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Der Haider iss tot

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Diese Nachricht habe ich gerade beim Lindwurm gelesen,ein Autounfall beendete das Leben des umstrittenen Politikers. Falco wurde in den Achtzigern ‘mal gefragt,was wohl die Österreicher an Haider gut finden würden und er antwortete: “Er iss ganz rechts aussen und er iss halt fesch”.  Na ja,ein Janker-Fascho weniger in der EU.

UPDATE: Der Lindwurm ist nicht nur vor Ort in Kärnten unterwegs, er hält den Rest der weiten Welt auch auf dem Laufenden: Sehr lesenswerte Einschätzungen aus Haiders kleinem Königreich: Der Haider-Mythos bröckelt bereitsHaiders letzte große Show.

Zettel setzt gegen wie auch immer gearteten antifaschistischen Geifer die Würde des Toten und seines Amtes:  Zitate des Tages: “Europaweit unbeliebt”. Wahrscheinlich kategorisiert er den Haider auch in die politische Ecke so vieler rechtskonservativer Politiker,die optimistisch am rechten Rand operieren.

Natürlich ist das rechtskonservative  Spektrum noch weitestgehend unter dem Schirm der Meinungsfreiheit anzusiedeln. Trotz allem empfand ich bei vielen Kampagnen Haiders mehr als Würgereize: Wer auf schwache Bevölkerungsteile mit rassistischen Parolen einschlagert und diese dann zum gesellschaftlichen Abschuss frei gibt,darf immer mit meiner entschlossenen Gegnerschaft rechnen. Da lege ich natürlich nicht auch noch Blumen auf die Grabesstelle und ein r.i.p. verkneife ich mir selbstverständlich auch. Solchen Leuten wünsche ich im höchsten Falle die Dämonen,die sie zu Lebzeiten mit entfesselt haben. Das ist doch wohl sowas von klar.

References:
184 Km/h
Jörg Haider = Lady Di Kärntens?
Jörg Haider:1950-2008

PS: Dahrendord meldet sich zurück

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October 11, 2008 at 11:39 am

Christival in Bremen oder wenn Piet-Kongs zu sehr lieben

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Was sind denn Piet-Kongs?
So nannten wir in den goldenen Achtzigern die Theologiestudenten,die sich aus dem Dunstkreis der pietistischen, freikirchlichen, evangelikalen Gemeinden an den Uni-Fachbereich verirrten. In den Seminaren fielen die Piet-Kongs öfters über solche geistreichen Statements auf: “Die wissenschaftliche Erkenntnis XY bedroht meinen Glauben an Gott oder Jesus Christus …”,ein Bibelzitat wurde gechantet und die mehrheitliche Reaktion bei den Kommilitonen waren mitleidige Blicke. In den Pausen waren die Piet-Kongs mit Propagandamaterial und Gitarre bewaffnet,sie verteilten Zettel mit so erbauenden Botschaften wie “GOTT liebt auch Dich!”, “Diskussionen” wurden oft mit christlichen Liedgut aus Eigenkomposition vorbereitet und es ging bibelfest zur Sache. Ein sehr minderheitliches aber nicht zu vergessendes Erinnerungsteil über einen wissenschaftsresistenten Haufen während meiner Unizeit.

Da geistige Armut und fehlgeleitete Identitätssuche leider nie ausstirbt,hat diese Strömung im Protestantismus immer wieder Zulauf. Damien von GayWest hat sich das diesjährige Jugendtreffen der Piet-Kongs in Bremen unter dem Gesichtspunkt der Homosexualtität vorgenommen. Für die Evangelikalen ist die gleichgeschlechtliche Liebe nämlich eine gotteslästerliche Sünde – da ist man mit den Päpsten einig. Da man aber ganz modern dazugelernt hat,wird der Umweg über die quasi pschologische Pathologisierung beschritten: Homosexualität ist demnach nämlich heilbar,wenn Mann nur will.So treiben einige Winkelpsychologen die evangelikal bekehrten Homos in ihre Praxen zur Gehirnwäsche.Diesen “Therapieansätzen” versuchen die Evangelikalen immer wieder einen wissenschaftlichen und gesellschaftlich akzeptierten Anstrich zu verpassen. Das hat Volker Beck und Damien auf die Palme gebracht.Sie kritisieren dezidiert die Veranstaltung,die den Homos Krankheitswert qua ihrer sexuellen Ausrichtung attestieren wollen. Bundespolitisch wird die ganze Sache erst durch Albrechts Tochter interessant.

Die Christival-Veranstalter haben sich so sehr über die Schirmherrschaft der Bundesministerin Frau von der Leyen gefreut,aber selbst der Ordensträgerin der Goldenen Plazenta war die Homophobie der Piet-Kongs in Bremen zuviel,sie liess über ihr Ministerium die Abänderung des Programms in diesem Punkt verlangen,was wiederum Zettel aus der liberalkonservativen Ecke aufschreckte,da er die Meinungsfreiheit und die Neutralität des Staates gefährdet sieht,Damien entgegnet ihm:Ein weiteres Lamento über die bedrohliche Macht der Schwulenlobby?

Den Organisatoren des Christivals schwirrt mittlerweile der Kopf und der Rechtsstaat wird bei ausbleibenden Argumenten notorisch bemüht,soviel kritische Öffentlichkeit sind die Piet-Kongs nämlich garnicht gewöhnt. Angefangen hat das Ganze mit dem Anliegen der Bibeltreuen,dem Bremer Strassenbahnfahrgast das christliche Liedgut mit Gitarre und Chor über die Christivaltage von morgens bis abends in die Köpfe zu hämmern. Dem wurde von den Bremer Transportunternehmen ein begrenzender Riegel vorgeschoben – in Berlin hat vor ein paar Jahren eine ähnliche christliche Musizierpraxis immerhin einen Nazimarsch durch Kreuzberg mit vereitelt. Die homophobe Veranstaltung wurde im Laufe des öffentlichen Disputs tatsächlich aus dem offiziellen Programmteil des Christivals zurückgezogen. So haben die Piet-Kongs ihr Scherflein zur Religionsfreiheit doch noch beigetragen und die Heilige Ursula ist nicht brüskiert geblieben: Die Übernahme von Schirmherrschaften ist eben kein lapidares Unterfangen. Was bleibt? Es wird weiterhin mit dem Legendendbuch des Abendlandes Schindluder betrieben, in diesem Fall auf dem Rücken der Homos.

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May 2, 2008 at 8:54 am

Beachtung von Sexismus

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Ganz dolle wird der Sexismus von studentischen Stellvertretern an den Unis wahrgenommen, Adrian berichtete unlängst auf seinem Blog über die Erstie-Kampagnen an der Potsdamer Uni.

Weniger Beachtung findet das sexistische Treiben der Istanbuler Staatsanwälte/Polizei gegen die Mitglieder des Homoverbandes LAMBDA in der Türkei. Also,an einem fehlendem Informationsfluss kann diese Wahrnehmungsdifferenz ja nicht wirklich fest gemacht werden. Möglicherweise habe ich auch die studentischen Sexismuskategorien einfach nicht so richtig verstanden und das, was mit LAMBDA momentan wieder geschieht, ist nur schnöde Staatsrepression oder eine folkloristische Besonderheit am Bosporus. Demnach wäre halt ein anderes AStA-Referat zuständig: Das für InterNat oder Kultur?

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April 21, 2008 at 5:38 pm