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Stop Deportation !

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Seit dem ich Musik höre, befinden sich auch Rap und HipHop in meiner Plattensammlung, Jams und Battles gehörten zum festen monatlichen Ausgehmodus. Die Arbeit von Deniz Bax von der Berliner HipHop-Fraktion in Kreuzberg habe ich bis Anfang des Milleniums auch aktiv unterstützt – die Abende in der Naunynritze gehörten zu meinen monatlichen Musikhighlights incl. Breakdance und Electric Boogie.
( Aktuell höre ich übrigens NMZS, Koljah&Co ganz gerne )  Nun habe ich mir den “Ground-Zero”-Battle-Track von Afrohesse angehört, und schon in den ersten 60 Sekunden geht es  homo- und frauenfeindlich zur Sache, also abschalten und im günstigsten Fall sind die Texte vergessen, sie sind so scheisse wie sie zu 90% in diesem Genre eben  leider sind – Testosteron, Gangmacker   meets Dumpfbackentum.

Nun habe ich bei BadBlog gelesen, dass dieser Afrohesse, der seit rund 20 Jahren im hessischen Teil Deutschlands lebt, seit 4 jahren im Untergrund illegal leben muss und seit ein paar Tagen in Abschiebehaft in Damstadt zubringt, täglich bedroht von der Ausschaffung in ein Land ist, das ihm fremd sein muss. Er ist hier aufgewachsen und hat wahrscheinlich die gleiche Grütze im Kopp, wie grosse Teile seiner Generation.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass mir die Ausschaffungspraxis schon seit je her gegen jeden politischen Strich geht, sie ist in der Regel zumindest unmenschlich. Unmenschlich ist auch die Eingrabung von Millionen Illegaler Menschen als “sans-papiers”, die den Bodensatz eines Lumpenproletariats bilden müssen, ohne Bürgerrechte und soziale Absicherung.

Ich kann mit den meisten Texten des Afrohesse nix anfangen – bis auf das  AFRO HESSE “SANS PAPIER” – Video, was ganz o.k. ist . Seine Ausschafffung finde ich total falsch und ich rufe auch zum Solikonzert im SO36 auf. Ich kenne von diesem Line-Up übrigens nur Tarek&Massimo. Anyway, stop deportation !

PS: Während ich mich mit diesem unsäglichen Ausschaffungsthema befasse, schlägt sich Tele in Berlin-Neukölln mit den NPD-Nazifrauen herum, was auch nicht besonders erhebend zu sein scheint.

PPS: Zur Abwechslung eine sehr schöne Geschichte aus New York in 1977 von Cem.

references:
stop deportation class !
Türkischer Rap in Deutschland

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September 5, 2008 at 8:07 pm

Zur Abwechslung

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Serdar Somuncu – Kopftuch … leider nur audio ,(

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August 18, 2008 at 9:33 pm

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Iran … schon wieder

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  1. Genug verhandelt: Seeblockade?
  2. Jubelperser am Werk: Politik der kleinen Schritte. Frau Amirpur oder Herr Nirumand, die arbeitsteilige Herbeibetung der iranischen Zivilgesellschaft.
  3. Dick im Geschäft mit Antisemiten. Der Iran ist auf dem Weg zur Atommacht – und Deutschland profitiert. Von Jonathan Weckerle . Der Autor ist Mitbegründer des Mideast Freedom Forum Berlin. Tagesspiegel vom 7.8.2008 0:00 Uhr.
  4. Noch mehr Übersetzungsprobleme und Frau Dr. Amirpur wieder an vorderster Front: Der missverstandene Herr Ahmadi-Nejad. By Michael Kreutz, transatlantic-forum.org · August 6, 2008

Peter Alexander

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Florian Silbereisen ist wohl der schlimmste öffentlich-rechtlich finanzierte Stalker,den sich der in die Jahre gekommene Entertainer aus Austria nicht gerade gewünscht haben dürfte. Anstatt den Rückzug des Künstlers aus der Öffentlichkeit zu respektieren,inszenierte der fesche Florian einen wie bei Gideon beschriebenen bizarren Popanz .

Ich habe ein Schnippsel aus der deutschen TV-Unterhaltung aus den späten sechziger Jahren herausgesucht. Um seine Zuschauer zu unterhalten, führte Peter Alexander das Umvermögen der Franzosen vor,das “H” richtig auszusprechen. Die seinerzeitig allseits verehrte Mireille Mathieu musste ihren Kopf mit der originellen Frisur für dieses phonetische Experiment hinhalten. Solcherlei Fremdironie erzeugte damals trampelnde Ovationen beim Zuschauer:

Hassan der Hof-Hund

So fühlten sich die Krauts in den ausgehenden sechziger Jahren von Kiel bis Bozen also gut unterhalten. Und in 2008 schaut es ja auch nicht wirklich besser aus,wenn man Florians wie auch immer gemeinte Escapade in den schlechten Geschmack genauer betrachtet.

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August 3, 2008 at 10:33 pm

Nachdenken über Vertreibung

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Es rückt immer näher,das Dokumentationszentrum zu den Vertreibungen im 20. Jahrhundert – so wünscht sich das Gedenken übrigens Frau Steinbach. Nun hat sich in der liberalen Blogosphäre eine bemerkenswerte Debatte unter acht Diskutanten entzündet. Daniels Beitrag “Vertreibung und Gerechtigkeit” zieht einen bunten Strauss an Einschätzungen zum Vertreibungsthema,zur Shoah und steile Hypothesen über die letzten beiden Weltkriege an.
Das Koordinatensystem zur Beurteilung der Vertreibungspraxis osziliert vereinfacht betrachtet zwischen Legitimtätsüberlegungen über staatliche Vertreibungskampagnen qua Staatsdoktrin inklusive seiner kruden Trittbrettfahrer und national-ethnisierenden Zuschreibungen im Opfer-Täterdenken. Vertreibungen werden grundsätzlich als Verstösse gegen Menschenrechte ethisch verurteilt.Geradezu exegetisch-theologisch geht es dann z.B. bei der Motvsuche zur Vertreibung der Deutschen aus Polen während/nach dem 2. Weltkrieg zu: An einen Racheengel polnischer Herkunft für den Massenmord der Deutschen an den (polnischen) Juden mag ich garnicht glauben. Die Flucht,Vertreibung und Exekutierung von deutschstämmigen Nazikollaborateuren war ein Faktum,eine Rechtssicherheit war in und nach den Kriegswirren für die Deutschstämmigen nicht gegeben. Im Zweifel ist dann die Flucht die bessere Option gewesen und die zurückgebliebenen,nicht Nazi-Kollaborateure wurden ja dann auch in die jeweilige Staatsbürgerschaft (PL,CSSR,SU) assimiliert.

In wie weit durch die diskutierten Ansätze ein Staatshandeln zum strategischen Mittel der Vertreibung enthnischer Gruppen historisch oder in der Gegenwart beschreibbarer wird,ist mir noch unklar. Den Terminus Gerechtigkeit würde ich im Zusammenhang der debattierten Ausgangsfrage von Daniel durch Rechtfertigung ersetzen – gewissermassen eine Verschmelzung historischer Gründe mit nachträglich angehängten Begründungen oder auch Einwendungen. Judith Butler hätte mit ihrem Ansatz vom Sprechort der Diskutanten auch ihre helle Freude.

Seit einigen Jahren spitzen sich ja neue Vertreibungstopoi auf dem Balkan (ethnisch-religiös) ,in Zimbabwe (ethnisch,Hunger,Opposition) oder in Darfur (ethnisch,religiös) zu. Die Verurteilung von Vertreibungen und Völkermord sind ein Strang der Diskussion,die Beleuchtung strategischen Interessen der Vertreiber und Mörder ein anderer – zweckdienliche Instrumente von Staaten,die sich um Menschenrechte nicht kümmern. Der kalkulierte body-count in einer Welt von warlords und nationalistischen Schmierfinken. Eine nicht besonders anheimelnde,geistige Gesellschaft.

Mein Ausblick: Trotz alle dem verbleibt bei mir ein Unwohlsein bei der historischen Verkettung der Begriffe Shoah – Vertreibung. Völkermordforschung als Subtext könnte sich hier auch noch anschliessen. Eine Relativierung der Shoah,die ja mit all ihren unheimlichen Konsequenzen deutschen Hirnen entronnen ist,empfinde ich als nicht besonders zuträglich.Es waren eben nicht katholische Antisemiten aus Polen,die sich Birkenau,Auschwitz oder das Warschauer Ghetto ausgedacht und umgesetzt haben,sondern deutsche Nationalsozialisten – an denen sich die junge Bundesrepublik seit Jahrzehnten sehr kreativ abarbeitet.

PS:
In einer Geschichtsvergessung wie der o.g. ist z.B. die Forderung einer populistischen, liberalen EP-Blondine nach einem Rausschmiss der Polen aus der EU nachvollziehbar. Bei solchen Tönen könnten einige EU-Gegner wieder zu Sympathisanten mutieren,ab 4.55 Uhr wird nämlich wieder propagandistisch zurückgeschossen.Mit renitenten Polen hat Deutschland ja Erfahrungen und die Achse Berlin-Moskau steht ja seit der Schröder-Ära auch wieder auf festen Beinen.

references:
Bernadetta Nitschke:Vertreibung aus Polen (2003)

Written by admin

July 3, 2008 at 4:36 am

Deutsche Staatsräson und Todesurteile im Iran

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Das Mullahregime scheint bei der überwältigenden Mehrheit bundesdeutscher Politiker und Wirtschaftslobbyisten unter Naturschutz zu stehen – höchstens scheinheilige Lippenbekenntnisse sind erwartbar. Die heutigen Kulturschaffenden sind übrigens auch nicht besser.
Das war schon unter der Schahherrschaft Reza Palehwi so,mit der Machtübernahme der Mullahs in 1979 hat sich das kein Deut geändert – auf die hiesigen Elogen zum 30igsten Geburtstag der islamischen Republik im nächsten Jahr bin ich schon heute gespannt. Parteifarbenübergreifend existiert eine verbreitete Immunisierung gegen Kritik an den eklatanten Meschenrechtsverletzungen und den religiös-wahnhaften Staatszielen des Mullahregimes.

Irans Terrorakte benötigten in Deutschland viele Jahre bis zu ihrer wahrheitsgemässen, juridischen Aufklärung – z.B. die Mordanschläge auf die Exiliraner in der Berliner Gaststätte “Mykonos” am 17. Dezember 1992 [Wien 1989]. Seitdem darf auch in Deutschland juristisch flankiert von einem Terrorstaat Iran geredet werden.
Selbst den Weltmeistertitel im Aufarbeiten der Shoah möchte die bundesdeutsche Politik nicht als Grund hernehmen,um die Auslöschungspläne des Mullahregimes bezüglich Israels wirksam zu bekämpfen. Vielmehr blockiert die deutsche EU- und Aussenpolitik alle wirksamen Schritte zur Verhinderung der Atombombe,die den Irren in Teheran zu nachhaltiger,antiwestlicher Machtfülle verhelfen wird – da ist Deutschland lieber mit Russland und China in einem diplomatischen Boot. Und Politiker der zweiten Reihe bilden schon Warteschlangen, um sich in Teheran die Klinke in die Hände reichen,auch das geschieht parteiübergeifend.

Die deutsche Staatsräson schert sich einen Dreck um die Vielzahl der bereits wegen homosexueller Handlungen gehänkten- meist jungen – Menschen im Iran. O.K., Volker Beck oder die Herren von GayWest sind eben nicht Aussenminister,könnte man sagen.

Dass SIEMENS jungst den Überwachungsstaat der Mullahs mit neuester Datenerfassungstechnik versorgt,soll der über hundertjährigen Betriebstradition in Persien und den Arbeitsplätzen in München geschuldet sein. Die Gasverflüssigungstechnologie der LINDE-AG – die dem Mullahreigme nationale Milliardenmehreinnahmen im Gasgeschäft über Jahrzehnte sichern wird – soll auch kein politisches Druckmittel darstellen,um die Mullahs zu Zugeständnissen weder in der Menschenrechtsfrage, der programmatischen Israelvernichtung noch der drohenden Atombombe zu zwingen.Die Bundesregierung unterstützt ihre Industrie gerne mit ihren zuverlässigen Hermes-Bürgschaften in Richtung Teheran.Bis vor kurzer Zeit sollen sogar noch Mittel der Entwicklungshilfe dorthin geflossen sein. [LINKTIPP:Beiträge von Mathias Küntzel,auch HIER]
Ethische Fragen werden vielleicht abends beim Tee in Teheran wohlwollend zerredet.

Und nun die neueste Räuberpistole deutscher Staatsräson: Im Iran sitzt Alexander Valizadeh, ein Iraner mit deutscher Staatsangehörigkeit, in der Todeszelle und Aussenminister Steinmeier rührt keinen Finger für den Mann. Alle erinnern sich an die generalstsabsmässige Verve,mit der deutsche ( auch noch so dämliche ) Geiseln im Irak oder Afghanistan vom deutschen Aussenministerium befreit wurden – im Gegensatz zu den Zeiten Helmut Schmidts sind Terroristen heute sehr wohl Regierungsverhandlungspartner,das Hauptproblem soll angeblich die Frage des Lösegeldes sein. Für einen im Iran sitzenden deutschen Todeskandidaten gibt es heute nicht einmal eine untersützende Presse. Und in der hohen Politik: Nichts als grosses Schweigen. Was ist das nur für eine Staatsräson?

PS: Was mich an der ganzen Causa Iran so erschreckt,ist nicht so sehr das politische Pennertum von SPD,Grünen,CSU oder der SED,sondern diese über Jahrzehnte andauernde dt. Kontinuität,die völlig unabhängig vom Parteibuch zu existieren scheint und bis heute unübersehbar fortbesteht.

references:
Iran Baham Blog
Unterlassene Hilfeleistung
Pro-Iran Fraktion in der Körber-Stiftung

Written by admin

June 1, 2008 at 11:11 am

Amstetten,jetzt kommt die 4. Reihe zur Hilfe

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Wenn Starautoren aus Österreich zu lange ihre Landsleute auch literarisch hassen – oder diese einfach nur die ungeschminkte Wahrheit über jene schreiben,gibt es wohl neuerdings Gründe zur versuchten, auktorialen Muttertötung: Lottmann kotzt sich über Elfriede Jelinek aus. Ich stelle mir die Frage: Warum schmeisst sich Lottmann für die Österreicher so in die Bresche,oder war da noch eine Rechnung mit Elfriede offen?

Written by admin

May 11, 2008 at 12:33 am