brauchte damals viel Steh- und Überzeugungsvermögen, um die Gemeinde und Gebietsreform gegen Widerstände und Vorbehalte auch im Parlament durchsetzbar und mehrheitsfähig zu machen. Hans Filbinger und Walter Krause und die Parlamentarier dieser Generation hatten diese Gaben. Und so schufen sie jene leistungsfähigen Städte, Gemeinden und Landkreise, die heute in der richtigen Größenordnung sind.

Auch sonst hat er in seiner Amtszeit eine Vielzahl von Entscheidungen in Schule und Hochschule, im Städtebau und in der Inneren Sicherheit getroffen, die wegweisend waren und die sich bis heute als richtig erwiesen haben. Ich denke hier besonders an die Bildungspolitik. Unter seiner Führung und mit Wilhelm Hahn wurden damals Reformen im Schul- und Hochschulbereich durchgeführt, deren Weitsichtigkeit und Bedeutung – erst recht im Lichte der Pisa-Studien und Exzellenzinitiativen – heute offenkundig sind.


 
 

Ich erinnere

– an die Absage an die Gesamtschule,

– an den flächendeckenden Ausbau von Hauptschulen, Realschulen und
Gymnasien,

– an den Ausbau der Fachhochschulen

– und an die Gründung der Berufsakademien, der erfolgreichsten Bildungs-innovation unserer Nachkriegszeit.

Wenn man ihn auf seine Regierungsjahre ansprach und als Jüngerer die Gelegenheit hatte, auf seinen Rat zu hören, beschäftigte ihn am meisten die Zeit der Terroranschläge, der Selbstmorde der Haftanstalten von Stammheim, die Zeit als die Demokratie und der Staat letztendlich nahe am Abgrund stand. Vor dreißig Jahren starb Buback, fand die Entführung von Schleyer statt, war das Land und war Deutschland auf das Äußerste angespannt. Er war einer von den Männer und Frauen, die für eine wehrhafte und nicht erpressbare Demokratie mit Nachdruck, Überzeugung und letztendlich auch mit Erfolg eingestanden sind.

Zwanzig Jahre war er in unserer Regierung als Staatsrat, als Innenminister und zwölf Jahre als Ministerpräsident. Er war streng, er war fürsorglich, er war vorbildlich, er war fleißig, er war sachkundig, er war mutig und weitsichtig und er hat früh Talente und Begabungen erkannt und gefördert.

Seine Kabinette waren bundesweit vorn. Ich nenne Roman Herzog, Annemarie Griesinger, Gerhard Weiser, ich nenne die Weggefährten Lothar Späth und Erwin Teufel. Ich nenne Wolfgang Schäuble aus Baden-Württemberg. Er hat junge Männer und Frauen zum Staat geholt und ihnen Aufgaben gegeben – Spitzenbeamte, Persönlichkeiten entstanden daraus. Ich nenne Manfred Rommel, Gerhard Mayer-Vorfelder, Erwin Vetter für viele andere. Wenn Baden-Württemberg in der Bildung heute bundesweit vorne liegt und wenn unser Land in den 70-er Jahren dem marxistischen Zeitgeist widerstanden hat, dann verdanken wir dies vor allem Hans Filbinger.

Ihm war es stets wichtig, dass Inhalte für Bildung nicht zu kurz kamen. „Mut zur Erziehung“ – so hat sein damaliges Wort gelautet und „Mut zur Erziehung“ ist heute aktuell wie damals. Denken wir nur an das Buch von Bernhard Bueb, das soeben zum Beststeller wurde. Hans Filbinger hat früh erkannt, dass die dogmatisch antiautoritäre Erziehung, die an anderen Orten gefordert worden ist, ein – wie er sagte – „ideologischer Irrläufer“ war. Er ist dafür von Manchen scharf angegriffen worden. Aber er hat hier mit Sicherheit Recht behalten, dies stellt sich heute mehr denn je heraus. Humanistische Bildung und christliche Erziehung, Familie, Bürgertugenden, Patriotismus – all das, wofür er sein Leben lang eintrat, erfährt heute eine neue Wertschätzung.

Hans Filbinger wollte ein fortschrittliches, ein modernes und ein bewahrendes Baden-Württemberg. Und er wünschte sich, dass sein Land tief in der Geschichte verwurzelt bleibt:

– Ein Baden-Württemberg, das sich – ich erinnere an die Große Staufer-Ausstellung 1977 – um eine eigene Identität erfolgreich bemüht.

– Ein Baden-Württemberg, dem die europäische Einigung und die Freundschaft mit Frankreich ein großes Anliegen ist.

– Und ein Baden-Württemberg, das sich dem christlich-humanistischen Erbe verpflichtet weiß.

Fest verankert in der christlich-abendländisch-europäischen Kultur, und gleich-zeitig der Zukunft zugewandt: das war sein Lebensmotto. Es ist das Motto, dem sich unser Land seitdem verpflichtet weiß. Und er war ein Landesvater im Bes-ten Sinne dieses großen Wortes.

Das Land verliert mit Hans Filbinger eine prägende Persönlichkeit. Wir, die Ge-nerationen nach ihm, verlieren mit ihm einen zuverlässigen, kompetenten und aufrichtigen Mitbürger, einen väterlichen Weggefährten und Ratgeber, dessen Rat uns stets viel bedeutet hat.

Ich erinnere mich gerne, wie er auch nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik immer dabei war, wenn die Pflicht rief. Bei Parteitagen von Land und Bund, bei Vorstandssitzungen und im Präsidium, bei Versammlungen zur Wahl des Bundespräsidenten. Er hat sich nicht zurückgezogen, sondern in dem Maße, wie wir seinen Rat brauchen konnten, stand er für uns bereit.

Nicht aufdringlich, aber gewichtig. Die letzte Begegnung war Anfang des Jahres, als er körperlich gebeugt, aber geistig völlig klar und am aktuellen Geschehen interessiert in Stuttgart für ein Kaffeegespräch mit Lothar Späth und Erwin Teufel zu Gast war und damals in einem beeindruckenden Maße über unsere Tagesordnung, über die aktuellen Geschehnisse informiert gewesen ist.

Sein Freund Dr. Friedmann hat mir dieser Tage einen Brief zugeleitet, nur zwei Wochen alt, in dem Hans Filbinger seinem Freund, Dr. Friedmann, zum Ge-burtstag gratulierte mit einer klaren Handschrift, seiner markanten Unterschrift. Er war bis zuletzt ein Wegbegleiter für uns und ein pflichtbewusster und aufrich-tiger Mensch.

Wir wünschen Ihnen, liebe Frau Filbinger, Kraft, Gesundheit und Zuversicht, Ih-nen und Ihrer Familie, Ihren Kindern, Ihren Enkelkindern und Ihren Freunden. Denn seine Lebensleistung ist auch Ihre. Und sein Lebenswerk ist auch Ihres. In tiefem Respekt vor dem Menschen und seinem Lebenswerk verneigen wir uns in dieser Stunde vor Hans Filbinger, dankbar ihn gekannt und erlebt zu haben. Wir spüren und wir teilen den Schmerz seiner Familie, die er geliebt und die ihn getragen hat. Und wir spüren die Lücke, die er für unser Land und unsere Partei hinterlässt.

Bekanntlich ist nur der wirklich tot und vergessen, der aus den Herzen und der Erinnerung der Menschen verschwindet. Ich bin sicher: Hans Filbinger wird wei-terleben – in unseren Herzen, in unserer Erinnerung und mit seinem politischen Lebenswerk für uns und die nächsten Generationen.

“Die Bahre ist die Wiege des Himmels”, sagt Jean Paul. Und so ist Hans Filbin-ger heimgekehrt in die Arme seines Herrn. Wir werden dem Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren, möge er in Gottes Frieden ruhen.”

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April 12, 2007 at 9:28 pm

Filmtip: Psychiatrie 2007

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Raum 4070

Sie geht neue Wege,die Psychiatrie. Viel gescholten und wenig zu durchschauen ist diese Institution. Im 3. Reich von den Nazis zu Eugenik und Massenmord benutzt,in der Nachkriegszeit die Vertuschung der Mengeles und Konsorten, die kritische Medizin brauchte bis anfang der 80iger Jahre, um sich von den 12 Jahren Hitlers Weisskittel-Gloria zumindest praktisch abzuwenden und neue Wege zu versuchen – Woody Allens Filme haben die kulturellen Bahnen zur Akzeptanz der Psychoanalyse in der Mittelschicht angelegt, der Streifen “Einer flog übers Kuckucksnest” erschütterte die westliche Öffentlichkeit in den 70igern. Für das gemeine Volk wurde die Sozialpsychiatrie ins Leben gerufen – Einführung von Beschäftigung und Arbeit als zentrales Integrationsmoment der wohnortnahen Therapie – und von den Poststrukturalisten der Foucault-Fangemeinde als Institution der staatlichen Biomacht über das Individuum konstatiert und faktisch aus dem Bewusstsein der Kulturwissenschaft wegbalbiert. Die Folge war: Die Psychiatrie war Ende der 90iger wieder auf der Anklagebank und musste sich rechtfertigen, z.B. auf dem Foucault-Tribunal 1999 in Berlin.

Heutige universitäre Forschungsstände befassen sich intensiv mit der Neurophysiologie und Bildgebung von feinsinnigen Energierastern der Hirnzellverbände, mit Hormonspiegeln und genetischen Dispositionen werden neue Therapien und Diagnosegruppen verdichtet, den Langzeitpatienten werden zunehmend scheussliche pharmakologische Nebenwirkungen vorheriger Patientengenerationen erspart oder zumindest gemildert. Aber auch die Elektroschocktherapie hält wieder Einzug in den Alltag der dt. Kliniken.
Aber was ist genau eine Psychose ? Und wie kommt der einmal so diagnostizierte Mensch durch sein verrücktes Leben möglichst unbeschadet hindurch? Was soll das Label “Krankheit” überhaupt bezwecken? Welche Unterstützung erfahren Angehörige von psychisch erkrankten Menschen durch das Hilfesystem? Oder sind Ärzte nicht genau so hilflos wie die Betroffenen, ausser “try and error” ist nichts gewesen?

Der “new-way” heisst Psychoseseminar (d.h. Betroffene, Profis und Interessierte sitzen zusammen und hören sich gegenseitig zu). Wie das aussehen kann, wird in dem Film “Raum 4070” anhand einer längeren Filmdokumentation des Psychoseseminars an der Psychiatrie von Prof. Stolz in Potsdam sehr konkret dargestellt. Stolz bietet einen Rahmen von Themen und Fragen an, um Psychosen zu verstehen: – Was ist eine Psychose? – Psychosen und Medikamente – Grenzen der Behandlung – Psychosen und Eigensinn – Psychosen und Angst – Psychosen und Belastbarkeit – Psychosen und Gewalt – Psychosen und Beziehung.

Diese Produktion bietet einen einmaligen Blick auf die heutige Psychiatrie, ihre Akteure und deren Bemühen, die Verständigung der Teilnehmer des Psychoseseminars trotz oftmals höchsten emotionalen Anspannungssituationen aufrecht zu erhalten,ohne in einem schwarzen Loch zu verschwinden.

references:

# Raum 4070; Psychosen verstehen, 2 DVD-Videos
Ein Dokumentarfilm; Ein Lehrfilm aus dem Psychoseseminar Potsdam. 117, 142 Min.

Dokumentarfilm v. Jana Kalms u. Torsten Striegnitz, D 2006.
Einband: DVD. Verlag: PSYCHIATRIE-VERLAG
ISBN: 9783884144527. Preis: 24,90 EUR in Deutschland|Österreich

# Potsdamer Neueste Nachrichten

# Filmwissenschaftliche Einordnung: Genre Psychiatrie im Film von Hans J. Wulff, Kiel 2003

Written by admin

March 4, 2007 at 3:59 am

Dave Allen

with one comment

Am 10. März jährt sich der Todestag von Dave Allen, seit den 70igern mein Lieblings-Comedian aus good old Britain.

UPDATE: Hommage auf Dave Allen von Taylorbob im Januar 2009. DVD kaufen.

Comedian Dave Allen dies aged 68

BBC-NEWS Friday, 11 March, 2005, 16:07 GMT

Dave Allen

Allen was famed for his dry routines

Irish comedian Dave Allen, famed for his TV routines as he perched on a stool with drink and cigarette in hand, has died in his sleep aged 68. He was most famous for his TV shows Tonight With Dave Allen and Dave Allen at Large, which featured his satires on topics including religion.

Allen got his first break on a BBC talent show in 1959, and toured with the Beatles in the UK and France.

He died in his sleep on Thursday night at his west London home.

He leaves a wife, Karin, and three children.

Dave Allen

He was the original grumpy old man – he had so much anger and that was where he got his energy from

Writer Ian Davidson

Comics including Eddie Izzard, Barry Cryer and Dylan Moran were among those who paid tribute to Allen’s comedic talents and originality.

The BBC’s head of comedy Jon Plowman called Allen a “wonderful comedian” who would be sadly missed.

“That extraordinary relaxed style with a cigarette in one hand and a glass of whiskey in the other as he buttonholed us with wonderful jokes and stories is the image that we shall remember,” he told the BBC News website.

“He was a groundbreaker in many ways, particularly in the jokes and sketches that had a go at religion – something that certainly came from his growing up in Ireland that was sometimes quite tough for its day.”

Mr Plowman added that Allen “tried to show the hypocrisies of the world as well as its funny side”.

‘Sense of absurd’

And writer Ian Davidson, who worked for 10 years with Allen, told the BBC News website: “He had so much anger, especially against the priesthood, and that was where he got his energy. He also had such a keen sense of the absurd.”

“He was terrific to work with – whenever we visited him the first thing on his mind was making us lunch.”

Mr Davidson paid tribute to Allen’s ability to spin out stories on stage.

“I always enjoyed the tales about how he lost part of his finger – he never told them the same way,” he said, adding: “I could always tell they were lies.”

Dave Allen

Allen retired from performing in 1999

Allen’s first UK TV series was ITV’s Tonight With Dave Allen, although he had become well-known through his guest spots on BBC One’s The Val Doonican Show.

It was followed by Dave Allen At Large for the BBC, in which he developed his familiar themes of debunking religious rituals – inspired by his strict Catholic upbringing.

During the 1980s he moved onto an eponymous show simply featuring Allen with his trademark stool and glass of whiskey. One of his routines led to questions being asked in the House of Commons about his strong language.

It led to a 1991 stage show, An Evening With Dave Allen, and a series for ITV in 1993. His last performance came in 1999, when he recorded a rare interview for BBC Radio 4.

He remained protective of his material, refusing to allow it to be rebroadcast while he was alive.

Offers of work had continued to come in, and he was considering a project scheduled for later this year when he died.

DAVE ALLEN: 1936 – 2005


Dave Allen Comic and satirist
Dave Allen launched his satire against the absurdities of life and of religion

Comic Dave Allen dies aged 68

Tributes flood in for comic

‘I remember working with Allen’

Dave Allen’s comic quotes


HAVE YOUR SAY

Dave Allen: Your tributes




RELATED BBC LINKS:

Comedy Guide: Dave Allen

Comedy Guide: Dave Allen At Large

h2g2: Dave Allen


RELATED INTERNET LINKS:

BFI Dave Allen biography

Written by admin

February 26, 2007 at 6:07 pm

Malte Ludin

with 3 comments

60 Jahre nach Kriegsende begibt sich Filmemacher Malte Ludin auf Spurensuche nach der Geschichte seines Vaters Hanns Ludin, eines überzeugten Nationalsozialisten, der 1947 als verurteilter Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Verdrängung, Schuld und Tabuisierung innerhalb einer Familie zeigen, wie wenig vergangen die Vergangenheit ist. via Empfehlung von kristi*

HR © HR/svarcfilm
 

Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt. Jahrzehnte nach der Hinrichtung des verurteilten Kriegsverbrechers Hanns Ludin zeigt der Dokumentarfilm des Sohnes Malte Ludin die verzweifelte eigene Suche nach der Wahrheit und die Schwierigkeit, mit ihr zu leben. Er geht der Frage nach, wie viel Schuld der Vater auf sich geladen hat und er will wissen, was seine älteren Schwestern wussten oder hätten wissen müssen.
Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den “Schutzstaat” Slowakei. Als “Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches” soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen, vor allem die “Endlösung”. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Diese Fakten nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher? Auf einmal sind Schwestern, Schwager, Nichten und Neffen bereit zu reden.

ZUSATZINFORMATION
Der Dokumentarfilm “2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß” ist ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument – ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie, der nach seiner Uraufführung auf der Berlinale 2005 mit großem Erfolg im Kino lief und für aufgewühlte Debatten sorgte. Ein deutsches Sittengemälde, das schmerzlich deutlich macht, wie wenig vergangen die Vergangenheit ist.Wiederholungen :
22.02.2007 um 15:15

Written by admin

February 20, 2007 at 2:45 am