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Variationen zur Freiheit,diesmal gesungen

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Ich stecke etwas fest in meinen Nachforschungen zur Ideenwelt des Liberalismus. Nicht nur,dass ich derzeitig keine Lust auf Bibliothekenaufenthalte habe,um mir die Scholastiker nebst Anhang  im Original einzupfeifen – die übesetzten Fragmente lassen leider mehr Fragen offen als Antworten zu. Und die Rezeption des Liberalismus im 20. Jahrhundert scheint mir verfrüht – marxologisch verseucht wie ich bin, muss ich das Ding vom Grunde her erschliessen,das Nachbeten von Kritik nach 500 Jahren (da sind wir ja alle schlauer)  nützen mir nicht viel….. . Ich warte also auf meine Eingebung.
Ich halte also inne,lenke mich mit Döblins Reisebschreibungen und Peter Janichs Taschenspielertricks des Konstruktivismus ab. Eben habe ich ‘mal beschlossen,ein rothaariges Starlet der Siebziger aus meinem allseits geliebten Italien zu Worte kommen zu lassen.
Es geht um einen Song, den die Dame Ende der 70ger in deutscher Sprache veröffentlichte.
Milva – Freiheit in meiner Sprache (1979) (Orig.: Canzone della liberta,1972)

Freiheit in meiner Sprache heißt Liberta!
Gibt es ein schön’res Wort als Liberta!
Doch nicht nur in Italien, überall wo Menschen leben
stehst DU an erster Stelle, Liberta!

DU bist in aller Munde, Liberta!
Alle woll’n doch im Grunde, Liberta!
Aber die Dich besitzen sind auf Dich sehr eifersüchtig,
woll’n Dich mit keinem teilen, Liberta!

Einige Menschen denken, Liberta!
Dich würde man verschenken, Liberta!
Und die es besser wissen, lassen sie in diesem Glauben,
denn sie sind gegen zuviel Liberta!

Wunderliches aus Italien

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Die 98 Jahre alte Dame Maria D’Antuono aus den Abruzzen wurde nach 30 Stunden aus ihrem nach dem Erdbeben eingestürzten Gemäuer lebend gerettet. Wer jetzt auf ein heiliges Wunder tippen sollte,wird enttäuscht:  Die Dame hat sich mit Häkeln die Wartezeit auf die Rettungshelfer vertrieben und ich habe ein neues Wort gefunden,  Trümmerhäkeln – welch eine erholsame Wortbedeutung nach diesen ganzen geschichtsvergessenen Dresden- und Berlinbombenopfern aus WKII dann doch noch aus Italien herüberkommt.  Der Regierungschef und  Westentaschen-Duce aus Milano hat für die Erdbebenopfer in seinem Land kaum mehr als Verachtung übrig. Nicht nur,dass er Hilfe von Aussen für die nur mit dem Notdürftigsten ausgestatteten Insassen der Zeltnotunterkünfte als überflüssig erklärt,  werden die von ihm noch zu Campingbesuchern umgedeutet. Bravo  Silvio für soviel Ehrlichkeit oder Zynismus nahe dem Osterfest- aber sage uns doch nun auch,mit wem du zum Europagipfel am Wochenende genau über dein Handy telefoniert hast. War es der italienische Chefgeologe,der dir die wackelnde Erde vorausgesagt hat oder wolltest du damit nur Sarko und Angie die Freude über die Rückkehr der “force de frappe” in’s europäische NATO-Haus versauen?

Written by admin

April 8, 2009 at 6:38 pm