Iran Soli Sonntag in Berlin
WHERE IS MY VOTE? 3. Großdemonstration – 5. Juli 2009
Die Lage im Iran hat sich NICHT beruhigt. Im Gegenteil, sie hat sich seit der endgültigen Anerkennung Ahmadinejads als offiziellen Staatspräsidenten durch den Wächterrat zugespitzt ! Das Regime hat unmissverständlich erklärt, dass es nicht zu Neuwahlen kommen wird und bestraft die Demonstranten und Journalisten mit einer inakzeptablen Härte. Trotzdem gehen die Menschen in Tehran, Shiraz, Isfahan, Tabriz und anderen Städten immer noch täglich für eine Wiederwahl auf die Straße.
Es ist unsere Pflicht, die Menschenrechtenverletzungen im Iran anzuprangern und die europäischen Regierungen weiterhin aufzufordern, Ahmadinejad als Volksvertreter des Iran nicht anzuerkennen. Wir bitten jeden, ganz gleich aus welcher Nation, uns bei diesem friedlichen Protest zu unterstützen!
TREFFPUNKT UND STRECKE:
Sonntag , 5.Juli 2009
12:00-16:00 Uhr
Treffepunkt: U-Bhf Nollendorfplatz
Endpunkt: Gedächniskirche
Kontakt: hemayate_ma ät yahoo.com, via Facebook
Fotos der Mahnwache am Brandenburger Tor von Freitag.
In Köln 03.07. 17.00 Domplatte, mehr Termine und Veranstaltungen zum Iran.
Karl Malden,RIP
Die gewohnten Schauspieler aus meiner Jugendzeit sterben weg, heute nun hat es Karl Malden (Mladen Sekulović,) im biblischen Alter von 97 Jahren erwischt. Ich schätzte ihn sehr für die Rolle des Detective Lt. Mike Stone in den Strassen von San Franzisko, gemeinsam mit Michael Douglas, der hoffentlich noch viele Jahre auf dem Paneten weilen wird.
Im “Wer ist dir lieber Blog” könnt ihr mit abstimmen …. KLICK
Iran election,voices from the left
Was aus der Linken zu den Kämpfen für Demokratie und Freiheit im Iran so veröffentlicht wurde? Hier ein paar Beispiele:
DIE LINKE Newsletter vom 24.6.2009
Iran: Eskalation der Lage für niemanden von Interesse
Bei den Präsidentenwahlen im Iran gab es massive Unregelmäßigkeiten, seit fast zwei Wochen protestieren Teile der Bevölkerung gegen Wahlmanipulationen. Der Staat reagiert mit Gewalt. DIE LINKE verurteilt auf das Schärfste die Verhaftungen und brutalen Misshandlungen von Demonstrantinnen und Demosntranten durch die iranischen Sicherheitskräfte, die bereits zahlreiche Todesopfer gefordert haben, die Unterdrückung der politischen Opposition und das massive Vorgehen gegen die Medien, einschließlich der Eingriffe in die Informationsfreiheit des Internet, erklärt Helmut Scholz, Mitglied im Parteivorstand und im Vorstand der EL.
IV Online magazine : IV413 – June 2009
Iran
Our place is at the side of the Iranian people!
Statement by the executive bureau of the Fourth International
Since June 13th, after the faked presidential election, millions of Iranian are expressing their anger with cries of “down with the dictatorship”. Their mobilization increases the crisis of the regime. Ferocious repression has already caused hundreds of dead and wounded. Our place is at the side of the Iranian people!
With the announcement of the re-election of Ahmadinejad, the underground war between the various factions in power was transformed into open war. Four candidates had been authorized to participate. Four of the regime’s dignitaries who share responsibility for the bloody balancesheet of the thirty years of the Islamic Republic. But the Supreme Leader [1]and the clan in power designated the winner well before the first round. In a context of strong tensions between factions, crisis and social instability, it was unthinkable that the Guide be repudiated by the people. In the same way, the immense economic and financial interests in the hands of Pasdaran and their desire to take control of important sectors of the economy, controlled by the clan of the former president of the Rafsandjani Republic, made it impossible for Ahmadinejad and his cronies to give up power and its privileges. In this fight to control oil revenue, the wealth of the country and power, Khamenei and Ahmadinejad carried out a true coup d’etat intended to oust their rivals. For democratic liberties and the claims of working people …. weiterlesen
Autorenbeiträge zum Iran von Pedram Shahyar,
Mitglied im Attac-Koordinierungskreis:
* Neues Deutschland, 17. Juni, ” Sanfter Putsch mit demokratischem Anstrich“
* Neues Deutschland, 19. Juni, “Opposition in Iran: Wer ist das?“
* Neues Deutschland, 26. Juni, ” … so viel geweint: Exiliraner in
Berlin mit großen Hoffnungen”
Linker Globalisierungskritiker Prof. N. Chomsky: Demokratie im Iran = Demokratie im Westen,keinerlei Empathie für die Proteste gegen Wahlbetrug.
The Mousavi campaign in Iran and the lessons of past “color revolutions”
By World Socialist Web Site Published by the International Committee of the Fourth International (ICFI)
Interview mit Bahman Nirumand: “Endlich Freiheit”
Böllstiftung, 18. Juni 2009
BAK Shalom Pressemitteilung | 14. Juni 2009 | Wahlen im Iran
Zum gestrigen Wahlausgang im Iran erklären die Bundessprecher des BAK Shalom, Anne Vester und Benjamin Krüger: Die aktuellen Ereignisse zeigen sehr deutlich, dass die iranische Diktatur nicht nur eine Gefahr für seine Nachbarländer und insbesondere den Staat Israel darstellt, sondern seit über 30 Jahren seine Bevölkerung unterdrückt und jede Form der demokratischen Opposition mit Repression zum Schweigen bringt..
Iran Soli am Sonntag in Berlin
Die Veranstalter “WHERE IS MY VOTE???” der letzten drei Demos in Berlin laden auch an diesem Sonntag (Fotos) wieder zur Demonstration ein:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben es zu unserer Aufgabe gemacht, die Oppositionsbewegung im Iran bei Ihrem friedlichen Widerstand und ihre demokratischen Ziele zu unterstützen, darum möchten wir Sie einladen:am Sonntag, den ;28.06.09 um 18:30 Uhr findet eine stille Kundgebung statt, zu der wir Sie herzlich einladen möchten.
Die Veranstaltung findet vor dem Berliner Dom/ Museumsinsel, in der Karl-Liebknecht Straße statt und ist polizeilich angemeldet.
Wir wollen die Solidarität mit den Menschen im Iran zum Ausdruck bringen und die deutsche- bzw. europäische Öffentlichkeit auf die aktuelle Problematik im Iran aufmerksam machen. Es stellt sich die Frage welche Möglichkeiten außer der Solidaritätsbekundung uns und ins besondere der deutschen Politik zur Verfügung stehen.
Wir haben bereits am 16.06.09 und 21.06.09 Großdemonstrationen in Berlin veranstaltet, bei der die Solidarität und Zusammenhalt der Iraner deutlich wurde. Die mediale Präsenz dieser Veranstaltungen hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für den Kampf für Demokratie im Iran zu stärken. Nach den sehr wohlgewählten Worten von Frau Claudia Roth, die bei unserer letzten Veranstaltung zum Thema gesprochen hat, wird Herr Jürgen Trittins sich bei dieser nächsten Kundgebung zum Thema mit einer Rede äußern.
Wir würden uns geehrt fühlen, Sie zu den Gästen der Verantaltung am 28.06.09 zählen zu dürfen und somit den Erfolg der vergangenen von uns organisierten Veranstaltungen erneut zu erzielen.
Wir bitten Sie herzlich darum, uns durch Ihre Präsens bei unserer Veranstaltung zu unterstützen.
Mit freundlichen Grüssen
Weitere Termine in D-Land gibt es hier. Zu den vergangenen Aktionen in Berlin: Hier und mein erstes Zwischenfazit ist hier abgelegt.
references:
Was, wenn im Iran die Demokratie siegt?
Iran,Opposition,Lichterketten und Erkenntnis
Seit dem 12. Juni läuft der “Iranfilm” vor meinen Augen ab – ich erinnere zuerst lange Warteschlangen vor Wahllokalen, die keine Wahlzettel mehr ausgeben konnten. Neben virtuellen Nachrichten sind mir die Gespräche und Diskussionen in der realen Welt wichtige Bausteine,um zu einer realistischen Meinungsbildung über das,was aktuell geschieht, zu gelangen. Hier liegen mein Wunschdenken und die reale Lage vor Ort nicht immer deckungsgleich übereinander. Aber ich bin bemüht, mich von Luftschlössern fern zu halten. Ich suche allerdings weiterhin nach unterstützenswerten, säkularen, liberalen Strömungen im Iran – ich nehme bis heute nur die hedonistisch orientierten Leute unter 30 wahr .
Die Veranstaltungen der iranischen Opposition in Berlin sind trotz der kruden Anlässe angenehme Zusammenkünfte. Am Donnerstag Abend trafen sich 2000+ an der Gedächtniskirche, der Platz füllte sich bis zum Wasserklopps vor dem Europacenter, ein Kerzenmeer gegen die Repression der Opposition durch das Khatami-Regime. Kein Krakehlen, es wurde gesungen, gesprochen und auch geschwiegen. Ein hilfreiches Zeichen für die Verfolgten im Iran: Ihr seid nicht alleine, die Weltöffentlichkeit bekommt mit, was mit euch passiert. Was in den Knästen und auf den Polizeistationen abgeht, wird nur langsam ans Licht der Weltöffentlichkeit gelangen. Ich hoffe, die Folterknechte und ihre Auftraggeber werden dafür bezahlen müssen.
Weitere Fotos bei Nic + Daniel
Wenn ich bedenke, dass dieser Achmadinedjad vor einigen Monaten seine menschenverachtenden Hasstiraden gegen den Westen und Israel an der New Yorker Columbia Uni unter der Flagge der Meinungsfreiheit absondern durfte, wird mir über den westlichen Liberalismusbegriff linksintellektueller Amerikaner heute noch übel – dort wurde ein Mörder und Wahlfälscher unverhohlen aufgenommen und beklatscht. Das war Anti-Bushismus auf dem Rücken einer unterdrückten Bevölkerung. Ich hoffe,diese Uni-Leute haben gelernt,welche Büchse der Pandora sie damit geöffnet haben. Der Westen verkommt so zur Lachnummer für Diktatoren in aller Welt. Vielleicht möchten Kim Yong Il, Chavez oder Gadafi dort auch noch auftreten? Gerechter Weise müsste man ihnen auch eine Plattform bieten.
Gemeinsames Ziel der Veranstalter in Berlin ist bis jetzt die Unterstützung der Opposition vor Ort, ganz ohne ideologischen Richtungsstreitereien, was man den Iranern als nächsten bekloppten Totalitarismus so angedeien lassen möchte. Auch scheint den meisten Leuten hier Furcht, Wut und Angst um die Verhältnisse im Iran vertraut zu sein., denn dort wird verfolgt, geschlagen, gefoltert und gemordet. Fast jeder weiss auch hier, dass die Theokratie im Iran nur in kleinen Schritten aufgeweicht werden kann, ein Big-Bang von Aussen würde das bis heute Erreichte zunichte machen – der Stellvertreterkrieg Irak versus Iran hat das belegt, shiahfeindliche Sunniten militärisch zu unterstützen, ist der falsche Weg.
Mein Heimweg von der Lichterkette führte mich weit nach Mitternacht noch zum Kebabdealer, der mir im Lokal seine Tanzschritte frei nach Michael Jackson vorführte.
Die Märtyrer der minenräumenden Basiji von gestern sind nun aber die Mörder der Protestbewegung von heute, das Regime entfernt sich immer mehr von seiner Bevölkerung und ein turbantragender Mullah darf sich schon seit Jahren in den nördlichen Stadtteilen Teherans nicht mehr blicken lassen. Die Überwachung der Einhaltung der Scharia ist den Knüppelgarden der Sittenwächter übertragen,aber auch die sind käuflich. In der Privatsphäre haben sich längst Parallelwelten entwickelt, die von westlicher Kulturindustrie nicht zu unterscheiden sind. In der Öffentlichkeit wird aber das Mittelater simuliert.
Die sozialen Schwierigkeiten bei hoher Inflation und Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit auch der Jugend und die ethnische religiösen Verwerfungen werden durch regimezentrierte Anwendungen der schiitischen Rechtsauslegung nicht gelöst. Diese Diagnose scheint sich auch partiell im Klerus von Ghom herumgesprochen zu haben, aber kritische Theologen der Regimelinie werden unter Hausarrest gesetzt – Karoubi verbringt seit der Machtübernahme Khatamis sein Leben unter diesem Bann,er ist mittlerweile 80 Jahre alt, er geniesst hohes Ansehen in grossen Teilen der Bevölkerung.
Khatami schlägt immer unwirscher um sich, kürzlich forderte er die Todesstrafe für die Anführer der aktuellen Protestbewegung. Aber je mehr er die auf Reformen ausgerichtete Opposition verfolgt,umso tiefer wird der Riss in der Beölkerung und der Führungselite des Mullahstaates. Die Theokratie erodiert von innen.
30 Jahre sind eine lange Zeit und wenn man das Schahregime mit dazu rechnet, bewegen sich die Iraner seit über einem halben Jahrhundert in einem diabolischen ,politischen Grossexperiment, dass auf absehbare Zeit einem Ende zugeführt werden muss. In der Region tun sich noch schlimmere Abgründe auf: Die Anrainerstaaten werden vom Gift der Al-Quaida langsam zerfressen – der westliche Einsatz der Allierten in Afghanistan versucht das einstmal eigenhändig gelegte Gift gegen den ex-SU-Imperialismus symptomatisch zu bekämpfen, mit wenig Aussicht auf Erfolg.
Ein neu ausgerichteter Iran wäre noch eine Option,die Barbarei in dieser Region aufzuhalten,mit Khatami und Achmadindjad ist das aber schwer möglich. Hier könnten aussenpolitisch Anknüpfungspunkte für die iranische Opposition zu suchen sein. Klar ist: Khatami muss weg, seine Schützlinge müssen entmachtet werden. Zunächst sehen wir das Blut nach Freiheit rufender Protestmenschen, wie der Machtkampf im vierten Quartal 2009 aussehen wird,kann man schwer einschätzen und die Basaris haben sich noch nicht entschlossen, wen sie unterstützen. Sie haben 1979 dem Schah mit ihrem Generalstreik das Genick gebrochen. Den Mullahs dürfte es nicht anders ergehen.
references:
Querfront für Ahmadinejad
Iran Demo Berlin am 21.06.09
Ich habe mich dann am gestrigen heiligen Sonntag doch noch zur Kantstrasse aufgemacht – am S-Bahnhof Charlottenburg musste ich z.B. die antiimperialistischen Phantasien der Ulla Jelpke von der SED verpassen. Zwischen “Theater des Westens” und S-Bahnbrücke empfing mich ein entschlossener Aufzug mit “Hoch die internationale Solidarität”, der Parolensound war schon auf dem S-Banhnsteig Bahnhof-Zoo hörbar. Zwei Kids fragten mich dort auch nach den Urhebern der Parolen, “die iranische Opposition demonstriert heute wieder in Berlin”, darauf bedankten sich die Kids für die Info und verschwanden in der gerade angekommenen S-Bahn in Richtung Potsdam.
More pics: Hier , bei Nic und Thomas
Die Demo war grösser als am letzten Dienstag und die 2500+ Teilnehmer trauten sich auch radikalere Forderungen als “where is our vote?” über Schilder, Parolen und Transparente der Öffentlichkeit zu bekunden. Es wurde von vielen Demonstranten noch auf Mousavi und die Wahlannulierung gesetzt, jüngere Iraner forderten aber auch die Trennung von Staat + Religion und ein Ende des Mullahregimes im Iran. Der Aufzug wurde positiv durch die Anwohner und Passanten auf- und angenommen.
Claudia Roth, die Empathiebeauftragte der Grünen, wiess bei der Abschlusskundgebung am Breitscheidplatz auf die Wut, Trauer und Empörung der Iraner über den Umgang des Regimes mit seiner Bevölkerung hin. Sie nutzte die Demo auch, um die Trennung der Bevölkerung von ihrer Regierung in der Wahrnehmung der Weltöffentlichkeit hervorzuheben. MEP Buetilhofer hat die Forderungen seiner Parteikollegin auch getwittert.
Die Demoveranstalter brachten es wieder fertig, die crowd über vier Stunden mit Statements, Parolen und Musikeinlagen bei Laune zu halten. Bis auf die Lautibeiträge einheimischer Gäste gelang das ohne nervige parteipolitische Einfärbungen. Denn es ging um die Unterstützung der im Iran so arg gebeutelten Freiheitskämpfer, persönliche Meinungsunterschiede traten dafür auf der berliner Strasse erst einmal zurück. Der Kampf geht also weiter.
references:
Free Tibet? Better: Free Iran!
Iran,weisser Fleck der Berichtterstattung?
Der Putsch: Khameneis verspätete Rache? Von Behrouz Khosrozadeh 16.06.2009
Neda Net
Die Revolution der Blogger
Iran – Revolte in den Medien
Die deutsche Rechte: Mit Carl Schmitt für Allah und Ahmadinedschad, dazu auch
Tempora mutantur
Solidarität mit der iranischen Opposition
Vordergründig tobt im Iran ein Machtkampf innerhalb der iranischen Mullahelite – Achmadimjed gegen Mussavi, Anerkennung des amtlichen Wahlergebnis gegen die Forderung nach Neuwahlen, Chamenei gegen Rafsanjani. Das kann man auch als Oppositionsbewegung bezeichnen, aber mein Begriff von Opposition geht weiter, er umfasst auch diejenigen Kräfte, deren Köpfe seit Jahren in den Gefängnissen sitzen, die exekutiert wurden, die notorisch von den Wahllisten gestrichen werden oder in’s Ausland fliehen mussten. Die Säuberung der Opposition im Iran läuft nun schon 30 Jahre, viele junge Iraner kennen diese Personen und Gruppierungen schon nicht mehr. Das Gift der Theokratie hat den Blick auf demokratische, liberale Denkarten verstellt. Der Hass auf den Westen und dessen Freiheit sitzt nun tief.
Ich habe weiterhin grossen Respekt vor den vielen Menschen, die in dieser Zeit ihre Gesundheit und ihr Leben auf’s Spiel setzen, um für ihre Freiheit offen einzustehen. Von Märtyrertum und religiöser Eiferei halte ich allerdings wenig, sie hat in der Politik nichts verloren. Es wäre schade, wenn die Iraner dem nächsten Rattenfänger auf den Leim gehen würden und einem Weggefährten von Ayatollah Chomeini traue ich schon garnicht über den Weg. Wäre es nicht viel reizvoller, demnächst an einer Loveparade auf den Strassen Teherans teilnehmen zu können, ein Rave bei guter Laune. Nur in den Seitenstrassen sitzen noch verbitterte, entmachtete Büttel des Mullahregimes, aber deren hasserfüllter Ideologie hört kein Mensch mehr zu.
references:
FREE IRAN NOW!
Iran: Cyber War Guide
Nachrichtensperre im Iran. Wird der Machtkampf heute entschieden?
Iran 2009,ein Trauerspiel seit 30 Jahren
In diesem Jahr feiert die Diktatur der Mullahs 30 Jahre schiitische Revolution in Persien. Es ist auch kein Zufall,dass gerade in dieser Zeit ein Politiker die Geschäfte des Iran führt,der in den siebziger- und achtziger Jahren für die groben Arbeiten des damals noch neuen Mullahregimes unter Führung Ayatollah Khomeinis zuständig war. Achmadinedjad war für die Beseitigung störender Oppositioneller (das sind so ziemlich Alle,die der Shiah nicht umstandslos folgen wollen) zuständig, auch vor Mord hat dieser Mann nie zurück geschreckt.
Nun soll dieser Mann mit 2/3 der iranischen Wählerstimmen zum zweiten Mal bestätigt worden sein. Von Wahlbetrug wird öfters gesprochen – das Regime soll vielen Wählern die Wahl z.B. durch fehlende Stimmzittel in den Wahllokalen verunmöglicht haben. In Iran tobt auf den Strassen aktuell eine Welle des Protests gegen das Wahlergebnis, regimetragende Sicherheitskräfte versuchen den Unmut der betrogenen Wähler im Keim zu ersticken. Es wird geprügelt,verhaftet und mittlerweile auch scharf geschossen. Aktuell twittert auf mideastyouth und bei Shahrzad eine illustre Gemeinde über die unübersichtliche Lage in den grossen Städten.
Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht,das Mullahregime muss weg – es ist schlimmer als das Schahregime je war. Leider rührt weder die Bundesregierung noch die EU einen Finger für die iranische Opposition, sie steht alleine im Regen – und damit ist nicht nur der unterlegene Wahlkonkurrent von A. gemeint. Obama schleimt sich bei der aktuellen Machtelite des Mullahstaates (und der arabischen Welt) ein, so dass mir nur noch übel wird. Er gleicht sich der Politik von EU und BRD an – kritischer Dialog oder Appeasementpolitik sind die Begriffe dafür.
Im Iran herrscht keine Demokratie,die Mullahs mit ihrer antiwestlichen, antisemitischen und antiisraelischen Ideologie eleminieren schon im Vorfeld jeder Wahl die Opposition. Wer dann noch antreten darf,stellt kaum noch eine Gefahr für das Regime dar,er ist Teil des Regimes und es wird nur noch über Farben von Schleierstoffen,Erhängung statt Steinigung, o.ä. gestritten. Unterstützt die iranische Opposition,wo immer ihr sie trefft. Macht Druck auf hiesige politische- und wirtschaftliche Entscheider. Bei der SED, (Ein-Mann-Sekte) Steinmeier, der roten Heidi oder den Grünen Trittin und Müller braucht ihr garnicht anfangen,die stützen das Mullahregime.
references:
Hardliner und hardliner
Szenarien bei Zettel
VCC@netvibes
Unruhen im Iran
Wunschland Iran
wahlen im iran
Halbwertzeit: Rot-Grüne Bürokratie
Jobs,die kein Mensch braucht
Der Rot-Grünen-Koalition von 1998 verdankt die Republik nicht nur das Dosenpfand, den Serbienkrieg, die Appeasementpolitik mit den Mullahs im Iran oder den Machtzuwachs GAZPROMs aus Schröders Gnaden.
Zettel weist auf ein weiteres ärgerliches Überbleibsel der Kohl-Nachfolgeregierung hin. Es geht um Frau Bätzing (SPD), die als “Drogenbeauftragte der Bundesregierung” ursprünglich für Junkies, Trunkenbolde und Spielsüchtige – die erst seit dem drohenden Fall des staatlichen Glücksspielmonopols zu Kranken gemacht werden und an denen sich der Staat auch weiterhin eine goldene Nase verdienen möchte – zuständig war.
Frau Bätzing hat in ihrer Amtszeit während der grossen Koalition das Komasaufen Jugendlicher, das Rauchen in Kneipen und neuerdings auch die suchtmedizinisch fragwürdige Erkrankung der “Internetsucht” zu ihrer Chefsache erklärt. Herausgekommen sind und werden zukünftig nur Schnüffelei in der Privatsphäre und Verbote,Verbote,Verbote. Damit ist die Frau dann auch rund um die Uhr beschäftigt. ABM auf ganz hohem Niveau. Mit Schwarz-Gelb sollte zumindest diese ideologisch motivierte Wegelagerei und Geldverschwendung des Staates ein Ende finden. Ich hoffe einfach einmal, dieser antihedonistischen Unke wird endlich das Handwerk gelegt.
Dazu gibt es aktuell noch einen Hilferuf von bei Achim (A-Team)
EU Wahl
In meiner Studi-WG hing ein Plakat auf dem Klo: “Wenn Wahlen etwas verändern würden,wären sie verboten.” Das ist ein paar Jahre her und mittlerweise gehört es zum guten Ton jeder noch so verkommenen Diktatur, Wahlen abzuhalten. Dort ändert sich tatsächlich durch Wahlen nichts. In den demokratischen, westlichen Gesellschaften können immerhin grobe Tendenzen durch die Wähler mitbestimmt werden – Wirtschaftsliberalismus, Überwachungsstaat und die europäische Freizügigkeit stehen auch zur Disposition. Die EU-Aussenpolitik wird sowieso von den amtierenden Staatsregierungen und nicht vom EU-Parlament entschieden
Über grundlegende Tatsachen des Wahlaktes kann man sich bei Zettel informieren. In meiner WG wurde mit 100%iger Beteiligung bei Nieselregen gewählt: Tierschutzpartei,FDP und die Piratenpartei bekamen die Stimmen, Nichtwähler gab es keine. Ich habe heute in der Frühe den Wahlgang mit meinem Zeitungs- und Backwareneinkauf verbunden und das Gedrängel hielt sich im Wahllokal und beim Bäcker in Grenzen. Ich hatte gemütlich die Zeit, mir alle Kandidaturen genau anzuschauen, bevor ich mein Kreuz machte. Danach wurde ich von einem Demoskopen der ARD per Fragebogen zu meiner Entscheidung befragt. Nachmittags wird dann bei pakistanischer Küche der Zeitgeist in grössere Runde besprochen.
references:
EU-Wahl 2009,Analyse von Viola Neu (KAS)
Zettel zum Dritten
Die Zeit rennt dahin, Zettels Weblog feiert seinen dritten Jahrestag.
Schrippe erzählte mir damals,Zettel will etwas Neues im Netz ausprobieren. Als Forumschreiber kannten wir ihn beide schon über Jahre und seine Argumente wurden wie selbstverständlich bei einschlägigen Diskussionen immer in unserem Denktopf mit bewegt. Web 1.0 nannte man das irgendwann.
Ich habe Schrippe schon damals intensiv bekniet, selber auch zu bloggen – er hat das aber nie praktiziert und ich glaube, er war zu bescheiden dafür.
Ich war damals super happy,dass Zettel das Format des Internetforums endlich verliess und seine Gedanken ansprechend als Blog in die breitere virtuelle Öffentlichkeit gab.
Es war die Zeit der Aufbruchstimmung in der deutschen Webloggesellschaft – vertraute Blogs wurden zur Blogosphäre vernetzt, Zettel nannte das ganze Ding seine Blogkugelzone und ich war geradezu entzückt von solch physikalisch-geometrischer Deutung.
Publizistisch bin ich wohl schon in Rente gegangen, Zettel veröffentlicht aber unbeirrt und ohne jegliche Ermattung regelmässig seine interessanten Depeschen zu Gott und der Welt.
Seine Beharrlichkeit ist auf so fruchtbaren Boden gefallen – das liberale Denken hat mit ihm einen regelmässigen und zuverlässigen virtuellen Ort als Ideen- und Ratgeber,auf den sicherlich nicht nur meine Wenigkeit immer gerne zurückgreift.
Man muss nicht immer einer Meinung sein und wenn der Austausch respektvoll und nicht grenzüberschreitend gestaltet wird,entsteht eine Kultur,die sich nicht an der nächsten Ecke überlebt – seit 2002 ging mir das mit Zettel immer so.
Zettel, ein kühler Kopf,der sich so gut wie nie zu Hitzigkeiten hinreissen lässt – eine Eigenschaft,die ich mir noch weiter erarbeiten muss – bereichert seit seinem ersten Text das Blogleben so vieler Leser.
Obwohl seine Auseinandersetzungen mit allerlei extremistischen Ideologenpack zuweilen komische Züge annahm,seine Trockenheit gegenüber hormongesteuerten oder hebephrenen Mitmenschen war phänomenal.
Aber ein Schuft wurde von ihm auch als solcher benannt – damit war aber die Injurienkanone auch schon wieder leer geschossen, damals in der Forenzeit.
Zettels Angebot geschieht kostenlos, öffentlich,fast täglich und kommt ganz ohne jede sozialistische oder anarchistische Attitüde aus – die sonst in der Schenkerbewegung so verbreitet ist. Mehr als mitdenken wird nicht von ihm erwartet und wer ihm schreibt,bekommt immer eine Antwort. Zettel ist Text und Relation in einem systematischen Zusammenhang gelebter Debattenkultur, die in unseren Breiten – sagen wir es frei heraus – extrem unterentwickelt ist.
Danke dafür,lieber Zettel








































