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Wörter des Jahres 2008

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Die Kür viel benutzter Worte ist vollbracht.Finanzkrise hat den Ehrenplatz erhalten (ich bevorzuge ja den Begriff etatistische Schuldenkrise) und die Jugendsphäre enttäuscht ebenfalls nicht mit der Synonnomie “Ü-30 Party = Gammelfleischparty” – in diesem Zusammenhang habe ich noch beiläufig “Ü-50-Parties = Rock N’ Roll der Plastinate” aufgeschnappt. So haben Wörter ihre Plätze und 2009 geht der Spass für die Leute der Dudenredaktion von vorne los. Detlef  Guertler- Wortwart und Betreiber vom taz-Blog Wortistik – hat aber ein noch viel interessentares Wort entdeckt, es geht nämlich auch um eines meiner Lieblingswörter in 2008, den Bildungsfrühling.

Materiell ist auch die Wahl für das Start-Up des Jahres 2008 interessant gewesen.

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December 12, 2008 at 2:40 am

DDR Rückblick: Punk Doku auf Zypern

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Etwas überrascht war ich dann doch, Ostpunk auf einem Dokumentarfestival in Limassol auf Zypern:

DOCUMENTARY FESTIVAL

Theatro Ena, Second Municipal Market, Limassol, 8.30pm, 10pm and 10.30pm. Screenings of Denmark’s Enemies of Happiness, Cyprus’ Shushu and Germany’s Too Much Future. Punk East!. Look at www.bravenewmedia.com and http://www.filmfestival.com.cy. Part of Limassol’s 3rd International Documentary Festival. Ends 15.08.2008.

Da habe ich ja auch modernere, kulturelle Anknüpfungspunkte auf der schönen Insel,wenn es langweilig mit den alten Herren während der Zyperngespräche wird.

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August 15, 2008 at 10:53 pm

DAF

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Deutsch-Amerikanische-Freundschaft (D.A.F.) wurde diese Woche in Berlin nicht nur propagiert sondern auch praktisch demonstriert: Auf der Strasse des 17. Juni an der Siegessäule – umgangssprachlich die “Gold-Else ” benannt – sprach gestern Barak Obama, der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten als Privatmensch (ARD-Sondersendung:Rede dt.+eng./ Transcriptl).
Es kamen über 200 000 Menschen in den Tiergarten. Einige wollten sicherlich ihr Idol von einem anderen Amerika feiern – Obama steht für “CHANGE” in der US-Politik. Andere kamen,um einer typisch amerikanischen Wahlparty beizuwohnen – allerdings ohne den massenhaften Einsatz der obligaten Pappschilder. Selbst Angela Merkel hat sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen,den populären Senator aus Illinois in einem vertraulichen Gespräch vor seinem grossen Auftritt kennen zu lernen – je nachdem,wie sich das Personalkarussell demnächst dreht,hat frau ja noch einmal miteinander zu tun. Die Medien hatten sich auch einen ganz eigenen Zugang zu Obamas Berlinauftritt gebastelt,das aussenpolitische Profil des jung und smart wirkenden Kandidaten stand auf dem Prüfstand, die bedeutendsten US-Medien waren mit ihren Teams in Berlin,um über Obamas aussenpolitische Vorstellungsrunde möglichst nah berichten zu können. Deutschlands ARD schickte Ulrich Deppendorf – auch ihm kommt die Worte Iran+Atomprogramm nicht über die Lippen – und Hanni Hüsch in’s Rennen.

Für die Berliner war der Rückblick Obamas auf die Stadtgeschichte der letzten 63 Jahre – vom an Menschenleben verlustreichen Alliiertensieg über Nazideutschland,die Berlinblockade der SU,die Luftbrücke,den Mauerbau bis hin zum Mauerfall – eine höchst sensibel gelegte Geschichtsbetrachtung ermöglichte solche Anknüpfungspunkt, der die gemeinsamen Werte und Interessen der USA mit Europa und Deutschland hervorheben konnte. Das hätte Mc Cain von den Republikanern sicherlich kaum anders dargestellt. Ob er im Rahmen seines Wahlkampfes auch zu den Krauts zu Besuch kommt?

In der EU verschiebt sich das amerikafeindliche Klima zumindest auf Regierungsebene – die Einstellungen der EU-Bürger sprechen meist eine differenziertere Sprache mit Auftrag für mehr Bildung. In Italien führt Berlusconi als US-freundlicher MP die Regierungsgeschäfte,in Frankreich ist der Konservative Sarkozy an der Macht und Angela Merkel wuchert mit ihrem ausverhandelten Koaltionspfund um die Rückeroberung internationaler Glaubwürdigkeit – sie muss sich darum mit allerhand faulen Kompromissen in 2009 damit dem Wähler stellen.

Rayson hat sich die zentralen Forderungen Obamas an die Europäer angeschaut und stellt sie den Ideen und Illusionen des Obama “Fanclubs” gegenüber. Eine Versachlichung der Obamania scheint mehr als geboten,aus dem Angebot Obamas,einen partnerschaftlichen Umgang mit internationalen Organisationen und den Alliierten aufbauen zu wollen,ist nicht der Fehlschluss ableitbar,Obama würde vitale US-Interessen zur Disposition stellen – Obama ist eben nicht der Erdnussfarmer. Die von Obama beschworenen westlichen Werte werden schon bei der Austarierung der strategischen Energie- und Sicherheitsinteressen ihre ersten Grenzen erfahren, die BRD setzt auf Energielieferungsverträge mit den Russen,die USA sind mit den Golfstaaten im Energiegeschäft – an der Börse wird die Ressourcenverteilung aber letztendlich über den bezahlten Preis abgewickelt. Grössere Krisen können sich eigentlich weder die EU noch die USA leisten.

Die Herausforderung an die D.A.F. in den nächsten 12 Monaten ist sicherlich die Verständigung im Umgang mit dem Atomprogramm des Mullahregimes im Iran – Obama hat in Berlin unmissverständlich klargestellt,das er die Atombewaffnung der Mullahs nicht akzeptieren wird. Ob seine vorher geäusserte Verhandlungsbereitschaft mit dem Mullahregime seine internationale Unerfahrenheit manifestierte oder zum wahltaktischen Kalkül gehört – das vom iranischen Regime als Schwäche ausgelegt wurde – ist unklar. Die von Präsident Bush nach Teheran gesendeten Emissäre lassen aber darauf schliessen,das bereits bilateral verhandelt wird und es ist anzunehmen,dass diese Verhandlungen sich vom Katz-und Maus-Spiel mit der UNO und der EU deutlich unterscheiden werden. Im Gegensatz zur UNO/EU haben die USA die Bereitschaft und die Mittel,eine atomare Bewaffnung des Iran zu verhindern. Ob Angie die Sonderwege ihres Aussenministers mit dem Iran weiter teilen wird,bleibt auch offen, die Ränkespiele zwischen Kanzleramt und Aussenministerium schwelen derzeitig auf niedrigem Level,der Wahlkampf 2009 wird hoffentlich für mehr Deutlichkeit sorgen.

Obama hat mit seiner Beehrung der Hauptstadt das politische Sommerloch um ein paar Stunden hinausgeschoben – alleine dafür gebührt ihm mein Dank. Was sich Individuen von Obamas Kandidatur erhoffen oder was sie befürchten,wird noch ausführlich zu diskutieren sein, Daniel hat einige Stimmen aus der Blogosphäre dazu eingefangen.

Ab heute wird thematisch wieder tiefer gestapelt: Lufhansastreik,hohe Gaspreise und auf welcher Autobahn wieder unaufmerksame KfZ-User den anderen Fahrbahnnutzern Schaden zugefügt haben, regieren das massenmediale Nachrichtengeschehen. It’s time for a change.

references:
What Germans Think of Barack Obama: Continuity We Can Believe In
Obama: Mehr deutsche Soldaten, weniger US Steuern

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July 25, 2008 at 10:39 pm

Spanien ist Fussball Europameister 2008

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Nun findet das Fussballfieber auch wirklich ein Ende.
Das Endspiel Spanien vs. Deutschland ist mit einem klaren 1:0 zu Ende gegangen,nette Fotos gibt es hier auf der UEFA-Homepage anzuschauen – bis auf den von DF dort gesichteten Franconationallappen natürlich .
Morgen um 14:00 noch das Brandenburger Tor,dann ist ersteinmal für 2 Jahre etwas Ruhe und genug Zeit für Löws Nationalelf,vom vorbildlichen Spiel der spanischen Equipe sich den einen oder anderen Trick abzuschauen.

references:

Doktor Drostes Sprachstunde
Nachklatsch zur Europameisterschaft
Schwarz&schwärzer

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June 30, 2008 at 12:41 am

Posted in Zeitgeschichte

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Bilderstürmereien in Sydney

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Im fernen Australien trug sich vor kurzer Zeit eine nicht ganz unbekannte Form der Bilderstürmerei zu.Nicht in der Form der chronisch Beleidgten,nein,es ging zivilisiert zu im Land des Koalabären und des Forster beers,denn die Polizei schloss eine Photographieausstellung des Künstlers Bill Henson,desen Vergehen in der grenzverletzenden Darstellung von nackten,pubertierenden Mädchenkörpern bestehen soll.Der Vorwurf: Paedophilie,Pornographie.
Kurzum,der Jugendschutz soll dem Herrn Bill Henson die Flötentöne der aktuellen australischen Medienmoral beibringen. Auf der Homepage der betroffenen Roslyn Oxlyn9 Gallerie sind einige Photographien einsehbar,ob die herausgenommenen Werke explizitere Darstellungen beinhaltet habem,entzieht sich meiner Kenntnis,denn ich gehöre nicht zum Kunstjetset Berlins.Die Werke sind Type C Photgraphien,127 × 180cm, edition 1/5 analogue prints.
Jan stellt in seinem Beitrag die Frage,ob sich bei den Kunstwerken um Pornographie handelt.Die von mir gesichteten Objekte geben keinen Anlass zu solch einer Bewertung,die Begriffseinordnung bei Wikipedia kann hier hilfreicher erster Schritt zur Klärung sein,dort heisst es:

Pornografie ist die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität bewusst betont werden. Darstellungsformen der Pornografie sind hauptsächlich pornografische Schriften, Tonträger, Bilder und Pornofilme.

Ich kann diese Tatbestände in dem zur Verfügung stehenden Bildmaterial nicht erkennen. Die Analogie zu Caravaggio könnte schon eher zutreffen.Interessant an den verlinkten diskursiven Einlassungen in Jans Beitrag sind aber die Betrachtungen über Kindheit,Körperlichkeit und Identität von Kindheit in den Vorstellungswelten der Entrüsteten wie der Verteidiger der Kunstfreiheit.Wahrscheinlich haben die Kritiker
der Ausstellung die mediale Inszenierung Bill Henson missgedeutet oder sie wollten sie in diesen strafwürdigen Zusammenhang setzen.
Damit etwas klarer wird,um was bei dieser ganzen Aufregung geht,hier ein Foto aus der Ausstellung:

Das soll also Porno sein? Die spinnen doch,die Australier. Immerhin bringt so ein skandalon publicity,sowohl für den Künstler als auch für die Moralapostel – wie dieser Bohei für das junge Fotomodell herüber kommt,möchte ich mir garnicht vorstellen. Von Zensur möchte ich aber lieber noch nicht sprechen.
Nota bene: Wenn ich mich nicht täusche, hat Joseph Vogl – er hängt heute an der HU-B ab – zur technischen Inszenierung von Körpern in seiner Weimarer Arbeitsgruppe – so um 1999/2000 war das glaube ich – ein riesiges Materialkonvolut zusammengestellt.Das Material könnte einen diskursiven Steinbruch für weitere Ansätze bieten – ach,dort waren ja nicht nur Strukturalisten am Werke.Mir fehlt für intensivere Befassung momentan die Zeit,bin derzeitig mehr auf die Zypern-Thematik eingestellt

update: mehr einblicke in die fotomotive von Henson bietet dieses video – die inszenierten fotoszenen erinnern sehr stark an caravaggios werke. dort sind tatsächlich auch nackte körper von jugendlichen zu sehen,die nicht einmal einen vergangenen bravo-leser in erstaunen versetzen können,und die zeiten dieser lektüre sind bei mir schon einige jährchen her:

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June 4, 2008 at 9:50 pm

Wahlschlappe der NPD

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Written by admin

February 18, 2008 at 10:03 pm

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