Raumzeit

et Philolog

Archive for the ‘Youth’ Category

street art tel-aviv 2008

leave a comment »

Daniel ist zur Feier in Israel unterwegs. Mit der Kamera fängt er Motive der Strassenkunst in Tel-Aviv ein und stellt sie auf seinem Blog zur Ansicht. Mein Lieblingsstencil – Golda und Theodor in Feierlaune. Mehr gibt es hier, hier,hier und hier anzuschauen. Senor Daffy hat ebenfalls street-art in Tel Aviv mit der Kamera eingefangen und auf sein Blog gestellt,bitte sehr.

Komisch,die Bewährungshelfer Israels jammern lieber über die Naqba und in Frankfurt am Main wiederholt sich ein radikal linksdeutsches Trauma,berichten nada, verlierer und waity ist ideologiegeschichtlich der “Marburger Schule” von Prof. W. Abendroth auf der Spur. In der parlamentarisch bereits arrivierten Linken brodelt jedoch Gysis israel-Rede weiter,BAK-Shalom zitiert aus der taz vom 13.05.2008: Israel spaltet die Linke – Artikel in der tageszeitung. Die 60 proisraelischen GenossInnen haben keinen einfachen Stand in ihrer Partei,die MdB-Abgeordneten Pau, Gysy und Kipping treten nun offensiv gegen den Antizionismus und Antiimperialismus in das eigene Partei(Minen-)feld. Es bleibt also spannend,wohin diese Debatte genau führen wird,ich bin ja für eine simpel zugespitzte Katharsis: Hizbolllah oder Israel? Keine verlogene Äquidistanz mehr,die eh’ nie stimmte. Die Antiimps in dieser Partei arbeiten schon seit Jahren an ihrem Bündnis mit Hamas,Hizbollah und anderen Djihadisten.

references:
Sag mir, was du rauchst

Written by admin

May 14, 2008 at 2:56 am

An Pfingsten …

leave a comment »

kam bekanntlich der Heilige Geist auf die Jünger Jesu herab. Nachdem vergangenes Wochenende die Piet-Kong-Fraktion des Protestantismus ihre mühselige PR-Arbeit in Bremen abgeleistet hat,sind nunmehr die vornehmlich jungen Protestanten,die sich unter dem Banner der Amtskirche versammeln möchten, zum EVA in Dresden zusammen gekommen.

EVA Teaser

Das diesjährige Motto in Dresden ist eine Frage aus dem 1. Buch Mose 4,9 :“Soll ich meines Bruders Hüter sein?” Hier gibt es sicherlich allerhand Meditationsspielraum,trotz meiner eher missmutigen Einschätzung gehe ich nicht von einem Auftrag zur GesinnungsStasi aus. Es geht bestimmt um Achtsamkeit, Rücksichtnahme und Aufbau am Glaubensbruder oder der Glaubensschwester.

Während ich noch überlegte,ob ich mich zur Faht ins Büro einem erhöhten Hautkrebsisiko aussetzen kann – also Fahrrad fahre oder doch besser die BVG nehme, trällerten im ARD Vormittagsprogramm junge Frauen vom EVA besinnliche Weisen ins Mirkofon. Beim nächsten Hinschauen waren die zahlreichen Zuschauer vor der Bühne auch schon in armeschwingenden Aktionismus eingegliedert. Und das alles vor historisch wieder aufgebauter Domkulisse.

Wie notwendig eine breitere Implementierung der christlichen Sozialethik in der Ostzone ist,kann jeder Besucher zwischen Pirna, Werder bis Usedom im offenen Feld studieren. Ein in sich selbst versunkener Christ ist mir allemal lieber als ein Nazi oder fremdenfeindlicher (Ex-) Sozialist. Und nach dem Christentum kommt ja bekanntlich die Aufklärung.

Zettel widmet sich viel sachlicher und in einer allgemeineren,kulturkritischen Weise den vom Vergessen bedrohten Pfingstmythen: Was feiern wir eigentlich an Pfingsten? Nebst zwei Lesetips. Eine umfassende, sehr lesenwerte Darstellung.

Retro

leave a comment »

Zuppi schwelgt in Erinnerungen: Abhängen Ende der 70iger aufm Stromkasten,einer hat immer einen voll aufgedrehten Ghettoblaster mit HipHop-, Rocksteady- oder Punkmusic dabei, handverlesene Passanten betiteln uns als langhaariges, arbeitscheues, verpennertes, drogensüchtiges, homosexuelles Gesocks,das zwischen 1933-1945 schon sicher entsorgt worden sei. Kleinstadtidylle eben. Ein wenig Retrofeeling überkam mich kürzlich beim Anblick dieser schicken Laptoptasche (mehr zum Thema bei boingboing) – die Boxen funktionieren wirklich,hihihihi:

Boombox

Written by admin

April 3, 2008 at 9:00 pm

Posted in Egoshice, Musik, Youth

Tagged with , ,

Semantik und Erinnerung 1968

leave a comment »

Zettel befasst sich immer wieder selbstkritisch mit der Frage,was eigentlich die 68iger-Generation genau ausmacht? Als Mensch der Erlebnisgeneration hat er den Vorteil,aus seiner Erinnerung zu schöpfen – ich war zu dieser Zeit mal gerade so dem Körbchen entwachsen,erste Erlebnisse in emanzipatorisch organisierten Kinderkommunen/-häusern – die hatte ich den Kindern der lieben Nachbarn und Elternfreunde zu verdanken – sind mein Erfahrungsschatz aus dieser Zeit. Nicht dass ich über die Gebühr dort verweilen wollte,als notorischer Eigenbrötler hielt ich es schon damals nie länger in festen Gruppen aus – das galt auch für den traditionellen Kindergarten – in dem ich höchstens 6 Monate meines kostbaren Lebens verbringen musste. In der Schule lernte ich dann ein ausgeglichenes Mass an Gruppen-Anpassung,in den höheren Lehranstalten ging es dann sowieso wieder nach dem Motto “Alle gegen Alle” weiter – Wettbewerb um Punkte nennt man das wohl heute. Hier der Diskussionstrang in Zettels Forum.

PS: Was weder Zettel noch mich interessiert,ist die Lobhudelei auf die verbeamteten und prekären Geistesgänger der antiimperialistischen,antidemokratischen Denkschule,die sich 1968 hegemonial aneignet. Das Personenverzeichnis zum SED-1968-Jugendgottesdienst für Mai 2008 an der HU-Berlin liest sich wie ein politisches Vertriebenenverzeichnis Ewiggestriger,die mit dem Siegeszug der SED noch einmal nach oben gespült werden. Aber es gibt keinen Grund zur Entwarnung,deren Nachgeburt folgt schon auf dem Fusse.

references:
Zitat des Tages: “… bis ins Parlament und wieder zurück”

Written by admin

March 24, 2008 at 8:43 pm

Doktortitel

leave a comment »

Die von Linken oft als totalitarismustheoretische und latent faschismusverharmlosende verrufene “Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur” vergibt 6 Doktorandenstipendien:

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur leistet umfassende Beiträge zur Aufarbeitung der Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR, zur Erinnerung an deren Opfer und an das geschehene Unrecht.

Sie fördert mit ihrer Arbeit den antitotalitären Konsens in der Gesellschaft, die Demokratie und die innere Einheit. Im Rahmen ihrer Wissenschaftsförderung vergibt die Bundesstiftung Aufarbeitung 6 Doktorandenstipendien für wissenschaftliche Qualifizierungsvorhaben, die sich mit den Ursachen, der Geschichte und/oder den Folgen der deutschen und europäischen Teilung, sowie den Diktaturen in der SBZ/DDR sowie in Ostmitteleuropa beschäftigen. Bewerben können sich Hochschulabsolvent(inn)en aller in Frage kommenden Fachgebiete bis zum 31. Juli 2008. Die Förderung soll zum 1. Januar 2009 aufgenommen werden.
Ein Merkblatt zu den Antragsbedingungen kann unter www.stiftung-aufarbeitung.de abgerufen werden.

Ihre Bewerbung senden Sie bitte an:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin

Written by admin

February 21, 2008 at 4:05 am

Florian Havemann,

with 8 comments

der Sohn des DDR-Dissidenten Robert Havemann, hat sich mit dem SED-Regime schon 1968 wegen der Niederschlagung des Prager Frühlings, auseinandergelebt. Er war gerade einmal 16 jahre alt.

flori haveWegen seines jugendlichen Protestes gegen den Einmarsch der SU in Prag 1968 musste er in den Knast, Anfang der 70iger ist er in den Westen geflohen. Mit seiner Kritik sah er sich aber nicht nur mit der SED in Opposition, sondern auch sein Vater war im real Existierenden ideologisch soweit verhaftet,dass beide nach der Flucht kein Wort mehr miteinander wechselten. Und Wolf Biermann hat ihm zur Flucht auch noch das Schmählied “Flori Have” hinterher gerotzt – ein Unglückswunsch für den Westexilanten in Vinyl.

Nun hat eben dieser “Flori Have” sich die Biographie (und das Umfeld) seines Vaters selbst vorgelegt und ein Buch mit dem programmatischen Titel “HAVEMANN” geschrieben, der Roman wird vom Suhrkampverlag wie folgt beworben:

Havemann BuchcoverHeftig, wie ein Wintergewitter kommt Havemann über Berlin, über Deutschland, Ost- wie West-, So vieles ist umzudrehen und anzuzweifeln, zu enthüllen und aufzudecken, zu ergänzen und geradezurücken, so vieles zum ersten Mal zu erzählen, wenn die Geschichte der Familie Havemann über drei Generationen bis hinein in die unmittelbare Gegenwart ihres Autors dargestellt – oder wie Havemann sagt: „behauptet“ – werden soll.

Über die geteilte Stadt hat man uns viel erzählt: Ostberlin, den sowjetischen Sektor, die Hauptstadt der untergegangenen DDR, die in Anekdoten und Geschichten von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern, Amtsträgern und Ausgewiesenen überlebt. Fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall jedoch ist Ostberlin, dieser Eigenkosmos mit Außenwirkung, noch immer ein Rätsel. Was geschah damals in Ostberlin wirklich, in der inzestuös übersichtlichen Enge, in der Kultur nicht ohne Politik, Abweichung nicht ohne Staatssicherheit, Loyalität nicht ohne Verrat zu haben waren? Druck und Herausforderung – wie haben sie Leben, Werk, Verhalten der Akteure bis heute geprägt? In welcher Wahrheit haben wir uns eingerichtet? Des Autors großer Bericht über Familie Havemann, Vater Robert, den bekanntesten Dissidenten der DDR, und das eigene Leben in Ostberlin und, ab 1971, in Westdeutschland – als junger Rebell, Künstler, Linker, Flüchtling, als Außenseiter mit Ambitionen, künstlerischen und politischen, und als Verfassungsrichter-wirft, ohne mit Hieben und Seitenhieben zu sparen, zahllose Einsichten und Antworten ab. Havemann erzählt, klärt auf und greift ein. Havemann provoziert.

Von Florian Havemann selbst gibt es folgende Familiechronik der Havemann- Männer:

»Alle kennen Havemann. Keiner kennt Havemann.

Der Großvater: Hans Havemann, Doktor der Philosophie, Gymnasiallehrer, Autor von Theaterstücken, philosophischen Büchern, Zeitungsredakteur, Feuilletonchef, dann Geologe, Arbeit in der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1933 Mitglied der NSDAP, dann 1946 der SED. Der Vater: Robert Havemann, Doktor der Philosophie, Naturwissenschaftler, Erfinder, Institutsdirektor, Professor, Autor, Widerstandskämpfer, durch die Nazis zum Tode verurteilt, Mitglied der SED, Abgeordneter der Volkskammer der DDR, Oppositioneller, Dissident, unter Hausarrest. Der Sohn: Florian Havemann, Maler, Komponist, Autor, Arbeit als Elektriker, Reinigungskraft, Bühnenbildstudium, 1968 in der DDR wegen staatsfeindlicher Hetze im Gefängnis, Flucht in den Westen, Verfassungsrichter im Lande Brandenburg, Kandidat der PDS für die Bundestagswahl 2002«

Die Nachzeichnung der Gesamtdeutschen Biographien wird immer undurchsichtiger, die Brüche der Biographien sind schon unter den Dissidenten schwer überschaubar. In welchem Zusammenhang steht die Arbeit von Florian Havemann für die PDS mit dem Rundumschlag gegen einen grossen Teil der Dissidenten-Subkultur der DDR – diese SED-Nachfolgerin ist ja nicht gerade berüchtigt für ihr Aufklärungsengagement begangenen Unrechts an den DDR-Bürgerrechtlern.

Ob Florian Havemanns Bruch mit seinem Vater über Prag-1968 wohl öfters in der DDR vorkam – ein Zeitzeuge ordnete diesen Konflikt mir gegenüber eher als Jugenkulturell bedingt ein.? Jedenfalls sollte Biermann sich zu dieser ganzen Causa einmal genauer erklären – wozu dieses Schmählied und was ist an den Mauscheleien mit Margot H. dran? – oder sind solche Sauereien mit dem Abschwören vom Marxismus gleich mit erledigt? Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dieser Umgang ist schlicht fies und gemein gewesen. Und das antiimperialistische Weltbild des Robert Havemann war auch alles andere als lauter oder realistisch, es war real im Mainstream des existierenden Sozialismus, aber den Reformern 1968 in Prag so in den Rücken zu fallen, das zeugt schon von festgezurrter ML-Ideologie.. Florian Havemann gibt der Öffentlichkeit neuen Zündstoff und die Erinnerungskultur wird um einen neuen Strang mehr bereichert, aber um alte Heilige entreichert. Der Text ist aber mehr als eine grantige Abrechnung mit grossen Teilen der DDR-Dissidenten, es geht auch um die Aufrollung der Wahrheiten, ohne Schnörkel und allzu viel verklärenden Idealismus – dies wird in diesem konkret-Interview deutlicher. Ein bon-mot passt möglicherweise auf diese ganze Angelegenheit: “Die grössten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”

Und wie kommt eigentlich Katja Havemann mit so einem Text klar? Egal: LESEN !!

references:
Väter und Söhne – Nachtrag zu Havemann

Beitrag auf SecondLitart
Fazit von Holger Keller
Robert Havemann

Autobiografie von Florian Havemann
wikio zu wolf biermann/flori have
Wolf Biermann: Ein Kuss in meine Seele
Biermann: “Berlin zottelt an meinem Herzen”
Biermann und Berlin und Berliner Ehrensenf
Wolf Biermann ist 70

Written by admin

December 9, 2007 at 6:42 pm

Was war denn nun die DDR?

leave a comment »

In Diskussionen kommt diese Frage immer wieder auf. Während linksradikale Diskutanten die DDR-Geschichte lieber aus der Persektive der Auseinandersetzungen der Weimarer Zeit oder gar dem Ost-West-Konflikt ansetzen, ist die Erlebnisgeneration mehr mit den tatsächlichen Erscheinungsformen realsozialistischer Vergesellschaftung in der Diktatur befasst. Hier bietet z.B. die SWA einen Informationspool für interessierte Leser an: Publikationen
Bücher und Broschüren
CDs, CD-ROMs, DVDs
Videos und eine
Liste der Publikationen (Stand August 2007), die von der Stiftung gefördert und herausgegeben wurden (154 kb).

Aber auch die Bundeszentrale für politische Bldung vertreibt interessante und günstige Literatur zum Thema z.B. in ihrer Schriftenreihe , oft lohnt sich auch der Gang zu den Landeszentralen der politischen Bildung und der Kontakt mit den örtlichen Geschichtswerkstätten sowie der Verbände der Betroffenen. Abgerundet wird das Geschichtsbild natürlich durch die Berichte der Zeitzeugen aus der DDR-Zeit – ohne Biermann, Bahro, Jürgen Fuchs oder Erich Löst hätte ich im Westen kaum etwas von der DDR erfahren, noch sind diese Zeitzeugen auch im persönlichen Nahbereich ansprechbar, quetschen wir sie jenseits der Ideologie aus, bekommen wir auch wichtige Infos über die Vergangenheit ohne die eine Zukunft schwerlich zu gestalten sein dürfte.

Written by admin

October 6, 2007 at 11:27 am