Raumzeit

et Philolog

Joseph Weizenbaum

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J W

Er wurde 1923 in Berlin geboren. 1935 floh die jüdische Familie nach Erlass der Rassengesetze durch die NS-Diktatur in die USA.Er studierte ab 1941 Mathematik an der Wayne University in Detroit/Michigan. Unterbrochen wurde das Studium durch den Kriegsdienst in der meteorologischen Abteilung der US-Luftwaffe. 1948 graduierte er in Detroit zum Bachelor of Science und 1950 zum Master of Science.

Bahnbrechender Forscher
An der Wayne University baute er 1948 einen der ersten digital arbeitenden Computer, bei dem alle Befehle und Rechenoperationen über binäre Zahlenreihen erfolgten. Fortan wurde er bundesweit für verschiedene Projekte aktiv.

1955-1963 arbeitete er für den Elektronikkonzern General Electric, wo er etwa Computersysteme für Bankgeschäfte entwarf und umsetzte. Zudem entwickelte er mit “SLIP” eine der frühen Programmiersprachen. 1963 wurde er als Associate Professor ans Laboratory für Computer Science am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge berufen. 1970 bis zur Emeritierung 1988 lehrte und forschte er dort als Professor für Computer Science. Parallel hierzu nahm er Lehraufträge in Harvard, Stanford, Hamburg und an der TU Berlin wahr. Nach der Emeritierung lehrte er 1997/1998 in Bremen als Gastprofessor für Informatik und Gesellschaft.

Grundlage des World Wide Web
Weizenbaum, der in den 60er Jahren zu den bahnbrechenden Forschern auf dem Gebiet der Informatik gehörte, stellte sich immer kritischere Fragen über die gesellschaftlichen Folgen der Fortschritte in der Computertechnik. Zur gleichen Zeit gehörte er zu den Wissenschaftlern, die mit den Militärs überlegten, wie Datenübermittlung im Falle der atomaren Zerstörung aller Kommunikationswege gewährleistet werden könnte. Das damals entwickelte ARPA-NET zur Kommunikation zwischen räumlich getrennten Rechnern wurde zu einer Grundlage des World Wide Web.

Seit den 70er Jahren trat der bisherige Pionier immer häufiger offen als Gegner einer allzu unbekümmerten Fortschrittsgläubigkeit hinsichtlich der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) auf. Konkret warnte er besonders vor der wachsenden Unübersichtlichkeit immer stärker vernetzter Computersysteme, was mit dem Aufkommen des WWW weiter verkompliziert wurde.

Gesellschaftskritiker
Er machte allerdings mehrfach deutlich, er verstehe sich nicht als Computerkritiker, sondern als Gesellschaftskritiker. Was ihn nämlich im Kern immer mehr bewegte, war die Frage nach der Wechselwirkung zwischen technologischer Entwicklung und gesellschaftlichen Veränderungen.

ZDF nachtstudio vom 19.11.2006

Veröffentlichungen (Auswahl):

Wo sind sie, die Inseln der Vernunft im Cyberstrom? Auswege aus der programmierten Gesellschaft. Gem. mit Gunna Wendt. Herder Verlag, Freiburg 2006
 
Computermacht und Gesellschaft. Freie Reden. Suhrkamp, Frankfurt 2001 (3. Auflage)
 
Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2002
 
Wer erfindet die Computermythen? Der Fortschritt in den großen Irrtum. Herder Verlag, Freiburg 1994

references:

Zur Person wikipedia de   wikipedia en

ELIZA Spracherkennungssoftware

Written by admin

January 12, 2007 at 10:31 pm

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