Raumzeit

et Philolog

Archive for the ‘Youth’ Category

Karl Malden,RIP

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Die gewohnten Schauspieler aus meiner Jugendzeit sterben weg, heute nun hat es Karl Malden (Mladen Sekulović,) im biblischen Alter von 97 Jahren erwischt. Ich schätzte ihn sehr  für die Rolle des Detective Lt. Mike Stone  in den Strassen von San Franzisko, gemeinsam mit Michael Douglas, der hoffentlich noch viele Jahre auf dem Paneten weilen wird.

malden douglas

Im “Wer ist dir lieber Blog” könnt ihr mit abstimmen …. KLICK

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July 1, 2009 at 10:57 pm

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Solidarität mit der iranischen Opposition

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Vordergründig tobt im Iran ein Machtkampf innerhalb der iranischen Mullahelite – Achmadimjed gegen Mussavi, Anerkennung des amtlichen Wahlergebnis gegen die Forderung nach Neuwahlen, Chamenei gegen Rafsanjani. Das kann man auch als Oppositionsbewegung bezeichnen, aber mein Begriff von Opposition geht weiter, er umfasst auch diejenigen Kräfte, deren Köpfe seit Jahren in den Gefängnissen sitzen, die exekutiert wurden, die notorisch von den Wahllisten gestrichen werden oder in’s Ausland fliehen mussten. Die Säuberung der Opposition im Iran läuft nun schon 30 Jahre, viele junge Iraner kennen diese Personen und Gruppierungen schon nicht mehr. Das Gift der Theokratie hat den Blick auf demokratische, liberale Denkarten verstellt. Der Hass auf den Westen und dessen Freiheit sitzt nun tief.

Ich habe weiterhin grossen Respekt vor den vielen Menschen, die in dieser Zeit  ihre Gesundheit und ihr Leben auf’s Spiel setzen, um für ihre Freiheit offen einzustehen. Von Märtyrertum und religiöser Eiferei halte ich allerdings wenig, sie hat in der Politik nichts verloren.  Es wäre schade, wenn die Iraner dem nächsten Rattenfänger auf den Leim gehen würden und einem Weggefährten von Ayatollah Chomeini traue ich schon garnicht über den Weg. Wäre es nicht viel reizvoller, demnächst an einer Loveparade auf den Strassen Teherans teilnehmen zu können, ein Rave bei guter Laune. Nur in den Seitenstrassen sitzen noch verbitterte, entmachtete Büttel des Mullahregimes, aber deren hasserfüllter Ideologie hört kein Mensch mehr zu.

references:
FREE IRAN NOW!
Iran: Cyber War Guide
Nachrichtensperre im Iran. Wird der Machtkampf heute entschieden?

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June 20, 2009 at 11:57 pm

Iran 2009,ein Trauerspiel seit 30 Jahren

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In diesem Jahr feiert die Diktatur der Mullahs 30 Jahre schiitische Revolution in Persien. Es ist auch kein Zufall,dass gerade in dieser Zeit ein Politiker die Geschäfte des Iran führt,der in den siebziger- und achtziger Jahren für die groben Arbeiten des damals noch neuen Mullahregimes unter Führung Ayatollah Khomeinis zuständig war. Achmadinedjad war für die Beseitigung störender Oppositioneller (das sind so ziemlich Alle,die der Shiah nicht umstandslos folgen wollen)  zuständig, auch vor Mord hat dieser Mann nie zurück geschreckt.

Iran Elections Riot Police

Nun soll dieser Mann mit 2/3 der iranischen Wählerstimmen zum zweiten Mal bestätigt worden sein. Von Wahlbetrug wird öfters gesprochen – das Regime soll vielen Wählern die Wahl z.B.  durch fehlende Stimmzittel in den Wahllokalen verunmöglicht haben. In Iran tobt auf den Strassen aktuell eine Welle des Protests gegen das Wahlergebnis, regimetragende Sicherheitskräfte versuchen den Unmut der betrogenen Wähler im Keim zu ersticken. Es wird geprügelt,verhaftet und mittlerweile auch scharf geschossen. Aktuell twittert auf mideastyouth und bei Shahrzad eine illustre Gemeinde über die unübersichtliche Lage in den grossen Städten.

Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht,das Mullahregime muss weg – es ist schlimmer als das Schahregime je war. Leider rührt weder die Bundesregierung noch die EU einen Finger für die iranische Opposition, sie steht alleine im Regen – und damit ist nicht nur der unterlegene Wahlkonkurrent von A. gemeint. Obama schleimt sich bei der aktuellen Machtelite des Mullahstaates (und der arabischen Welt) ein, so dass mir nur noch übel wird. Er gleicht sich der Politik von EU und BRD an – kritischer Dialog oder Appeasementpolitik sind die Begriffe dafür.

free-iran

Im Iran herrscht keine Demokratie,die Mullahs mit ihrer antiwestlichen, antisemitischen und antiisraelischen Ideologie eleminieren schon im Vorfeld jeder Wahl die  Opposition. Wer dann noch antreten darf,stellt kaum noch eine Gefahr für das Regime dar,er ist Teil des Regimes und es wird nur noch über Farben von Schleierstoffen,Erhängung statt Steinigung,  o.ä. gestritten. Unterstützt die iranische Opposition,wo immer ihr sie trefft. Macht Druck auf hiesige politische- und wirtschaftliche Entscheider. Bei der SED, (Ein-Mann-Sekte) Steinmeier, der roten Heidi oder den Grünen Trittin und Müller  braucht ihr garnicht anfangen,die stützen das Mullahregime.

references:
Hardliner und hardliner
Szenarien bei Zettel
VCC@netvibes
Unruhen im Iran
Wunschland Iran
wahlen im iran

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June 14, 2009 at 8:43 am

Wolfsrudel im ZDF

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Nun ist der neueste Coup im  Erinnerungsdiskurs auch wieder bei Kreti und Pleti angekommen. Im ZDF kommt heute nach dem Bergdoktor der erste Teil des Dreiteilers “Die Wölfe”.  Eine Telenovela, historisch angesiedelt zwischen dem Ableben von Blondie und dem  Mauerfall. Von der Trümmerjugend zum vereinigten Vaterland in 1990.

references:
Karin war vom 1. Teil schon begeistert

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January 29, 2009 at 9:07 pm

Wörter des Jahres 2008

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Die Kür viel benutzter Worte ist vollbracht.Finanzkrise hat den Ehrenplatz erhalten (ich bevorzuge ja den Begriff etatistische Schuldenkrise) und die Jugendsphäre enttäuscht ebenfalls nicht mit der Synonnomie “Ü-30 Party = Gammelfleischparty” – in diesem Zusammenhang habe ich noch beiläufig “Ü-50-Parties = Rock N’ Roll der Plastinate” aufgeschnappt. So haben Wörter ihre Plätze und 2009 geht der Spass für die Leute der Dudenredaktion von vorne los. Detlef  Guertler- Wortwart und Betreiber vom taz-Blog Wortistik – hat aber ein noch viel interessentares Wort entdeckt, es geht nämlich auch um eines meiner Lieblingswörter in 2008, den Bildungsfrühling.

Materiell ist auch die Wahl für das Start-Up des Jahres 2008 interessant gewesen.

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December 12, 2008 at 2:40 am

Wenn Jugendliche zu viel schnackseln

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Die Inszenierung des Gedenkens um 9/11 hat mich für ein paar Tage verstummen lassen, aber nun ist es genug mit der Ruhe hier.
Für den SPIEGEL geht ein neues Gespenst in Berlin-Marzahn herum, dort soll es Jugendliche geben, die nur an Sex denken. Nein, sie denken nicht nur an Sex, sie praktizieren den auch schon in frühen Altersstufen, mit bis zu 5 Partnern an einem einzigen Wochenende, wenn man den Interviewaussagen dieses “Schockvideos” für die Anhänger der Lehre vom sittenlosen, aussterbenden deutschen Volk glauben soll.  Es ist die Rede von “sexueller Verwahrlosung” der Jugendlichen,  die schon im Kindergartenalter beginnt und in Ehelosigkeit und Beziehungsstörungen ihr Ende finden soll – und somit wieder Therapiebedarf generiert und das Gerede von Fachleuten auf den Plan ruft.
Wo der SPIEGEL nicht überall seine Sorgenfalten ausbildet. Sollen die Kinder nun wieder Petzi-Bücher anschauen müssen und dem Internet so lange wie möglich entfernt bleiben oder gar stundenlang nur mit ihren Alten vor’m Monitor herum hocken?

Oder ist es nicht einfach so, wie schon 1995 im Film “Kids” (Videotrailers) beschrieben, dass es urbane Jugendkulturen gibt, die nach selbst gewählten Regeln funktionieren, weil das Erwachsenenleben schon genug an Langweiligkeit und Ödnis verspricht? Auch beim Film “Kids” wurde der Zeigefinger gegenüber der New Yorker Jugend erhoben: Mit promiskuitiven Partnern schläft man nämlich im Zeitalter von AIDS zumindest nicht ohne Kondom, sonst gibt es zur Strafe HIV – und weil 13 Jährige von Sex eh noch keine Ahnung haben, sollen sie sich diese Erfahrung besser für später (wann immer das sein soll) aufheben. Eine goldene Erziehungsregel, die erst in den sechziger Jahren in den westlichen Ländern kippte und seit einigen Jahren dort auch wieder hervorgekramt wird.
Ob sexuelle Verwahrlosung oder HIV an die Wand geschrieben wird, ist eine ethische Stilfrage. Die Lustfeindlichkeit, fragwürdigen Rollenzuschreibungen und Angstbesetzung (post-) moderner Medienpädagogik ist aber eine armselige Konstante. Im Kino hätte ich mir in meiner Jugendzeit so einen scheiss nicht angesehen, im Internetzeitalter ist das Thema immerhin einen Blogeintrag wert.

PS: Interessanter sind vielleicht diese  Themen
Blankertz bei Dol2day von Rayson + Berliner Schulgesetz
The Sneaky F*cker Theory via  SteffenH
(Schul-)Freie Kinder – (Staats-)Freie Menschen! von DDH via paxx.blog

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September 13, 2008 at 12:09 pm

Stop Deportation !

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Seit dem ich Musik höre, befinden sich auch Rap und HipHop in meiner Plattensammlung, Jams und Battles gehörten zum festen monatlichen Ausgehmodus. Die Arbeit von Deniz Bax von der Berliner HipHop-Fraktion in Kreuzberg habe ich bis Anfang des Milleniums auch aktiv unterstützt – die Abende in der Naunynritze gehörten zu meinen monatlichen Musikhighlights incl. Breakdance und Electric Boogie.
( Aktuell höre ich übrigens NMZS, Koljah&Co ganz gerne )  Nun habe ich mir den “Ground-Zero”-Battle-Track von Afrohesse angehört, und schon in den ersten 60 Sekunden geht es  homo- und frauenfeindlich zur Sache, also abschalten und im günstigsten Fall sind die Texte vergessen, sie sind so scheisse wie sie zu 90% in diesem Genre eben  leider sind – Testosteron, Gangmacker   meets Dumpfbackentum.

Nun habe ich bei BadBlog gelesen, dass dieser Afrohesse, der seit rund 20 Jahren im hessischen Teil Deutschlands lebt, seit 4 jahren im Untergrund illegal leben muss und seit ein paar Tagen in Abschiebehaft in Damstadt zubringt, täglich bedroht von der Ausschaffung in ein Land ist, das ihm fremd sein muss. Er ist hier aufgewachsen und hat wahrscheinlich die gleiche Grütze im Kopp, wie grosse Teile seiner Generation.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass mir die Ausschaffungspraxis schon seit je her gegen jeden politischen Strich geht, sie ist in der Regel zumindest unmenschlich. Unmenschlich ist auch die Eingrabung von Millionen Illegaler Menschen als “sans-papiers”, die den Bodensatz eines Lumpenproletariats bilden müssen, ohne Bürgerrechte und soziale Absicherung.

Ich kann mit den meisten Texten des Afrohesse nix anfangen – bis auf das  AFRO HESSE “SANS PAPIER” – Video, was ganz o.k. ist . Seine Ausschafffung finde ich total falsch und ich rufe auch zum Solikonzert im SO36 auf. Ich kenne von diesem Line-Up übrigens nur Tarek&Massimo. Anyway, stop deportation !

PS: Während ich mich mit diesem unsäglichen Ausschaffungsthema befasse, schlägt sich Tele in Berlin-Neukölln mit den NPD-Nazifrauen herum, was auch nicht besonders erhebend zu sein scheint.

PPS: Zur Abwechslung eine sehr schöne Geschichte aus New York in 1977 von Cem.

references:
stop deportation class !
Türkischer Rap in Deutschland

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September 5, 2008 at 8:07 pm

street art tel-aviv 2008

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Daniel ist zur Feier in Israel unterwegs. Mit der Kamera fängt er Motive der Strassenkunst in Tel-Aviv ein und stellt sie auf seinem Blog zur Ansicht. Mein Lieblingsstencil – Golda und Theodor in Feierlaune. Mehr gibt es hier, hier,hier und hier anzuschauen. Senor Daffy hat ebenfalls street-art in Tel Aviv mit der Kamera eingefangen und auf sein Blog gestellt,bitte sehr.

Komisch,die Bewährungshelfer Israels jammern lieber über die Naqba und in Frankfurt am Main wiederholt sich ein radikal linksdeutsches Trauma,berichten nada, verlierer und waity ist ideologiegeschichtlich der “Marburger Schule” von Prof. W. Abendroth auf der Spur. In der parlamentarisch bereits arrivierten Linken brodelt jedoch Gysis israel-Rede weiter,BAK-Shalom zitiert aus der taz vom 13.05.2008: Israel spaltet die Linke – Artikel in der tageszeitung. Die 60 proisraelischen GenossInnen haben keinen einfachen Stand in ihrer Partei,die MdB-Abgeordneten Pau, Gysy und Kipping treten nun offensiv gegen den Antizionismus und Antiimperialismus in das eigene Partei(Minen-)feld. Es bleibt also spannend,wohin diese Debatte genau führen wird,ich bin ja für eine simpel zugespitzte Katharsis: Hizbolllah oder Israel? Keine verlogene Äquidistanz mehr,die eh’ nie stimmte. Die Antiimps in dieser Partei arbeiten schon seit Jahren an ihrem Bündnis mit Hamas,Hizbollah und anderen Djihadisten.

references:
Sag mir, was du rauchst

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May 14, 2008 at 2:56 am

An Pfingsten …

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kam bekanntlich der Heilige Geist auf die Jünger Jesu herab. Nachdem vergangenes Wochenende die Piet-Kong-Fraktion des Protestantismus ihre mühselige PR-Arbeit in Bremen abgeleistet hat,sind nunmehr die vornehmlich jungen Protestanten,die sich unter dem Banner der Amtskirche versammeln möchten, zum EVA in Dresden zusammen gekommen.

EVA Teaser

Das diesjährige Motto in Dresden ist eine Frage aus dem 1. Buch Mose 4,9 :“Soll ich meines Bruders Hüter sein?” Hier gibt es sicherlich allerhand Meditationsspielraum,trotz meiner eher missmutigen Einschätzung gehe ich nicht von einem Auftrag zur GesinnungsStasi aus. Es geht bestimmt um Achtsamkeit, Rücksichtnahme und Aufbau am Glaubensbruder oder der Glaubensschwester.

Während ich noch überlegte,ob ich mich zur Faht ins Büro einem erhöhten Hautkrebsisiko aussetzen kann – also Fahrrad fahre oder doch besser die BVG nehme, trällerten im ARD Vormittagsprogramm junge Frauen vom EVA besinnliche Weisen ins Mirkofon. Beim nächsten Hinschauen waren die zahlreichen Zuschauer vor der Bühne auch schon in armeschwingenden Aktionismus eingegliedert. Und das alles vor historisch wieder aufgebauter Domkulisse.

Wie notwendig eine breitere Implementierung der christlichen Sozialethik in der Ostzone ist,kann jeder Besucher zwischen Pirna, Werder bis Usedom im offenen Feld studieren. Ein in sich selbst versunkener Christ ist mir allemal lieber als ein Nazi oder fremdenfeindlicher (Ex-) Sozialist. Und nach dem Christentum kommt ja bekanntlich die Aufklärung.

Zettel widmet sich viel sachlicher und in einer allgemeineren,kulturkritischen Weise den vom Vergessen bedrohten Pfingstmythen: Was feiern wir eigentlich an Pfingsten? Nebst zwei Lesetips. Eine umfassende, sehr lesenwerte Darstellung.

Retro

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Zuppi schwelgt in Erinnerungen: Abhängen Ende der 70iger aufm Stromkasten,einer hat immer einen voll aufgedrehten Ghettoblaster mit HipHop-, Rocksteady- oder Punkmusic dabei, handverlesene Passanten betiteln uns als langhaariges, arbeitscheues, verpennertes, drogensüchtiges, homosexuelles Gesocks,das zwischen 1933-1945 schon sicher entsorgt worden sei. Kleinstadtidylle eben. Ein wenig Retrofeeling überkam mich kürzlich beim Anblick dieser schicken Laptoptasche (mehr zum Thema bei boingboing) – die Boxen funktionieren wirklich,hihihihi:

Boombox

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April 3, 2008 at 9:00 pm

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Semantik und Erinnerung 1968

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Zettel befasst sich immer wieder selbstkritisch mit der Frage,was eigentlich die 68iger-Generation genau ausmacht? Als Mensch der Erlebnisgeneration hat er den Vorteil,aus seiner Erinnerung zu schöpfen – ich war zu dieser Zeit mal gerade so dem Körbchen entwachsen,erste Erlebnisse in emanzipatorisch organisierten Kinderkommunen/-häusern – die hatte ich den Kindern der lieben Nachbarn und Elternfreunde zu verdanken – sind mein Erfahrungsschatz aus dieser Zeit. Nicht dass ich über die Gebühr dort verweilen wollte,als notorischer Eigenbrötler hielt ich es schon damals nie länger in festen Gruppen aus – das galt auch für den traditionellen Kindergarten – in dem ich höchstens 6 Monate meines kostbaren Lebens verbringen musste. In der Schule lernte ich dann ein ausgeglichenes Mass an Gruppen-Anpassung,in den höheren Lehranstalten ging es dann sowieso wieder nach dem Motto “Alle gegen Alle” weiter – Wettbewerb um Punkte nennt man das wohl heute. Hier der Diskussionstrang in Zettels Forum.

PS: Was weder Zettel noch mich interessiert,ist die Lobhudelei auf die verbeamteten und prekären Geistesgänger der antiimperialistischen,antidemokratischen Denkschule,die sich 1968 hegemonial aneignet. Das Personenverzeichnis zum SED-1968-Jugendgottesdienst für Mai 2008 an der HU-Berlin liest sich wie ein politisches Vertriebenenverzeichnis Ewiggestriger,die mit dem Siegeszug der SED noch einmal nach oben gespült werden. Aber es gibt keinen Grund zur Entwarnung,deren Nachgeburt folgt schon auf dem Fusse.

references:
Zitat des Tages: “… bis ins Parlament und wieder zurück”

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March 24, 2008 at 8:43 pm

Doktortitel

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Die von Linken oft als totalitarismustheoretische und latent faschismusverharmlosende verrufene “Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur” vergibt 6 Doktorandenstipendien:

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur leistet umfassende Beiträge zur Aufarbeitung der Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR, zur Erinnerung an deren Opfer und an das geschehene Unrecht.

Sie fördert mit ihrer Arbeit den antitotalitären Konsens in der Gesellschaft, die Demokratie und die innere Einheit. Im Rahmen ihrer Wissenschaftsförderung vergibt die Bundesstiftung Aufarbeitung 6 Doktorandenstipendien für wissenschaftliche Qualifizierungsvorhaben, die sich mit den Ursachen, der Geschichte und/oder den Folgen der deutschen und europäischen Teilung, sowie den Diktaturen in der SBZ/DDR sowie in Ostmitteleuropa beschäftigen. Bewerben können sich Hochschulabsolvent(inn)en aller in Frage kommenden Fachgebiete bis zum 31. Juli 2008. Die Förderung soll zum 1. Januar 2009 aufgenommen werden.
Ein Merkblatt zu den Antragsbedingungen kann unter www.stiftung-aufarbeitung.de abgerufen werden.

Ihre Bewerbung senden Sie bitte an:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin

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February 21, 2008 at 4:05 am

Florian Havemann,

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der Sohn des DDR-Dissidenten Robert Havemann, hat sich mit dem SED-Regime schon 1968 wegen der Niederschlagung des Prager Frühlings, auseinandergelebt. Er war gerade einmal 16 jahre alt.

flori haveWegen seines jugendlichen Protestes gegen den Einmarsch der SU in Prag 1968 musste er in den Knast, Anfang der 70iger ist er in den Westen geflohen. Mit seiner Kritik sah er sich aber nicht nur mit der SED in Opposition, sondern auch sein Vater war im real Existierenden ideologisch soweit verhaftet,dass beide nach der Flucht kein Wort mehr miteinander wechselten. Und Wolf Biermann hat ihm zur Flucht auch noch das Schmählied “Flori Have” hinterher gerotzt – ein Unglückswunsch für den Westexilanten in Vinyl.

Nun hat eben dieser “Flori Have” sich die Biographie (und das Umfeld) seines Vaters selbst vorgelegt und ein Buch mit dem programmatischen Titel “HAVEMANN” geschrieben, der Roman wird vom Suhrkampverlag wie folgt beworben:

Havemann BuchcoverHeftig, wie ein Wintergewitter kommt Havemann über Berlin, über Deutschland, Ost- wie West-, So vieles ist umzudrehen und anzuzweifeln, zu enthüllen und aufzudecken, zu ergänzen und geradezurücken, so vieles zum ersten Mal zu erzählen, wenn die Geschichte der Familie Havemann über drei Generationen bis hinein in die unmittelbare Gegenwart ihres Autors dargestellt – oder wie Havemann sagt: „behauptet“ – werden soll.

Über die geteilte Stadt hat man uns viel erzählt: Ostberlin, den sowjetischen Sektor, die Hauptstadt der untergegangenen DDR, die in Anekdoten und Geschichten von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern, Amtsträgern und Ausgewiesenen überlebt. Fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall jedoch ist Ostberlin, dieser Eigenkosmos mit Außenwirkung, noch immer ein Rätsel. Was geschah damals in Ostberlin wirklich, in der inzestuös übersichtlichen Enge, in der Kultur nicht ohne Politik, Abweichung nicht ohne Staatssicherheit, Loyalität nicht ohne Verrat zu haben waren? Druck und Herausforderung – wie haben sie Leben, Werk, Verhalten der Akteure bis heute geprägt? In welcher Wahrheit haben wir uns eingerichtet? Des Autors großer Bericht über Familie Havemann, Vater Robert, den bekanntesten Dissidenten der DDR, und das eigene Leben in Ostberlin und, ab 1971, in Westdeutschland – als junger Rebell, Künstler, Linker, Flüchtling, als Außenseiter mit Ambitionen, künstlerischen und politischen, und als Verfassungsrichter-wirft, ohne mit Hieben und Seitenhieben zu sparen, zahllose Einsichten und Antworten ab. Havemann erzählt, klärt auf und greift ein. Havemann provoziert.

Von Florian Havemann selbst gibt es folgende Familiechronik der Havemann- Männer:

»Alle kennen Havemann. Keiner kennt Havemann.

Der Großvater: Hans Havemann, Doktor der Philosophie, Gymnasiallehrer, Autor von Theaterstücken, philosophischen Büchern, Zeitungsredakteur, Feuilletonchef, dann Geologe, Arbeit in der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1933 Mitglied der NSDAP, dann 1946 der SED. Der Vater: Robert Havemann, Doktor der Philosophie, Naturwissenschaftler, Erfinder, Institutsdirektor, Professor, Autor, Widerstandskämpfer, durch die Nazis zum Tode verurteilt, Mitglied der SED, Abgeordneter der Volkskammer der DDR, Oppositioneller, Dissident, unter Hausarrest. Der Sohn: Florian Havemann, Maler, Komponist, Autor, Arbeit als Elektriker, Reinigungskraft, Bühnenbildstudium, 1968 in der DDR wegen staatsfeindlicher Hetze im Gefängnis, Flucht in den Westen, Verfassungsrichter im Lande Brandenburg, Kandidat der PDS für die Bundestagswahl 2002«

Die Nachzeichnung der Gesamtdeutschen Biographien wird immer undurchsichtiger, die Brüche der Biographien sind schon unter den Dissidenten schwer überschaubar. In welchem Zusammenhang steht die Arbeit von Florian Havemann für die PDS mit dem Rundumschlag gegen einen grossen Teil der Dissidenten-Subkultur der DDR – diese SED-Nachfolgerin ist ja nicht gerade berüchtigt für ihr Aufklärungsengagement begangenen Unrechts an den DDR-Bürgerrechtlern.

Ob Florian Havemanns Bruch mit seinem Vater über Prag-1968 wohl öfters in der DDR vorkam – ein Zeitzeuge ordnete diesen Konflikt mir gegenüber eher als Jugenkulturell bedingt ein.? Jedenfalls sollte Biermann sich zu dieser ganzen Causa einmal genauer erklären – wozu dieses Schmählied und was ist an den Mauscheleien mit Margot H. dran? – oder sind solche Sauereien mit dem Abschwören vom Marxismus gleich mit erledigt? Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dieser Umgang ist schlicht fies und gemein gewesen. Und das antiimperialistische Weltbild des Robert Havemann war auch alles andere als lauter oder realistisch, es war real im Mainstream des existierenden Sozialismus, aber den Reformern 1968 in Prag so in den Rücken zu fallen, das zeugt schon von festgezurrter ML-Ideologie.. Florian Havemann gibt der Öffentlichkeit neuen Zündstoff und die Erinnerungskultur wird um einen neuen Strang mehr bereichert, aber um alte Heilige entreichert. Der Text ist aber mehr als eine grantige Abrechnung mit grossen Teilen der DDR-Dissidenten, es geht auch um die Aufrollung der Wahrheiten, ohne Schnörkel und allzu viel verklärenden Idealismus – dies wird in diesem konkret-Interview deutlicher. Ein bon-mot passt möglicherweise auf diese ganze Angelegenheit: “Die grössten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”

Und wie kommt eigentlich Katja Havemann mit so einem Text klar? Egal: LESEN !!

references:
Väter und Söhne – Nachtrag zu Havemann

Beitrag auf SecondLitart
Fazit von Holger Keller
Robert Havemann

Autobiografie von Florian Havemann
wikio zu wolf biermann/flori have
Wolf Biermann: Ein Kuss in meine Seele
Biermann: “Berlin zottelt an meinem Herzen”
Biermann und Berlin und Berliner Ehrensenf
Wolf Biermann ist 70

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December 9, 2007 at 6:42 pm